Slawische Burganlagen in Mecklenburg-Vorpommern A-M (169)


Ahrensberg, Ahrenshoop, Altentreptow, Altkalen, Auerose, Babke, Barner Stück, Barth, Basedow, Beestland, Behren-Lübchin, Besitz, Blankenberg, Boizenburg, Böken, Bölkow, Bolter Schleuse, Brüel, Brüsewitz, Brunow, Buchholz, Bülow, Bülower Burg, Büttelkow, Bützow, Burg Stargard, Camitz, Carwitz, Clausdorf, Crivitz, DabelDalwitz, Dambeck, Dargun, Demmin, Döbbersen, Dobbin-Linstow, Dolgen am See, Dömitz, Dorf Mecklenburg, Dummerstorf, Dutzow, Eggesin, Eickhof, Fahrenholz, Fahrenwalde, Feldberg, Feldhusen, Fincken, Flessenow, Fresenbrügge, Fresendorf, Friedland, Friedrichsruhe, Fürstensee, Gädebehn, Gadebusch, Gallin, Ganschendorf, Gegensee, Glienke, Göhren, Göhren-Lebbin, GolchenGoldberg, Goldenbaum, Goldenbow, Görke, Grabow, Gremmelin, Groß Below, Groß Bünsdorf, Groß Gievitz, Groß Görnow, Groß Lüsewitz, Groß Quassow, Groß Raden, Groß Roge, Groß Wokern, Groß Woltersdorf, Groß Wüstenfelde, Grubenhagen, Grüttow, Gülzowshof, Gützkow, Hohenbüssow, Hohen Sprenz, Hungerstorf, Ilow, Ivenack, Janow, Jatzke, KagenowKargow, Karow, Käselin, Kastorf, Kastorf-Burgwallinsel, Kavelsdorf, Kessin-Rostock, Kieve, Kirch Rosin, Kirchdorf, Klein Luckow, Klempenow, Krakow am See, Kratzeburg, Kreien, Krembz, Krien, Krienke, Kritzow, Kröslin, Kucksdorf, Küsserow, Kummerow, Laage, Langensee, Lapitz, LärzLaschendorf, Lassan, LebehnLetzin-Siedlung, Liepen-Tessin, Lindenberg, Löbnitz, Löcknitz, Lockwisch, Loitz, Loiz, Ludorf, Lütgendorf, Madsow, Malchin, Malchow, Marlow, Marnitz, Marsow, Medrow, Menkendorf, Möllenhagen, Mölln, Muchow, Mustin


Ahrensberg

1. Burgwall in Ahrensberg

Südlich des Dorfes Ahrensberg im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte lag in der Slawenzeit auf einer Halbinsel eine Wallanlage. Heute befindet sich hier der Gutshof von Ahrensberg. Dort erkennt man noch eindeutige Wallreste. Oberflächenfunde zeigen aber, dass die einstige Slawenburg in der frühdeutschen Zeit überbaut wurde. Trotzdem kann man sie als typische Wallanlage erkennen. Den deutschen Adligen war es mancherorts zu mühsam, neue kleinere Anlagen zu errichten und so nutzten sie oft ältere slawische Burgwälle.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                   

2. Burgwall am "Plätlinsee"

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2019

Etwa zwei Kilometer südwestlich von Ahrensberg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) liegen die stark verschliffenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Erst im Jahr 1983 wurde das Bodendenkmal von den Archäologen K. Ridder und U. Schoknecht als solches erkannt. Sie vermuteten, dass es sich um die Überreste einer ehemaligen Slawenburg handelt, die am Nordostufer des „Plätlinsees“ angelegt wurde.  Auf modernen Google-Luftbildern kann man eindeutig eine kreisrunde Grabenbefestigung ausmachen, die ein Areal von über 100 m Durchmesser umschloss. Es handelte sich vermutlich um einen großen Ringwall, der von den slawischen Erbauern am sumpfartigen Nordostufer des „Plätlinsees“ angelegt wurde. Auf dem Urmeßtischblatt von 1880 ist das Areal als Halbinsel dargestellt. Keramische Oberflächenfunde des 8./9. Jahrhunderts deuten auf eine frühslawische Niederungsburg hin.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

zurück


Ahrenshoop (Vermutung)

Lage des vermuteten Burgwalls im Google Luftbild

Am östlichen Ortsrand von Ahrenshoop auf der Halbinselkette Darß-Zingst im Landkreis Vorpommern-Rügen befinden sich die Reste einer alten Schanze. Laut dem Buch von Joachim Herrmann "Die Slawen in Deutschland" handelt es sich hier um einen spätslawischen Burgwall des 11. bis 12. Jahrhunderts. Er wurde vermutlich im 30-jährigen Krieg mit einer Schanze überbaut und dadurch stark verformt.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Altentreptow (Vermutung)

  

„Klosterberg“

Am Nordrand von Altentreptow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) liegt der sogenannte „Klosterberg“.  Die bewaldete Erhebung liegt gleich westlich der Landstrasse 35 (früher B 96). Ich habe das plateauartige Areal mehrmals besucht und vermutete hier eine frühslawische Höhenburg, die am Westrand der Tollenseniederung angelegt wurde. Ich hatte vor Ort den Eindruck, dass die Anhöhe zumindest im Süden mit einem Wall befestigt war. Ende 2011 untersuchte der Burgwallforscher Dr. Felix Biermann den „Klosterberg“. Die Grabungen konnten keinerlei Hinweise auf eine slawenzeitliche Nutzung des Areals nachweisen. Der Archäologe konnte allerdings die Fundamente eines frühdeutschen Klosters und eines zeitgleichen Friedhofes dokumentieren. Ob es im heutigen Ort Altentreptow (früherer Ortsname: Treptow an der Tollense) jemals eine Slawenburg gab, ist fraglich. Der Ortsname ist jedoch eindeutig slawischen Ursprungs.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                   

zurück


Altkalen

„Schlossberg“

Am Südostrand von Altkalen (Landkreis Rostock) liegen die gut erhaltenen Überreste einer ursprünglich slawischen Burganlage. Das Bodendenkmal trägt heute die Flurbezeichnung „Schlossberg“. Es handelt sich um einen Ringwall von gut 100 m Durchmesser, der am erhöhten Westufer des „Altkalener Sees“ errichtet wurde. Vor Ort ist noch ein etwa 4 bis 5 m hoher Erdhügel zu erkennen, der auf seiner Oberfläche planiert wurde. Das moderne Laserscanbild lässt vermuten, dass dieser Ringwall von einem heute verschliffenen Halbkreiswall von 200 m Durchmesser umgeben war. Ob dieser Halbkreiswall zu einer älteren Burganlage oder zu einem zeitgleichen Vorburgwall gehörte, muss die moderne Archäologie klären. Die Ruine des „Schlossberges“ wurde nach der Unterwerfung der Slawen von den deutschen Kolonisten erneut als Burg befestigt. Der im 13. Jahrhundert gegründete Ort Altkalen besaß sogar das Stadtrecht. Im Verlauf des 13. Jahrhunderts scheint der frühdeutsche Burgort an Bedeutung verloren zu haben und wurde danach in das etwa 9 Kilometer südsüdöstlich liegende Neukalen verlegt. Aus welcher Zeit der Altkalener Burgwall stammt, ist bisher nur durch Oberflächenfunde zu beurteilen. Vermutlich geht die Burgsiedlung schon auf die frühslawische Zeit des 9. Jahrhunderts zurück.

Erhaltungszustand: gut

Lage                  

zurück


Auerose (Vermutung)

Etwa 2,2 Kilometer nordöstlich von Auerose (Gemeinde: Neu Koserow, Landkreis: Vorpommern-Greifswald) liegt ein Ort, der schon im Jahre 1616 als Burgwall genannt wird. Leider sind weder vor Ort noch im modernen Laserscanbild Überreste einer alten Wallbefestigung auszumachen. Das Areal wird seit langer Zeit landwirtschaftlich beackert, wodurch der Burgwall völlig eingeebnet oder abgetragen wurde. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Auerose 1) trägt auch den alten Flurnamen "Burgwall Borgwald". Vor Ort sollen schon slawische Scherben gefunden worden sein, die aber unbestimmt geblieben sind. Moderne archäologische Grabungen stehen hier noch aus, die den endgültigen Nachweis einer slawischen Niederungsburg erbringen könnten (Stand 2019).

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

zurück


Babke (Vermutung)

Messtischblatt von 1888 (links) und Luftbild von 1953 (rechts)

"Schulzenwerder"

Etwa 1,3 Kilometer südsüdöstlich der Dorfkirche von Babke (Gemeinde: Stadt Mirow, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegt eine heute bis zu 24 ha große Insel im sogenannten "Jäthensee". Die Insel trägt den Flurnamen "Schulzenwerder" (Fundplatz: Babke 2 und 19). In früheren Zeiten wurde das Eiland auch als "Jäthenwerder" bezeichnet. Der "Jäthensee" befindet sich seit dem 19. Jahrhundert in einem starken Verlandungsprozess. Auf dem Messtischblatt von 1888 ist der See noch als etwa 2,3 km² großes Gewässer dargestellt. Im modernen Laserscanbild und auf aktuellen Luftbildern ist zu erkennen, dass die ursprüngliche Insel "Schulzenwerder" nur etwa 350 m lang und bis zu 150 m breit war. Der feste Inselkern ist heute ringartig mit Bäumen bestanden und hat eine länglich spitzovale bis dreieckige Gestalt mit einer Gesamtfläche von fast 3 ha. Keramische Oberflächenfunde belegen, dass die Insel bereits in der früh,- mittel- und spätslawischen Zeit besiedelt war. Auch zwei hölzerne Zugangsbrücken konnten bisher aufgedeckt werden, die die Insel mit dem Festland verbanden. Die erste Brücke wurde bereits im 9. Jahrhundert errichtet. Die zweite Brücke konnte auf das 11. Jahrhundert (um 1046) datiert werden. Auf der  Insel kam es auch schon zu amtlichen Detektorprospektionen. Dabei wurden außergewöhnlich reiche Funde gemacht. Am Rande einer Grube im Nordostzipfel der Insel wurden zwei Prunksteigbügel, zwei Reitersporen und auch zahllose Münzen gefunden. Die Münzen stammen aus der Zeit von vor 1070. Schon der Neustrelitzer Forscher Walter Karbe vermutete 1927, dass die Insel "Schulzenwerder" mit der lang gesuchten "Rethraburg" identisch sein könnte. Die Lage und Gestalt der Insel, sowie die überwiegend kultisch motivierten Fundniederlegungen, sprechen nach meiner Ansicht eine sehr deutliche Sprache. Bisher vermutete man den Kultort "Rethra" im Bereich des südlichen Tollensesees und der Lieps bei Neubrandenburg. Da dort aber bislang keine Brücke bzw. große Burg/Inselsiedlung des 10. und 11. Jahrhunderts belegt sind, muss der Kultort "Rethra" vielleicht an anderer Stelle gesucht werden. Die Insel "Schulzenwerder" im Jäthensee bei Babke lag nachweislich im Stammesgebiet der "Redarier". Leider sind auf der Insel keinerlei Befestigungsspuren erhalten geblieben. Im Laserscanbild sind am Randbereich der Insel aber noch leicht erhöhte Strukturen zu vernehmen, die vielleicht die verschliffenen Überreste einer ehemaligen Wallkonstruktion andeuten. Nur moderne archäologische Ausgrabungen könnten die Gleichsetzung des "Schulzenwerders" mit der Kultburg "Rethra" bestätigen (Stand 2019)!

Lage

zurück


Barner Stück

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

„Schlossberg“

Etwa 1,5 Kilometer nördlich vom Ort Barner Stück (Gemeinde: Klein Trebbow, Landkreis: Nordwestmecklenburg) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer zweigliedrigen Höhenburg. Das slawische Bodendenkmal wird heute auch als „Schlossberg“ bezeichnet (Fundplatz: Barner Stück 1). Es handelt sich um einen etwa 100 m großen ovalen Ringwall, der nach Südosten einen vorgelagerten Riegelwall von gut 150 m Länge besitzt. Die slawischen Erbauer errichteten die Höhenburg auf einem natürlich geschützten, spornartigen Geländerücken, der von Sumpf und Moor umgeben war (heutige Aubachniederung). Die einzige Zugangsseite zum Areal wurde mit dem langen Riegelwall abgetrennt. Da bisher noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben, muss vorerst offen bleiben, aus welcher Zeit der Burgwall stammt. Meiner Meinung nach kann es sich aber nur um eine frühslawische Burgsiedlung gehandelt haben, die man zu den sogenannten „Feldberger Höhenburgen“ zählen kann. Die Burg stammt demnach aus der Zeit von um 800 bis 900. 1958 wurde das heute bewaldete Bodendenkmal unter Schutz gestellt.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

zurück


Barth

1.

Das erste Mal wurde die Gegend von Barth als "provincia Barta" um 1159 im Kampf gegen die hier ansässigen Slawen erwähnt. Der Name bedeutet soviel wie "kleine Erhöhung". Die Slawenburg befand sich südlich des heutigen Bahnhofs und trägt heute die Flurnamen "Alte Burg" und "Schlossberg". Die Wälle sind noch  schwach vorhanden, allerdings befindet sich im Burgbereich eine moderne Freilichtbühne.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                 


2.

Eine weitere slawische Burganlage befand sich nordwestlich der Stadt. Hier erinnert noch die Straße "Borgwall" an die einstige Burgstelle. Der Burgwall besteht aus einer flachen Erhebung, die mit einem Erdwall umgeben war. Die beiden Burganlagen von Barth mussten nach dem Willen der Barther Bürger später abgebrochen werden. Die Gründe dafür sind nicht überliefert.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Basedow (Vermutung)

Lage des vermuteten Burgwalls im Google Luftbild von 2004

Etwa drei Kilometer nördlich von Basedow befand sich einst die sogenannte "Kniepenburg" am Malchiner See. Diese Niederungsburg war eindeutig eine frühdeutsche Burganlage. Allerdings gibt es den Hinweis, dass sie auf einer alten wendischen, also slawischen, Wasserburg errichtet worden sein soll. Die deutsche Burg wurde im 13./14. Jahrhundert errichtet und lag bereits 1405 wüst. Es soll eine große, mehrgliedrige Burg gewesen sein und vor Ort kann man heute noch wenige Ziegelsteinfragmente und Feldsteine beobachten. Wie allerdings einst die slawische Vorgängerburg aussah, ist nicht mehr nachvollziehbar, da sie von der deutschen Burg komplett überbaut wurde. Da die nahe gelegenen Orte Basedow und Wendischhagen eindeutig auf slawische Wurzeln hinweisen, kann man hier zur Burg gehörende Siedlungen vermuten.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Beestland

 

Etwa einen Kilometer nordwestlich von Beestland (Gemeinde: Warrenzin, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) befindet sich ein hoher Burghügel im Beestlander Forst, auf dem in der früh- bis mittelslawischen Zeit eine kleine Burg stand. Im Volksmund wird dieses Bodendenkmal auch "Bärenburg" genannt (Fundplatz: Beestland 1). Vermutlich wurde diese fast kreisrunde Anlage (Gesamtdurchmesser etwa 70 bis 80 m) auf einer ehemals halbinselartigen natürlichen Erhebung am Rand einer kleinen Geländerinne angelegt. Die Erbauer gehörten zum Großstamm der Wilzen, die nur im späten 9. bis 10. Jahrhundert solche Kleinburgen errichteten. Wallreste sind auf dem Hügelplateau erkennbar. Um den Bergfuß scheint ein künstlich angelegter Graben zu verlaufen. Ein Besuch ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Erhaltungszustand: gut

Lage                  

zurück


Behren-Lübchin

Etwa einen Kilometer nordwestlich von Behren-Lübchin (Gemeinde: Behren-Lübchin, Landkreis: Rostock) liegen die stark verschliffenen Überreste einer ehemals zweigliedrigen slawischen Burganlage. Es handelte sich um eine 250 x 200 m große, halbkreis- bis hufeisenförmige Vorburgbefestigung (ca. 5 ha) am Südostufer des heute verlandeten "Lübchiner Sees" und einer gut 80 x 100 m großen Inselburg (Fundplatz: Behren-Lübchin 1). Die ehemalige Inselburg trägt heute den Flurnamen "Wärder" und die befestigte große Vorburg wird auf der Direktorialvermessungskarte des Jahres 1765 als "Wallwisch" bezeichnet. Archäologische Ausgrabungen fanden von 1956 bis 1961 unter dem Ausgrabungsleiter Ewald Schuldt (1914-1987) statt. Dabei wurde eine etwa 320 m lange und 3,5 m breite Holzbrücke dokumentiert, die von der befestigten Vorburgsiedlung zur ersten Inselburg verlief. Die erste Inselburg entstand vermutlich nach dem erfolgreichen Slawenaufstand von 983 und wurde nach Dendrodaten um 989 bis 992 von einem lokalen "Zirzipanenhäuptling" errichtet. Bis um/nach 1055 bis 1060 wurde diese erste Inselburg ausgebaut. Kurz danach kam es zu einer gewaltsamen Zerstörung der Inselburg. Ob diese Zerstörung mit den überlieferten innerslawischen Machtkämpfen von 1056/57 (Tollenserkrieg) oder dem zweiten Slawenaufstand von 1066 (Ermordung des bereits christlichen Obodritenfürsten Gottschalk in der Burg Lenzen an der Elbe) in Zusammenhang stehen, muss leider unbeantwortet bleiben. Kurz darauf wurde die zerstörte Inselburg mit einer einfacheren Konstruktion in Kastenbauweise neu befestigt. Die alte Zugangsbrücke wurde an gleicher Stelle neu errichtet, hatte nun aber eine Breite von 5 m. Im Verlauf dieser neuen Brücke lag etwa 100 m vor der Inselburg eine Art Brückenhaus, das als "Wärterhaus" interpretiert werden kann. Hier wurden Besucher der Inselburg im Vorfeld kontrolliert, ehe sie weiter zur Inselburg vorgelassen wurden! Aus welcher Zeit die zweite Burgphase stammt, konnte bisher nicht genau bestimmt werden. Der Ausgräber Ewald Schuldt vermutete, dass die zweite Burg in der Mitte des 11. Jahrhunderts angelegt wurde und bis um das Jahr 1200 bestand. Zu den Funden der Ausgrabung von 1956-1961 zählten Keramikscherben der Typen "Menkendorf" (28 Scherben), "Woldegk" (5 Scherben), "Fresendorf" (3 Scherben), "Teterow" (1164 Scherben), "Vipperow" (927 Scherben), "Bobzin" (65 Scherben), "Weisdin" (8 Scherben) und "Garz" (4 Scherben). Die zweiphasige Inselburg von Behren-Lübchin hatte nach den keramischen Hinterlassenschaften zu urteilen ihren Höhepunkt im 11. Jahrhundert. Zu den weiteren Funden zählten u. a.: gedrechselte Gefäße aus Holz, Spinnwirtel, hölzerne Paddel und Kellen, verzierte Holzstäbe, Eimer, ein Wagenrad, hölzerne Keulen, Äxte, Lanzenspitzen, Schlösser, Schlüssel, Angelhaken, Trensen, Fesseln, Schläfenringe, Wetzsteine, Tierknochen (Rind, Schaf, Ziege, Schwein, Pferd, Ente, Gans, Huhn, Hirsch, Reh, Hase, Wildschwein, Biber, Wolf, Fisch), Dreilagenkämme und 4 Münzen (1: Bretislaus I. von Böhmen: 1037-1055; 2: Graf von der Champagne: um 1200; 3: Brandenburgischer Denar Otto II. Salzwedel: 1184-1205; 4: Stierkopfpfennig 1280-1325). Ewald Schuldt vermutete, dass die zweite Inselburg von Behren-Lübchin identisch mit der urkundlich erwähnten "urbs Lubekinca" sein könnte, die von den Dänen im Sommer des Jahres 1171 erobert wurde. Ich werde nun die Überlieferung des dänischen Geschichtsschreibers Saxo Grammaticus über die Eroberung der "urbs Lubekinca" wiedergeben:

"Der König Waldemar von Dänemark fuhr im Sommer 1171 nach Rügen und beschloß, das Zircipanerland anzugreifen. Auf seinem Zuge dahin legte ihm aber ein weites und sumpfiges Moor eine außerordentliche Schwierigkeit in den Weg. Die Oberfläche desselben, die mit einer dünnen Rasendecke überzogen war, zeigte freilich einen dichten Graswuchs, war aber so wenig haltbar, daß man gewöhnlich einsank, wenn man darauf trat. Denn da Schlamm die Unterlage bildete, so sank man in sumpfige Abgründe und schmutziges Moorwasser. Und doch gab es keinen andern Weg weiter vorzudringen. Um diese Schwierigkeit zu überwinden und keine Erschlaffung einreißen zu lassen, legten die Reiter ihre Waffenrüstung ab und packten dieselbe auf ihre Rosse und begannen diese hinter sich her zu ziehen. Wenn nun die Pferde in den Sumpf einsanken, so brachten sie dieselben wieder in die Höhe; wenn sie selbst aber beim Führen derselben einbrachen, so erfaßten sie die Mähnen und hielten sich daran oben. Auch die Bäche, welche in großer Zahl das Moor durchkreuzten, überschritten sie auf Flechtwerk aus Buschholz. Manche zeigten sich außerordentlich brav dabei. Denn einige von den Reitern gingen mit ihren Waffen bepackt zu Fuße, indem sie ihre Pferde leiteten, und verschmähten es, im Vertrauen auf ihre Gewandtheit, die Last abzulegen. Dieses Benehmen war aber um so ruhmvoller, je ungewöhnlicher es war. Uebrigens traten auch bisweilen die Pferde, wenn sie allzu heftig ihren in das Moor eingesunkenen Leib herausarbeiteten, ihre Führer mit den Hufen in den Sumpf. Der König selbst gelangte mit Noth über das unsichere Moor, indem er, bis auf das Untergewand entkleidet, sich auf die Schultern zweier Krieger stützte. Selten wohl hat es sich die dänische Kraft mehr Schweiß kosten lassen. Voll Staunen darüber, daß man über das Moor hatte kommen können, waren die Feinde gewaltig betroffen und hielten es nicht für gerathen, denen Widerstand zu leisten, von welchen se sogar die Natur überwältigt sahen. Das Heer aber zog nach der Ueberwindung einer so großen Schwierigkeit nicht anders, als ob es einen Feind geschlagen hätte, weiter. Nachdem das Heer nun unermeßliche Waldungen durchzogen hatte, erblickte es eine Stadt, umgeben von einem schiffbaren Landsee. Dieser Ort war fester durch das Wasser, als durch die Kunst, und hatte einen Wall nur an der Seite, welche die Brücke berührte, die sich von hier nach dem festen Lande hinüberzog. Um den Angriff abzuhalten, ließ der Herr der Burg, Otimar, bei dem Anrücken des Heeres die Brücke sofort bis auf den Spiegel des Sees abtragen, so daß nur die Stumpfe der Pfähle blieben, soweit sie unter dem Wasser standen. Durch diese gewannen die Unsrigen aber das Grundwerk zu einer andern Brücke, und indem sie die Zäune des benachbarten Dorfes dazu nahmen, bahnten sie sich allmälig einen Weg durch den See. Nachdem nun der König die Bestürmung des Ortes, da er nicht durch Mauern geschützt war in Angriff genommen hatte, ließ er mit der größten Mühe herbeischaffen, was er nur irgend zu dem Brückenbau Dienliches bemerkte, während Absalon mit dem größeren Theile der Reiterei auf Beute ausgeschickt war. Als die Bewohner der Stadt voll Besorgniß den Fortschritt des Brückenbaues sahen, trugen sie von allen Seiten her Pfähle zusammen und errichteten einen hölzernen Thurm, um von diesem, wie von einer Burg geschützt, den Feind abzuwehren, und im Schutze dieses Bollwerks begannen sie die Unsrigen, die eifriger auf die Förderung ihres Werkes, als auf den Schutz ihrer Leiber bedacht waren, durch eiligst aufgestellte Schleuderer anzugreifen. Die Dänen dagegen fingen an, den Kampf mit Pfeilen zu eröffnen und aus der Ferne zu entscheiden, weil sie noch nicht näher hinan kommen konnten. Otimar aber, durch den Fortschritt des neuen Brückenbaues erschreckt, kam wiederholt auf einem Fahrzuge über den See zum Könige und ließ bald sparsamer, bald dringender seine Bitten um Frieden vernehmen, je nachdem er bemerkte, daß die Arbeit der Unsrigen matt oder lebhaft betrieben ward, und gab immer nach dem Stande der Belagerung den Vorschlägen zu seiner Ergebung eine verschiedene Fassung. Da ging es nun langsamer mit der Ausführung des Werkes; denn die Krieger wußten ja, daß sie, wenn doch der Kampf aufgegeben werden sollte, auch die Brücke nicht zu bauen brauchten. Auf diese hatte sich aber schon eine so große Masse von Bewaffneten zusammengedrängt, daß nicht einmal Raum blieb, um weiter zu fördern, was zum Bau nothwendig war: so sehr beschränkte die siegesbegierige Menge selbst den engen Raum zum Arbeiten. Die herbeigebrachten Massen von Zaunholz konnten daher nicht anders nach vorne hingeschafft werden, als indem die Krieger sie über ihre Köpfe weg von Hand zu Hand weiter gaben. Uebrigens war dies, wozu sie die Noth zwang, doch auch wieder nützlich, nicht nur deshalb, weil das Zaunholz dazu diente, das Wasser zu bedecken, sondern auch, weil es in die Höhe gehoben, die Leiber schützte. Auf gleiche Weise wurden auch die Verwundeten zurückgebracht. Dann aber ward der Verband der Brücke weiter und dünner gelegt, weil die Krieger mehr auf die Verlängerung, als auf die Festigkeit derselben bedacht waren. Und fast hatte die Brücke schon die Insel erreicht, als die Feinde, theils auf ihre Kunst, theils auf ihre Kraft vertrauend, mit einer ganz neuen Kampfesart den Kampf noch steigerten. Sie streckten nämlich Sicheln, die an Lanzenschäften befestigt waren, von dem Turme her nach den Schilden der Unteren aus und entrissen diese, indem sie scharf anzogen, den Kämpfern. Manchmal, wenn diese Stand zu halten suchten, rissen sie dieselben mit einem heftigen Ruck von der Brücke und zwangen sie, ins Wasser zu springen. Fast wäre daher die dänische Mannschaft, ihrer Schilde beraubt, hier erlegen, wenn nicht schleunig gegen dieses Uebel Vorkehrungen getroffen wären. Einer der Unsrigen bemächtigte sich nämlich vermittelst eines hölzernen Hakens einer Sichel, die nach ihm ausgeworfen ward, und indem er nun mit dieser die andern erfaßte, nahm er dem Feinde seine Waffe. Der Tag neigte sich schon, als der König, voll Besorgniß für die nächste Nacht und unschlüssig, was er thun sollte, befürchtete, die Eroberung der Stadt würde sich hinziehen und die Brücke in Brand gesteckt werden. Da er sich in solcher Bedrängniß sah, ward er, um nicht wie ein Besiegter mit dem großen Schimpfe der Feigheit die Belagerung aufzugeben, allmählich geneigter, Otimar's Bitten Gehör zu schenken. Diese kleinmüthige Unschlüssigkeit hob aber Absalon, der eben mit ungeheurer Beute darüber zukam, auf eine wunderbare Weise durch seinen erfinderischen Scharfsinn. Er verwünscht den König, wenn er ohne sein Mitwissen Otimar's Wünschen Gehör geben wolle, zieht einen Dolmetsch bei Seite und fordert von ihm, alles was der Wende in friedlichem Sinne verhandeln werde, in entgegengesetztem Sinne wiederzugeben; dann aber schreitet er in Waffen auf die Brücke hinab, ermuntert die Krieger, welche glauben, er komme, um dem Kampfe Einhalt zu thun, immer hitziger vorzurücken, und verheißt, wenn sie siegen, die Beute ihren Händen zu überlassen. Dieses Versprechen war den Kriegern willkommen. Nachdem sie den Bau der Brücke vollendet haben, erkämpfen sie nicht nur den Zugang zu dem festen Boden der Insel sondern auch die Spitze des Turmes, indem sie denselben mit Leitern und Treppen angreifen, zurückschlagen, wer ihnen in den Weg kommt, und töten, wer ihnen Widerstand leistet. Da sucht sich Herberth, ein dänischer Ritter um nicht durch die Enge der Brücke und den dichtgedrängten Haufen seiner Gefährten aufgehalten zu werden und zu spät zu kommen, auf eine ganz neue Angriffsart einen freien Weg zu den Feinden hinüber: mit seinen Waffen belastet stürzte er sich ins Wasser und gelangte vermöge seiner unglaublichen Fertigkeit im Schwimmen voraus dahin, wohin er zu Fuß nicht kommen konnte. Während nun auch die Andern dadurch zum Wetteifer angespornt wurden, sank plötzlich unter dem massenhaften Gedränge der Krieger die dünne Brücke unter. Ihr Einsturz warf unter Andern auch den Absalon ins Wasser. Da dieser aber im Schwimmen geschickt war, so tauchte er, wiewohl mit Waffen bedeckt, nicht nur selbst wohlbehalten aus den Wellen empor, sondern rettete auch Andere, die dieser Kunst unkundig waren, aus der drohenden Gefahr.Unterdessen wagten die Wenden, da ihre Fahrzeuge zur Flucht nicht ausreichten, sich auf Tonnen (Holzfässer) zu retten, wurden aber, weil diese wegen ihres runden Baues sich umwälzten, von den Verfolgern ergriffen. Durch eine so ungewöhnliche Art von Schifffahrt wurden sie für die Ihrigen ein Gegenstand des Mitleids, für die Unsrigen großen Gelächters. So hatten sie zu ihrem Unglück auch noch den Spott. Nachdem die Stadt genommen war, wurden die Männer getötet, die Weiber gefangen fortgeführt. Einige suchten den König zu bereden, er solle auch den Otimar gefangen nehmen; doch um nicht den Ruhm des eben gewonnenen Sieges durch die treulose Gefangennehmung eines Mannes zu beflecken, entließ er ihn unversehrt und wollte lieber seines Feindes schonen, als seinem eigenen Rufe schaden. Darauf zog der König mit seinem ganzen Heere auf demselben Wege, auf welchem er gekommen war, zuerst zur Flotte, dann in sein Vaterland zurück."

Burgwallinsel "Wärder"

Erhaltungszustand: mittel

Lage              

Befestigte Vorburgsiedlung "Wallwisch":

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage              

zurück

Besitz

Südlich von Besitz lag in der spätslawischen Zeit des 11. und 12. Jahrhunderts eine slawische Niederungsburg. Von ihr ist heute allerdings nicht mehr viel übrig geblieben. Wie man noch erkennen kann, wurde sie geschickt an einem Fluss angelegt, der die Burg direkt umfloss. Somit kann man vermuten, dass sie einst auf einer natürlichen kleinen Insel stand und so gut geschützt lag. Sie ist heute noch unter dem Namen "Nedderborg" bekannt und liegt heute zwischen dem "Burgsee" und dem Fluss "Sude".

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                   

zurück


Blankenberg

Etwa zwei Kilometer nordwestlich von Blankenberg im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegt der Standort einer slawischen Burganlage am Abfluss des Glammsees. Sie befindet sich in einem kleinen Eichenwald, halbseits von einer Schlinge des Tönnisbachs umgeben. Es handelt sich um einen u-förmigen Burgwall mit einem Durchmesser von etwa 150 x 170 m. Im modernen Laserscanbild ist der Burgwall (Fundplatz: Blankenberg 12) noch gut erkennbar. Die Wallanlage ist sehr breit und scheint schon verschliffen zu sein. In der Slawenzeit könnte es sich sogar um eine Art Inselburg gehandelt haben, die auf der West- und Nordseite vom "Tönnisbach" und auf der Ost- und Südseite von feuchten Niederungsarealen umgeben war. Südöstlich der Burg vorgelagert, lag eine natürliche Erhebung mit Flurnamen "Grot Barg" (Großer Berg). Hier ist der Standort einer offenen Vorburgsiedlung zu vermuten. Durch die Größe der Befestigung könnte es sich um eine frühslawische Niederungsburg des 8./9. Jahrhunderts gehandelt haben. Moderne Ausgrabungen stehen hier allerdings noch aus, die eine genaue Laufzeit der Burg offenlegen können.

Erhaltungszustand: mittel

Lage

zurück


Boizenburg

Boizenburg ist eine Kleinstadt am Ostufer der Elbe und an der Bundestraße B5 Berlin-Hamburg. Wie die meisten Orte mit “-burg” im Namen hatte auch die Elbestadt Boizenburg einst eine Burg aufzuweisen. Ursprünglich handelte es sich um eine slawische Niederungsburg an dem Flüßchen Boize (slaw. “Kampf”). Die slawische Burg wurde schon auf einer älteren eisenzeitlichen Burg angelegt, wie Funde zeigten. Nach Schleifung der slawischen Burg im Jahre 1208 wurde auf dem Burggelände, veranlaßt durch den dänischen König Waldemar, eine mittelalterliche Schloßanlage errichtet, die im 30-jährigen Krieg 1644 von den schwedischen Besatzungstruppen zerstört wurde. Auf deren Resten entstand dann eine frühneuzeitliche Burganlage.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage              

zurück


Böken

Etwa zwei Kilometer nordnordwestlich von Böken (Gemeinde Alt Meteln) im Landkreis Nordwestmecklenburg liegen die stark verschliffenen Überreste einer slawischen Burganlage. Das moderne Laserscanbild zeigt noch deutlich einen ovalförmigen und geschlossenen Ringwall von bis zu 170 m Durchmesser. Die völlig abgetragene Befestigung (Fundplatz: Böken 2) soll aus der frühslawischen Epoche stammen (8./9. Jahrhundert). Das leicht erhöhte Burgareal wird bis heute landwirtschaftlich beackert und liegt mitten auf dem freien Feld. Interessant ist sicher die Frage, warum die Slawen gerade hier den großen Burgwall anlegten. Eine schützende Niederung oder die Lage auf einem flachen Geländesporn, ist durch die neuzeitliche Beackerung des Umlandes nicht mehr nachvollziehbar. Die West- und Nordseite des Bodendenkmals ist heute bewaldet und mit einem Entwässerungskanal umzogen. Es handelte sich nach meiner Meinung um eine "feldbergzeitliche" Niederungsburg, die in einem ehemaligen Niederungsareal errichtet wurde. Auf dem Burgareal fanden sich auch frühdeutsche Keramikscherben.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Bölkow

Slawenzeitliche Lage, nach Ronny Krüger 2018

Etwa 700 m nordwestlich des Dorfes Bölkow (Gemeinde: Mühl Rosin, Landkreis: Rostock) befindet sich eine langgezogene Halbinsel, die westlich in den Gutower See ragt. Ganz am Westende dieser Halbinsel liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer slawischen Burganlage (Fundplatz: Bölkow 1). Es handelt sich um einen geschlossenen Ringwall von etwa 70 x 60 m Außendurchmesser, der erstmals vom mecklenburgischen Altertumsforscher Friedrich Lisch im Jahre 1847 erwähnt wurde. Im modernen Laserscanbild ist zu erkennen, dass der Ringwall auf einer dreieckigen Insel lag, die eine Ausdehnung von bis zu 120 m hatte (N-S). Der Burgwall nahm also nicht die gesamte natürliche Inselfläche ein, sodass gleich nördlich des Ringwalls eine kleine offene Vorburgsiedlung angenommen werden kann. Ob die Burgsiedlung zur Slawenzeit eine durch Wasser abgetrennte Insellage hatte oder noch mit dem Festland sumpfartig verbunden war, entzieht sich meiner Kenntnis. Auf der alten Schmettauschen- und Wiebekingschen Flurkarte des späten 18. Jahrhunderts wird der Burgwall (Flurname "Borgwall") schon auf einer Halbinsel dargestellt. Da bisher noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben, ist die zeitliche Einordnung des Bodendenkmals noch schwierig. Derartige Kleinburgen bestanden vor allem in der mittelslawischen Zeit des späten 9. bis 10. Jahrhunderts und waren stark befestigte Sitze von slawischen Lokalhäuptlingen.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage                   

zurück


Bolter Schleuse (Vermutung)

Südlich des Ortes "Bolter Schleuse" an der Müritz bei Rechlin befindet sich vermutlich ein Burgwall, der heute mitten in einem kleinen See liegt. Die Insel ist heute nicht bewaldet und daher sind von Land aus noch Wallreste zu erkennen. Der See ist umzäunt und wird heute als Fischteich genutzt. Aus der Luft erkennt man noch eindeutig die ehemaligen Grundzüge der Anlage. Sie war ca. 60 bis 70 m im Durchmesser und oval. Zu vermuten ist heute, dass die ehemaligen slawischen Bewohner dem Stamm der "Müritzer" angehörten. Ob es sich hier aber wirklich um eine Burg handelte ist umstritten.

Lage                   

zurück


Brüel

In Brüel im Landkreis Ludwigslust-Parchim befindet sich ein slawischer Burgwall, der im 12. Jahrhundert durch den Feldzug Heinrich des Löwen erobert wurde. Man nutzte die vorhandene Anlage dann weiter, baute sie aber zu einer steinernden Burg aus. Davon ist heute aber nichts mehr zu erkennen. Nur der 70 m große Burgwall, der noch bis zu 2 m hoch ist, ist erhalten geblieben. Die Bilder in der Galerie stellte mir freundlicherweise Reinhard Labahn zur Verfügung. 

Erhaltungszustand: gut

Lage 

zurück


Brüsewitz

Unmittelbar nördlich des Sportplatzes in Brüsewitz befinden sich die Reste eines slawischen Burgwalls. Er grenzt im Norden direkt an dem Flüsschen Stepenitz. Man erkennt nur eine Art planierten kleinen Hügel, der im Volksmund auch Hexenberg genannt wird. In früherer Zeit soll der Burgberg einmal mit einer neuzeitlichen Kapelle bebaut gewesen sein. Die Bilder in der Galerie stellte mir freundlicherweise Reinhard Labahn zur Verfügung. 

Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

zurück


Brunow

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Circa zwei Kilometer nordwestlich von Brunow im Landkreis Ludwigslust-Parchim befindet sich eine slawische Niederungsburg. Der Burgwall wird auch als "Schwedenschanze" bezeichnet. Diese Bezeichnung für slawische Burgwälle kommt relativ häufig vor. Der Wall hat eine ovale Form von gut 100 m Durchmesser. Er ist heute unbewaldet und auf dem Luftbild sehr gut zu erkennen. Der Burgwall lag am höchsten Punkt einer größeren Sanddüne, umgeben vom Sumpf und Moor.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Buchholz

Etwa 2,2 Kilometer nordwestlich von Buchholz (Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die gut erhaltenen Überreste eines mittelslawischen Burgwalls (Fundplatz: Buchholz 1). Heute liegt das von natürlichen Geländespornen umgebene Bodendenkmal im sogenannten „Buchholzer Holz“. Vor Ort ist noch ein 3 bis 4 m hoher Burgwall erhalten geblieben, der einen Außendurchmesser von bis zu 60 m erreicht. Die Burgform ist nicht ganz kreisrund, sondern stellt eher ein ovalförmiges, geschlossenes U dar. Der Burgwall ist von einem breiten Außengraben umgeben, der je nach Jahreszeit trocken oder leicht versumpft ist. Der Burgkessel ist durch neuzeitliche Eingriffe fast vollständig verfüllt worden. Das moderne Laserscanbild zeigt noch sehr deutlich die ehemalige Lagesituation des Burgwalls. Demnach suchten sich die slawischen Erbauer eine natürliche Talsandinsel für die Errichtung der Burg aus, die in einer sumpfartigen Abflussrinne zum Tollensetal lag. Die Talsandinsel war groß genug für einen kleinen Burgwall und einer sich nach Westen anschließenden Vorburgfläche. Westlich und östlich der Talsandinsel lagen zwei kleinere Bäche, die noch heute vorhanden sind. Nach meiner Meinung gelangten die Burgbewohner über einen angelegten Dammweg zur Burgsiedlung, der im modernen Laserscanbild noch schwach auszumachen ist. Dieser führte von einem Geländesporn von Südwesten nach Nordosten zum Vorburgareal. Im Frühjahr 2015 konnte ich auf der Oberfläche des Burgwalls eine große Keramikscherbe bergen. Sie lag in der Wurzel eines umgestürzten Baumes. Ich bat den Burgwallforscher Dr. Felix Biermann um die zeitliche Einordnung dieses Fundes. Er deutete die Scherbe als „Fresendorfer Typ“. Dieser Keramiktyp bestand bis zum Ende des 10. Jahrhunderts. Im Jahre 1970 kam es zu einer kleineren archäologischen Sondage auf dem Burgareal. Dabei kamen auch Keramikscherben des "Feldberger" und "Menkendorfer" Typs zutage. Demnach handelt es sich bei dem Burgwall von Buchholz um eine mittelslawische Kleinburg aus der Zeit des späten 9. bis 10. Jahrhunderts. In der "Kleinburg" residierte sicher ein Lokalhäuptling vom Stamm der „Tollenser“. Im wohl nur mit Holzpalisaden gesicherten Vorburgareal saßen spezialisierte Handwerker, die die Burgleute mit damaligen Alltagsgegenständen versorgten. Etwa 5,7 Kilometer südöstlich vom Burgwall Buchholz lag in der mittelslawischen Zeit eine weitere kleine Burg auf einem natürlichen Geländesporn (Burgwall Hohenbüssow: "Kleiner Burgwall"). Ob beide Burgen zur gleichen Zeit oder nacheinander bestanden, entzieht sich meiner Kenntnis. Dass mittelslawische Kleinburgen mitunter nur wenige Kilometer weit entfernt voneinander lagen, ist sehr typisch für das späte 9. bis 10. Jahrhundert. Die jeweiligen Burgherren hatten in der mittelslawischen Periode nur wenig Macht und verwalteten demnach auch nur kleinere Landstriche. Da die mittelslawischen Burgwälle von Buchholz und Hohenbüssow jeweils nur etwa einen Kilometer vom Fluss Tollense entfernt lagen, dürfte ihre Hauptaufgabe die Überwachung von damaligen Flussübergängen gewesen sein. Kam ein feindlicher Angriff vom Fluss aus, so konnte man mit einer kleinen Truppe schnell darauf reagieren. Vielleicht waren jene Burgen auch eine Art Grenzbefestigungen zwischen zwei slawischen Stämmen? Zu vermuten ist, dass das große Tollensetal in slawischen Zeiten eine Art natürliche Stammesgrenze der „Tollenser“ zu den „Redariern“ war. Dies sind aber wie immer nur Vermutungen. Wer den "Buchholzer Burgwall" heute besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Südlich der Roidiner Steinkirche beginnt ein unwegsamer Feldweg, der in das "Buchholzer Holz" führt. Der nach Südosten verlaufende Waldweg endet nach etwa 900 m an einem flachen Geländesporn. Diesen muss man in südöstliche Richtung überschreiten und kommt dann zu einem etwa 1,5 m breiten Bach. Von hier aus ist der baumbestandene Burgwall schon zu erkennen. Der Bach ist je nach Jahreszeit und Wasserstand leicht oder schwerer überwindbar. Festes Schuhwerk oder Gummistiefel sind sehr zu empfehlen, da dass ehemalige Sumpfgebiet im Bereich der Burg bis heute unzugänglich sein kann.

Erhaltungszustand: gut

Lage                  

zurück


Bülow

Etwa 600 m östlich vom Ort Bülow (Landkreis Rostock) liegen die Überreste eines slawischen Burgwalls. Das baumbestandene Bodendenkmal trägt heute den Flurnamen „Weißer Berg“. Vor Ort ist nur noch ein etwa 4 m hoher, leicht bogenförmiger, Wallrest mit unter 40 m Länge erhalten geblieben. Das ehemalige Burgareal ist vermutlich durch Naturereignisse oder von Menschenhand abgetragen worden. Hinter dem Wall fällt das Areal zum See hin steil ab und ist dadurch nur schwer zu erkunden. Bei meinem Besuch im Jahr 2015 konnte ich in diesem Bereich einige Scherben der „Menkendorfer Art“ beobachten. Dieser Keramiktyp stammt aus der mittelslawischen Zeit des 10. Jahrhunderts. Demnach muss es sich im Ursprung um eine typische ovale Kleinburg von vielleicht nur 50 bis 60 m Durchmesser gehandelt haben. Die genaue Größe lässt sich heute leider nicht mehr rekonstruieren. Die slawischen Erbauer suchten sich für ihre Burg vermutlich einen natürlich geschützten spornartigen Vorsprung am Hochufer des „Malchiner Sees“ aus. Sie befestigten diese Fläche mit einem bogenförmigen bis ovalen Wall. Zur südlichen Seeseite gab es nach meiner Meinung keinen Wall, da dieser Bereich durch den steilen Abfall auf natürliche Weise gesichert war. Vor dem Wall lag ein breiter Außengraben, der durch die Höhenlage kein Wasser geführt haben kann. Ein Burgtor ist im erhaltenen Wallrest nicht mehr erkennbar. Nördlich der Burg muss es eine offene Vorburgsiedlung gegeben haben, in der vor allem Handwerker lebten. Der Burgort stellte sicher den stark befestigten Sitz eines lokalen Herren dar, der nur über wenig Macht verfügte. Die Laufzeit der Anlage kann grob in die Zeit von um 900 bis 1000 eingeordnet werden. Ein Besuch ist nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen, da das umliegende Gelände landwirtschaftlich genutzt wird.

Erhaltungszustand: gut aber bedroht

Lage                   

zurück


Bülower Burg (Vermutung)

Die stark verschliffenen Reste einer wohl slawischen Burganlage befinden sich in dem kleinen Ort Bülower Burg bei der Wochenendsiedlung (Fundplatz: Bülower Burg 2). Sie wurde genau auf einer Halbinsel errichtet, die in den Parumer See hineinragt. Das moderne Laserscanbild zeigt keinerlei Wallreste mehr vor Ort. Dafür aber scheint genau auf der gegenüberliegenden Seeseite ein kleiner Ringwall gelegen zu haben (Gemarkung Boldebuck: Fundplatz 1). Aus welcher Zeit er stammt ist nicht bekannt, daher führe ich ihn nicht weiter auf. Sein kreisrunder Durchmesser lag bei etwa 50 m und entspricht einer mittelslawischen Kleinburg in ehemaliger Insellage. Einen erhaltenen Erdwall scheint auch die Boldebucker Burg nicht mehr zu besitzen. Das Laserscanbild zeigt nur einen kleinen flachen Hügel ohne Hinweise auf eine Befestigung. Auf der TK 10 Karte ist die Stelle bei Boldebuck als "Burgwall" verzeichnet.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Burgwall Bülower Burg:

Lage

Burgwall Boldebuck:

Lage

 zurück


Büttelkow

Von der Wallanlage Büttelkow ist heute noch ein halber Graben vorhanden, der mit einer Brücke überspannt wurde und bis zum heutigen Tag Wasser führt. Die gesamte Anlage ist heute in Privatbesitz und nur mit Erlaubnis zu Betreten. Abgesehen von dem Graben existiert ein Rittergut, bzw. ein Herrenhaus von 1910, in dem die heutigen Bewohner der Wallanlage leben.
Die Wallanlage Büttelkow bestand einst aus einer Grabenanlage und einem dahinter liegenden Wall. Die Anlage war rund und besaß nur einen Zugang. Die Gebäude im Inneren bestanden aus Holz. Der größte Teil der Anlage ist heute Garten und beherbergt eine Menge Kunstgegenstände des hier wohnenden Künstlers. Zudem kann man auf der Anlage übernachten.

Lage  

zurück


Bützow

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach Ronny Krüger 2016

„Hopfenwall“

Nordwestlich der Altstadt von Bützow (Landkreis Rostock) liegen die überbauten Überreste einer slawischen Burganlage.  Das Bodendenkmal wird auch als „Hopfenwall“ bezeichnet (Fundplatz: Bützow 1). Es handelt sich um einen etwa 7 m hohen Horst in heutiger Halbinsellage, der einen kreisrunden Durchmesser von noch 60 bis 65 m erreicht. Der Wasserspiegel des Bützower Sees und der Warnow wurde zur Urbarmachung in früherer Zeit abgesenkt. Die slawische Burg lag ursprünglich in Seerandlage oder stellte eine ufernahe Inselburg dar. Vermutlich geht diese kleine Burg schon auf die mittelslawische Zeit des 10. Jahrhunderts zurück und war der Sitz einer lokalen Herrschaft im Stammesgebiet der Warnower. Oberflächenfunde vom Burgareal erbrachten allerdings überwiegend spätslawische (Typ: Bobzin, Teterow) und frühdeutsche Keramikscherben. Zu den weiteren Funden gehörten Spinnwirtel, Ziegelschutt und Reste eines Knochenkammes. Im Jahr 1981 kam es zu Tiefbauarbeiten südöstlich des Burgwalls, bei denen Pfähle eines hölzernen Bohlenweges oder einer Holzbrücke beobachtet wurden (Fundplatz: Bützow 4). In der Neuzeit wurde ein Erddamm errichtet, der zum alten Burgareal führte. Der Burgwall Bützow „Hopfenwall“ wurde erstmals im Jahre 1171 als „castrum Butissowe“ erwähnt und wurde nach der Unterwerfung der Slawen zur Residenz der Bischöfe von Schwerin. Die alte slawische Burg wurde kurz darauf als frühdeutsche Burg mit Steinmauern ausgebaut. Aus der ehemaligen slawischen Vorburgsiedlung entwickelte sich die heutige Altstadt von Bützow. Heute führt die Strasse „Am Hopfenwall“ zum ehemaligen Burgareal, dass in der Neuzeit mit Häusern und Gartenanlagen überbaut wurde.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                

"Judendamm"

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Etwa 1,3 Kilometer südlich der Stiftskirche von Bützow (Landkreis: Rostock) liegen die Überreste einer vermutlich zweigliedrigen Niederungsburg. Das slawische Bodendenkmal (Fundplatz: Bützow 5) wird auch als "Judendamm" bezeichnet. Es handelt sich um ein bis zu 1,5 ha großes Burgareal am Ostufer der Warnow, das bis heute landwirtschaftlich genutzt wird. Im modernen Laserscanbild ist die ehemalige Burgform noch deutlich zu erkennen. Demnach bestand die Befestigung aus einer leicht viereckförmigen Vorburg und einem im Nordosten anschließenden Hauptburgwall. Leider wurden die Südwestwälle der Vor- und Hauptburg infolge der landwirtschaftlichen Nutzung völlig abgetragen, sodass man heute den Eindruck hat, es handelte sich um eine eingliedrige Niederungsburg. Meines Erachtens war es aber eher eine zweigliedrige Burgsiedlung. Die ovale, bis leicht viereckförmige Hauptburg hatte einen Außendurchmesser von bis zu 80 m und wurde von einer gut 120 m langen Vorburgbefestigung geschützt. Ob die Vorburg auch zur Warnowseite eine Wallkonstruktion besaß, ist zu vermuten. Insgesamt erreicht die Burgsiedlung einen maximalen Gesamtdurchmesser von bis zu 200 m (SW-NO). Die slawischen Erbauer errichteten den im Endstadium zweigliedrigen Burgwall auf einer leicht erhöhten Talsandfläche, die unmittelbar östlich einer natürlichen Warnowschlinge lag. Um die Fortifikation verlief ein noch heute wasserführender Außengraben, der mit der Warnow künstlich verbunden wurde. Bisher fanden noch keine modernen Ausgrabungen am Bodendenkmal statt, sodass die zeitliche Einordnung noch schwierig ist. Im Jahre 1850 wurde der Burgwall Bützow "Judendamm" von Friedrich Seidel erstmals in den Mecklenburgischen Jahrbüchern erwähnt. Er beschrieb die Überreste damals als "...zwei Wälle, die halbrund sind und einen verschobenen Kreis bilden". Sie sollen jeweils 200 Schritte lang gewesen sein und lagen auf halben Wege nach Vierburg. Die Burg hatte eine ganz ähnliche Lagesituation wie der etwa 9 Kilometer weiter nordöstlich liegende Burgwall von Werle "Werleburg". Auch die überwiegend spätslawische "Werleburg" (Hauptburg des Obodritenherrschers Niklot) war im Endstadium zweigliedrig und lag unmittelbar am Ostufer der Warnow. Die "Werleburg" war mit bis zu 3 ha Ausdehnung allerdings deutlich größer. Ob der Burgwall Bützow "Judendamm" eine mittel- oder spätslawische Burgsiedlung am Fluss Warnow war, kann nur durch die moderne Archäologie abschließend geklärt werden.

Erhaltungszustand: mittel

Lage

„Burgwall Kattenburg“

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach Ronny Krüger 2016

Am östlichen Stadtrand von Bützow (Landkreis Rostock) liegen die stark verschliffenen Überreste einer bisher undatierten Niederungsburg. Dass in der Warnowniederung liegende Bodendenkmal wird auch als "Burgwall Kattenburg" bezeichnet (Fundplatz: Bützow 6). Auf Luftbildern und im modernen Laserscanbild sind noch deutlich die Überreste eines ovalförmigen Ringwalls zu erkennen, der eine Ausdehnung von etwa 150 x 125 m erreicht. Da bisher noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben, muss die zeitliche Einordnung reine Spekulation bleiben. Es könnte sich um eine frühslawische Vorgängerburg des etwa 1,2 Kilometer weiter östlich liegenden mittel- bis spätslawischen Burgwalls Bützow „Hopfenwall“ gehandelt haben. Es ist aber auch möglich, dass es sich um eine spätslawische Nachfolgeburg des mittelslawischen „Hopfenwalles“ handelte. Der große Niederungsburgwall von Jürgensdorf lag ursprünglich inmitten von Mäandern der Warnow, die in der späteren Neuzeit begradigt und trockengelegt wurden.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Burg Stargard (Vermutung)

  

Die noch sehenswerten Überreste einer spätmittelalterlichen Höhenburg befinden sich südwestlich von Burg Stargard auf dem sogenannten „Burgberg“. Diese um 1236 errichtete Burganlage wurde am Ostende eines großen natürlichen Plateaus errichtet. Das von natürlichen Steilhängen gesicherte Plateau ist etwa 600 x 300 m groß und wurde schon in der Bronzezeit und späteren Slawenzeit besiedelt. Ob das Plateau bereits in jenen Epochen mit einer Wallbefestigung geschützt wurde, ist bisher unbekannt. Vom Areal stammen etliche Scherben der bronzezeitlichen aber auch slawischen Zeit. Der Name der Stadt „Burg Stargard“, früher nur „Stargard“ genannt, geht auf die slawische Zeit zurück. „Stargard“ ist auf die slawische Bezeichnung „stary gard“ zurückzuführen und bedeutet soviel wie „alte Burg“. Demnach muss es auf dem „Burgberg“ eine Befestigung gegeben haben! Bei meinen unzähligen Besuchen auf dem Plateau konnte ich einen sehr stark verschliffenen Wallrest am Nordwestende des Plateaus beobachten. Auch das moderne Laserscanbild lässt hier eine alte Wallbefestigung mit Torzugang vermuten. Ob diese Befestigung bronzezeitlichen oder slawischen Ursprungs ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Ausgräberin Schmidt vermutete sogar, dass der Grundriss der spätmittelalterlichen Burganlage einer typischen zweigliedrigen Burg der mittelslawische Zeit ähnelt. Wurde die um 1236 errichtete „Burg Stargard“ vielleicht auf den Überresten einer älteren, mittelslawischen Burgruine errichtet? Ein Besuch der Höhenburg von Burg Stargard ist sehr zu empfehlen, allerdings gebührenpflichtig (Stand 2019).

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                  

zurück


Camitz

Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Eine kleine slawische Höhenburg von etwa 80 m Durchmesser befindet sich südwestlich von Camitz im Landkreis Vorpommern-Rügen. Die Slawen legten sie strategisch gut geschützt auf einem halbinselartigen Bergsporn am Recknitztal an. Der u-förmige Burgwall  besaß nach Nordosten auch einen kurzen Vorburgwall. Zum Recknitztal hin war der Burgwall ohne Wallkonstruktion. Hier gab es aber sicher andere Schutzmaßnahmen in Form von Palisadenwänden. Fälschlicherweise wird die Wallburg auch als "Schwedenschanze" bezeichnet. Heute liegt die vermutlich mittel- oder spätslawische Anlage in einem Waldgebiet.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

zurück


Carwitz (Vermutung)

    

Östlich von Carwitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) befindet sich eine heute zweigeteilte Halbinsel, die etwa einen Kilometer weit in den „Carwitzer See“ hinein ragt. Der Archäologe Dr. Volker Schmidt (1942-2002) veröffentlichte im Jahr 1989 das Buch: „Drense, eine Hauptburg der Ukranen“. Das Werk enthält auch einen Lageplan der Carwitzer Halbinsel, auf dem der Autor den Standort eines slawenzeitlichen Burgwalls markiert hat. Leider sind vor Ort und auch im modernen Laserscanbild keinerlei Überreste einer alten Befestigung mehr zu erkennen. Ob hier  wirklich einmal eine Slawenburg existierte, muss die moderne Archäologie klären. 

Erhaltungszustand: nicht erhalten 

Lage               

zurück


Clausdorf

"Burgwall"

Etwa 500 m westlich von Clausdorf (Gemeinde: Kittendorf, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) liegen die gut erhaltenen Wallreste eines im Ursprung etwa 80 bis 100 m großen rundovalen Burgwalls. Leider wurde im Verlauf des 19. Jahrhundert eine moderne Straße direkt durch das südliche Burgareal gebaut. Dabei wurde etwa die Hälfte des Burgwalls abgetragen. Durch diese Zerstörung kann abschließend nicht mehr geklärt werden, ob es sich um einen u-förmigen oder doch eher geschlossenen Ringwall handelte. Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, lag der Burgwall einst auf einer natürlichen Erhebung am Nordrand des „Großen Varchentiner Sees“. Offene Vorburgareale umgaben den Burgwall an der Nord- und Ostseite. Nach Funden zu urteilen, handelte es sich um eine spätslawische Burganlage des späten 10. bis 11./12. Jahrhunderts. Der Burgort war vermutlich der stark befestigte Sitz eines Lokalherren im Land der Zirzipanen. Der erhaltene und mit Bäumen bestandene u-förmige Nordteil des Ringwalls ist nach außen noch bis zu 6 m hoch. Der erhaltene Burgwall ist etwa 80 x 60 m groß und nimmt eine Fläche von 0,4 ha ein. Die erhöht liegende Burginnenfläche ist etwa 0,1 ha groß. Der Wall überragt die kleine Burginnenfläche noch um 3 m. Durch die Mächtigkeit der Anlage muss davon ausgegangen werden, dass sie doch einige Jahrzehnte in Nutzung war und in dieser Zeit einige Male ausgebaut wurde. Etwa 2,3 Kilometer nordwestlich vom Burgwall Clausdorf lag bei Hungerstorf eine große frühslawische Niederungsburg des 9. Jahrhunderts. War es die Vorgängerburg von Clausdorf? Ein Besuch der Burgruine ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen, da das Areal im Sommer stark mit Vegetation und Bäumen bestanden ist. Ein kleiner "Infostein" und Sitzmöglichkeiten sind an der südlichen Straßenseite vorhanden.

Erhaltungszustand: gut, aber etwa zur Hälfte zerstört

Lage       

zurück


Crivitz

   

Crivitz ist eine mecklenburgische Kleinstadt, die etwa 20 Kilometer östlich von Schwerin liegt. Eine slawische Burg lag auf einer Halbinsel am Ostufer des Crivitzer Sees ungefähr 300 m westlich der heutigen Stadtkirche. Es handelte sich um einen ellipsenförmigen Burgwall von etwa 70 m Länge und 43 m Breite, der durch die mittelalterlich/moderne Überbauung stark gestört ist. In der Slawenzeit könnte es sich um eine Inselburg gehandelt haben. Keramische Hinterlassenschaften konnten dem "Menkendorfer- und Vipperower Typ" zugeordnet werden. Demzufolge bestand die Inselburg in der mittel- bis spätslawischen Zeit des 10. bis 12. Jahrhunderts. Die Burg war vermutlich die Hauptburg des Landes "Crivitz", die im Stammesgebiet der Obodriten lag. Bis 2009 war das Bodendenkmal mit mehreren Gebäuden aus DDR-Zeiten bebaut, die inzwischen restlos abgetragen worden sind. Ein Schild weisst darauf hin, dass hier ein bedeutendes Bodendenkmal liegt, weitere Informationen fehlen jedoch. Um 1850 nutzte man das Gelände als Armenfriedhof.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

zurück


Dabel

Lagesituation des Ringwalles auf der Halbinsel, nach R. Krüger 2018

Etwa 2,5 Kilometer südöstlich von Dabel befinden sich die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Burganlage. Das Bodendenkmal wird auch als „Schwedenschanze“ bezeichnet und liegt heute am Ostende einer großen bewaldeten Halbinsel im „Kleinpritzer See“. Die slawischen Erbauer errichteten die gut 75 m große Burg auf einem inselartigen Werder, der vermutlich mit künstlichen Dämmen mit dem westlichen Festland verbunden war. Heute ist die mit einem Außengraben umgebene Burgfläche nach Osten zum See hin offen. Ob es sich ehemals um einen geschlossenen Ringwall handelte, entzieht sich meiner Kenntnis. Möglich wäre, dass der Ostwall im Laufe der Jahrhunderte durch natürliche Ereignisse abgetragen wurde. Zur Slawenzeit war der Wasserstand des Sees sicherlich höher, sodass der Burgwall nur schwer zu erreichen war. Der kreisrunde, nach Osten hin offene Wall ist noch 1,5 bis 2 m hoch erhalten geblieben und verfügt im Südwesten über eine Wallsenke. Hier wird das ehemalige Zugangstor zur inneren Burgfläche gelegen haben. Auf dem natürlichen Werder kann eine offene Vorburgsiedlung vermutet werden. Aus welcher Zeit der Burgwall stammt, ist bisher unbekannt. Die geringe Größe des Ringwalls lässt auf eine Burg des 9./10. Jahrhunderts schließen.

Lage                  

zurück


Dalwitz

Einen Hinweis auf eine ehemalige Slawenburg gibt es in 17179 Dalwitz. Die heutige sehenswerte Gutsanlage soll auf einer ehemals slawischen  Befestigung errichtet worden sein. Das Gut befindet sich urkundlich seit 1349 im Besitz der Familie von Bassewitz. Der Name Bassewitz deutet auf einen slawischen Ursprung hin. In der Parkanlage sind mit Linden bewachsene Wallanlagen und Wassergräben noch sichtbar. Ob diese aus der slawischen Zeit stammen ist unbekannt.

Lage                   

zurück


Dambeck (Vermutung)

In Dambeck im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte soll es ebenfalls eine slawische Burg gegeben haben. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Dambeck 18) soll sich am Südende des "Dambecker Sees", gleich nördlich der B 198, befunden haben. Leider sind weder vor Ort noch im modernen Laserscanbild Walleste zu erkennen, die auf einen Burgwall hindeuten!  

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Dargun

     

"Tiergarten"

Etwa 700 m westlich der Darguner Kirche (Landstadt: Dargun, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die Überreste einer slawischen Höhenburg. Das mehrgliedrige Bodendenkmal (Fundplatz: Dargun 3) trägt den Flurnamen "Tiergarten" oder einfach nur "Burgwall". Es handelt sich um einen bis zu 20 m hohen Bergrücken, der im Westen, Norden und Osten von der Röcknitzbachniederung natürlich geschützt wurde. Die ehemalige südliche Zugangsseite wurde mit gleich drei, leicht bogenförmigen Querwällen abgeriegelt. Ganz am Nordende des Höhenrückens liegt ein Ringwall, der einen Außendurchmesser von etwa 100 x 90 m besitzt. Das gesamte Burgareal hat eine maximale Ausdehnung von bis zu 520 m und nimmt eine Fläche von etwa 12 ha ein. Die Höhenburg lag im Stammesgebiet der slawischen "Zirzipanen". Die einzelnen Befestigungsanlagen sollen nun genauer beschrieben werden.

1. Äußerer Riegelwall

Der ganz äußere Riegelwall war sicher die erste Befestigung, die den natürlichen Bergrücken nach Süden hin absicherte. Dieser Wall ist heute noch bis zu 3 m hoch und etwa 400 m lang. Vor dem leicht bogenförmigen Abschnittswall liegt ein trockener Außengraben, der durch die Höhenlage kein Wasser geführt haben kann. Eine Wallsenke ist im Westen des Riegelwalles zu erkennen, die auf das ehemalige Zugangstor hindeutet. Noch heute gelangt man über diesen Zugang zum Burgareal. Im Vergleich mit den zwei inneren Riegelwällen, erscheint der südliche Abschnittswall eher schmal. Vermutlich hatte die Befestigung nur eine Bauphase und wurde später nicht mehr erneuert. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass der südliche Riegelwall eher eine bronzezeitliche Befestigung darstellt, die ein Areal von ca. 12 ha abriegelte.

2. Mittlerer Riegelwall

Der zweite, mittlere Riegelwall ist etwa 300 m lang und bis zu 4 m hoch erhalten geblieben. Der leicht bogenförmige Abschnittswall besaß ebenfalls einen trockenen Außengraben. Die Befestigung hatte einen ganz ähnlichen Wallverlauf wie der südliche Riegelwall, war aber um etwa 100 m kürzer. Dieser Abschnittswall ist sicher eine frühslawische Befestigung gewesen, die um das Jahr 800 entstand. Eine Wallsenke ist im Westen des Riegelwalles zu erkennen, durch die der heutige Zugangsweg führt. Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, wurde der zweite Riegelwall mindestens ein Mal erneuert. Im Vergleich mit dem ganz äußeren Riegelwall, erscheint der mittlere Abschnittswall deutlich breiter. 

3. Innerer Riegelwall

Der dritte und innere Riegelwall ist heute noch bis zu 200 m lang und besaß ebenfalls einen trockenen Außengraben. Im Vergleich mit den beiden vorgelagerten Riegelwällen war er am stärksten ausgebaut. Dieser Abschnittswall grenzte wohl die eigentliche Hauptburg der frühslawischen Periode ab. Ob dieser Wall auch noch als Vorburgwall des nachfolgenden mittelslawischen Ringwalls diente, ist zu vermuten. Das ehemalige Zugangstor lag wieder im Westen des Abschnittswalles.

4. Ringwall

Ganz am Nordende des Höhenrückens liegen die Überreste eines Ringwalles, der wohl erst aus der finalen Burgphase stammt. Der nach außen noch bis zu 5 m hohe Burgwall erreicht heute einen Außendurchmesser von ca. 100 x 90 m (Gesamtfläche: ca. 0,6 ha). An der Nord- bis Ostseite besaß der Ringwall einen trockenen Außengraben. Zu diesen Seiten umgab die Burg wohl auch eine Vorburgsiedlung. Das moderne Laserscanbild lässt vermuten, dass der Ringwall und die umgebene Vorburgsiedlung auf einem zuvor künstlich erhöhten Podest errichtet wurden. Der innere, dritte Riegelwall fungierte sicher als Schutzwall des kleinen Ringwalles samt seiner Vorburgsiedlung. Nach den keramischen Hinterlassenschaften zu urteilen, war der Ringwall eine mittelslawische Burganlage des späten 9. bis 10. Jahrhunderts. Dass kleine mittelslawische Ringwälle innerhalb von älteren frühslawischen Großburgen errichtet wurden, war keine Seltenheit im slawischen Burgenbau. Interessant ist hier aber sicher die Lagesituation. In der Regel lagen die mittelslawischen Ringwälle in Niederungslagen, z.B. auf Talsandinseln, an Flussläufen oder in Halbinsellage. Der kleine Ringwall innerhalb der felbergzeitlichen Burg von Dargun kann daher eher als mittelslawische Höhenburg bezeichnet werden. Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gab es einige mittelslawische Kleinburgen, die eher als Höhenburgen zu bezeichnen sind. Dazu gehören die Burgwälle von Ganschendorf ("Wendenwall"), Bülow ("Weißer Berg" am Hochufer des Malchiner Sees), Beestland ("Bärenburg"), Hohenbüssow ("Kleiner Ringwall"), Golchen (Kleiner Burgwall im Golchener Forst), Rothenmoor ("Burgwall Sagel"), Rothemühl (Kleiner Ringwall innerhalb der frühslawischen Höhenburg "Schanzberg"), Goldenbow ("Blocksberg"), Pantlitz ("Schlossberg") usw.. All diese Burgen waren sicher die stark befestigten Herrschaftssitze von slawischen Lokalhäuptlingen, die infolge ihrer geringen Macht nur kleine Landstriche beherrschten. Der mittelslawische Ringwall in der Darguner Höhenburg profitierte sicher auch von den älteren Riegelwällen, die bis auf den inneren nicht mehr erneuert wurden. Der Ringwall dürfte im 10. Jahrhundert im Zuge der ostfränkischen Ostexpansion untergegangen sein. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurde im Burgareal des kleinen Ringwalles ein jüdischer Friedhof errichtet. In der nationalsozialistischen Zeit (1933-1945) wurde der Friedhof stark beschädigt, sodass heute nur noch zerbrochene Grabüberreste vorhanden sind.

In einer Urkunde aus dem Jahr 1173 wird eine spätslawische Burg im Lande der "Zirzipanen" erwähnt, die den Namen "Dargan" trug. Bis heute ist unklar, ob damit die viergliedrige Höhenburg "Tiergarten" oder eher eine vermutete, bisher nicht nachgewiesene Niederungsburg auf dem Gelände der Schlossruine in Dargun gemeint ist. Die Höhenburg von Dargun wurde auch schon mit dem Kultort Rethra in Verbindung gebracht. Der dreieckige Burggrundriss auf dem Höhenrücken und die Nähe zum großen Kummerower See verleitete Dietmar Wetzel aus Lünow bei Altkalen zu dieser Annahme. 2013 erschien von ihm sogar ein kleines Heft mit dem Titel: "Riedegost - Das Geheimniss der verlassenen Burg". Darin versucht der Hobbyforscher zu beweisen, dass der Kulttempel der slawischen "Redarier" im kleinen Ringwall im Burgwall "Tiergarten" gestanden hat.

Ein Besuch des viergliedrigen Höhenburgwalls von Dargun "Tiergarten" ist nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen. Im Sommer ist das bewaldete Burgareal mit starker Vegetation bestanden. Erwähnenswert ist noch, dass sich etwa 125 bis 200 m vor dem südlichen Riegelwall drei große bronzezeitliche Hügelgräber befinden. Auch im ganz äußeren Burgareal liegen mehrere Hügelgräber der Bronzezeit, die allerdings nur noch schwach erhalten geblieben sind.


Erhaltungszustand: sehr gut

Lage 

2. "Burgberg"

Der alte Flurname "Burgberg" verweist auf eine frühere Niederungsburg im Bereich des frühdeutschen Klosters und mittelalterlichen Umbaus des Klostergeländes als herzogliches Schloß im Ort Dargun. Dabei kann es sich nur um eine spätslawische Burganlage gehandelt haben. Die Schloß- und Klosteranlage wurde 1945 zerstört. Bei Grabungen in der Klosterkirche im Jahre 1968 wurden spätwendische Keramikscherben gefunden, was auf eine frühere Nutzung als Burganlage schließen läßt. 1173 wurde eine alte Burg "Dargan" erwähnt. Unklar ist, ob damit die frühslawische Höhenburg nordwestlich der Stadt oder aber die vermutete jüngere Burg anstelle der Schlossruine gemeint war. 1984 wurden bei Sanierungsarbeiten im nahen Klostersee wertvolle Funde aus der Slawen- und frühdeutschen Zeit ausgebaggert. Gefunden wurden Tonscherben, Äxte, Messer, Schläfenringe, Lanzenspitzen, Sensen, Kämme, Hufeisen, silberne Schnallen usw.. Der Klostersee wurde erst von Mönchen angelegt. Man vermutet, dass hier eine ausgedehnte Burgwallsiedlung des 11. bis 12. Jahrhunderts bestand, die später geflutet wurde.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Demmin

"Haus Demmin"

Etwa 750 m südlich der Demminer Kirche "Sankt Bartholomaei" (Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die gewaltigen Überreste einer im Ursprung spätslawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Demmin 1) wird heute als Burgwall "Haus Demmin" bezeichnet. Es handelt sich um ein heute dreigeteiltes Burgareal, das einen Außendurchmesser von 290 x 160 m erreicht. Die bis in das Spätmittelalter genutzte Burg bestand am Ende aus einem Turmhügel als Hauptburg, sowie zwei Vorburgarealen. Die ursprünglichen Erbauer der großen Niederungsburg waren sicher Slawen vom Stamm der Zirzipanen, die die Befestigung nach dem erfolgreichen Slawenaufstand von 983 errichteten. Sie wählten für die Holz-Erde-Burg einen strategisch günstig liegenden Platz am Zusammenfluss von Peene und Tollense aus. Damit könnte die Anlage bereits in ihrer Frühphase eine wichtige Grenzbefestigung zwischen den slawischen Stämmen der Zirzipanen und Tollenser dargestellt haben. Die Burg wurde auf einer natürlichen Talsandfläche errichtet, war ovalförmig und erreichte sicher schon eine Ausdehnung von fast 4 ha. Der Innenraum der eingliedrigen Burg war etwa 2,9 ha groß. Im Jahre 1075 wird der Burgort erstmals schriftlich erwähnt. Der Chronist "Adam von Bremen" nennt den Ort "Dymin" und bezeichnete ihn als "bedeutende Stadt" (civitas maxima). Bereits in jener Zeit besaß der spätslawische Burgort einen überregionalen Handelsplatz, der von den beiden Flüssen aus gut zu erreichen war. Im Jahre 1128 pilgerte der Bischof "Otto von Bamberg" im Zuge seiner zweiten Missionsreise zuerst nach Demmin. Er wollte die noch letzten heidnisch verbliebenden Machtzentren im Lutizenland christianisieren. Als er in Demmin ankam, soll er sich vehement geweigert haben, den Burgwall zu betreten. Er sah die Burgstadt als vom Heidentum verseucht an und errichtete sein Lager in einer alten Burgruine, die in der Nähe lag. Diese alte Burgruine war sicher der verlassene frühslawische Burgwall von Demmin-Vorwerk "Alte Schanze", der etwa zwei Kilometer weiter südöstlich lag. Während der Bischof dort mit seinem Begleitzug verweilte, befand sich der pommersche Herzog Wartislaw I. gerade in einem Gefecht mit aufständischen Lutizen. "Otto von Bamberg" hat sich vermutlich auch deswegen nicht in die Befestigung getraut, weil der im Burgwall Demmin residierende Pommernherzog gerade abwesend war und der Missionar einen heidnischen Hinterhalt auf seinen Tross befürchtete. Wartislaw I. konnte die aufständischen Lutizen schließlich bezwingen und kam nach Demmin zurück. Als die Gefangenen und die Kriegsbeute geteilt waren, zog er mit dem Bischof von Demmin aus weiter zum Burgort Usedom (Uznam), um die dort versammelten Lutizenfürsten zu christianisieren. Ob "Otto vom Bamberg" auch in Demmin predigte, ist nicht mehr eindeutig feststellbar. Am 14. Oktober 1140 wurde der Demminer Burgwall erstmals als pommersche Burg urkundlich erwähnt. Während des ersten Wendenkreuzzuges von 1147 wurde der Burgwall von deutsch-dänischen Truppen belagert. Die pommerschen Burginsassen konnten die Belagerung aber abwenden, indem sie auf die bereits im Jahre 1128 stattgefundene Missionierung des Ortes durch "Otto von Bamberg" hinwiesen. 1147/48 wurde der pommersche Herzog Wartislaw I. von aufständischen Slawen bei Stolpe an der Peene erschlagen und dort von seinen Söhnen "Kasimir I. und Bogislaw I. beerdigt. Sie gründeten dort um 1153 eine Abtei zum Andenken an ihren christlichen Vater (heutige Klosterruine Stolpe an der Peene). Ab 1156 residierten "Kasimir I. und Bogislaw I". im väterlichen Burgwall von Demmin. Im Januar/Februar des Jahres 1164 gewährten sie dem aufständischen Obodritenfürsten "Pribislaw" Zuflucht in ihrer Burg. Man schloss ein Bündnis gegen den Sachsenherzog "Heinrich dem Löwen", der seit dem Tod des Obodritenfürsten "Niklot" im Jahre 1160 weite Gebiete im Obodritenland beherrschte. Vermutlich kam es zu diesem Bündnis, da sich auch Kasimir I. und Bogislaw I. von der Ostexpansion des Sachsenherzoges bedroht fühlten. Vom Burgwall Demmin aus startete "Pribislaw" nun immer wieder Angriffe gegen sächsische Militärstützpunkte im Obodritenland. Er konnte sogar die Mecklenburg (Burgwall Dorf Mecklenburg bei Wismar) einnehmen und ließ alle Insassen töten. Auch den Burgwall Ilow belagerte er (18. Februar 1164), sah durch die starke sächsische Burgmannschaft aber von einer aussichtslosen Erstürmung ab. "Pribislaw" zog mit seinem Slawenheer nun weiter zu den Inselburgen von Malchow und Quetzin. Nach Verhandlungen übergab man die Befestigungen an "Pribislaw" und gewährte den Burginsassen freies Geleit bis über die Grenzen des Slawenlandes. Als "Heinrich der Löwe" von der erfolgreichen Aufruhr des "Pribislaw" erfuhr, sammelte er ein großes Heer und zog zur Inselburg Malchow. Als diese wieder eingenommen werden konnte, zogen die Sachsen weiter zum Kummerower See. Am 6. Juli 1164 kam es schließlich zur großen "Schlacht am Kummerower See". Obwohl die Slawen in der Übermacht waren und zunächst das Sachsenlager stürmen konnten, wurden sie dennoch vernichtend geschlagen. Die unterlegenen Slawen zündeten bei ihrem Rückzug den nahen Burgwall von Demmin an und flohen in die pommerschen Gebiete. "Heinrich der Löwe" ließ den verbrannten Burgwall von Demmin anschließend schleifen und verfolgte die Aufständischen bis weit in die pommerschen Gebiete. Kasimir I. und Bogislaw I. unterwarfen sich anschließend und begannen bald darauf, den zerstörten Burgwall von Demmin wieder aufzubauen. Der im pommerschen Exil befindliche "Pribislaw" wollte sich "Heinrich dem Löwen" nicht unterwerfen und begann seit dem Winter 1164/65 erneut mit Angriffen gegen sächsische Militärstützpunkte (Schwerin und Ratzeburg). "Pribislaw" war dabei zunächst erfolgreich und konnte viel Beute machen. Die sächsischen Vasallen "Gunzelin" und "Bernhard" konnten den aufständischen "Pribislaw" aber schließlich stoppen und fügten ihm schwere Verluste zu. Die Pommernherzöge "Kasimir I. und Bogislaw I. ermahnten "Pribislaw", er solle von derartigen Angriffen ablassen, um einen erneuten Feldzug "Heinrich des Löwen" gegen Pommern nicht zu provozieren. Der Obodritenfürst "Pribislaw" stellte seine aussichtslosen Kämpfe gegen den Sachsenherzog endgültig ein und unterwarf sich der Übermacht. Im Jahre 1167 begnadigte "Heinrich der Löwe" den Slawenfürsten "Pribislaw" und gab ihm große Teile des Obodritenlandes zurück. "Pribislaw" war nun ein treuer Vasall des Sachsenherzoges und führte den Titel "Herr zu Mecklenburg". Er ließ auch den Burgwall Kessin (Burgwall Fresendorf bei Rostock?) wieder aufbauen und nannte sich ab 1171 "Pribislaw von Kessin". Am 30. Dezember 1178 erlitt "Pribislaw" eine tödliche Wunde während eines Reitertuniers in Lüneburg. Von 1178 bis 1180 starteten die Pommernherzöge Kasimir I. und Bogislaw I. von Demmin aus mehrere Feldzüge in die Lausitz in die Gegend des Burgortes "Jüterbog". Sie konnten große Gebiete verwüsten und kehrten mit reicher Beute heim. Im Herbst 1180 kam es zu einem Vergeltungsanschlag auf die Burg Demmin, der vom brandenburgischen Markgrafen Otto I. angeführt wurde. Bei den Belagerungskämpfen soll der Pommernherzog Kasimir I. ums Leben gekommen sein. Die Burg Demmin konnte allerdings nicht eingenommen werden und das brandenburgische Heer zog wieder ab. Fortan regierte der Pommernherzog Bogislaw I. allein die pommerschen Gebiete und wurde nach dem politischen Sturz "Heinrich des Löwen" ein deutscher Reichsfürst. Bogislaw I. verstarb schließlich im Jahre 1187. Ab 1211 kam der Demminer Burgwall unter dänische Lehnsabhängigkeit. Ab 1227 gehörte die Burg zu Brandenburg. Um 1236 entstand die heutige Stadt Demmin. Bald nach 1200 wurde der ehemals eingliedrige Niederungsburgwall der Slawenzeit zu einer frühdeutschen Burg umgestaltet. Im südwestlichen Burgareal wurde ein Turmhügel errichtet, der mit einem breiten Graben abgetrennt wurde. Auf diesem Hügel stand bis in das 17. Jahrhundert ein aufrechter Burgturm aus Feld- und Ziegelsteinen. Im Zuge dieses frühdeutschen Umbaus hat man das slawenzeitliche Burgareal zusätzlich zweigeteilt. Die nun spätmittelalterliche Burg bestand also aus einem Turmhügel und zwei Vorburgarealen. Auf dem Südwall der einst slawenzeitlichen Burg ist noch ein Reststück einer bis zu einem Meter hohen Feldsteinmauer erhalten geblieben. Im südlichen Burgareal wurde 1840 ein schlossartiges Gutshaus errichtet, dass sogenannte "Haus Demmin". Von 1948 bis 1986 diente das in die Jahre gekommene Gebäude als Schule und Internat. 1998 wurde das bis dahin nicht mehr genutzte Haus vermutlich durch Brandstiftung endgültig zerstört. Die Ruinen des Gebäudes sind bis heute erhalten geblieben. Wer den Burgwall heute besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Die Wallanlagen sind etwa 3 bis 5 m hoch erhalten geblieben.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage       

Demmin-Vorwerk

  

„Alte Schanze“

Etwa 1,3 Kilometer östlich von Vorwerk bei Demmin liegen die Überreste einer ehemals zweigliedrigen slawischen Burganlage. Das Bodendenkmal trägt seit langer Zeit die Flurbezeichnung „Alte Schanze“. Es handelte sich um eine gut 3 ha große Burg, die auf einem Horst am Südrand der sumpfartigen Tollenseniederung angelegt wurde. Das etwa 220 x 160 m große Burgareal wurde mit einem u- bzw. hufeisenförmigen Holz-Erde-Wall umschlossen. Ob auch die Nordseite zur Tollenseniederung mit einem Wall befestigt war, muss die moderne Archäologie klären. Das Laserscanbild lässt erkennen, dass innerhalb der Befestigung ein weiterer rundlich bis viereckiger Burgwall von etwa 120 m Durchmesser lag. Durch die lange landwirtschaftliche Nutzung des Areals ist dieser integrierte Burgwall völlig abgetragen worden. Ob die Slawen die Burgsiedlung gleich zu Beginn als zweigliedrige Fortifikation erbaut haben oder der innere Burgwall ein späterer Einbau ist, kann nicht abschließend geklärt werden. Sicher ist jedoch, dass die „Alte Schanze“ eine frühslawische Burganlage war und dem späten 8. bis 9./10. Jahrhundert angehört. Der DDR-Archäologe Joachim Herrmann vermutete, dass die „Alte Schanze“ von Demmin-Vorwerk die Burg des Wilzenfürsten „Dragovit“ war, die im Jahre 789 von Karl dem Großen belagert wurde. Der Frankenkönig überschritt in jenem Jahr die Elbe und zog mit einem starken Heer gegen die immer wieder aufständischen Wilzen. Er zerstörte bei diesem Unternehmen einige ihrer Burgwälle und konnte den Wilzenfürsten schließlich in einer Burg stellen. Es kam zu einer wochenlangen Belagerung, in deren Verlauf sich der Slawenfürst mit seinen Untertanen geschlagen geben musste. Die Unterworfenen stellten Geiseln und mussten dem Frankenkönig fortan jährliche Tribute leisten. Ob der Burgwall Vorwerk „Alte Schanze“ aber wirklich die schriftlich überlieferte „Civitas Dragoviti“ war, wird wohl für immer unbeantwortet bleiben müssen. Im Jahre 1128 pilgerte der Bischof Otto von Bamberg im Zuge seiner zweiten Missionsreise auch nach Demmin. Er wollte die noch heidnisch verbliebenen Gebiete im Lutizenland missionieren und kam zur spätslawischen Burg Demmin (Burgwall Demmin „Haus Demmin“, am Zusammenfluss von Tollense und Peene). Otto von Bamberg, der nach der Überlieferung von einem Tross aus 50 Lastkarren begleitet wurde, weigerte sich vehement, in der Burg Demmin zu übernachten. Er sah die Burg als vom Heidentum verseucht an und errichtete sein Zeltlager in einer „alten Burg“, die in der Nähe lag. Diese „alte Burg“ könnte der Burgwall „Alte Schanze“ gewesen sein, der auch wenige spätslawische Keramikscherben erbrachte. Vielleicht wurde das brach liegende Areal des frühslawischen Burgwalls auch im 12. Jahrhundert noch als kleines offenes Slawendorf genutzt? Der Bischof reiste mit seiner Gefolgschaft nach einem nur zweitägigem Aufenthalt schließlich weiter nach Usedom. Wer die noch 3 m hohen und mit Bäumen bestandenen Wallreste der „Alte Schanze“ besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Das Bodendenkmal liegt auf einem bis heute landwirtschaftlich genutzten Acker und ist in den Sommermonaten daher nur schwer zu erkunden.

Erhaltungszustand: gut

Lage

Demmin-Vorwerk (Vermutung)

Lage der auffälligen Bodenverfärburg im Luftbild von 1953

"Kleiner Borgwall" 

400 m südlich der "Alten Schanze" verweist der Flurname "Kleiner Borgwall" seit 1697 auf eine Burganlage. Auch 1772 schreibt der Demminer Stadtchronist Stolle von dem Burgwall, beschreibt ihn aber als kaum noch kenntlich. Heute ist im Gelände oberirdisch kein Anzeichen mehr vorhanden. Klärende und datierende Grabungen oder Keramikfunde fehlen noch. Im Luftbild bei Google Maps war im Jahr 2015 eindeutig eine auffällig ovale Verfärbung von etwa 80 bis 90 m Durchmesser auf dem Feld erkennbar! Auch auf einer älteren Luftaufnahme aus dem Jahr 1953 ist die Stelle gut erkennbar. Meiner Meinung nach kann hier kein Burgwall gelegen haben, denn es fehlt eine natürliche Schutzlage. Der vermutete "Borgwall" hätte damals mitten auf dem trockenen Feld gestanden. Die Verfärbung kommt vermutlich durch ein altes verfülltes Toteisloch (Soll) zustande.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage    

zurück


Döbbersen

Der flache Burgwall befindet sich im Ort Döbbersen unter der heutigen Kirche. Die Anfahrt erfolgt über die L05 von Wittenburg in Richtung Lützow, am Abzweig Döbbersen links über die K9 zum Ort und dann zur Dorfkirche. Der slawische Burgwall liegt am Rande eines natürlichen Geländerückens, an der sumpfigen Mündung der Schilde in den Woezer See. Der Burgwall wurde für den romanischen Kirchenbau modern planiert, ist aber noch heute gut erkennbar. Im Mittelalter kam es sehr oft vor, dass man die neuen Kirchen auf alten heidnischen Burgwällen errichtete. Zum einen wollte man den vorher heidnischen Ort nun christianisieren und zum anderen waren die Slawen diesen Ort gewohnt, daher behielten die Deutschen den Ort bei.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                  

zurück


Dobbin

"Burgberg"

Etwa zwei Kilometer westlich von Dobbin (Gemeinde: Dobbin-Linstow, Landkreis: Rostock) ragt eine bis zu 300 m lange Halbinsel in den Krakower See hinein. Ganz am Nordwestende dieser Halbinsel liegt eine länglich-ovale Erhöhung mit Flurnamen "Burgberg". Es handelte sich vermutlich um eine etwa 80 m große Burg, die auf einer gut 220 m langen slawenzeitlichen Halbinsel lag. Die Halbinsel könnte auch mit einem weiteren Vorburgwall abgetrennt gewesen sein, den man noch schwach im modernen Laserscanbild erkennen kann. Das östliche Areal der Halbinsel trägt bis heute den Flurnamen "Dorfstätte". Da bis heute noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben, ist die zeitliche Einordnung der Burgsiedlung noch schwierig. Südsüdwestlich der Halbinsel liegen zwei kleinere Inseln mit Flurnamen "Lindenwerder" (Fundplatz: Dobbin 12) und "Lockwerder" (Fundplatz: Dobbin 13). Diese Inseln erbrachten Oberflächenfunde der spätslawischen Zeit (11./12. Jahrhundert). Vielleicht stammt auch die Burg auf der Halbinsel aus jener Zeitepoche?

Lage   

zurück


Dolgen am See (Vermutung)

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018 (Norden oben)

Etwa einen Kilometer südwestlich von Dolgen befindet sich eine bewaldete Halbinsel am östlichen Ufer des „Dolgener Sees“. Diese Halbinsel war noch bis in die 1950 er Jahre unbewaldet und wurde damals landwirtschaftlich genutzt. Der alte Flurname „de Wall“ lässt darauf schließen, dass hier einst der Standort einer früher noch erkennbaren Burg lag. Eindeutige Umwallungen sind heute nicht mehr vorhanden. Dafür aber lässt das moderne Laserscanbild erkennen, dass auf dem Eiland einst ein kleiner Burgwall von gut 60 bis 70 m Durchmesser gelegen haben könnte! Auch auf einem Luftbild von 1953 ist eine kreisrunde Verfärbung im Südwestbereich der Halbinsel sichtbar. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um die stark verschliffenen Überreste einer kleinen Ringwallburg. Die Halbinsel war in slawischer Zeit noch eine eigenständige Insel von gut 200 m Länge und etwa 70 bis 100 m Breite. Bisher sind nur Oberflächenfunde vom Bodendenkmal bekannt geworden. Es handelt sich dabei um Keramikreste der mittel- bis spätslawischen Zeit (Typ: Menkendorf, Fresendorf, Bobzin, Vipperow). 1896 wurden am Nordrand der ehemaligen Insel Holzreste einer ehemaligen Uferbefestigung beobachtet. Auch schräg in den Seegrund gerammte Holzpfähle wurden gefunden. Zu den weiteren Hinterlassenschaften zählten ein doppelkonischer Spinnwirtel, eine Glasperle, Tierknochen, sowie ein versteinerter Seeigel. Vermutlich lag auf der ehemaligen Insel eine mit einem kleinen Ringwall befestigte Inselsiedlung aus dem 10. bis frühen 11. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte ist der Wasserspiegel des Sees abgesunken, sodass die Insel heute mit dem Festland sumpfartig verbunden ist.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                  

zurück


Dömitz  

Westlich von der Elbestadt Dömitz befand sich in der Slawenzeit ebenfalls eine slawische Wallburg. Für das Jahr 1235 ist ihr Vorhandensein schriftlich überliefert. Sie lag ehemals auf einer Elbeinsel und war ringförmig. Zu vermuten ist sie an der heutigen Stelle der Festung Dömitz.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                  

zurück


Dorf Mecklenburg

  

"Schlossberg"

Am südlichen Ortsrand von Dorf Mecklenburg (Landkreis: Nordwestmecklenburg) liegen die gut erhaltenen Überreste der wohl bedeutendsten slawischen Burganlage in Mecklenburg-Vorpommern. Das bewaldete Bodendenkmal (Fundplatz: Dorf Mecklenburg 1) wird auch als "Schlossberg" bezeichnet. Es handelt sich um einen längsovalen bis birnenförmigen Burgwall, der heute etwa 200 (N-S) x 125 (W-O) m groß ist. Die stellenweise noch bis zu 12 m hohe Befestigung nimmt eine Fläche von etwa 22.500 m² (2,3 ha) ein und wird seit 1870 als Friedhof genutzt. Zu ersten archäologischen Untersuchungen kam es von 1839 bis 1841 unter dem mecklenburgischen Altertumsforscher Friedrich Lisch. Weitere Grabungen erfolgten von 1967 bis 1971. Der Burgwall von Dorf Mecklenburg geht vermutlich schon auf die frühslawische Zeit des 9. Jahrhunderts zurück und war in jener Zeit eine große "feldbergzeitliche" Niederungsburg. Die slawischen Erbauer errichteten die erste Holz-Erde-Befestigung am Südende eines halbinselartigen Geländevorsprunges, der in eine damals sumpfige oder seeartige Niederung ragte. Im Norden wurde ein breiter Graben angelegt, der dass Burgareal vom Festland künstlich abtrennte. Nach mehrmaligen Ausbauphasen scheint sich die Burg im 10. Jahrhundert zu eine der Hauptburgen der slawischen Obodriten entwickelt zu haben. Eine ausgedehnte Vorburgsiedlung befand sich gleich nördlich der Befestigung. Ob die Burganlage identisch mit der vom jüdisch-arabischen Händler "Ibrahim Ibn Jacub" erwähnten Befestigung des Obodritenherrschers Nakon aus dem Jahre 965 war, muss unbeantwortet bleiben. Der Handelsreisende besuchte damals das nördliche Slawenland und beschrieb "Nakons Burg" als eine Holz-Erde-Burg, die in einem Süßwassersee lag. Ob damit aber der Burgwall von Dorf Mecklenburg oder eher die Inselburg von Schwerin (heutige Schweriner Schlossinsel) gemeint war, ist bis heute stark umstritten. Am 10. September des Jahres 995 wurde die Burg von Dorf Mecklenburg als "Michelenburg" erstmals urkundlich erwähnt. Der slawische Name lautete "Weligrad", was etwa mit "Die große Burg" übersetzt werden kann. Aus dem Wort "Michelenburg" entwickelte sich der heutige Name "Mecklenburg". Laut der urkundlichen Ersterwähnung stand die Burg von Dorf Mecklenburg am Ende des 10. Jahrhunderts offenbar unter der Hoheit des deutschen Königs Otto III.. In jener Zeit residierten hier die mecklenburgischen Bischöfe Reimbert und anschließend sein Nachfolger Bernhard. Auch eine kleine christliche Kirche ist innerhalb der Befestigung für diese Zeit urkundlich belegt. Im Jahre 1066 kam es zum sogenannten zweiten "Slawenaufstand". Der bereits christliche Obodritenherrscher Gottschalk wurde von aufständischen Slawen im Burgwall Lenzen "Schlossberg" an der Elbe (Brandenburg) erschlagen. Der heidnische Wagrierfürst "Kruto" übernahm nun das christlich geprägte Obodritenland und ließ alle Kirchen zerstören. In jener Zeit dürfte die "Mecklenburg" wieder unter heidnische Einflüsse gekommen sein. Mit hoher Wahrscheinlichkeit nahm Kruto auch diese Burg ein und machte sie zu einem seiner Sitze. Im Jahre 1093 wurde der greise Kruto von "Heinrich von Alt-Lübeck" (Gottschalks vertriebenen Sohn) in einen Hinterhalt gelockt und bei einem Gastmahl ermordet. Heinrich erlangte daraufhin die Macht über das Obodritenland und ließ alle heidnischen Anhänger Krutos verfolgen. Er ließ auch die "Mecklenburg" besetzen und der Ort kam wieder unter christliche Einflüsse. 1127 verstarb Heinrich, andere Quellen sagen, er sei von Aufständischen ermordet worden. Nach dieser Zeit scheint die "Mecklenburg" wieder unter heidnische Einflüsse gekommen zu sein, denn der ab 1131 regierende Obodritenfürst "Niklot" widersetzte sich zeitlebens den sächsisch/deutschen Christianisierungsversuchen. Im Sommer des Jahres 1160 führte der Sachsenherzog "Heinrich der Löwe" einen Straffeldzug gegen den wiederholt aufständischen Obodritenherrscher Niklot durch. Durch die Übermacht bedroht, ließ Niklot viele seiner Herrschaftssitze anzünden (Burgwälle von Ilow, Schwerin, Flessenow und Dorf Mecklenburg). Nur die Burg Werle an der Warnow ließ er für sich übrig und verschanzte sich hier mit seinen beiden Söhnen „Pribislaw“ und „Wertislaw“. Als das Sachsenheer an der zerstörten Burg Mecklenburg (Burgwall Dorf Mecklenburg) lagerte, zogen die Söhne des Obodritenherrschers mit auserlesenen Kämpfern zur etwa 40 Kilometer entfernt liegenden Mecklenburg aus, um Schaden im Sachsenheer anzurichten. Das Brüderpaar wurde dabei aufgerieben und kehrte mit hohen Verlusten zur Burg Werle zurück. Der Obodritenfürst Niklot war erbost über die schwere Niederlage seiner Söhne und wollte nun selbst einen Hinterhalt durchführen. Niklot wurde bei diesem Unternehmen von als Knechten getarnten sächsischen Kriegern gestellt und kam zu Tode. Als die Söhne vom Tod des Vaters hörten, zündeten sie auch die Burg Werle an und flüchteten in die nahen Wälder. Der Sachsenherzog "Heinrich der Löwe" unterwarf nun das ganze Obodritenland mit „Feuer und Schwert“ und setzte auf den ehemals obodritischen Hauptburgen von Malchow, Quetzin, Schwerin, Dorf Mecklenburg und Ilow sächsische Ritter mit Besatzungstruppen ein. Im Februar des Jahres 1164 brach der Slawenfürst „Pribislaw“ das Friedensversprechen mit den Sachsen und wollte die ehemaligen Burgwälle seines Vaters „Niklot“ zurückerobern. Er belagerte zuerst den Burgwall Dorf Mecklenburg und versuchte mit Verhandlungen die friedliche Übergabe. Als dies nicht gelang, eroberte er gewaltsam die Befestigung und ließ alle Männer in der Burg töten. Frauen und Kinder wurden in Gefangenschaft geführt. Anschließend legten die Eroberer ein Feuer und ließen die "Mecklenburg" abbrennen. Als "Heinrich der Löwe" davon erfuhr, unternahm er mit Hilfe der Dänen einen "zweiten Wendenkreuzzug" gegen die aufständischen Slawen. "Pribislaw" unterlag schließlich in der "Schlacht am Kummerower See" und unterwarf sich wenig später endgültig dem Sachsenherzog. Die "Mecklenburg" wurde erneut aufgebaut und diente bis 1256 als Verwaltungsmittelpunkt. Dann ließ "Johann I. von Mecklenburg" die Burg abreißen. Dass dabei gewonnene Material verwendete man für den Bau eines Schlosses im nahen Wismar. 1277 wurde die Mecklenburg ein letztes Mal neu aufgebaut und diente den Herrschern von Mecklenburg und Werle als Rückzugsort. Im Jahre 1322 wurde die Burg erneut zerstört, diesmal endgültig. Die steinernen Trümmer wurden abgetragen und aus der ehemaligen Vorburgsiedlung entwickelte sich der heutige Ort "Dorf Mecklenburg". Die dortigen Bauern nutzten das Burgareal sogar für die Landwirtschaft. 1854 wurde der alte "Schlossberg" zum Denkmal erklärt und ab 1856 mit Bäumen aufgeforstet.

Erhaltungszustand: gut

Lage               

zurück


Dummerstorf (Vermutung)

Beim Ablassen eines kleines Sees in einem ehemaligen eiszeitlichen Zungenbecken bei Dummerstorf (Landkreis Rostock) stiess man im Jahre 1875 auf die Überreste von Holzbauten, die damals als ehemalige Slawenburg angesprochen wurden. Der sichtbare flache Burghügel (Fundplatz: Dummerstorf 1) hat eine heutige Ausdehnung von etwa 90 x 75 m und ist ellipsenförmig. In der Slawenzeit lag diese Burg auf einer Insel und war nur über einen Damm samt Holzbrücke zu erreichen. Die Erbauer gehörten zum Stamm der Kessiner. Wie Untersuchungen von 1987 bis 1992 zeigten, wurde die Burg um 1005 errichtet. Untersuchungen an der Holzbrücke ergaben, dass die Brücke  etwa 90 m lang und 4,5 m breit war und zum " Potremser Wall" führte. Standpfosten der Brücke wurden auf das Jahr um 1080 datiert. Der Burgwall bestand aus doppelt gesprundenen Blockkästen und einer Berme aus horizontalen Balkenlagen. Das Burggelände wurde anscheinend im 12. Jahrhundert erneut genutzt. Zu den Funden zählten: Keramik (Feldberg, Menkendorf, Woldegk, Teterow, Vipperow), Spinnwirtel aus Ton und Sandstein, eine Knochenflöte, Pfrieme, Nadeln, Sporen, Messer, Sicheln, Äxte, Schlüssel und ein Pferdeschädel, der als Bauopfer gedeutet wurde. Der Platz wird heute als befestigte Inselsiedlung oder Inselburg angesprochen.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Dutzow

Südlich von Dutzow an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein befindet sich eine größere Halbinsel im Dutzower See. Wie man bei Grabungen herausfand, lag hier in der slawischen und auch frühdeutschen Zeit eine Siedlung. Da sie aus strategischen Gründen auf dieser Halbinsel errichtet wurde, könnte es sich um eine Befestigung in Form einer Burg gehandelt haben. Auf der anderen Seite des See befindet sich eine weitere Slawenburg bei Kittlitz, die nur 600 m entfernt ist. Vielleicht befand sich hier schon damals eine Landesgrenze, die duch den See verlief.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

zurück


Eggesin

Rekonstruktionszeichnung der frühdeutschen Burg auf dem slawischen Burgwall von Otto Bruchwitz, 1936 und Lage der slawenzeitlichen Burg nach R. Krüger 2017

Die auch als "Hasenburg" oder "Schlossberg" bezeichnete Burgstelle befindet sich etwa 1,1 km westlich des Bahnhofes Eggesin im weiten Niederungsgebiet der Uecker. Als großer, bis 0,5 m hoher, flacher Hügel erhebt sich der ältere, slawische Burgwall aus der Niederung. Er trug in seinem Zentrum die spätere mittelalterliche Burg Neu Torgelow. Nur wenige Reste sind erhalten. Die deutsche Burgstelle ist 22 m x 20 m groß und 1,5 m hoch. Nach Nordwesten fällt die Anlage ab. Hier weist sie eine beträchtliche Störung auf. Eine Terrasse in der Mitte deutet eine Trennung der Burg in zwei Teile an. Die zur Burgstelle gehörenden Böschungen sind maximal 6 m lang. Ein Graben oder Grabenrest ist nicht vorhanden. Im Jahre 1447 wird "Nyen Torgelow" erwähnt. 1464 erfolgt die Zerstörung der Burg. Die ursprünglich slawische Burg lag zwischen zwei alten Uckerarmen und war damit eine Art Inselburg von etwas über 100 m Durchmesser.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

zurück


Eickhof (Vermutung)

 

Die vermutete slawische Burganlage befindet sich im Ort Eickhof (Gemeinde: Warnow, Landkreis Rostock). Die Burg aus der Zeit des 10. bis 12. Jahrhunderts liegt im Zentrum des Ortes an der alten Wassermühle. Die nach urkundlichen Erwähnungen bereits in der Slawenzeit errichtete Burganlage lag zwischen zwei Armen der Warnow und wurde in späterer Zeit weiter genutzt und ausgebaut. Wahrscheinlich diente sie auch als Sitz des Bischofs zu Schwerin. Die heute bewaldete Burgfläche hat einen Durchmesser von etwa 50 m. Vor Ort ist eine informative Beschilderung vorhanden.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

zurück


Fahrenholz

Etwa 1,5 Kilometer nordwestlich von Fahrenholz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegen die teilweise abgetragenen Überreste einer größeren Slawenburg (Fundplatz: Fahrenholz 1). Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, handelte es sich um eine etwa 140 x 125 m große kreisovale Burganlage, von der nur noch die bewaldeten Teile des Nord- und Südwalles erhalten sind. Die Burg grenzte im Norden an ein etwa 15 bis 20 m tief abfallendes Bachtal. Wir haben es hier vermutlich mit einer klassischen „Feldberger Höhenburg“ zu tun, die man grob in die Zeit zwischen 800 und 900 datieren kann. Interessanterweise war auch die Nordseite zur stark abfallenden Geländerinne mit einem Wall befestigt. Der mit einem breiten Außengraben befestigte Burgwall erstreckte sich über eine Gesamtfläche von etwa 13.000 m². Durch die neuzeitliche Ackerbewirtschaftung des Burgareals wurde der West- und Ostwall komplett eingeebnet.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

zurück


Fahrenwalde

1. Burgwall "Niederungsburg"

Etwa 2,2 Kilometer nordöstlich von Fahrenwalde (Landkreis: Vorpommern-Greifswald) liegen die verschliffenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Caselow-Forst 35) ist im alten Luftbild von 1953 noch sehr deutlich als rundovale Befestigung von bis zu 90 m Durchmesser erkennbar. Im Ursprung dürfte es sich um eine etwa 60 bis 70 m große Ringwallburg gehandelt haben, die in der Neuzeit beackert und dadurch stark breitgepflügt wurde. Der Innenraum der Burg war eher klein, was auf eine mittelslawische Niederungsburg des späten 9. bis 10. Jahrhunderts hindeutet. Die slawischen Erbauer vom Stamm der "Ukranen" errichteten die Niederungsburg auf einer natürlichen Talsandinsel, die heute vom "Modesbach" umgeben ist. Der Burgwall war sicher der stark befestigte Sitz eines lokalen Ukranenhäuptlings, der die nähere Umgebung politisch und militärisch überwachte. Da die Burganlage trotz der neuzeitlichen Beackerung noch deutlich im Gelände erkennbar ist, war sie vermutlich einige Jahrzehnte in Nutzung und wurde im Laufe der Zeit mehrmals ausgebaut. Im Endstadium erreichte der Ringwall sicher eine Höhe von mindestens 6 m und war ca. 15 m breit. Meiner Meinung nach hatte die mittelslawische Burg von Fahrenwalde ein ähnliches Aussehen wie der noch sehr gut erhaltene mittelslawische Burgwall von Wollschow (Brandenburg), der knapp 11 Kilometer weiter südöstlich an der westlichen "Randowniederung" lag.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                

2. Burgwall "Krappenburg"


Etwa 2,1 Kilometer nordöstlich von Fahrenwalde (Gemeinde: Fahrenwalde, Landkreis: Vorpommern-Greifswald) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer vermutlich zweigliedrigen Höhenburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Fahrenwalde 1) liegt im Caselower Forst und trägt den Flurnamen "Krappenburg". Es handelt sich um einen etwa 100 x 60 m großen viereck- bis ovalförmigen Ringwall, der nach außen noch 9 bis 11 m hoch ist. Der Ringwall erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von etwa 0,6 ha. Der Innenraum ist eher klein und nimmt eine Fläche von ca. 0,35 ha ein. Das ehemalige Zugangstor lag im Südwesten und ist dort noch durch einen markanten Walleinschnitt zu erkennen. Unmittelbar westlich der "Krappenburg" lag eine befestigte Vorburgsiedlung, die erst durch das moderne Laserscanbild bekannt wurde. Das Areal der Vorburg ist leicht viereckförmig und etwa 200 x 80 m groß (1,5 ha). Die Vorburgsiedlung besaß an der Nordwestseite einen leicht bogenförmigen Abschnittswall. Etwa in der Mitte dieses Abschnittswalles ist eine leichte Wallsenke zu erkennen, die vermutlich auf das ehemalige Zugangstor hindeutet. Die zweigliedrige Höhenburg hatte demnach eine maximale Ausdehnung von bis zu 350 m (W-O). Wer die ursprünglichen Erbauer dieser ausgedehnten Höhenburg waren, ist bis heute unsicher. Vom gesamten Burgareal liegen bisher jungbronzezeitliche und mittelslawische Keramikscherben (Typ Menkendorf) vor. Es könnte sich also im Ursprung um eine vorgeschichtliche Höhenburg der jüngeren Bronze- oder Früheisenzeit gehandelt haben, die im Verlauf des 9. Jahrhunderts von den Slawen mit einer neu angelegten Hauptburg (heutige Krappenburg) erweitert wurde. Eine endgültige Datierung kann erst die moderne Archäologie liefern. Zu den weiteren Oberflächenfunden der "Krappenburg" gehörten: Knochenfragmente, Hüttenlehm, eine kleine bronzezeitliche Henkeltasse von 10 cm Durchmesser, eine eiserne Riemenzunge mit stilisiertem Tierkopfende, eine 4 cm lange Knochennadel, ein Griffangelmesser von 12 cm Länge, ein Messer von 10 cm Länge, ein durchlochter Wetzstein von 11 cm Länge sowie ein doppelkonischer Spinnwirtel aus Ton mit 3 cm Durchmesser. Ein Besuch des noch sehenswerten Bodendenkmals ist wie immer nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen!

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

zurück


Feldberg

"Schlossberg"


Etwa 2,4 Kilometer nordnordöstlich der Feldberger Stadtkirche (Gemeinde: Feldberger Seenlandschaft, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die Überreste einer slawischen Höhenburg. Das bewaldete Bodendenkmal (Fundplatz: Feldberg 8) ist zweigliedrig und trägt den alten Flurnamen "Schlossberg". Es handelt sich um eine ovalförmige Hauptburg von 115 x 50 m Durchmesser, die im Norden und Westen von einem etwa 280 m langen Vorburgwall bogenartig umschlossen wurde. Das etwa 0,5 ha große Hauptburgareal liegt bis zu 10 m höher als das Vorburgareal. An der Ostseite zum "Breiten Luzin" hin besaß die gut 2,1 ha große Höhenburg keine Wallbefestigungen, da dass Gelände hier um bis zu 36 m steil abfiel. Die slawischen Erbauer errichteten die Fortifikation also auf einem bis zu 36 m hohen Kap, das nach Osten hin dreieckig in den "Breiten Luzin" ragte. Im Jahre 1890 kam es zu ersten Sondagen auf dem Burgareal durch den Berliner Wasserbauingenieur G .Oesten. Er untersuchte in jener Zeit viele slawische Burgstätten und war auf der Suche nach dem slawischen Kultort Rethra. Er konnte etwa 100 Keramikscherben und auch zwei Knochenkämme bergen. Größere archäologische Untersuchungen fanden in den Jahren 1922 und 1967 statt. Die bei den Ausgrabungen hier erstmals vorgefundene slawische Keramik wird bis heute als "Feldberger Typ" bezeichnet. Die Qualität dieser vom 8. bis frühen 10. Jahrhundert weit verbreiteten Tonwaren war sehr hoch und wurde vermutlich schon von spezialisierten Handwerkern produziert. Heute werden alle frühslawischen Burganlagen des 8./9. Jahrhunderts nach dem ersten Ausgrabungsort allgemein als "Feldberger Burgen" bezeichnet. Bei den Untersuchungen des Jahres 1922 konnte der Archäologe Carl Schuchhardt eine mit aufgestapelten Feldsteinen verblendete Außenfront am Vorburgwall nachweisen. Diese Steinfront sollte den Vorburgwall vermutlich vor Rammwerkzeugen oder Brandpfeilen schützen. Vor dem gut 3,4 m breiten Vorburgwall lag zudem ein 5 m breiter Außengraben, der durch die Höhenlage kein Wasser geführt haben kann. Ob auch das höher liegende Hauptburgareal an der steil geböschten Außenseite eine Steinberme aus Findlingen besaß, wurde vermutet, konnte aber nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Das Hauptburgareal besitzt an den Randbereichen nur noch eine sehr schwache Wallschwellung. Vermutlich wurde das von Natur aus höher liegende Hauptburgplateau am Westrand mit einem schwächeren Holz-Erde-Wall befestigt. Interessant ist, dass ein etwa 100 m langer und bis zu 30 m breiter Teich in das Vorburgareal ragte. Der Vorburgwall setzt an diesem Gewässer aus. Die Slawen scheinen das Ostende dieses Gewässers ganz bewusst in die Vorburgfläche integriert zu haben. Vermutlich diente es zur Wasserversorgung der Burgbewohner. Die Ausgrabungen von 1967 ergaben, dass in der Vor- und Hauptburg terrassenartige Häuserreihen existierten. Die meist unterkellerten Häuser hatten eine Breite von 4 bis 6 m und eine Länge von 7 bis 13 m. Der Höhenburgwall von Feldberg soll nach Deutung der Archäologen bis zu 1200 Menschen Platz geboten haben. Im Kriegsfall wurde vermutlich auch das wertvolle Vieh aus umliegenden Siedlungen in die befestigte Vorburg geführt. Auf dem Hauptburgareal saß sicher ein Lokalherr, der von seinem Machtsitz aus die nähere Umgebung politisch und militärisch verwaltete. Vermutlich gab es in der Burgsiedlung auch einen heidnischen Kulttempel, der gleich südöstlich und unterhalb der Hauptburg auf einem schmalen Geländesporn lag. Zu den Kleinfunden der Grabungen zählten Reste von Knochenkämmen, Spinnwirtel, Tierknochen und Scherben des "Feldberger Typs". Der "Schlossberg" von Feldberg ist vermutlich um 800 errichtet worden und war danach einige Jahrzehnte in Nutzung. Der endgültige Untergang hat vermutlich noch vor dem Jahre 900 stattgefunden. Carl Schuchhardt, der Ausgräber des Jahres 1922, vermutete, dass der Feldberger "Schlossberg" mit dem redarischen Kultort "Rethra" aus dem späten 10. bis 11. Jahrhundert identisch sein muss. Die Ausgrabungen von 1967 konnten diese Deutung aber widerlegen, da die Höhenburg bereits bis zum Jahre 900 aufgegeben wurde. Wer die Überreste der Höhenburg heute besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Der bogenförmige Vorburgwall ist heute sehr flach und nur noch schwach im Gelände erkennbar. Besser erhalten geblieben ist das plateauartige Hauptburgareal, das allerdings an den Randbereichen völlig walllos erscheint. Im modernen Laserscanbild ist die zweigliedrige Burganlage aber noch sehr deutlich zu erkennen. 
 

Erhaltungszustand: mittel

 

Lage                  

 

2. "Höhenburg bei Hullerbusch" (Vermutung)

Aussehen der Burg, nach R. Krüger 2018

Etwa vier Kilometer südlich vom frühslawischen Burgwall Feldberg „Schlossberg“ befindet sich eine weitere Höhenburg, deren Zeitstellung bislang noch unbekannt ist (Fundplatz: Feldberg 37). Im modernen Laserscanbild sind noch schwache Wallzüge einer etwa 120 m großen Anlage zu erkennen. Auf der TK-10 Landkarte ist der u-förmige Burgwall verzeichnet, sodass vor Ort noch Erdwälle erkennbar sein müssen. Die Befestigung wurde am erhöhten Hochufer einer langen Landzunge angelegt. Diese Landzunge war auf der einen Seite vom „Schmalen Luzin“ und auf der anderen Seite vom „Zansen“ umgeben. Die eingliedrige Höhenburg besaß zur stark abfallenden Seeseite keinen Wall, da dieser Bereich auf natürliche Weise geschützt war. Innerhalb der Burgfläche scheint ein kleiner Teich gelegen zu haben, der die Burgbewohner mit Wasser versorgte. Meiner Meinung nach könnte es sich um eine früh- bis mittelslawische Befestigung gehandelt haben, die etwa zwischen 800 und 900 bestanden haben dürfte. Da die erhaltenen Wallreste nur eine geringe Höhe besitzen, war die Höhenburg vermutlich nur wenige Jahrzehnte in Nutzung. Am bewaldeten Bodendenkmal führt heute der „Naturlehrpfad Hullerbusch“ entlang.

Erhaltungszustand: mittel

Lage

zurück


Feldhusen

Etwa 450 m nordöstlich vom Dorf Feldhusen im Landkreis Nordwestmecklenburg liegt ein sehr gut erhaltener slawischer Burgwall, der heute allerdings bewaldet ist. Der Gesamtdurchmesser der rundovalen Befestigung beträgt etwa 90 m. Die slawischen Erbauer legten diesen Burgwall ganz am Nordostende einer natürlichen Halbinsel an. Die Halbinsel lag zur Slawenzeit in einem natürlichen See, der vermutlich sogar mit einer Bucht der Ostsee verbunden war. Damit hatte die Burgwallsiedlung sicher eine gewisse strategische Bedeutung im überregionalen Handel. Da bisher noch keine archäologischen Ausgrabungen vor Ort stattfanden (Stand: 2018) muss vorerst offen bleiben, welchen Stellenwert diese Burgsiedlung hatte. Nach meiner Meinung handelte es sich um den stark befestigten Sitz eines obodritischen Lokalherrschers. Auf dem großen halbinselartigen Vorburgareal gab es Unterkünfte für Händler und spezialisierten Handwerkern. Vermutlich war das Vorburgareal ein überregionaler Marktort. Die Burgsiedlung bestand nach meiner Meinung etwa vom späten 10. bis ins 11./12. Jahrhundert. Nach einer alten Sage soll der bekannte Seeräuber „Störtebeker“ im Burgwall Feldhusen seine Schätze vergraben haben. Zu Zeiten Störtebekers war der Feldhusener Burgwall (Flurname: Harkenwall) bereits 200 Jahre lang verlassen. Ob er die slawische Burgwallruine wirklich als Versteck seiner Schätze nutzte ist unbekannt und eher ins Reich der Fabeln zu verweisen.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage                

zurück


Fincken 

Etwa 2,5 Kilometer südlich von Fincken liegen die gut erhaltenen Überreste einer vermutlich zweigliedrigen slawischen Burganlage. Die Erbauer legten die Burgsiedlung auf einer natürlich geschützten Sanddüne am heutigen Nordostufer des „Massower Sees“ an. In der Slawenzeit war der See bedeutend größer. Die heutige Niederung östlich der Sanddüne könnte ehemals zum See gehört haben, war zumindest aber zeitweise überflutet. Wie man noch im Laserscanbild erkennen kann, hat die heute u-förmige Hauptburg einen Durchmesser von bis zu 90 m und war von einem ebenfalls u-förmigen Vorburgwall von bis zu 140 m Durchmesser umgeben. Zur westlichen Seeseite gab es vermutlich keine Wallbefestigungen, da die bis zu 3 m hohe Sanddüne und das Gewässer selbst einen natürlichen Schutz zu dieser Seite boten. Es ist auch möglich, dass ein Teil der Hauptburgfläche durch den Seegang abgetragen wurde. Aus welcher Zeit die Burgsiedlung stammt, ist bisher nur zu vermuten. Nach meiner Meinung handelte es sich um eine mittel- bis spätslawische Burganlage. In der Hauptburg saß sicher ein hoher Lokalherr mit seinen Mannen. In der befestigten Vorburg können spezialisierte Handwerker vermutet werden, die die Burgleute mit Alltagsgegenständen versorgten. Wie die Slawen zur abgelegenen Burgsiedlung gelangten, ist heute nur noch zu erahnen. Nach meiner Meinung führte ein langer befestigter Damm oder eine Holzbrücke vom Festland zur Sanddüne (siehe Lageplan). Heute ist das Bodendenkmal stark bewaldet.

Erhaltungszustand: gut

Lage                  

zurück


Flessenow

Etwa drei Kilometer nordöstlich von Flessenow (Gemeinde: Dobin am See, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die stark verschliffenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal wird schon auf alten Flurkarten als „Burg Dobin“ bezeichnet (Fundplatz: Flessenow 1). Bereits im Jahre 1840 erkannte der mecklenburgische Altertumsforscher Friedrich Lisch, dass der abgetragene Burgwall von Flessenow mit der bei „Helmold von Bosau“ im Jahre 1147 und 1160 mehrmals erwähnten „Burg Dobin“ identisch sein muss. Helmold berichtet in seiner „Slawenchronik“, dass der Obodritenherrscher Niklot die Burg Dobin 1147 eilig errichten ließ, als er von einem bevorstehenden sächsisch/dänischen Angriff auf sein Land erfuhr. Der Slawenfürst soll für die Errichtung der Burg seinen gesamten Stamm zusammengerufen haben, um die „Fluchtburg“ so schnell wie möglich zu errichten. Niklot wählte eine bereits bestehende Handelssiedlung in seinem Territorium für den Burgstandort aus, die auf einer erhöhten Landbrücke zwischen dem „Schweriner See“ und der „Döpe“ lag. Die etwa 3 ha große und bis zu 300 m lange Siedlung wurde nun mit einem teilweise umlaufenden Burgwall in Holz-Erde-Konstruktion befestigt. Im Nordareal der großen Befestigung ließ er zusätzlich eine kleine viereckige Hauptburg errichten, die etwa 50 bis 60 m groß war. Die Westseite dieser Hauptburg besaß keinen Erdwall, da dass erhöht liegende Burgareal zu dieser Seite auf natürliche Weise geschützt war. Hier reichten wohl einfachere Holzkonstruktionen in Form von unverfüllten Holzkästen oder hölzernen Palisaden zum Schutz aus. Noch vor dem bevorstehenden „Wendenkreuzzug“ sammelte der Obodritenherrscher im Juni des Jahres 1147 über 3000 Slawen und segelte mit ihnen über die „Lübecker Bucht“ traveaufwärts in das bereits unter sächsischer Hoheit stehende „Wagrien“. Niklot startete diesen Gegenangriff, um den bevorstehenden „Wendenkreuzzug“ gegen sein Land noch irgendwie abzuwenden. Die Slawen belagerten zwei Tage lang erfolglos die Burgstadt Lübeck, töteten dabei aber über 300 Männer. Auch die Burgwälle von Süsel und Eutin (beide in Schleswig-Holstein) wurden von den Slawen belagert, konnten aber ebenfalls nicht eingenommen werden. Dennoch konnte das große Slawenheer große Landstriche in „Wagrien“ verwüsten und kehrte mit „Frauen, Kindern und reicher Beute“ heim. Der Pfarrer Helmold von Bosau berichtet in seiner „Slawenchronik“ nun folgendes über den „Wendenkreuzzug des Jahres 1147“:

Über die Belagerung der Burg Dubin:

"Indessen flog durch ganz Sachsen und Westfalen die Nachricht, dass die Slawen unter Niklot vorgebrochen und als erste zum Kriege geschritten seien. Da eilte das ganze Kreuzheer, ins Land der Slawen zu ziehen und deren Missetat zu strafen. Das Heer wurde geteilt und man schloss zwei Festungen ein, Dubin (Burgwall Flessenow) und Demmin (Burgwall Demmin „Haus Demmin“), gegen die man viele Belagerungswerke erbaute. Auch das Aufgebot der Dänen zog herbei und stieß zu den um Dubin liegenden Kräften. Die Belagerung dauert lange (3 Monate). Eines Tages nun beobachteten die eingeschlossenen Slawen, dass das Heer der Dänen sehr lässig war. Diese sind eben daheim streitsüchtig, im Felde aber unkriegerisch. Überraschend vielen die Slawen aus, erschlugen viele Dänen und düngten mit ihren Leibern die Erde. Man konnte ihnen auch keine Hilfe bringen, weil der See dazwischen lag. Das Heer ergrimmte über den Vorfall und verschärfte noch die Belagerung. Die Vasallen unseres Herzogs (Heinrich der Löwe) und des Markgrafen Albrecht meinten aber untereinander: "Ist es nicht unser Land, das wir verheeren, und unser Volk, das wir bekämpfen? Warum benehmen wir uns denn wie unsere eigenen Feinde und vernichten unsere eigenen Einkünfte? Wirken diese Verluste nicht auf unsere Lehnsherren zurück?" So begann man von Stund an, im Heere herumzureden und durch wiederholte Waffenruhe die Belagerung zu lockern. Immer wenn die Slawen bei Gefechten besiegt wurden, hielt man das Heer davon zurück, die Fliehenden zu verfolgen und ihre Burgen einzunehmen. Als es die Unsern endlich satt hatten, traf man folgende Übereinkunft: die Slawen sollten den christlichen Glauben annehmen und die gefangenen Dänen freilassen. Da wurden viele von ihnen falsch getauft, und aus der Gefangenschaft entließen sie alle Alten und Unverwendbaren, hielten aber die übrigen zurück, soweit sie kräftig genug zur Arbeit waren. So wurde diese große Unternehmung mit geringem Erfolge beendigt; denn gleich nachher trieben die Slawen es noch ärger, da sie weder die Taufe achteten noch aufhörten, die Dänen zu berauben."

Der Markgraf Albrecht schloss daraufhin Frieden mit dem Obodritenfürsten Niklot und stellte die zerrissene Freundschaft wieder her. Auch mit den weiter östlich siedelnden slawischen Stämmen im heutigen Ostmecklenburg (Kessiner, Zirzipanen) wurde Frieden geschlossen. Der aufständische Slawenfürst Niklot brach im Jahre 1160 den ausgemachten Frieden und griff trotz Verbots immer wieder dänische Ländereien an. Der Dänenkönig Waldemar I. beklagte sich beim Herzog „Heinrich dem Löwen“ über diese Angriffe, woraufhin der Sachsenherzog einen Straffeldzug gegen die Obodriten plante. Als Niklot davon erfuhr, schickte er ein kleines slawisches Heer unter der Führung seiner Söhne „Pribislaw“ und „Wertislaw“ nach Lübeck. Sie sollten dort möglichst viel Schaden anrichten, was aber keinen Erfolg brachte. Als „Heinrich der Löwe“ davon erfuhr, drang er mit einem starken Heer in das Land der Slawen ein und verwüstete es mit „Feuer und Schwert“. Durch die Übermacht der Sachsen bedrängt, floh der Obodritenfürst Niklot in seine Hauptburg Werle an der Warnow, und ließ auf seinem Rückzug seine Burgen Dobin (Burgwall Flessenow), Mecklenburg (Burgwall Dorf Mecklenburg), Ilow (Burgwall Ilow „Ilenburg“) und Schwerin (Burgwall Schwerin „Schlossinsel“) anzünden. Er wollte so einer längeren Belagerung entgehen. Als das große Sachsenheer an der verbrannten Mecklenburg lagerte, schickte Niklot seine Söhne „Pribislaw“ und „Wertislaw“ mit Unterstützungstruppen dorthin, um aus dem Hinterhalt Schaden anzurichten. Das Brüderpaar wurde dabei aufgerieben und musste mit hohen Verlusten zur gut 40 Kilometer entfernt liegenden Burg Werle fliehen. Als der Slawenfürst von der Niederlage seiner Söhne erfuhr, reagierte er erbost und wollte nun persönlich einen Hinterhalt nahe des Sachsenlagers legen. Bei diesem Unternehmen wurde der Obodritenfürst selbst in einen Hinterhalt gelockt und wurde von als Knechten getarnten sächsischen Kriegern getötet und enthauptet. Als „Pribislaw“ und „Wertislaw“ vom Tod des Vaters hörten, zündeten sie auch die Burg Werle an und flohen in die nahen Wälder. Der Burgwall von Flessenow (Burg Dobin) ergab bisher überwiegend Keramikscherben der Typen: „Teterow und Vipperow“. Diese Keramiken belegen eindeutig eine spätslawische Nutzungszeit im 12. Jahrhundert. Es wurden vor Ort aber auch wenige frühslawische Keramikscherben des „Felberger Typs“ angetroffen, die beweisen, dass das alte Areal schon auf eine weitaus ältere slawische Besiedlung zurückgeht. Ob die natürlich geschützte Landbrücke zwischen dem „Schweriner See“ und der „Döpe“ bereits im 9. Jahrhundert eine „feldbergzeitliche“ Siedlung oder gar Niederungsburg von etwa 3 ha Größe darstellte, muss reine Spekulation bleiben. In den Jahren 1999/2000 wurden geomagnetische Prospektionen, Sondageschnitte und dendrochronologische Untersuchungen vorgenommen, die eine Errichtung der Burg für die Jahre 1147/48 belegen. Im Jahre 1160 wurde der zweigliedrige Burgwall durch eine große Feuerkatastrophe zerstört. Damit wurde auch der archäologische Beweis erbracht, dass der Burgwall von Flessenow die schriftlich erwähnte Burg Dobin war. Zum Schluss möchte ich auch eine alte Sage vom Flessenower Burgwall wiedergeben, die sich bis heute erhalten hat.

„König Niklot erscheint allnächtlich in der Düwelskuhl (Teufelskuhle) am heutigen Nordende der Döpe. Er reitet auf seinem Weg um die Wohleiche herum zu seiner alten Burgstelle Dobin. Dreimal umrundet er die Burg, dann kehrt er wieder zurück und verschwindet in der Düwelskuhl. Manche sagen, dass er nur alle hundert Jahre hier vorbeireitet. Er trägt dabei den Kopf unter dem Arm.“

​Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage               

zurück


Fresenbrügge (Vermutung)

An einer sehr unscheinbaren Stelle an dem Fluss Elde im Landkreis Ludwigslust-Parchim befand sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Burg slawischen Ursprungs. Bisher gibt es hierzu noch keinerlei Untersuchungen (Stand: 2018). Im Luftbild ist aber eindeutig ein breites, rundes Grabensystem erkennbar, welches vom Fluss gespeisst wurde. Möglicherweise war diese Burg zweigliedrig. Solche Burgen können nur slawischen Ursprungs sein. Es bleibt also noch abzuwarten, was zukünftige Forschungen hier bei Fresenbrügge ans Tageslicht bringen werden. Ein weiterer Punkt der für eine Slawenburg spricht ist die Tatsache, dass die Elde früher eine Art Grenzfluss gewesen sein muss und in ihrem Verlauf mindestens 15 weitere slawische Burgen lagen!

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                  

zurück


Fresendorf

"Schlossberg"

Etwa 350 m südwestlich der Dorfmitte von Fresendorf (Gemeinde: Roggentin, Landkreis: Rostock) liegen die Überreste einer slawischen Höhenburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Fresendorf 1) trägt bis heute den Flurnamen "Schlossberg". Es handelt sich um einen natürlichen Geländesporn, der einen ovalen Außendurchmesser von etwa 235 x 110 m erreicht. Das heute walllose Burgplateau erhebt sich noch um 10 bis 15 m über das umliegende Gelände und kann daher als "Höhenburg" bezeichnet werden. Die stark abfallenden Seitenbereiche sind steil geböscht und heute mit Büschen und Bäumen ringartig bestanden. Der "Schlossberg" hat eine Gesamtausdehnung von etwa 18.000 m² (ca. 2 ha). Ein Einschnitt im Südwesten des Bodendenkmals könnte auf einen slawenzeitlichen oder modernen Zugang zur Höhenburg hindeuten. Vermutlich gab es einen derartigen Zugang auch im Nordosten. In den Jahren 1954 und 1966 fanden bereits archäologische Untersuchungen statt. Dabei wurden neben slawischen auch frühdeutsche Keramikscherben beobachtet. Vermutlich geht diese Burganlage schon auf das 9. Jahrhundert zurück und wurde über einen längeren Zeitraum intensiv genutzt. Die Burg lag im Stammesgebiet der slawischen Kessiner, die im Jahre 1057 erstmals urkundlich als "Chizzini" erwähnt wurden. In jener Zeit gehörte der Stamm zum sogenannten Lutizenbund, dem auch die "Zirzipanen", "Tollenser" und "Redarier" angehörten. Durch Machtstreitigkeiten innerhalb dieses Bundes kam es in den Jahren 1056/57 zum sogenannten "Tollenserkrieg". Die "Kessiner" und "Zirzipanen" verloren den innerslawischen Bürgerkrieg und wurden anschließend vom bereits christlichen Obodritenherrscher "Gottschalk" annektiert. Bis heute ist unklar, ob der Fresendorfer "Schlossberg" bereits in jener Zeit die Hauptburg der "Kessiner" war. Im Jahre 1114 zogen die Sachsen und Obodriten gegen die aufständischen Kessiner unter ihrem Fürsten "Dunar". Im Jahre 1121 kam es zu einem erneuten Feldzug gegen den Kessinerfürsten "Sventipolk". Dabei konnte auch deren Hauptburg eingenommen werden, die erstmals als Burg "Kuzin" erwähnt wurde. Nach einer schriftlichen Überlieferung soll die Burg "berühmter und reicher an Schätzen gewesen sein, als alle anderen". 1161 wurde die vermutlich unter obodritischer Hoheit stehende Burg als "Kissin" erwähnt, als sie von sächsischen und dänischen Truppen angegriffen und zerstört wurde. Nachdem der aufständische Obodritenfürst "Pribislaw" sich dem Sachsenherzog "Heinrich dem Löwen" im Jahre 1167 endgültig unterwarf, ließ er bald darauf den zerstörten Burgwall von Fresendorf wieder aufbauen. In einer Urkunde von Friedrich Barbarossa wurde der Burgwall 1170 auch als "castrum Kyssin" urkundlich erwähnt. In der alten Hauptburg der Kessiner wurde eine lokale Gottheit mit Namen "Goderac" verehrt, dessen Name sich auf die Burg und die Vororte übertrug. Da die Hauptburg der Kessiner in den Quellen aber immer nur als castrum "Kuzin", "Kissin" oder "Kyssin" bezeichnet wurde, könnte der Ort "Burgort der Kessiner" bedeuten. Die Kessiner selbst nannten ihre Hauptburg aber "Goderac". 1171 wurde der Burgort "Goderac" in "Godehardsdorf" umbenannt und als solches in einer Urkunde von "Heinrich dem Löwen" bestätigt. Ab 1171 bezeichnete sich der letzte Obodritenfürst Pribislaw auch als "Pribislaw von Kessin". Im Jahre 1211 wurde der Burgwall noch ein letztes Mal urkundlich erwähnt und dürfte kurz darauf aufgegeben worden sein. Bis heute ist sich die moderne Wissenschaft nicht einig, ob der Fresendorfer Burgwall tatsächlich die Hauptburg des Stammes der Kessiner war. Um den Fresendorfer "Schlossberg" rankt sich bis heute eine alte Sage, nachdem dort ein großer Goldschatz vergraben sein soll.

Erhaltungszustand: gut

TV Bericht über den Schlossberg

Lage                  

zurück


Friedland

Bereits für das späte 9. Jahrhundert ist auf dem heutigen Stadtgebiet von Friedland eine slawische Burganlage belegt. Diese hatte bis in das 10. Jahrhundert durchgehend Bestand. Sie hatte eine viereckige Gestalt, ganz ähnlich dem zeitgleichen Burgwall von Glienke, der etwa 12 Kilometer weiter südwestlich an der Datzeniederung lag. Wohl mit dem Feldzug des deutschen Kaisers Otto I. im Jahr 936 gegen die slawischen Redarier werden die mittelslawischen Burganlagen von Friedland und Glienke zerstört worden sein. Bemerkenswert bleibt die Tatsache, dass von da an, mehr als 100 Jahre lang, keine der Burgen wiedererrichtet wurde und auch keine neuen Burgen entstanden. War das redarische Heiligtum des Lutizenbundes "Rethra“ im Tollensesee-Lieps-Gebiet inzwischen so erstarkt, dass dessen Priester daneben keine anderen Zentren zuließen? Erst im 11. Jahrhundert, nach der Zerstörung von Rethra, entstehen neue slawische Burgen. Auch die Burg in Friedland ist ab diesem Zeitpunkt durch Funde und Befunde nachgewiesen. Diese Burganlage hatte einen annähernd quadratischen Grundriss und eine Fläche von ca. 1 ha. Sie lag am Knotenpunkt der alten Handels- und Heerstraßen - von Süden nach Norden sowie Osten nach Westen - durch die großen Moore und Niederungen Ostmecklenburgs. Dieser Umstand deutet bereits auf die Bedeutung der Anlage in frühgeschichtlicher Zeit hin. Neueste Forschungen gehen davon aus, dass es sich hierbei um den Hauptort des überlieferten Landes "Beseritz" im 11./12. Jahrhunderts handelt.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage             

zurück


Friedrichsruhe

Der Burgwall bei Friedrichsruhe befindet sich ca. 2,4 km westlich des Ortes in den Wiesen. Der nur noch zu zwei Dritteln erhaltene Ringwall hatte ursprünglich eine annähernd ovale Gestalt von 100 m x 90 m. Im 19. Jahrhundert wurde er zur Aufbesserung der umliegenden Wiesen teilweise von Bauern abgetragen. Der noch bis zu 6 m hohe Wall hebt sich markant vom Wiesengelände ab. Der ehemalige Torbereich ist heute noch erhalten geblieben und gut erkennbar. Zahlreiche Funde aus dem Bereich der Burg zeigen eine lange Besiedlung des Geländes in slawischer Zeit an (9. bis 10. Jhd.). In den vergangenen Jahren (2004 - 2008) wurden hier umfangreiche Ausgrabungen vorgenommen. Man fand dabei heraus, dass die Burg auch eine befestigte östliche Vorburg von 120 m Durchmesser besaß, in der viel Handwerk betrieben wurde. Zu den Funden zählten hier vor allem Keramiken der Menkendorfer Ware aber auch Webgewichte, Spinnwirtel, ein Schwert, Messerreste, viele Glasperlen, Bernsteinperlen, Wetzsteine, Geweihreste, etwas Hacksilber, eine Lanze usw.. Nachgewiesen wurde auch eine Brücke über den westlich der Burg gelegenen Mühlenbach. Weiter konnte man feststellen, dass vor dem Bau der Burg bereits eine offene slawische Siedlung an gleicher Stelle bestand, die im 8. Jahrhundert zu einem großen feldbergzeitlichen Burgwall ausgebaut wurde! In den 830 er Jahren errichteten die Slawen den noch heute sichtbaren Burgwall innerhalb der älteren Befestigung. In den 850 er und 880 er Jahren wurde der Burgwall erneuert bzw. ausgebaut. Im 10. Jahrhundert wurde die Burgsiedlung vollständig aufgegeben. Die Ursachen dafür sind unbekannt. Auch Funde aus der Jungsteinzeit wurden beobachtet. Daher kann man davon ausgehen, dass der Platz bereits in dieser Zeit besiedelt war. Zu der slawischen Burgsiedlung führte ein von Südosten kommender Bohlenweg.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

zurück


Fürstensee (Neustrelitz)

 

Etwa 800 m östlich von Fürstensee bei Neustrelitz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegen die Überreste einer slawischen Burganlage mit Flurnamen „Burgwall“ (Fundplatz: Fürstensee 8). Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, handelte es sich um eine längsovale Burg von etwa 100 x 60 m Durchmesser. Die slawischen Erbauer legten diesen Ost-West ausgerichteten Burgwall ganz am Ende eines halbinselartigen Vorsprunges im „Großen Fürstenseer Sees“ an. Diese Halbinsel wurde im Vorfeld mit einem heute verfüllten Graben abgetrennt. Das mit Bäumen bestandene Bodendenkmal ist leider stark gestört. Ein richtiger Burgwall ist hier nicht mehr zu erkennen. Vor Ort erkennt man nur noch einen mehrere Meter hohen länglichen Hügel, der an der Südseite zum See hin teilweise abgetragen ist. Vermutlich wurde das alte Burgareal in der Neuzeit verfüllt und später als Erdentnahmestelle genutzt. Die Burg hatte meiner Meinung nach einen ähnlichen Grundriss wie der sehr gut erhaltene Burgwall von Werder „Englischer Garten“ bei Penzlin (etwa 21 Kilometer nord-nordwestlich gelegen). Auch er lag auf einer mit einem Graben abgetrennten Halbinsel und dürfte etwa in der gleichen Zeit bestanden haben. Der Burgwall von Fürstensee war im 10./11. Jahrhundert sicher der stark befestigte Sitz eines hohen slawischen Lokalherren vom Stamm der „Redarier“ (Vermutung). Auf dem abgetrennten Halbinselareal war auch noch Platz für eine kleine Vorburgsiedlung, in der vor allem Handwerker ihre Wohnunterkünfte hatten. Einen Besuch empfehle ich wie immer in den kälteren Jahreszeiten. Die Strasse „Am Borgwall“ führt von Fürstensee zum etwa einen Kilometer weit entfernten Bodendenkmal, welches sich heute in Privatbesitz befindet. Der schmale Zugangsweg ist uneben und nicht befestigt, mit dem Auto aber noch befahrbar. 

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

zurück


Gädebehn (Vermutung)

Im Verlandungsgebiet des Gädebehner Sees liegt eine kleine, etwa 35 m große rundliche Horst, die heute mit wenigen Bäumen bestanden ist. In der Slawenzeit handelte es sich um eine sehr kleine Insel, die möglicherweise burgähnlich befestigt war. Das kleine Eiland war vermutlich nur über eine hölzerne Brücke mit dem Festland verbunden. Wallreste sind vor Ort nicht mehr erkennbar. Ein Burgwall kann hier nach meiner Meinung nie bestanden haben. Die Fläche auf der Horst ist viel zu klein. Dennoch wird die Stelle als "Werder" oder "Seewall" bezeichnet. Wenige spätslawische Scherben wurden bisher auf der Oberfläche gefunden. Frühdeutsche Scherben und Ziegelsteinreste belegen, dass die Insel auch noch im 13./14. Jahrhundert genutzt wurde.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                 

zurück


Gadebusch

Der Ursprungsbau des heutigen Schlosses war eine slawische Ringwallburg, die an der Stelle für das 8. Jahrhundert nachgewiesen wurde. Die Burg "Godebuz" befand sich unter obodritischer Herrschaft. Nach der Eroberung durch die Truppen von Heinrich dem Löwen wurde die Burg 1143 an die Grafschaft Ratzeburg übertragen. Von 1200 bis 1204 war die Burg dänisch besetzt und wurde dann im 13. Jahrhundert zu einer festen Burg aus Backstein mit einem freistehenden steinernen Bergfried umgebaut. Von 1283 bis 1299 war die Burg Hauptresidenz mecklenburgischer Fürsten. Heute hat die Burg noch einen mittleren Durchmesser von 110 m.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                 

zurück


Gallin

1. Gallin  Burgwall "Stadtstelle"

Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Ein größerer slawischer Burgwall befindet sich südlich von Gallin im Waldgebiet "Fahrenhorst" im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Er wird auch als "Burgwall Stadtstelle" bezeichnet. Die etwa 180 m große Wallanlage ist halbkreisförmig und von einem äußeren Graben umgeben. Die Slawen legten die Wehranlage an dem Fluss Elde an, der zusätzlichen Schutz bot. Sehr wahrscheinlich handelte es sich um eine Fluchtburg des 8. bis frühen 10. Jahrhunderts.

Erhaltungszustand: gut

Lage    


2. Gallin-Kuppentin

Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Ein weiterer slawischer Burgwall befindet sich ca. 1,5 km westlich von Gallin-Kuppentin im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Auch er liegt in dem Waldgebiet "Fahrenhorst". Er ist mit einem Durchmesser von etwa 50 m sehr klein und hat heute zwei Eingangstore im Westen und Osten. Nach meiner Meinung ist der westliche Einschnitt im Wall neuzeitlichen Ursprungs. Das slawenzeitliche Tor lag im Osten. Die Wallburg ist sehr gut erhalten und entstand in der mittelslawischen Zeitepoche.

Erhaltungszustand: gut

Lage    

zurück


Ganschendorf

"Wendenwall"

Etwa 1,5  Kilometer nordwestlich von Ganschendorf befinden sich die Überreste einer kleinen slawischen Burganlage. Die slawischen Erbauer errichteten die etwa 60 bis 70 m große rundovale Hauptburg am Westrand eines plateauartigen Werders. Am Westrand des Werders verlief unterhalb der Burg ein Bach, der heute als „Augraben“ bezeichnet wird. Der heute mit Büschen und Sträuchern bestandene Hauptburgwall ist im Osten noch 6 bis 7 m hoch erhalten geblieben. Das erhöhte Hauptburgareal fällt zum westlichen „Augrabental“ hin steil ab und ist stark verformt. Südwestlich und mehrere Meter unterhalb des Burgwalles lag eine weitere halbkreisförmige Befestigung, die nur eine sehr kleine Fläche von gut 35 bis 40 m Durchmesser schützte. Diese Vorburgbefestigung lag direkt im schmalen „Augrabental“ und stellte meiner Meinung nach eine Art befestigten Brückenkopf dar. Vermutlich verlief ein damaliger Zugangsweg von Westen her über die Bachniederung zum höher liegenden Burgwall, den diese Vorburgbefestigung kontrollierte. Auf dem plateauartig erhöhten Werder lag eine weitere, allerdings offene, Vorburgsiedlung. Diese war vermutlich eine Handwerkersiedlung. Funde bezeugen, dass dieses Areal auch nach Aufgabe der Burg bis in die frühdeutsche Zeit bestand. Der kleine Bach „Augraben“ wurde in der Neuzeit begradigt und direkt durch das Areal der tiefer liegenden Vorburgbefestigung verlegt. Durch diese Baumaßnahme kommt es bis heute zu einer irreführenden Verwechselung! Da der heute durchschnittene befestigte Vorburgbereich auf der Gemarkung vom Ort Beggerow liegt und der Hauptburgwall zu Ganschendorf gehört, nahm man lange Zeit an, dass es sich hier um zwei eigenständige Burganlagen handelte. Heute weiß man aber, dass beide Burgteile zu einer zusammenhängenden mittelslawischen Burgsiedlung des späten 9. bis 10. Jahrhunderts gehörten. Der Burgwall war sicher der stark befestigte Sitz eines lokalen Herren, der die nähere Gegend verwaltete. Der „Augraben“ war in der früh- bis mittelslawischen Zeit des 9. bis 10. Jahrhunderts vermutlich eine Art Grenzgewässer zwischen den slawischen Stämmen der „Tollenser“ und „Zirzipanen“. Der „Augraben“ verlief vom „Ivenacker See“ bis nach Demmin, wo er schließlich in den Fluss Tollense mündete. Am „Augraben“ lagen die slawischen Burgen von Ivenack (Vermutung), Lindenberg (frühslawisch), Ganschendorf (mittelslawisch), Utzedel (frühslawisch) und Demmin-Vorwerk „Alte Schanze“ (frühslawisch). Ein Besuch ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Literatur: "Der Wendenwall von Ganschendorf" in Archäologische Berichte aus Mecklenburg-Vorpommern, Band 5, 1998, Seiten: 62-64

Erhaltungszustand: gut

Lage               

zurück


Gegensee (Flur Eggesin)

Südlich von Gegensee bei Eggesin (Fundplatz: Eggesin 23) lag ehemals eine Anhöhe mit einer Höhenburg unbekannter Zeit. Durch Geländeeingriffe und Abtragungen ist das Burgareal völlig zerstört worden. Bis heute ist sich die Wissenschaft nicht einig, ob es sich im Ursprung um eine bronzezeitliche oder frühslawische Burg handelte. Vom zerstörten Areal liegen bronzezeitliche und frühslawische Scherben vom „Typ Feldberg“ vor. Durch die neuzeitlichen Zerstörungen lassen sich die Ausmaßen der ehemaligen Höhenburg nicht mehr ermitteln. Vom Areal stammen u.a. zwei kleine Flintbeile (7 und 8 cm lang), Flintpfeilspitzen, ein eisernes Beil slawischer Form, eine Steinhake aus Granit (14 cm Länge), Hüttenlehm sowie frühdeutsche und mittelalterliche Scherben. Auch ein bronzezeitlicher Depotfund wurde dokumentiert, der heute aber verschollen ist. Möglich wäre also, dass die Slawen eine ältere bronzezeitliche Höhenburg um 800 reaktiviert haben. Das sind aber nur meine Vermutungen.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage              

zurück


Glienke

Südwestlich von Glienke (slawische Bedeutung: Lehm) lag in der mittelslawischen Zeit ein kleiner, fast viereckiger Burgwall samt einer leicht befestigten Vorburgsiedlung. Die Burg wurde durch die Landwirtschaft völlig eingeebnet und war bis 1997 völlig unbekannt. Durch zahlreiche Oberflächenfunde wurde diese Stelle seit 1969 lediglich als offene slawische Siedlung gedeutet. Bei Voruntersuchungen im Vorfeld des Autobahnbaus (A20) stiess man dann aber überraschenderweise auf die Grabenreste eines ganzen Burgwalls. Unter dem Ausgrabungsleiter Dr. Volker Schmidt (1942-2002) aus Neubrandenburg wurden von 1999 bis 2001 etwa 33.000 m² der Burgwallsiedlung ausgegraben. Der auf einer ehemals inselartigen leichten Anhöhe im Datzetal liegende Burgwall hatte einen fast viereckigen Grundriss mit einem 70 m x 65 m  großen Innenraum. Ein 9 m bis 12 m breiter und bis zu 2 m tiefer Graben umgab die letzte Anlage auf drei Seiten. An der Nordseite gab es keinen Graben, da die Burg dort direkt an einen kleineren See grenzte, der in die Datzeniederung entwässerte. Die Burg hatte zwei Tore, die an der Ost- und Westseite lagen. Über den Graben führten Erdrampen zu den Tunneltoren. Um den Burgwall bestand eine Vorburgsiedlung, die durch einen schmalen Graben und vermutlich auch durch Palisaden gesichert war. Dendrochronologische Untersuchungen belegten eine Nutzungszeit der Burganlage von den späten 870 er Jahren bis um/nach 917. Die erste Burg bestand aber schon um/vor 850, so vermutete es zumindest der Archäologe Sebastian Messal. Die in einem Zuge errichtete Burgsiedlung entstand vermutlich nach dem Untergang der umliegenden frühslawischen Wallanlagen von Pleetz bei Friedland und der "Ravensburg" bei Neubrandenburg und war Sitz eines lokalen redarischen Fürsten. Die Burg war dicht besiedelt und bestand im Endstadium aus einem etwa 14 m breiten Wall. Über die Wallhöhe lassen sich keine Angaben mehr machen, aber vermutlich war er im Endstadium 7 bis 9 m hoch. Die Burg wurde im Laufe ihrer Existenz nachweislich drei Mal erneuert. Vermutlich ging der Burgwall bei deutschen Eroberungszügen gegen die Redarier in den Jahren 936 oder 957-960 unter. Die alte Burgstelle ist heute mit der nördlichen Auf- und Abfahrschleife der A20 Anschlussstelle: Neubrandenburg/Ost überbaut worden.

Literatur: 

Sebastian Messal: "Glienke. Eine slawische Burg des 9. und 10. Jahrhunderts im östlichen Mecklenburg" ca. 500 Seiten, Jahr 2015

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

zurück


Göhren

"Schlossberg"

Etwa 350 m nördlich der Dorfkirche von Göhren (Gemeinde: Woldegk, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Göhren 1) trägt heute den Flurnamen "Schlossberg" und ist etwa 0,9 ha groß. Es handelte sich um einen fast viereckförmigen Burgwall, der einen Außendurchmesser von etwa 120 (N-S) x 80 m (W-O) erreichte. Nach den keramischen Hinterlassenschaften zu urteilen, wurde der Burgwall in der spätslawischen Zeit des 11./12. Jahrhunderts angelegt. Im modernen Laserscanbild ist zu erkennen, dass die slawischen Erbauer ihre Burg ganz am Nordende einer natürlichen Halbinsel anlegten, die in einen heute vollständig verlandeten See ragte. Der slawenzeitliche See war etwa 25 ha groß und vermutlich nicht sehr tief. Heute ist das Seeareal bewaldet und je nach Jahreszeit und Grundwasserspiegel noch stellenweise versumpft. Im südlichen Vorfeld der Halbinselburg lag ein Quergraben, der heute aber vollständig zugeschüttet ist. Die slawische Burg wurde vermutlich um die Mitte des 12. Jahrhunderts im Zuge der deutschen Ostexpansion aufgegeben. Das alte Burgareal wurde in der frühdeutschen Zeit des 13./14. Jahrhunderts reaktiviert und umgestaltet. So sind im Nordareal der Burgfläche noch Überreste einer kleinen, bis zu 3 m hohen Burgmotte/Turmhügelburg mit befestigter Vorburg erhalten geblieben. In diesem Bereich sind noch Ziegelsteinreste und frühdeutsche Keramikscherben zu beobachten. Seit dem 19./20. Jahrhundert wurde das verlassene Burgareal zu einer parkähnlichen Fläche umgestaltet. In diesem Zuge wurde wohl auch der Südwall des Bodendenkmals vollständig abgetragen. Daher ist von dem Burgwall heute nur noch die Ost-, Nord- und Westseite erhalten geblieben. Ein breiter Walleinschnitt ist am Nordende des Ostwalles vorhanden, der auf ein ehemaliges Zugangstor hindeutet. Dort befindet sich auch eine kleine Informationstafel. Im Südareal der Burgfläche liegen heute die Ruhestätten des Grafen von Schwanenfeld (Graf von Schwerin) und seiner Ehefrau (Gräfin von Schwerin). Der Graf war bis in die frühen 1920 er Jahre auch der Herr auf Göhren. Vermutlich ließ er das alte Burgareal zum Park umgestalten. Wer den bewaldeten "Schlossberg" heute besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Der Burgwall ist an der Ostseite am besten erhalten geblieben und dort noch etwa 3 m hoch.

Erhaltungszustand: gut

Lage                  

zurück


Göhren-Lebbin

"Alte Burg"

Die "Alte Burg" nördlich von Göhren-Lebbin, befand sich ursprünglich auf einer Halbinsel inmitten flacher Seen. Mit dem Bau der Müritz-Elde-Wasserstraße sank der Wasserspiegel des Kölpinsees zwischen 1798 und 1837 um ca. 1,5 Meter. Dabei fielen in der südlich angrenzenden Niederung zahlreiche Flachseen trocken, weshalb die "Alte Burg" heute von allen Seiten trockenen Fußes zu erreichen ist. Der Weg "zum Burgwall" führt vom Ort aus zu dem Bodendenkmal. Es handelt sich um einen Ringwall von 130 m Durchmesser. Die Innenfläche der Burg hat eine Größe von etwa 8500 m². Ob es sich um eine slawische Burg handelte, konnte man bisher nicht beweisen, da Funde von diesem Platz sehr rar sind.

Erhaltungszustand: gut

Lage                

zurück


Golchen

Burgwall im "Golchener Forst"

Etwa drei Kilometer leicht nordwestlich von Golchen (Amt: Treptower Tollensewinkel, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die noch schwach erkennbaren Überreste einer vermutlich slawischen Burganlage. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Golchener Forst 67) liegt heute inmitten des "Golchener Forstes" und stellt einen kleinen ovalförmigen Ringwall von etwa 65 x 50 m Außendurchmesser dar. Das mit einem flachen und heute trockenen Außengraben umgebene Bodendenkmal wurde erst im Jahre 1997 als solches erkannt. Die erhöht liegende Befestigung erreicht eine Gesamtausdehnung von etwa 0,25 ha und wurde von seinen Erbauern auf einer natürlichen Kuppe am Nordende eines halbinselartigen Geländespornes errichtet. Im Norden der kleinen Befestigung scheint ein 30 bis 40 m langer Querwall zu liegen, der Angreifer von Norden abhalten sollte. Der halbinselartige Geländesporn war im Osten, Westen und Süden von sumpfartigen Niederungen umgeben. In der Slawenzeit könnte es sich auch um seeartige Niederungsrinnen gehandelt haben. Meiner Meinung nach stammt die kleine Höhenbefestigung von Golchen aus der mittelslawischen Zeit des späten 9. bis 10. Jahrhunderts. Nur etwa 2,5 Kilometer weiter nordöstlich lag eine weitere kleine mittelslawische Höhenburg von bis zu 70 m Durchmesser (Burgwall Hohenbüssow "Burgberg"). Ob der Burgwall im Golchener Forst aber tatsächlich eine mittelslawische Kleinburg darstellt, muss letztendlich die moderne Archäologie klären!

Erhaltungszustand: mittel

Lage                

zurück


Goldberg

1. "Amtsgebäude"

Anstelle des alten Amtsgebäudes in Goldberg soll in der jungslawischen Zeit eine Burg bestanden haben. Sie lag in relativer Nähe zum Fluß Mildenitz und dürfte einen Übergang über das Gewässer bewacht haben. Später wurde der Burgwall komplett überbaut.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage  

2. "Burgwall Rieckenhagen"

Ca. 150 m südlich vom Südende des Dobbertiner Sees nordwestlich Goldbergs befindet sich eine weitere slawische Anlage. Sie liegt gut aus der Luft erkennbar nördlich an einem kleinen Waldstück zwischen Goldberg und Zidderich. Es handelt sich dabei um einen ovalen Wall mit einem Durchmesser von 120 m x  110 m. Nördlich des Walles befand sich wohl auch noch eine etwa gleichgroße Vorburg. Die Slawen haben ihre Burg auf einer kleinen natürlichen Anhöhe errichtet. Geschützt wurde sie durch den See und durch die Mildenitz, die ungefähr 400 m weiter östlich in den See mündet. Damals im 8. bis 12. Jahrhundert war der Wasserstand des Sees etwas höher, so dass das weitere Gelände um die Burg herum sehr feucht war. Dadurch kamen Angreifer nur schwer zu der Anlage durch. In der frühdeutschen Zeit wurde die Burg weiter genutzt.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                

zurück


Goldenbaum (Vermutung)

Links im Bild ist die Halbinsel zu sehen auf der allerdings keine Wallreste zu finden sind

Nordwestlich von Goldenbaum im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegt eine Halbinsel im Schweingartensee, auf der sich eine slawische Wallburg befunden haben soll. Die Halbinsel trägt seit langer Zeit den Flurnamen "Goldenbaumer Burgwall". Die Halbinseloberfläche liegt ca. 8 m über dem Seespiegel und muss für die Slawen ideal als Burgstandort gewesen sein. Zusätzlich war sie nach Nordosten ausgerichtet, was auf einen kultischen Tempel hindeuten könnte. Der Heimatforscher Walter Karbe aus Neustrelitz (1877 - 1956) vermutete, dass von dieser Halbinsel ein Steindamm zur nordöstlich im See gelegenen Inselsiedlung (Steinwerder) führte. Dieser Damm könnte einst eine Brücke getragen haben. Eindeutige Beweise für eine Wallanlage liegen bisher nicht vor.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

zurück


Goldenbow

1. "Blocksberg"

Lage zur Slawenzeit, nach Ronny Krüger 2018

Ungefähr zwei Kilometer nordwestlich des Dorfes Goldenbow befinden sich die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Burg. Sie liegt auf dem sogenannten "Blocksberg". Die Slawen bauten diese Burg am Rande des heutigen  Teufelbachtals auf einer natürlichen Anhöhe. Sie lag im Gebiet der "Warnower" und stellte sicherlich einen kleinen Adelssitz dar. Zur Niederung besaß der Burgwall keine Befestigung, was sehr typisch für slawische Höhenburgen ist. Allerdings ist die Burg mit nur 50 bis 60 m Außendurchmesser auffallend klein! Man kann daher fast vermuten, dass diese Burg den mittelslawischen Kleinburgen des späten 9. bis mittleren 10. Jahrhunderts zuzuordnen ist. Aber das müssten erst Ausgrabungen bestätigen. Der Name "Blocksberg" wurde für viele slawische Burgen verwendet und bedeutet soviel wie "Hexenberg".

Erhaltungszustand: gut

Lage               

2. "Burgberg" (Gemarkung: Neu Ruthenbeck)

Nur ungefähr 200 m nordöstlich vom Burgwall auf dem "Blocksberg" liegt eine Erhebung mit dem Flurnamen "Burgberg". Reste einer Wallburg sind vor Ort aber nicht eindeutig auszumachen. Auch das Laserscanbild liefert keinerlei Erkenntnisse über das Vorhandensein eines Burgwalls. Ob hier also wirklich eine Art Höhenburg lag kann ich nicht sagen.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Görke

Eine slawische Burganlage befand sich nahe dem Ort Görke bei Anklam an der Peene. Wo ganz genau sie sich befand, ist zur Zeit leider nicht bekannt. Sie ist oberirdisch nicht erhalten geblieben.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage?

zurück


Grabow

Die Grabower Chronik sagt aus, dass auf der sogenannten Amtsinsel eine wendische Burg gestanden hat, um später einer deutschen Burg Platz zu machen.  Papst Urban III. erwähnte in einem Schreiben vom 23. Februar 1186 erstmals die Burg Grabow. Aus dieser Burg wurde dann später ein fürstliches Schloss, das 1725 abbrannte und an dessen Stelle heute ein zweistöckiges Fachwerkgebäude steht. Der Burgwall lag früher direkt an der alten Elde.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

zurück


Gremmelin (Vermutung)

Slawenzeitliche Lagesituation, nach R. Krüger 2017

Am westlichen Dorfrand von Gremmelin (Landkreis Rostock) liegt der sogenannte „Hofsee“. Am Westufer ragt eine über 200 m lange Halbinsel in den See hinein, auf der früher eine spätslawische Inselburg vermutet wurde (Fundplatz: Gremmelin 3). Heute ist diese Halbinsel mit einer sumpfartigen Niederung mit dem Festland verbunden. Der „Hofsee“ wurde nachweislich im Mittelalter abgelassen, sodass die heutige Halbinsel zur Slawenzeit noch eine eigenständige Insel darstellte. Bisher sind nur Oberflächenfunde vom Bodendenkmal bekannt geworden. Dazu zählten Keramikscherben der spätslawischen (Typ Vipperow) und frühdeutschen Zeit. Zwischen dem westlichen Festland und der Insel wird eine hölzerne Brücke vermutet, da in dem Bereich unter Wasser liegende Hölzer von 30 cm Durchmesser beobachtet wurden. Die heutige Archäologie interpretiert die ehemalige Insel nur als spätslawische Inselsiedlung in Schutzlage, die grob dem 11./12. Jahrhundert zugeordnet werden kann. Das moderne Laserscanbild zeigt keinerlei verschliffene Wallbefestigungen auf dem Eiland, was gegen eine vermutete Inselburg spricht! Da auch frühdeutsche Keramikscherben gefunden wurden, ist mit einer Nutzungsfortdauer der Siedlung bis in das 13./14. Jahrhundert zu rechnen. Ob sich der Name „Hofsee“ von der ehemaligen Inselsiedlung ableitet, muss Spekulation bleiben.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

zurück


Groß Below

"Schlossberg"

Etwa 2,1 Kilometer südwestlich von Groß Below (Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Groß Below 1) wird als "Schlossberg" oder als "Burg an der Tollense" bezeichnet. Es handelt sich um einen ovalförmigen Ringwall, der einen Außendurchmesser von bis zu 90 m besitzt. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hatte der Niederungsburgwall noch seine ursprüngliche Lage am Ostufer des natürlichen Tollenseflusses. Nach 1970 wurde der Fluss begradigt, sodass das Bodendenkmal heute am Westufer und damit auf der Gemarkung von Golchen liegt. Die slawischen Erbauer legten den Burgwall direkt am Ostufer der Tollense an. Der äußere Burggraben wurde mit dem Gewässer verbunden und stellte so eine künstliche Inselburg in der sumpfartigen Tollenseniederung dar. Vom Burgareal wurden bisher nur Keramikscherben gefunden, die aus der römischen Kaiserzeit und aus der früh- bis spätslawischen Zeit stammen. Vermutlich war die Burg eine mittelslawische Niederungsburg des späten 9. bis frühen 10. Jahrhunderts, in der ein Lokalhäuptling vom Stamm der "Tollenser" residierte. Da auch spätslawische Keramikscherben vorliegen, ist mit einer Reaktivierung des Platzes in späterer Zeit zu rechnen. Bei der Begradigung der Tollense wurden am Burgwall auch zwei Lanzenspitzen gefunden. Heute ist der Burgwall 1,5 bis 2 m hoch und mit Büschen, Bäumen und Vegetation bestanden. Der Wallkessel ist stark verfüllt, sodass der Burgwall nur noch ein geböschtes Burgplateau darstellt. Im Westen der Befestigung ist ein versumpfter Totarm der Tollense erhalten geblieben. Ein Besuch des Bodendenkmals ist nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Erhaltungszustand: gut

Lage                 

zurück


Groß Bünsdorf

Nördlich von Groß Bünsdorf befindet sich eine sehr alte Burgstelle (Fundplatz: Groß Bünsdorf 5). Der Volksmund bezeichnet sie als "up de Borg", also "auf der Burg". Sie wurde als Niederungsburg am Fluss Maurine angelegt und dürfte eine Fluchtburg von etwa 280 m Durchmesser dargestellt haben. Allein durch ihre große Ausdehnung kann es sich nur um eine slawische Anlage gehandelt haben. Keramikfunde des Feldberger Types unterstützen diese Annahme. Es handelte sich demnach um einen slawischen Burgwall aus der älteren Slawenzeit des 8. bis 9. Jahrhunderts. Das Burgareal wird bis heute landwirtschaftlich genutzt.

Erhaltungszustand: mittel

Lage 

zurück


Groß Gievitz (Vermutung)

"Liebesinsel"

Etwa einen Kilometer südlich der Dorfkirche von Groß Gievitz (Gemeinde: Peenehagen, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegt die sogenannte "Liebesinsel" am Nordrand des "Torgelower Sees" (Fundplatz: Groß Gievitz 3). Das bewaldete und mit einem Schilfgürtel umgebene Eiland wird bereits auf der Wiebekingschen Flurkarte von 1786 als "Der große Wall" bezeichnet. Die leicht ovalförmige Insel erreicht eine Ausdehnung von bis zu 90 m Durchmesser und ist etwa 5.000 m² groß. Im modernen Laserscanbild sind noch schwache Überreste einer verschliffenen Wallkonstruktion zu erkennen. Bisher sind nur keramische Oberflächenfunde vom Inselareal bekannt geworden, die dem "Vipperower Typ" zugeordnet werden konnten. Demnach könnte es sich um eine bis zu 90 m große Inselsiedung oder Inselburg des 11./12. Jahrhunderts gehandelt haben. Moderne Ausgrabungen stehen hier allerdings noch aus, die eine vermutete spätslawische Inselburg bestätigen könnten.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

zurück


Groß Görnow

Etwa 1,2 Kilometer nordöstlich von Groß Görnow (bei Sternberg) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer frühslawischen Höhenburg. Die slawischen Erbauer suchten sich für die Errichtung ihrer Burg ein natürlich geschütztes Plateau aus, welches etwa 20 bis 25 m über der östlich verlaufenden Warnow lag. Die Süd- und Westseite des Plateaus wurde mit einem etwa 5 m breiten Burgwall in Holz-Erde-Konstruktion befestigt. Dieser ist heute noch bis zu 3 m hoch erhalten geblieben. Die stark abfallende Nord- und Ostseite war nur mit einfacheren Holzkonstruktionen befestigt. An der Außenfront der westlichen Wallbefestigung sind noch etliche Rollsteine vorzufinden, die auf eine ehemals steinverblendete Wallmauer schließen lassen. Ein Zugangstor lag etwa in der Mitte des Südwalles. Archäologische Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass dieses tunnelartige Tor ca. 2,5 m breit und 5 m tief war. Es wurde, wie der Burgwall selbst, durch ein großes Schadfeuer zerstört. Die Höhenburg von Groß Görnow erbrachte insgesamt nur wenige Hinterlassenschaften und hatte demzufolge nur eine kurze Laufzeit. Der Ausgräber vermutete, dass die Burg um das Jahr 800 errichtet und um 850 zerstört wurde. 

Erhaltungszustand: gut

Lage                  

zurück


Groß Lüsewitz (Vermutung)

Der Burgwall ist über die Bundesstraße 110 von Tessin über Sanitz in Richtung Rostock zu erreichen. Am Abzweig Groß Lüsewitz biegt man zum gleichnamigen Ort ab und gelangt zu dem 500 m südlich des Ortes im Agrarland liegenden Denkmal. Der jungslawische Burgwall "Katswall" wurde schon 1883 entdeckt. Die erhaltenen Wälle und Gräben lassen eine zweigliedrige Burgwallanlage erkennen. Der Burgwall hat eine Höhe von noch bis zu 7 m.
Nach neueren Einschätzungen handelt es sich bei dem Bodendenkmal möglicherweise doch nur um eine einfache slawische Siedlung auf einer natürlichen Anhöhe. Ein heute noch erkennbarer Turmhügel innerhalb der Siedlung ist wahrscheinlich ein Kunstprodukt des frühen 20. Jahrhunderts. Insgesamt ist die Anlage stark gestört.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                 

zurück


Groß Quassow

Ein wohl frühslawischer Burgwall befand sich südlich von Groß Quassow am Woblitzsee. Seit 1946 ist der Platz als Denkmal geschützt, ohne irgendwelche Spuren einer Befestigung, aber mit Keramikfunden, unter anderem der Feldberger Gruppe.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Groß Raden

Etwa einen Kilometer nordöstlich von Groß Raden (Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegt das heute teilrekonstruierte Freilichtmuseum von Groß Raden. Es handelte sich ursprünglich um eine mehrphasige, mittelslawische Burgsiedlung (900-1000) in ehemaliger Insel- bzw. Halbinsellage. Erstmals erwähnt wurde der gut 60 m große und bis zu 6 m hohe Ringwall von Friedrich Lisch im Jahre 1842. Er beschrieb das Bodendenkmal (Fundplatz: Groß Raden 1) damals als viereckig, was allerdings nicht den Tatsachen entsprach. Im Jahre 1955 kam es zu einer kleinen Untersuchung zwischen dem Burgwall und dem nordöstlich vorgelagterten Wiesengelände. Man fand hier zuvor wiederholt slawische Keramikscherben und Spinnwirtel. Auch eine Brückenverbindung wurde hier vermutet, die bei den Ausgrabungen aber nicht nachgewiesen werden konnte. Von 1973 bis 1980 kam es dann zu einer großflächigen Ausgrabung unter der Leitung des Prähistorikers Ewald Schuldt, die zum folgenden Ergebnis kamen. Um das Jahr 900 wurde eine natürliche Halbinsel im Groß Radener "Binnensee" von den Slawen als Handwerkersiedlung befestigt. Dazu wurde im Norden ein vier Meter breiter und wasserführender Sohlgraben angelegt, der die Halbinsel vom Festland künstlich abtrennte. Als Annäherungshinderniss legte man eine einreihige Holzpalisade aus Eichenstämmen an, die auch ein kammerartiges Zugangstor besaß. Über den breiten Außengraben führte eine kurze hölzerne Brücke zum Zugangstor. Die Seeseiten der Siedlung waren nur mit einem einfacheren Flechtwerkzaun befestigt. In der Siedlung konnten 29 Flechtwandhäuser von bis zu 4 x 5 m Größe nachgewiesen werden, die reihenartig angelegt wurden. Vermutlich gab es aber über 40 solcher Wohnbauten! Durch die Siedlung führte ein von Norden nach Süden verlaufender, drei Meter breiter Bohlenweg in Jochkonstruktion. Der Weg mündete schließlich in eine etwa 85 m lange und 3 m breite Holzbrücke, die in einem leichten Bogen zu einer vorgelagterten Insel führte. Diese kleine Insel war von Natur aus sehr uneben und besaß im Südosten ein leichtes Hochufer. Auf der Insel standen acht größere Häuser, die als Vorratsspeicher interpretiert wurden. Hier wurden sicher die lebensnotwendigen Getreidevorräte eingelagert. Dendrodaten der ersten Brückenverbindung zur Insel ergaben eine Entstehungszeit von vor 920. Die erste Siedlung ging in der Mitte des 10. Jahrhunderts durch eine Feuerkatastrophe unter. Kurz darauf wurde die Siedlung wieder aufgebaut. Die Häuser wurden nun aber in Blockbautechnik errichtet und besaßen Wohnflächen von bis zu 45 m². Vermutlich wurde erst in dieser Zeit der sakrale Kultbau von 7 x 11 m Ausdehnung angelegt, der nach Nordosten ausgerichtet war. Diese Kulthalle wird heute als Tempelbau gedeutet und erbrachte Dendrodaten der 960 er Jahre. Im Zuge der Neuerrichtung der Siedlung wurde nun auch ein kleiner Burgwall in Holzkasten/Rostbauweise auf der vorgelagerten Insel errichtet. Im Verlauf der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts wurde der Burgwall noch zwei Mal erneuert und erreichte im Endstadium einen Durchmesser von 50 m und war mindestens 7 bis 8 m hoch. Der kleine Burginnenraum hatte einen Durchmesser von nur 25 m. Am Innenwall angelehnt lagen kleine kasemattenartige Wohnbauten von 4 x 5 m, die als Unterkünfte der Burgbesatzung gedeutet wurden. Das einzige Zugangstor lag in allen Burgphasen im Südosten und war nur 1,3 m breit. Es handelte sich um einen tunnelartigen Zugang, der durch den breiten Wall in das Burginnere führte. Das kleine Zugangstor wurde am südöstlichen Inselrand mit einer bermenartigen Bastion mit Ankerbalken und einer Flechtwand gesichert. Diese erhöhte Holzkonstruktion sollte vermutlich das Tor gegen vom See her kommende Feinde schützen. In der Burgmitte konnten die Ausgräber ein 1,6 m rundes Loch mit kleinen Rollsteinen feststellen, das fälschlicherweise als Standort einer großen Götterstele interpretiert wurde. Es handelte sich eher um einen kreisrunden Brunnen, der zur Wasserversorgung der Burgleute diente. Es ist auch möglich, dass es sich um eine große Vorratsgrube handelte, in der Rollsteine gehortet wurden. Diese Rollsteine wurden bei einem Angriff auf die Burg als Wurfgeschosse verwendet, die man vom hohen Wall aus auf die Feinde werfen konnte. Die etwa 85 m lange und 3 m breite Holzbrücke der ersten Siedlungsphase wurde mehrmals erneuert und verband den Burgwall mit der befestigten Vorburgsiedlung. Etwa in der Mitte des Brückenverlaufs stand nun ein Brückenhaus, welches als Wächterhaus zu verstehen ist. Wer zum Burgwall wollte, wurde hier im Vorfeld kontrolliert. Dendrodaten von Burgwall und Brücke ergaben die Jahre um 955, um 975, um 983 und um 995. Der Burgwall hat also sicher erst in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts bestanden und war in jener Zeit der stark befestigte Machtort eines Lokalhäuptlings vom Stamm der "Warnower". In der Vorburgsiedlung saßen Händler, Handwerker und Bedienstete, die dem Burgherren unterstanden. Um das Jahr 1000 ging die Burgsiedlung nach einer erneuten Brandkatastrophe unter und wurde endgültig aufgegeben. Zu den archäologischen Funden der Ausgrabungen von 1973 bis 1980 zählten u.a.: Keramikscherben (Typ: Menkendorf mit 87,6 %, Typ: Groß Raden mit 4,8%, Typ: Woldegk mit 2,6 %, Typ: Weisdin mit 0,9 %, Typ: Teterow mit 1,1 % und Typ: Vipperow mit 0,9 %), 197 Messer, 5 Sporen, 5 Trensen, 11 Sicheln, 19 Dreilagenkämme, Gürtelhaken, 5 Äxte, 3 Fischspeere, Schlüssel, Scheren, Spinnwirtel aus Ton und Stein, Tierknochen, Wetzsteine, Leinen, Stricke, Holzkeulen, Hirsestampfen, Perlen aus verschiedenen Materialien, Nadeln,  9 Pfrieme, Schreibgriffel, Schlittknochen, Reste von Lederschuhen, Mahl- und Reibsteine, Messerscheiden und ein Sachsenpfennig von um/vor 1025. Heutige Berechnungen ergaben, dass man für die Errichtung des dreiphasigen Burgwalls insgesamt etwa 12.000 m³ Erde und 8000 Raummeter Holz benötigte. Man vermutet, dass die Erde für den Burgwall aus einer Grube entnommen wurde, die sich etwa 250 m nordwestlich vom Ringwall am heutigen Zugangsweg befindet. Sollte dies so gewesen sein, musste man die Erdmassen über einen Weg von knapp einen Kilometer Länge zum Burgwall transportieren! Ein Besuch des seit 1987 bestehenden Freilichtmuseums von Groß Raden ist sehr zu empfehlen, auch wenn der Ringwall meines Erachtens heute sehr lieblos dargestellt wird. Besser wäre es gewesen, man hätte den Ringwall von Groß Raden nach dem Vorbild vom rekonstruierten mittelslawischen Burgwall von Raddusch (Brandenburg) neu aufgebaut! Der Denkmalschutz und fehlende Gelder sind hier aber unüberwindbare Hürden. 
 
Erhaltungszustand: Der mittelslawische Burgwall Groß Raden war vor den ärchäologischen Untersuchungen sehr gut erhalten 
 
Lage               

zurück


Groß Roge

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Am stark verlandeten Ostufer des "Wotrumer Sees" liegen die schwachen Wallreste einer kleinen slawischen Niederungsburg. Der heute noch bis zu 700 m lange See war in slawischer Zeit etwas größer, sodass der Burgwall damals direkt am damaligen Seeufer gelegen haben könnte. Nach Luftbildern und alten Flurkarten zu urteilen, errichteten die Slawen die 60 bis 70 m große Ringwallburg auf einer damals natürlichen, fast nierenförmigen, kleinen Talsandinsel. Im modernen Laserscanbild ist der heute stark verschliffene Burgwall noch deutlich auszumachen. Der Burgwall dürfte durch die geringe Größe der mittelslawischen Zeit angehören. Seine Existenz kann also grob dem 10. Jahrhundert zugeordnet werden. Eine genaue Laufzeit der Anlage kann erst die moderne Archäologie klären! Interessant ist, dass sich nur etwa 800 m weiter nordöstlich eine weitere, wohl mittelslawische, Burganlage auf der Gemarkung von Zierstorf befindet (Burgwall Zierstorf „Schlossberg“). Diese etwa 80 x 60 m große Anlage liegt allerdings in Höhenlage und hat einen u-förmigen Grundriss. Durch die geringe Entfernung können die mittelslawischen Burgen von Groß Roge und Zierstorf nicht zeitgleich bestanden haben. Meiner Meinung nach war die Höhenburg von Zierstorf die Vorgängerburg. Die mittelslawischen Ringwälle des 10. Jahrhunderts lagen fast immer auf natürlichen Talsandinseln umgeben von feuchten Niederungen. Die Slawen wählten damals bewusst derartige Standorte für ihre Burgen aus, um fränkischen Angriffen mit modernen Belagerungsmaschinen zu entgehen.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage               

zurück


Groß Wokern (Vermutung)

Südöstlich des Dorfes am äußersten Rand des Wokerschen Holzes befindet sich ein alter slawischer Burgwall neben dem vielleicht auch eine slawische Siedlung existierte. Noch am Ende des 14. Jahrhunderts wird Klein Wokern als "Wendeschen Wukerd" bezeichnet. Allerdings gibt es auch Stimmen die behaupten, dass dieser Burgwall nicht slawischen Ursprungs sei. Genauere Untersuchungen haben bis heute nicht stattgefunden.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                 

zurück


Groß Woltersdorf

Lage der Burg zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Etwa 500 m nordwestlich von Groß Woltersdorf (bei Wismar) liegen die stark verschliffenen Überreste einer slawischen Burganlage. Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, handelte es sich um eine nahezu kreisrunde Anlage mit einem Durchmesser von 120 bis 130 m. Auf alten Flurkarten des späten 18. Jahrhunderts wird die Burgstelle als geschlossener Ringwall auf einer Insel dargestellt, die in einem Moor lag. Ob dieses Moor zur Slawenzeit ein See war, entzieht sich meiner Kenntnis. Heute ist eine insulare Lage nicht mehr nachvollziehbar. Durch neuzeitliche Eingriffe ist das Burgareal angelandet worden. Auf einigen modernen Luftbildern ist aber noch gut zu erkennen, dass die Burg auch im Osten von Wasser oder Sumpf umgeben gewesen sein muss. Ob es sich im Ursprung um eine vermutete frühslawische Burganlage handelte, muss die Archäologie klären. Sollte die Burg tatsächlich in einem See gestanden haben, wäre auch an eine spätslawische Inselburg zu denken.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage               

zurück


Groß Wüstenfelde

Im Jahre 1314 wurde der Ort Groß Wüstenfelde das erste Mal urkundlich erwähnt. Allerdings muss es schon sehr viel früher gegründet worden sein, wie der vorhandene slawische Burgwall im Ort beweist. Der Burgwall wurde im frühen 13. Jahrhundert von den Slawen aufgegeben und anschliessend von den deutschen Einwanderern zur frühdeutschen Burganlage umgebaut. Noch heute sind die Wälle der mittelalterlichen Burg gut erhalten und bis zu 8 m hoch. Im Innenbereich der einstigen Wehranlage befindet sich heute das um 1700 errichtete Gutshaus. Im Jahre 1590 fand im Kellergewölbe der deutschen Burganlage ein Hexenverhör statt, wie Überlieferungen mitteilen. Über die einstige slawische Wallburg kann man folgendes sagen: Sie wurde vom Stamm der Zirzipanen im 11. Jahrhundert angelegt und hatte einen runden Grundriss von mindestens 170 m Durchmesser. Im Innenraum der Burg gab es am Wall einen Wassergraben. Somit lag der Innenbereich der Burg auf einer künstlichen Insel. Weiterhin wird es nur ein Tor im südlichen Bereich der Wallburg gegeben haben, wo auch noch der heutige Zugangsweg zum Gutshaus liegt. Im Burgbereich lag sicher noch eine Art Vorburgsiedlung.

Lage                

zurück


Grubenhagen

Südöstlich von Grubenhagen im Landkreis Vorpommern-Greifswald liegen die bewaldeten Überreste einer großen zweigliedrigen Burganlage. Es handelt sich um einen bis zu 270 m großen äußeren Ringwall, in dessen zentraler Mitte ein weiterer 100 m großer Ringwall integriert wurde. Eine derartig angelegte Burgform stellt meines Erachtens eine Besonderheit im slawischen Burgenbau dar. Die beiden Burgteile scheinen nicht in einem Zuge errichtet worden zu sein, sondern stellen zwei zeitlich nacheinander errichtete Burgwälle dar. Die erste Burg bestand aus einem bis zu 270 m großen Ringwall, der in der frühslawischen Zeit von um 800 angelegt worden sein dürfte. Der innere, nahezu kreisrunde, Ringwall von 100 m Durchmesser war ein späterer Einbau. In welche Zeit er gehört, muss die moderne Archäologie klären.

Lage       

zurück


Grüttow

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Etwa einen Kilometer südöstlich von Grüttow (Vorpommern-Greifswald) liegen die stark verschliffenen Überreste eines slawischen Burgwalls (Fundplatz: Grüttow 3). Bereits in der Schwedischen Matrikelkarte von 1692 und auf dem Pommerschen Urmesstischblatt von 1835 wurde die Stelle als Burgwall verzeichnet. Seit dem 19. Jahrhundert wurde der Burgwall vollständig niedergeackert, sodass der Burgort erst in den 1960 er Jahren durch ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger wiederentdeckt wurde. Zu den bisherigen Funden zählen früh- bis spätslawische Keramikscherben der Typen: „Feldberg“, „Fresendorf“, „Vipperow“ und „Teterow“. Auch Tierknochen, Wetzsteine, ein Knochenpfriem, eine eiserne Messerangel und Reste eines Eiskrebses wurden gefunden. Von 1998 bis 2005 wurde das Areal mehrmals mit dem Metalldetektor abgesucht. Dabei kamen mehrere Messer, Eimerattaschen, 12 arabische Münzen des frühen 9. Jahrhunderts und verrostete Sporen zutage. 1972 beschrieb der Archäologe U. Schoknecht aus Waren/Müritz die Burg als eine durch Abschnittswall und Graben befestigte Anlage in Spornlage. Das moderne Laserscanbild lässt aber schwach erkennen, dass es sich eher um einen geschlossenen Ringwall von 100 bis 120 m Durchmesser handelte, der ganz am Ostende eines natürlichen Geländespornes errichtet wurde. Der halbinselartige Sporn ragt in eine feuchte Niederung hinein, die früher ein alter Nebenarm der Peene dargestellt haben könnte. Interessant ist, dass der Burgwall keine Vorburgsiedlung besaß. Außerhalb der befestigten Burgfläche konnten keinerlei Funde gemacht werden. Der slawische Burgwall von Grüttow hat nach Einschätzung der Archäologen wohl eine besondere Stellung innegehabt. War hier etwa eine Elite mit einer kleinen Eingreiftruppe ansässig, die den gut 5 Kilometer nordöstlich liegenden Handelsort von Menzlin in Gefahrzeiten schützen sollte? Südlich von Menzlin lag im 9./10. Jahrhundert eine große Handelssiedlung an der Peene. Die über 600 m lange Siedlung wurde von skandinavischen und slawischen Händlern bewohnt, die dem überregionalen Handel nachgingen. Eine hölzerne Brücke mit anschließendem Steindamm führte von der Siedlung nach Süden über die Peene. Über diesen Weg gelangten wohl auch die Slawen aus der Grüttower Burg zum Handelsort. Der Burgwall von Grüttow könnte im 9./10. Jahrhundert also als eine im nahen Hinterland liegende Schutzburg der Handelssiedlung verstanden werden. Der Handelsort Menzlin verlor allerdings im Verlauf des 10. Jahrhunderts an Bedeutung und könnte sogar ganz verlassen worden sein. Der Burgwall von Grüttow bestand nach den Funden zu urteilen aber bis in die spätslawische Zeit. Ob der Burgwall von Grüttow mit der um die Mitte des 12. Jahrhunderts mehrmals erwähnten Burg „Groswin“ identisch ist, muss Spekulation bleiben. Seit 2005 wird das Areal der alten Burg nicht mehr landwirtschaftlich beackert. Vor Ort ist heute nur noch ein etwa 0,3 m hohes Plateau zu erkennen. 

Lage

zurück


Gülzowshof

Südlich von Gülzowshof (Gemeinde: Loitz, Landkreis: Vorpommern-Greifswald) liegen die Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Gülzowshof 1) stellt einen u-förmigen Burgwall dar, der auf einem natürlichen flachen Plateau in einer sumpf- oder seeartigen Geländerinne angelegt wurde. Der Durchmesser der noch gut erhaltenen Anlage erreicht eine Ausdehnung von bis zu 80 m. Heute ist das Burgareal mit Bäumen und Sträuchern bestanden.

Lage               

zurück


Gützkow

„Schlossberg“

Am Nordrand der Altstadt von Gützkow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) liegen die Überreste einer slawischen Burganlage, die im 13. Jahrhundert zu einer mittelalterlichen Turmhügelburg samt Vorburg umgeformt wurde. Das Bodendenkmal wird heute auch als „Schlossberg“ bezeichnet. Der ursprünglich slawenzeitliche Burgwall geht vermutlich schon auf das 8./9. Jahrhundert zurück und stellte einen eingliedrigen, ovalförmigen Burgwall mit einem Durchmesser von etwa 200 (N-S) x 150 m (W-O) dar. Die Burgsiedlung wurde auf einer natürlichen Erhebung angelegt, die im Osten, Norden und Westen von der sumpfartigen „Swineniederung“ umgeben war. Je nach Jahreszeit konnte diese Niederung besonders im Osten der Burg auch partiell seeartig gewesen sein. Die befestigte Siedlung entwickelte sich im späteren 11. bis 12. Jahrhundert zu einem regionalen burgstädtischen Machtort im Lutizenland. Im Jahre 1128 besuchte der Bischof Otto von Bamberg die Gützkower Burgsiedlung im Zuge seiner zweiten Missionsreise. Der Missionar hatte schon zuvor die noch heidnischen Burgorte von Demmin, Usedom und Wolgast bekehrt und ließ dort christliche Kirchen errichten. Als er mit seinem Tross nach Gützkow (slawischer Name: Chozcho) kam, wurde er vom ansässigen Burgfürsten „Mizlaw“ würdevoll empfangen. Der Bischof ging sogleich seiner Mission nach und wollte einen kurz zuvor angelegten heidnischen Tempel abreißen lassen. Die slawischen Bewohner beklagten sich beim Bischof, dass sie für die Errichtung dieses kunstvollen Tempels eine große Geldsumme zahlen mussten. Sie erbaten, dass man den neuen Tempelbau doch als christliche Kirche weiter nutzen könnte. Der Bischof lehnte diesen Vorschlag ab und beteiligte sich selbst beim Abriss dieses Bauwerkes. An gleicher Stelle wurde nun eine christliche Missionskirche erbaut, von der aus die heidnischen Bewohner christianisiert wurden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit lag der slawische Tempel anstelle der heutigen Pfarrkirche St. Nikolai, die auf dem südlich vorgelagerten „Stadtberg“ liegt. In den Jahren 1164 und 1177 kam es zu deutsch-dänischen Angriffen gegen die Gützkower Burg, die kurz darauf endgültig unterging. Im 13. Jahrhundert wurde der zerstörte slawische Burgwall durch einen 12 bis 15 m breiten Graben zweigeteilt. Das Nordareal wurde mit der Erde des ausgehobenen Grabens zu einer Turmhügelburg umgestaltet. Das abgetrennte Südareal diente nun als befestigte Vorburgsiedlung. Diese deutsche Burg blieb bis in das späte Mittelalter in Nutzung. Über längere Zeit war der Schlossberg völlig zugewachsen und unkenntlich. Heute wird er regelmäßig gepflegt und ist mit einer Infotafel ausgestattet.

Lage          

zurück


Hohenbüssow

"Großer" und "Kleiner" Burgwall

Etwa 1,4 Kilometer südöstlich der Hohenbüssower Dorfkirche (Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die Überreste von gleich zwei slawischen Höhenburgen, die ich als "Großen" und "Kleinen" Burgwall bezeichne. Der "Große Burgwall" hat einen ovalförmigen Grundriss und ist etwa 150 x 95 m groß (Fundplatz: Hohenbüssow 4). Die heute unbewaldete Burgfläche erreicht eine Ausdehnung von gut 1,1 ha und erhebt sich noch um 6 bis 7 m über das umliegende Gelände. Ein 3 bis 4 m hoher Wallrest ist nur noch an der Nordostseite zur Tollenseniederung erhalten geblieben. Die übrigen Seiten sind heute walllos und stellen ein hoch liegendes, planiertes Burgplateau dar. Im modernen Laserscanbild ist zu erkennen, dass der "Große Burgwall" einst von einer geschlossenen Holz-Erde-Befestigung umgeben war. Der "Große Burgwall" könnte im Westen einen vorgelagerten Riegelwall besessen haben. Das Laserscanbild zeigt dort einen heute verschliffenen Abschnittswall, der leicht bogenförmig und ca. 250 m lang war. Auch östlich des Burgwalls könnte es einen derartigen Vorburgwall von unter 200 m Länge gegeben haben. Ob es diese Abschnittswälle westlich und östlich des "Großen Burgwalls" aber wirklich gab, muss die moderne Archäologie klären. Etwa 50 bis 60 m südlich des "Großen Burgwalls" liegen die Überreste einer weiteren Burganlage (Fundplatz: Hohenbüssow 1). Der heute bewaldete "Kleine Burgwall" ist auf einem natürlichen Geländesporn errichtet worden und hat einen ovalförmigen Außendurchmesser von etwa 80 (W-O) x 50 m (N-S). Das 7 bis 8 m hohe Burgareal war eher klein und erscheint heute planiert und walllos. Das moderne Laserscanbild zeigt aber an, dass der "Kleine Burgwall" ebenfalls eine Wallbefestigung besaß. Im Süden scheint ein Teil der Befestigung abgetragen worden zu sein, denn dort setzt der ovalförmige Ringwall aus. Vermutlich wurden die Areale des "Großen" und "Kleinen" Burgwalls in früheren Zeiten landwirtschaftlich genutzt, wobei große Teile der Wallanlagen abgetragen und eingeebnet wurden. Bei meinen mehrmaligen Besuchen der beiden Burgareale konnte ich Keramikscherben der "Feldberger" und "Menkendorfer" Art beobachten. Demnach stammen die beiden Burgen aus der früh- bis mittelslawischen Zeit. Da bis heute moderne archäologische Ausgrabungen ausstehen, ist die Deutung der benachbarten Höhenburgen noch schwierig. Meiner Meinung nach kann man die Burgen von Hohenbüssow folgendermaßen interpretieren:

Der "Große Burgwall" war sicher die erste Befestigung, die in den Jahrzehnten um 800 entstand. Die slawischen Erbauer errichteten den ovalförmigen Burgwall am Ostende eines plateauartigen Geländespornes. Etwa 50 m westlich des Burgwalls wurde ein leicht bogenförmiger Abschnittswall von ca. 250 m Länge errichtet, der Angreifer von dieser Seite abhalten sollte. Etwa 40 m östlich der Höhenburg lag vermutlich ein leicht bogenförmiger Abschnittswall von unter 200 m Länge, der einen feindlichen Angriff von der Tollenseniederung abwehren sollte. Der "Große Burgwall" war eine feldbergzeitliche Höhenburg von bis zu 150 x 95 m Durchmesser, die im Westen und Osten mit langen "Riegelwällen" abgesichert war. In der Burg residierte ein hoher Lokalhäuptling vom Stamm der "Tollenser", der das nahe Tollensetal aus erhöhter Position überwachte. Ob der Burgherr einen vermuteten, etwa 500 m östlich liegenden Tollenseübergang im Bereich des heutigen Ortes Tückhude überwachte, muss reine Spekulation bleiben. Ebenfalls unsicher ist, in welcher Beziehung der "Große Burgwall" von Hohenbüssow mit dem etwa 4 Kilometer weiter südöstlich liegenden Burgwall von Klempenow an der Tollense stand. Nach den keramischen Hinterlassenschaften zu urteilen, könnten die feldbergzeitlichen Burgen von Hohenbüssow und Klempenow im 9. Jahrhundert zeitgleich bestanden haben und stellten vermutlich militärische Befestigungen zur Sicherung von Flussübergängen dar. Um/nach 850 bis 900 dürfte der "Große Burgwall" aufgegeben worden sein. Ob die gewaltsame Zerstörung mit ostfränkischen Angriffen oder mit innerslawischen Unruhen in Verbindung steht, kann nicht mehr geklärt werden. Seit dem letzten Drittel des 9. Jahrhunderts entstanden nun viel kleinere Burganlagen, die oftmals in Niederungen, mitunter aber auch in Spornlagen errichtet wurden. Der auf einem Geländesporn errichtete "Kleine Burgwall" von Hohenbüssow war sicher eine mittelslawische Nachfolgeburg des späten 9. bis 10. Jahrhunderts, in der ein lokaler Häuptling seinen Herrschaftssitz hatte. Vermutlich kontrollierte dieser Burgherr auch weiterhin den nahen Tollenseübergang. Infolge seiner geringen politischen und militärischen Macht konnte er nur einen kleineren Landstrich beherrschen und besaß demzufolge auch nur eine kleine Burg. Im direkten Umfeld des "Kleinen Burgwalls" von Hohenbüssow lagen weitere mittelslawische Kleinburgen, die anhand von Oberflächenfunden ebenfalls in das späte 9. bis 10. Jahrhundert datiert werden. Etwa 2,5 Kilometer südwestlich des "Kleinen Burgwalls" liegt der erst im Jahre 1997 entdeckte mittelslawische Burgwall von Golchen (Fundplatz: Golchener Forst 67). Er hat einen Außendurchmesser von 65 x 50 m und wurde auf einer natürlichen Geländekuppe errichtet, die von sumpfartigen Niederungen umgeben war. Etwa 2 Kilometer südöstlich vom "Kleinen Burgwall" von Hohenbüssow liegt die überwiegend mittelslawische Niederungsburg von Groß Below (Fundplatz: Groß Below 1, "Schlossberg"). Sie hatte einen ovalen Außendurchmesser von 90 m und lag direkt am Ostufer des ursprünglichen Tollenseflusses. Etwa 5,7 Kilometer nordwestlich vom "Kleinen Burgwall" von Hohenbüssow lag der ebenfalls mittelslawische Niederungsburgwall von Buchholz (Fundplatz: Buchholz 1). Er war etwa 50 bis 60 m groß und lag auf einer natürlichen Talsandinsel, die in einer sumpfartigen Abflussrinne zum Tollensetal lag. Ob die kleinen mittelslawischen Burganlagen von Hohenbüssow ("Kleiner Burgwall"), Groß Below ("Schlossberg"), Golchen ("Burgwall Golchener Forst") und Buchholz zur selben Zeit oder nacheinander bestanden, kann ohne moderne archäologische Untersuchungen nicht geklärt werden. Eine so hohe Konzentration von früh- bis mittelslawischen Burgwällen am Tollensefluss ist aber sehr auffallend.

Wer die beiden Burgwälle von Hohenbüssow heute besuchen will, sollte sich nur die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Zwischen Ludwigshöhe und Hohenbüssow verläuft ein einspuriger Plattenweg durch den Wald, der mit dem Auto noch gut befahrbar ist. Von dieser Strasse muss man nun etwa 700 m nach Nordosten zu Fuß gehen und gelangt schließlich zum schon aus der Ferne erkennbaren "Großen Burgwall".

Erhaltungszustand: "Großer Burgwall": gut 

Lage            

Erhaltungszustand:  "Kleiner Burgwall": gut  

Lage

zurück


Hohen Sprenz

Etwa 800 m östlich von Hohen Sprenz (Landkreis Rostock) ragt eine bewaldete Halbinsel in den sogenannten „Hohensprenzer See“, die auch als „Die Weding“ bezeichnet wird. An der schmalsten Stelle dieser Halbinsel befindet sich ein leicht bogenförmiger Abschnittswall von 75 m Länge, der eine natürliche Erhebung künstlich abriegelte. Das Bodendenkmal wird heute unter der Gemarkung vom Ort Dudinghausen geführt (Fundplatz: Dudinghausen 1). Der Abschnittswall ist noch bis zu 5 m hoch, 15 m breit und besaß auch einen wasserführenden Außengraben. Aus welcher Zeit die befestigte Halbinselsiedlung stammt, muss die moderne Archäologie klären. Der „Hohensprenzer See“ wird in alten Flurkarten des späten 18. Jahrhunderts noch als „Der große See“ bezeichnet.

Lage                 

zurück


Hungerstorf

Etwa 1,2 Kilometer nordwestlich von Hungerstorf (Gemeinde: Faulenrost, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die bereits stark verschliffenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Vor Ort ist nur noch ein unscheinbarer Wiesenhügel von 1 bis 1,5 m Höhe erhalten geblieben, der bis heute als Kuhweide genutzt wird. Noch sehr deutlich erkennbar ist das Bodendenkmal im modernen Laserscanbild. Demnach hatte der Burgwall einen hufeisenförmigen Grundriss und ist maximal 175 (N-S) x 170 m (W-O) groß. Das Bodendenkmal erstreckt sich heute auf einer Fläche von etwa 2,3 ha. Die slawischen Erbauer errichteten ihre Burg etwa in der Mitte einer natürlichen Talsandfläche, die heute den Flurnamen "Teußelhorst" trägt. Die Burgform wurde vermutlich der damaligen Geländesituation angepasst. Wo das ehemalige Zugangstor lag, lässt sich heute nicht mehr eindeutig erkennen. Ein dammartiger Zugang könnte zur Mitte des Südwalles geführt haben. Bisher fanden noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort statt (Stand: 2019). Allein durch die Größe könnte es sich um eine frühslawische Niederungsburg des 9. Jahrhunderts gehandelt haben. Untersuchungen an zeitgleichen Burgen ergaben eine Entstehungszeit von um 800. Die verschliffenen Wallreste der Hungerstorfer Niederungsburg sind stellenweise bis zu 30 m breit. Demnach muss der Burgwall während seiner Nutzungszeit einige Ausbauphasen erlebt haben. Östlich bis nordöstlich der Burg verläuft  noch heute die unbegradigte "Kittendorfer Peene". Dieses bachartige Gewässer könnte in der Slawenzeit eine Art natürliche Grenze dargestellt haben. Auch die nur etwa 2,3 Kilometer weiter südöstlich liegende Niederungsburg von Clausdorf (Fundplatz: Clausdorf 1) liegt nahe dieses Gewässers. Der etwa zur Hälfte zerstörte Clausdorfer Burgwall war vermutlich eine spätere Nachfolgeburg des 10. bis 11. Jahrhunderts. Ob diese beiden Burgwälle zu den "Tollensern" oder "Zirzipanen" gehörten, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen.

Erhaltungszustand: mittel


Lage    

zurück


Ilow

„Ilenburg“

Etwa 800 m südlich von Ilow (Gemeinde Neuburg, Nordwestmecklenburg) liegen die verschliffenen Überreste einer großen slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal wird auch als „Wallberg“ oder „Ilenburg“ bezeichnet (Fundplatz: Ilow 2). Das bis heute landwirtschaftlich beackerte Burgareal erreicht eine maximale Ausdehnung von bis zu 250 m (SW-NO) und ist stellenweise noch über 6 m hoch. Diese Burganlage wurde vermutlich schon im Verlauf des 11. Jahrhunderts angelegt und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer bedeutenden Hauptburg der jeweiligen Obodritenfürsten. Die in einem ehemaligen flachen See oder sumpfigen Moor angelegte Burg hatte einen längsovalen Durchmesser von mindestens 200 m und verfügte auch über eine leicht befestigte Vorburgsiedlung, die gleich nordöstlich des Burgwalls lag. In der Slawenchronik des Pfarrers Helmold von Bosau wird der Burgort Ilow im Jahre 1160 erstmals schriftlich erwähnt. Demnach brach der Obodritenfürst Niklot einen vereinbarten Frieden mit den Dänen und Sachsen. Die Söhne des Slawenfürsten, Pribislaw und Wertislaw, unternahmen im Sommer des Jahres 1160 einen Angriff auf den Ort Lübeck. Als der sächsische Herzog Heinrich der Löwe davon erfuhr, zog er mit einem sehr großen Heer gegen die aufständischen Obodriten. Der Obodritenfürst Niklot verschanzte sich mit seinen Söhnen in die Burg Werle an der Warnow und ließ zuvor all seine Burgorte anzünden (Burgwall Mecklenburg, Burgwall Flessenow, Burgwall Ilow und Burgwall Schwerin). Der Obodritenfürst Niklot wurde im Herbst 1160 in einen sächsischen Hinterhalt gelockt und in der Nähe seiner Burg Werle getötet. Als seine Söhne Pribislaw und Wertislaw vom Tod des Vaters erfuhren, zündeten sie auch die Burg Werle an und flüchteten in die nahen Wälder. Heinrich der Löwe ließ die zerstörten slawischen Burgen von Schwerin, Mecklenburg und Ilow erneuern und setzte dort kampferfahrene Grafen mit einer Besatzung ein. 1164 belagerte der Sohn Niklots, Pribislaw, erfolglos die Burg Ilow, nachdem er mit seinen Truppen den Burgwall Dorf Mecklenburg einnehmen konnte. Er wollte sich Heinrich dem Löwen nicht unterwerfen und versuchte ehemals obodritische Fürstenburgen zurückzugewinnen (Mecklenburg, Ilow, Malchow, Quetzin). Daraufhin zog Heinrich erneut gegen Pribislaw in den Kampf und verfolgte ihn bis nach Malchow, wo man Wertislaw als Rache aufhängen ließ. Nun flüchtete Pribislaw zur Burg Demmin und kurze Zeit später kam es zur Schlacht am Kummerower See, die die Slawen vernichtend verloren. Pribislaw gab später auf und unterwarf sich Heinrich dem Löwen. Um 1300 gab man die Burg Ilow endgültig auf.

Lage                 

zurück


Ivenack

1. Insel im Ivenacker See (Vermutung)

Im Ivenacker See bei Stavenhagen befindet sich eine bewaldete Insel von 180 m Länge und maximal 100 m Breite. Laut einigen Quellen vermutet man hier eine ehemalige slawische Inselburg, die als Rückzugsort gedient haben könnte. Beweise dafür liegen aber noch nicht vor. Dennoch könnte sich die Insel als Burgstätte sehr gut angeboten haben. Der Ortsname Ivenack stammt von dem slawischem Wort "Iva" ab und bedeutet soviel wie "Weidenort". Verdächtig ist auch der Umstand, dass am Nordende des Sees ein kleines mittelalterliches Kloster bestand, welches der Christianisierung der Slawen diente. Solche Klöster wurden oft in der Nähe ehemaliger heidnischer Kultplätze angelegt. Ob hier nun wirklich eine alte Burg bestand oder nur eine einfache Inselsiedlung, ist noch nicht genau geklärt. Oberflächenfunde auf der Insel erbrachten Keramiken der mittel- bis spätslawischen Zeit (Typ Fresendorf, Teterow, Vipperow und Bobzin). Auch mittelalterliche Keramiken aus der Zeit des 13./14. Jahrhunderts wurden beobachtet, die auf die erneute Nutzung der Insel in jener Zeit hindeuten. Am Ostufer des Sees wurden im Jahr 2012 Keramikscherben auf einem halbinselartigen Vorsprung beobachtet, die auf eine Siedlung hindeuten. Nach meiner Meinung könnte von dieser Siedlung eine Brückenverbindung zur Insel bestanden haben. Circa 3 Kilometer weiter nordöstlich befindet sich ebenfalls eine mögliche Burgstelle aus der Slawenzeit, die ich noch nicht publiziert habe, da entgültige Beweise fehlen.

Lage           

2. "Augraben" (Vermutung)

Ein von mir vermuteter slawischer Burgwallrest liegt nördlich von Ivenack direkt am begradigten "Augraben". Bei meinen Besuchen 2009 und 2015 konnte ich keinerlei Keramikscherben oberflächlich vorfinden. Der Pächter der umliegenden Wiesenflächen erzählte mir, dass die baumbestandene Stelle seit langer Zeit als Sand- und Kiesgrube genutzt wird. Dennoch hat man vor Ort den Eindruck, dass hier die Reste eines Burgwalles liegen. Die vermutete Burgstelle lag in der Slawenzeit inmitten einer feuchten Niederung. Im nördlichen Verlauf des Augrabens liegen weitere slawische Befestigungen (Lindenberg, Utzedel, Ganschendorf).

Lage

zurück


Janow

1. Burgwall "Schwedenschanze"

Etwa drei Kilometer südlich von Janow (Gemeinde: Spantekow, Landkreis: Vorpommern-Greifswald) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer zweigliedrigen, slawischen Höhenburg. Das heute versteckt liegende Bodendenkmal (Fundplatz: Janow 28) trägt den Flurnamen "Schwedenschanze" und wurde erst im Jahr 1982 von P. Virkus als solches erkannt. Es handelt sich um einen geschlossenen, leicht viereckförmigen Burgwall, der auf einem stark abfallenden Geländesporn zum "Großen Landgraben" hin errichtet wurde. Die bewaldete Hauptburg erreicht eine Gesamtausdehnung von bis zu 155 (N-S) x 100 m (W-O) und erstreckt sich über eine Fläche von gut 1,2 ha. Der umgebene Burgwall überragt die Innenfläche stellenweise noch um 3 bis 4 m. Südlich der "Höhenburg" lag ein bis zu 170 m langer Vorburgwall, der im modernen Laserscanbild noch deutlich zu erkennen ist. Dieser vorgelagerte "Riegelwall" verläuft von Westen her hangaufwärts bis zur höchsten und schmalsten Stelle des Geländespornes und von dort aus weiter hangabwärts in Richtung Nordosten zur heutigen Niederung. Diese bogenförmige Vorbefestigung sollte wohl Feinde abhalten, die sich von Süden her unterhalb der Burg hätten annähern können. Ein ganz ähnlicher, über hohe Geländekuppen verlaufender Vorburgwall ist auch von der frühslawischen Höhenburg bei Wittenborn (Fundplatz: Wittenborn 1, Mecklenburg-Vorpommern) bekannt geworden, der mit gut 300 m Ausdehnung noch viel länger war. Die Innenfläche der Janower "Schwedenschanze" ist bedingt durch die natürliche Geländesituation zur Niederung des "Großen Landgrabens" stark abfallend. Der Südwall der Hauptburg liegt so etwa 10 bis 15 m höher als der Nordwall der Befestigung. Bisher sind nur Oberflächenfunde vom Burgareal bekannt geworden, die auf eine frühslawische Besiedlung schliessen lassen. Gefundene Keramikscherben konnten dem "Feldberger Typ" zugeordnet werden und gehören in das 9. Jahrhundert. Die zweigliedrige Höhenburg von Janow ist damit ein weiterer Vertreter der frühslawischen Höhenburgen der "Feldbergzeit". In der in Holz-Erde-Konstruktion befestigten Burg saß sicher ein hoher lokaler Slawenhäuptling, der von seinem befestigten Sitz aus die umliegenden Gebiete beherrschte. Ob der jeweilige Burgherr auch eine Wegführung durch die Niederung des "Großen Landgrabentals" überwachte, muss Spekulation bleiben. Wer die stark bewaldete Burganlage im sogenannten "Heideholz" besuchen will, sollte sich die kälteren Wintermonate dafür aussuchen. Bis in die 1950 er Jahre war das Hauptburgareal noch schwächer bewaldet. 

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage                   

2. "Veste Landskron" (Vermutung)

Eine wahre Attraktion der Gegend bei Janow/Neuendorf ist die alte Burgruine Landskron am großen Landgraben. Sie ist die besterhaltendste ihrer Art in Norddeutschland. Sie wurde ab 1576 errichtet und nach drei Jahren Bauzeit fertiggestellt. Leider war sie ab 1699 schon verfallen. Was allerdings aus meiner Sicht erstaunlich ist, ist die überlieferte Angabe, dass die Herren diese Burg Landskron auf einer künstlich geschaffenen Insel errichteten, die schon vorher  als Burg befestigt war und in die Wendenzeit zurückgehen soll. Es handelte sich nach diesen Angaben also um eine slawische Inselburg! Diese war zu Baubeginn der Feste Landskron längst verfallen. Dennoch wird man sie als solche erkannt haben und die Bauherren der Feste fanden diesen Platz ideal für ihre neue Steinburg. Die Vermutung hatte ich schon länger, dass hier einst eine slawische Anlage gestanden haben muss. Der große Landgraben war in alten Zeiten schon immer ein Grenzfluss, der Pommern und Mecklenburg trennte. Und der musste verteidigt werden. Im weiteren Verlauf des Landgrabens und der Tollense gibt es weitere Slawenburgen, die eine ähnliche Aufgabe übernahmen. Wahrscheinlich ist diese Burg hier anstelle der heutigen Burgruine Landskron die Nachfolgeburg der altslawischen Höhenburg, die sich ca. 700 m südlich  befindet. Allerdings müssten archäologische Untersuchungen vor Ort einen Beweis erbringen, der diese Theorie unterstützt! Es könnte sich auch um den Rest einer frühdeutschen Burg auf der Insel handeln, allerdings bauten die Deutschen eher selten auf Inseln ihre "Motten". Es sieht wie gesagt eher nach einer slawischen Inselburg aus, die inmitten von überfluteten Wiesen und Mooren des ehemals viel größeren Landgrabens lag. Diese muss nach dem 9. Jahrhundert dort gestanden haben, nachdem man die alte Fluchtburg in der Nähe aufgab. Wie genau diese Inselburg aussah, kann man nur vermuten! Schriftlich gibt es da leider keine Überlieferungen. Interessant ist vielleicht noch, dass sich ganz in der Nähe der Inselburg ein slawisches Dorf namens Damerow befand, welches bis heute nicht überdauert hat. Dieses könnte eng mit der ehemaligen slawischen Inselburg in Verbindung gestanden haben.

Lage

zurück


Jatzke

Etwa 500 m südöstlich der Dorfkirche von Jatzke (Gemeinde: Eichhorst/Friedland, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das bewaldete Bodendenkmal (Fundplatz: Jatzke 1) besteht aus einer rundovalen Hauptburg und einem nach Nordosten vorgelagerten, stark bogenförmigen Vorburgwall. Die Hauptburg (Wallumfang ca. 240 m) erreicht einen heutigen Außendurchmesser von bis zu 110 (NW-SO) x 60 m (W-O) und ist etwa 4.500 m² groß. Der Vorburgwall hat eine Länge von ca. 180 m und schützte ein Areal von gut 2.800 m². Die zweigliedrige Burgfläche ist insgesamt bis zu 125 x 125 m groß und erstreckt sich über ein Areal von gut 1 ha. Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, errichteten die slawischen Erbauer ihre Burganlage auf einer ehemaligen Halbinsel, die in einen heute verlandeten See ragte. Dieser See wird in alten Flurkarten des 18. Jahrhunderts noch als wasserführendes Gewässer dargestellt. Die ehemalige Zugangsseite zur Burgsiedlung lag im Nordosten. Leider wurde der Hauptburgwall im Südwesten zu einem kleinen Teil abgetragen. Dennoch ist die gesamte Burganlage von Jatzke noch sehr gut erhalten geblieben und bis zu 3 m hoch. Zu kleineren archäologischen Ausgrabungen kam es in den späten 1970 er Jahren unter der Leitung von Volker Schmidt (1942-2002). Mit Unterstützung des Jugendclubs "Heinrich-Schliemann" konnte auch ein unbefestigtes Vorburgareal gleich westlich der Hauptburg aufgedeckt werden (Fundplatz: Jatzke 10). Hier lagen locker gestreute Wohn- und Arbeitsstätten von Handwerkern und sonstigen Bediensteten. Der stark bogenförmige Vorburgwall sollte wohl in erster Linie einen Feind von der Hauptburg abhalten. Das wallgeschützte Vorburgareal war sehr klein und bot nur wenigen Hütten Platz. Noch kleiner wurde die befestigte Vorburgfläche, als man den Vorburgwall erneuern musste. Dabei wurde ein breiter Erdentnahmegraben am Innenwall angelegt, der die schon sehr kleine Vorburgfläche noch mehr schrumpfen ließ. Aus diesem Grund verlagerte man wohl die Handwerkerplätze auf die noch freien Bereiche der ehemaligen Halbinsel. Die zweigliedrige Burg konnte bisher nur anhand von wenigen Keramikscherben datiert werden. Diese belegen eine Nutzungszeit im 10. bis frühen 11. Jahrhundert. Meiner Meinung nach dürfte es sich aber um eine überwiegend mittelslawische Burgsiedlung gehandelt haben, die um/nach 900 entstand. Mit einer heutigen Ausdehnung von bis zu 110 m erscheint die Hauptburg für die Zeit des 10. Jahrhunderts als doch recht groß. Interessant ist, dass auch die mittelslawischen Burgwälle von Glienke (8 Kilometer leicht südwestlich) und Friedland (7,5 Kilometer nördlich) deutlich größer waren, als die typischen Ringwälle jener Epoche. Der heute mit der A 20 überbaute Burgwall von Glienke hatte eine Innenfläche von 70 x 65 m und war vom einem fast viereckigen Burgwall von bis zu 14 m Breite umgeben. Zusätzlich umgab ein 9 bis 12 m breiter Außengraben die Burganlage. Damit erreichte die mittelslawische Befestigung von Glienke im Endstadium einen Gesamtdurchmesser von fast 100 m! Auch der heute überbaute Burgwall von Friedland soll im Endstadium gut 1 ha groß gewesen sein. Eine weitere, recht große mittelslawische Burg lag östlich von Presenchen (Brandenburg), die leider dem DDR-Braunkohletagebau weichen musste. Der dortige Burgwall (Dendrodaten von 886 bis 975) war im Endstadium bis zu 85 m groß und erreichte mit dem breiten Außengraben ebenfalls um die 100 m Gesamtdurchmesser. Die relativ große Hauptburg von Jatzke ist also nicht untypisch für das 10. Jahrhundert. Die vermutlich im Stammesgebiet der "Redarier" liegenden Burgwälle von Jatzke, Glienke, Friedland und auch Pleetz (Ringwall von 60 m Durchmesser) dürften in der Zeit zwischen 936 und 957-60 untergegangen sein. Für jene Jahre sind mehrere ostfränkische Feldzüge gegen die aufständischen "Redarier" urkundlich belegt. Am südlichen Außenwall der Hauptburg von Jatzke liegt heute ein sehr kleines Steinkistengrab. Dieses wurde vermutlich erst im 19. Jahrhundert errichtet, als man das gesamte Burgareal parkartig nutzte. Wer den noch sehr sehenswerten Burgwall von Jatzke heute besuchen will, sollte sich wie immer die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Im Sommer ist das Burgareal stark verwuchert.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage                   

zurück


Kagenow (Vermutung)

"Schanzberg"

Vermutete Lage des Burgwalls im Google Luftbild von 2001

Eine vermutete slawische Burg befand sich etwa 1,6 Kilometer nordnordöstlich von Kagenow (Gemeinde Neetzow-Liepen im Landkreis Vorpommern-Greifswald). Der Ort nahe der Peene trägt heute den Flurnamen "Schanzberg". Oberirdisch ist von dem Bodendenkmal nichts mehr erhalten geblieben. Vermutlich wurde diese Wallanlage von der Landwirtschaft gänzlich abgetragen. Der Ortsname Kagenow soll im slawischen "Kiefernbusch" bedeuten. Vermutlich führte bereits in der Slawenzeit eine Furt/Brücke über die Peene zum nahen Burgort Gützkow. Vielleicht wurde diese Furt von dem Burgwall bei Kagenow kontrolliert/bewacht?

Lage

zurück


Kargow

Etwa 350 m nordnordwestlich der Dorfkirche von Kargow-Unterdorf (Gemeinde: Kargow, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die nur noch schwach erkennbaren Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Kargow 12) wurde erstmals im Jahre 1960 besichtigt und als slawische Burgstelle interpretiert. Es handelt sich um eine halb- bis inselartige Erhöhung am Ostufer des "Hofsees", die noch einen Durchmesser von 120 bis 130 m besitzt. Im 18. und 19. Jahrhundert war das Areal mit wenigen Häusern bebaut, die zu einer neuzeitlichen Glashütte gehörten. Im Jahre 1976 wurden keramische Oberflächenfunde vom Burgareal gemeldet, die aus der spätslawischen (Typ: Vipperow) und frühdeutschen Zeit (harte Grauware) stammen. Auch viele Glasgefäßreste wurden beobachtet, die vermutlich Abfälle der neuzeitlichen Glashütte darstellen. Auf alten Flurkarten wird das Areal gleich nördlich der Burgstelle als "Wallwiese" bezeichnet. Im modernen Laserscanbild ist zu erkennen, dass von der halb- bis inselartigen Erhöhung ein künstlich angelegter Damm von ca. 100 m Länge in Richtung Nordosten verläuft. Ob dieser aus der Slawenzeit oder aus der späteren Neuzeit stammt, entzieht sich meiner Kenntnis. Unklar ist ebenfalls, ob die vermutete Slawenburg die ganze Talsandinsel einnahm. Moderne Ausgrabungen stehen hier noch aus (Stand: 2019).

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                   

zurück


Karow

Drei Kilometer nördlich des Ortes Karow im Landkreis Ludwigslust-Parchim befindet sich der "Bebersee". An seinem Westufer befindet sich im Moor eine Erhebung mit Wallresten. Slawische Scherben deuten auf die ehemaligen Erbauer dieser Niederungsburg hin.

Lage    

zurück


Käselin

Circa einen Kilometer südwestlich von Käselin bei Dambeck liegt eine slawische Niederungsburg. Die Burg bestand aus einer westlichen Vor- und einer kleineren Hauptburg. Die Wälle waren bogenförmig und sind heute flach erhalten. Die Burg trägt den Flurnamen "Panschenborg" und liegt heute im Wald.

Lage 

zurück


Kastorf

„Alte Schanze“

Ein gut erhaltener mittelslawischer Burgwall liegt etwa 1,5 Kilometer östlich von Kastorf am Westufer des „Kastorfer Sees“. Das Bodendenkmal trägt heute auch die Flurbezeichnungen „Alte Schanze“ oder „Runder Wall“. Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, ist die Burg etwa 60 bis 70 m groß und hatte einen ovalen bis viereckigen Grundriss. Vermutlich folgten die ehemaligen Erbauer dem damaligen Uferverlauf, sodass der Wall an den geraden Seeseiten eher viereckig angelegt wurde. Die Burganlage wurde am Ende einer langen inselartigen Erhebung erbaut, die im Osten durch den See und im Westen durch Sumpf und Moor geschützt war. Der Wasserstand des „Kastorfer Sees“ lag im 9./10. Jahrhundert etwa 1,0 bis 1,5 m über dem heutigen Niveau, sodass der umgebene Burggraben mit dem See verbunden war. Das einzige Zugangstor lag im Südwesten und ist dort noch an einer kleinen „Delle“ erkennbar. Das Laserscanbild lässt im Bereich des Tores zudem einen kurzen bogenförmigen Riegelwall erahnen, der heute vollständig verschliffen ist. Ob es ihn aber wirklich gab, ist nur meine persönliche Vermutung! Kleinere Ausgrabungen in den 1980 er Jahren unter der Leitung von Dr. Volker Schmidt ergaben überwiegend Menkendorfer Keramik und Tierknochen, sowie zwei nahe offene Vorburgsiedlungen. Leider wurde der Burgkessel im Laufe der letzten Jahrhunderte vollständig verfüllt, sodass die heutige Burgoberfläche ein planiertes Plateau darstellt. Im 19. Jahrhundert soll das Burgareal landwirtschaftlich genutzt worden sein, wobei die Wallkrone vermutlich gänzlich abgetragen wurde. Bis in die 1990 er Jahre wurden auf dem Burgareal jährliche Dorffeste abgehalten. Um das etwa 4 bis 5 m hohe Areal besser erreichen zu können, wurde damals eine kleine Betontreppe an der Ostseite angelegt. Auch das Fundament einer Freilichtbühne war bei meinen ersten Besuchen im Jahr 2002 noch auf der Burgfläche vorhanden. Heute ist nur noch die Treppe vorhanden, über die man das inzwischen bewaldete Burgplateau erkunden kann. Die mittelslawische Kleinburg war die Nachfolgeburg des großen dreigliedrigen Burgwalls von Wildberg, der am gegenüberliegenden Ostufer lag. Der Wildberger Burgwall stammt aus der frühslawischen Epoche und dürfte um/nach 800 errichtet worden sein und war einige Jahrzehnte in Nutzung. Der kleine Burgwall von Kastorf war sicher der stark befestigte Sitz eines lokalen Häuptlings von Stamm der Tollenser, der im letzten Drittel des 9. Jahrhunderts angelegt wurde und nach mehreren Ausbauphasen bis in die Mitte des 10. Jahrhunderts bestand. Eine genaue Laufzeit der Burg kann erst die moderne Archäologie klären. Interessant ist, dass auf der nahen Insel im „Kastorfer See“ bereits in der früh- bis mittelslawischen Zeit eine Siedlung lag, die sich nach den Funden zu urteilen im Laufe der Zeit zu einem überregionalen Marktort entwickelte. Diese Inselsiedlung besaß sogar eine Brückenverbindung, die nach Nordosten zum alten frühslawischen Wildberger Burgwall verlief. Tauchuntersuchungen von 1988 und 2002 konnten in 8 bis 9 m Wassertiefe mehrere hölzerne Brückenpfähle nachweisen, die in den Jahren 876, 895 und 936 gefällt wurden. Die mit dem Festland verbundene Inselsiedlung hat also zeitgleich mit dem kleinen Burgwall bestanden! Nach meiner Meinung saß im kleinen Burgwall ein Lokalherr, der auch den Marktort auf der Insel errichten ließ und ihn von seiner Burg aus überwachte. Seit der verlorenen Schlacht von Lenzen an der Elbe im September 929 wurden die slawischen Stämme der „Tollenser“ und „Redarier“ von den Ostfranken unterworfen und mussten Tribut leisten. In den Jahren 936 und 957-960 kam es zu mehreren Feldzügen der Ostfranken gegen die immer wieder aufständischen „Redarier“. Da die „Tollenser“ mit den benachbarten „Redariern“ schon immer verbündet waren, dürfte auch der Kastorfer Burgwall in jenen Jahren zerstört oder aufgegeben worden sein. Interessanterweise ergab ein Brückenpfahl zur Insel im „Kastorfer See“ das Jahr 936. Vermutlich führte schon der überlieferte ostfränkische Feldzug von 936 in die Region des „Kastorfer Sees“. Nachdem die mittelslawische Kleinburg aufgegeben wurde, blieb die überregionale Marktortsiedlung auf der Insel noch bis in das 11. bis 12. Jahrhundert in Nutzung. Bis heute ist sich die Wissenschaft nicht einig, ob die Insel in der spätslawischen Zeit weiter nur ein befestigter Marktort war oder eine, mit einem Burgwall befestigte, Inselburg mit überregionaler Marktortfunktion darstellte. Eine mittelalterliche Quelle aus dem Jahre 1249 bezeichnet die Insel als: „antiquum castrum, quod est in medio stagno“, was soviel wie „alte verlassene Burg, in einem See liegend“ bedeutet. Wer den kleinen Burgwall von Kastorf besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Über den einspurigen „Fischerweg“ gelangt man von Kastorf aus nach etwa 1,5 Kilometern zum Bodendenkmal. Am Burgwall befindet sich heute eine kleine Badestelle mit einer schönen Steganlage.

Lage                  

zurück


Kastorf

„Insel im Kastorfer See“

Im „Kastorfer See“ liegt eine große bewaldete Insel, die von der mittel- bis spätslawischen Zeit besiedelt wurde. Tauchuntersuchungen von 1988 und 2002 konnten eine Brückenverbindung nachweisen, die vom Nordufer der Insel nach Nordosten zum Areal des frühslawischen Burgwalls Wildberg verlief. Die lange Brücke überquerte eine slawenzeitliche Wassertiefe von 9 bis 10 m und war vermutlich über 300 m lang. Dendrodaten von einzelnen Brückenpfählen ergaben Fälldaten der Jahre 876, 895 und 936. Von 1991 bis 1995 kam es zu archäologischen Ausgrabungen auf der Insel. Dabei konnte eine 0,6 bis 0,8 m starke Kulturschicht beobachtet werden. Zu den weiteren Funden zählten: früh- mittel- und spätslawische Keramik, Tierknochen, ein vergoldeter bronzener Buchdeckelverschluß, eine Beschlagplatte eines Reliquienkästchens, ein drachenförmiger Bronzebeschlag, 12 Waagenbruchstücke, 30 Wägestücke, 24 Münzen, Hacksilber, 42 Steinperlen aus Karneol und Bergkristall, 16 Schlüssel, 45 Schreibgriffel, 7 Trensen, 3 Hufeisen, 5 Sporen, Spinnwirtel und ein Messerscheidenbeschlag in Form eines Seehundes. Nach diesen Funden zu urteilen, lag auf der Insel ein überregionaler Marktort der mittel- bis spätslawischen Zeit. Der Ausgräber Volker Schmidt (1942-2002) vermutete, dass die Insel im Endstadium mit einem Burgwall befestigt war. Auch das moderne Laserscanbild lässt einen verschliffenen Burgwall auf der Insel erkennen, der ein Areal von gut 1,2 ha umschloss. Interessant ist, dass die Erstbesiedlung der Insel am Ende des 9. Jahrhunderts etwa zeitgleich mit dem kleinen mittelslawischen Burgwall (Kastorf „Alte Schanze“) war. Vielleicht ließ der damalige Burgherr eine Siedlung auf der Insel errichten, die sich im Laufe der Zeit zu einem überregionalen Marktort entwickelte? Nachdem der kleine Burgwall infolge der ostfränkischen Unterwerfung zwischen 936 und 957-60 aufgegeben wurde, blieb der Marktort auf der Insel bestehen und wurde in der Folgezeit zu einer eigenständigen Inselburg mit überregionaler Marktortfunktion ausgebaut. Diese Inselburg dürfte mindestens bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts bestanden haben.  Eine alte Urkunde aus dem Jahre 1249 bezeichnet die Insel im Kastorfer See als „antiquum castrum, quod est in medio stagno“, was mit „alte verlassene Burg in einem See liegend“ übersetzt werden kann. Auf einem Luftbild des Jahres 1953 ist zu erkennen, dass die Insel früher nicht vollständig bewaldet war. Die Insel wurde im 18. bis 19. Jahrhundert landwirtschaftlich beackert, wobei vorhandene Erdwälle weitgehend eingeebnet wurden. Dieses Schicksal erfuhr auch der kleine mittelslawische Burgwall (Kastorf „Alte Schanze“), der heute zwar noch 4 bis 5 m hoch erhalten geblieben ist, auf seiner Wallkrone aber gänzlich planiert wurde. Das Inselareal erhebt sich heute ca. 2 m über dem gegenwärtigen Seespiegel und ist mit Bäumen und starker Vegetation bestanden. Es existiert auch eine alte Sage von der Insel, die mir von Bewohnern der umliegenden Dörfer Wildberg und Kastorf im Jahr 2002 erzählt wurden. Demnach soll auf der Insel eine „weiße Hexe“ ihr Unwesen treiben, die in den Ruinen eines alten Hauses lebt und allen Besuchern den Tod bringen würde. Die Ruinen eines Hauses konnte ich bei meinem Besuch im Jahr 2006 im Norden der Insel feststellen. Dieses Haus war vermutlich ein altes Fischerhaus eines damaligen Pächters. Die Insel ist heute nur mittels eines Bootes oder im Winter über den zugefrorenen See zu erreichen.  

Lage

zurück


Kavelsdorf

Etwa 1,5 Kilometer südwestlich von Kavelsdorf (Gemeinde: Eixen, Landkreis: Vorpommern-Rügen) liegen die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Höhenburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Kavelsdorf 1) wird heute auch als "Oltborg" (Alte Burg) bezeichnet. Die slawischen Erbauer suchten sich für ihre Höhenburg ein etwa 10 bis 15 m hoch liegendes Plateau auf einem natürlichen Geländesporn am Rand des Recknitztales aus. Die schmale Geländekuppe wurde nun mit einem geschlossenen Wall in Holz-Erde-Konstruktion befestigt. Die Befestigung folgte dem natürlichen Plateaurand und war mit etwa 0,5 ha Ausdehnung eher klein. Der maximale Durchmesser der Höhenburg betrug bis zu 110 m (SW-NO). Im modernen Laserscanbild ist eine Wallsenke im Ostwall zu erkennen, die auf ein altes Zugangstor hindeuten könnte. Nach keramischen Hinterlassenschaften zu urteilen, handelte es sich um eine frühslawische Höhenburg des 9. Jahrhunderts. Die "Oltborg" von Kavelsdorf kann damit zu den "Feldberger Höhenburgen" gezählt werden, die um 800 errichtet und bis zum Ende des 9. Jahrhunderts besiedelt wurden. Mit ihren geringen Ausmaßen gehört sie aber eher zu den kleineren Burgen jener Epoche. In der Burg saß sicher ein hoher Lokalhäuptling, der das nahe Recknitztal von einer erhöhten Position aus militärisch überwachte. Ob hier auch ein alter slawenzeitlicher Weg durch die Niederung führte (heutige Landstrasse L 23), muss reine Spekulation bleiben. Vermutlich war das große Niederungstal am Zusammenfluss von Recknitz und Trebel schon in slawischer Zeit eine Art natürliche Grenze. Noch heute wird die etwa 3 Kilometer weiter südlich liegende Niederung als "Grenztalmoor" oder "Rauhes Moor" bezeichnet. 

Lage                  

zurück


Kessin-Rostock

Die ehemalige slawische Burg Kessin lag auf dem heutigen Gemeindegebiet des gleichnamigen Dorfes bei Rostock. Sie war die Hauptburg des slawischen Stammes der Kessiner. Mit großer Wahrscheinlichkeit besaß diese Burg auch das Stammesheiligtum. Wo genau diese Burg einst lag, konnte man bis heute nicht mehr feststellen, allerdings wird sie am Unterlauf der Warnow vermutet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1121 als Kizun. Es hieß, sie sei "berühmter und reicher an Schätzen als alle anderen". 1114 zogen die Obodriten gemeinsam mit den Sachsen gegen die Kessiner unter Fürst Dunar und 1121 gegen Fürst Sventipolk, der unterworfen wurde. Dabei wurde die Burg Kessin erobert und Teil des Herrschaftsbereiches der Obodriten. Nach 1160 wurde die Burg erneut erobert, diesmal vom dänischen König Waldemar I., der zu dieser Zeit mit den Sachsen verbündet war. Später durfte Niklots Sohn Pribislaw wieder ins alte Slawenland zurückkehren und erhielt Teile des Obodritenlandes als Lehen zurück. Pribislaw nannte sich bis 1171 auch Fürst von Kissin. Im Jahr 1211 wurde dem Bischof in Schwerin teils der Burgbezirk Kessin, teils nur das Dorf Goderac (das spätere Kessin) und ein Nachbardorf zugesprochen. Danach verlor die Burg durch den Aufstieg Rostocks an Bedeutung und wurde nicht weiter erwähnt und verfiel. Nach neuesten Erkenntnissen ist die Burg von Fresendorf, knapp vier Kilometer östlich von Kessin, die Hauptburg der Kessiner gewesen.                                                      

zurück


Kieve

"Großer" und "Kleiner" Burgwall

Etwa 1,2 Kilometer nördlich der Dorfkirche von Kieve (Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die Überreste von gleich zwei slawischen Niederungswällen. Es handelt sich um einen "Großen Burgwall" von heute bis zu 90 m Außendurchmesser (Fundplatz: Kieve 1) und einem nach Nordosten vorgelagerten" Kleinen Burgwall" von etwa 50 m Außendurchmesser (Fundplatz: Kieve 26). Beide Burgwälle waren mit einem breiten Wassergraben umgeben und liegen heute nur etwa 25 m voneinander entfernt. Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, wurden die nacheinander bestehenden Burgen ganz am Ende eines flachen Werders errichtet, der im Osten von einer natürlichen Eldeschleife umflossen wurde. Die erste Burganlage dürfte der "Große Burgwall" gewesen sein, der eine heutige Fläche von etwa 6.700 m² einnimmt. Da der "feldbergzeitliche" Burgwall mit einem Gesamtdurchmesser von 90 m doch recht klein war, ist mit seiner Errichtung zwischen 820 und 850 zu rechnen. Im Laufe der Zeit wurde er sicher erneuert und bestand dann etwa bis in die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts. Die frühslawische Burg von Kieve war vermutlich von einer offenen Vorburgsiedlung umgeben und stellte den stark befestigten Sitz einer lokalen Herrschaft dar. Der Fluss „Elde“ könnte in der Slawenzeit eine Art Grenzgewässer dargestellt haben, an dem weitere slawische Burganlagen lagen (Burgwälle von Fincken, Wredenhagen und Kaeselin). Der "Große Burgwall" von Kieve wurde vermutlich nur wenige Jahrzehnte genutzt und schließlich aufgegeben. Ob der endgültige Untergang mit einem ostfränkischen Angriff oder mit innerslawischen Machtkämpfen in Verbindung stand, ist nicht mehr nachvollziehbar. Die mittelslawische Nachfolgeburg war nun der "Kleine Burgwall", der ganz am Nordostende des flachen Werders errichtet wurde. Seine Entstehungszeit kann bisher nur grob in die Jahrzehnte um 900 gesetzt werden. Er lag damals direkt an der Elde, sodass man davon ausgehen kann, dass der umgebene Außengraben von diesem Gewässer gespeist wurde. In der kleinen Burg ist sicher der stark befestigte Herrschaftssitz eines lokalen Häuptlings zu sehen, der die nähere Umgebung militärisch und politisch verwaltete. Interessant ist sicher die Frage, ob auf dem nahen Areal des "Großen Burgwalls" eine mittelslawische Vorburgsiedlung vom "Kleinen Burgwall" zu sehen ist. Im Areal der älteren Burg wurden neben frühslawischen auch mittelslawische Keramikscherben beobachtet, die diese Vermutung bestätigen. Der "Kleine Burgwall" erstreckt sich heute über eine Gesamtfläche von etwa 1.800 m² und dürfte bis in die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts bestanden haben. Ob die "Kleinburg" im Zuge der ostfränkischen Ostexpansion seit den späten 920 er bis 930 er Jahren gewaltsam unterging, muss die moderne Archäologie klären! Seit dem Jahr 2012 hat man damit begonnen, die Umgebung wieder so herzustellen, wie sie einst ursprünglich war. Überflutete Wiesen und Moore sind so wieder entstanden, die anzeigen, wie unzugänglich die Kiever Burgen einst waren. Die Wallruinen der beiden Burgwälle sind heute noch bis zu 2 m hoch erhalten geblieben. Auf dem Wall des "Großen Burgwalles" liegen bis heute etliche Rollsteine, die auf eine ehemals steinverblendete Außenfront hindeuten könnten. Steinverblendete Außenwälle waren typisch für den früh- bis mittelslawischen Burgenbau. Ein Besuch des Bodendenkmals ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Erhaltungszustand: gut

Lage

zurück


Kirch Rosin

Luftbild von 1953 mit Hauptburg (rot) und heutigem Zugangsdamm (schwarz) und Lage zur Slawenzeit nach R. Krüger 2019 (rechts)

Etwa 850 m östlich von Kirch Rosin (Gemeinde: Mühl-Rosin, Landkreis: Rostock) liegen die Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Kirch Rosin 2) wird heute auch als "Der große Burgwall" bezeichnet. Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, handelte es sich um eine große, unregelmäßig verlaufende Talsandinsel in der "Nebelniederung". Der Fluss "Nebel" umfließt die natürliche Erhebung von Süden bis Westen und scheint noch sein natürliches/slawenzeitliches Flussbett zu haben. Die eigentliche Burg (Hauptburg?) lag am Nordwestende der Talsandinsel und hatte eine längsovale Form von etwa 100 (N-S) x 75 m (W-O). Die Befestigung nahm eine Fläche von gut 0,6 ha ein und ähnelt mit ihrem Grundriss dem etwa doppelt so großen Burgwall von Dorf Mecklenburg bei Wismar (Mecklenburg-Vorpommern). Ob auch der Rest der großen Talsandinsel (Fundplatz: Kirch Rosin 27; ca. 2,2 ha Fläche) mit einem umlaufenden Wall befestigt war, entzieht sich meiner Kenntnis. Das große Vorburgareal scheint an den Randflächen erhöht zu sein, was auf eine Holz-Erde-Befestigung hindeuten könnte. Dieses Areal wurde aber sehr lange Zeit landwirtschaftlich genutzt. Noch im alten s/w Luftbild von 1953 ist zu erkennen, dass dieser Bereich beackert wurde. Die erhöhten Randbereiche könnten also auch erst dadurch entstanden sein. Der Burgwall von Kirch Rosin wird heute aber als zweigliedrige Befestigung angesprochen. Von der "Hauptburg" verläuft ein etwa 75 m langer Damm in Richtung Norden zum bewaldeten Festland. Dieser künstlich angelegte Zugangsweg stammt sicher aus der Neuzeit, als man Teile der Talsandinsel landwirtschaftlich beackerte. Heute wird die gesamte Talsandinsel nicht mehr genutzt, sodass bereits eine schwache Bewaldung des Vorburgareals eingesetzt hat. Je nach Wasserstand und Jahreszeit ist die natürliche Talsandinsel bis heute noch von überfluteten und sumpfartigen Wiesen umgeben. Da bisher noch keine modernen Ausgrabungen stattgefunden haben, ist die zeitliche Zuordnung der großen slawischen Burgsiedlung von Kirch Rosin noch unklar (Stand: 2019).


Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                   

zurück


Kirchdorf

Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2019

Etwa 1,1 Kilometer südlich von Kirchdorf (Gemeinde: Sundhagen, Landkreis: Vorpommern-Rügen) liegen die bewaldeten Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Kirchdorf 1) wird heute auch als "Die Burg" bezeichnet. Es handelt sich um eine natürliche Talsandinsel von etwa 220 m Länge (W-O), auf deren Ostende ein kleiner Ringwall errichtet wurde. Die in Holz-Erde-Konstruktion errichtete Befestigung ist insgesamt noch gut erhalten geblieben, wurde im Süden aber zu einem Drittel abgetragen. Vermutlich wurde hier in der Neuzeit Erde entnommen, um dass umgebene Niederungsareal urbar zu machen. Der erhaltene Ringwall besitzt einen breiten Außengraben und ist noch etwa 65 m groß. Mit dem Außengraben erreicht das Bodendenkmal einen Gesamtdurchmesser von bis zu 90 m (W-O). Der erhaltene Burgwall erstreckt sich heute über eine Fläche von 0,25 ha. Im Ursprung dürfte die Befestigung etwa 0,4 ha groß gewesen sein. Das Bodendenkmal wurde bereits im Jahre 1932 im Burgwallregister von Kunkel als slawische Burg aufgeführt. In mittelalterlichen Grenzbeschreibungen wird der Ort als "Gardist" oder "Gardyst" erwähnt (1207, 1209, 1241). Der überlieferte Name scheint sich vom slawischen Wort "Gard" (Burg) abzuleiten. Vom Burgareal stammen bisher ausschließlich slawische Keramikfunde, die zeitlich aber nicht eingeordnet wurden. Die geringe Größe der Ringwallburg von Kirchdorf deutet meines Erachtens auf eine mittelslawische Niederungsburg hin, die vom späten 9. bis in das 10. Jahrhundert bestanden haben könnte. Derartige Kleinburgen in Niederungslage waren typisch für die mittelslawische Epoche. Die jeweiligen Burgherren konnten ihre politische und militärische Macht nur über kleinere Landstriche ausüben und errichteten ihre Herrschaftssitze überwiegend in schwer zugänglichen Niederungslagen. Das Slawenland bestand in jener Zeit aus zersplitterten Stammesregionen, die mitunter selbst Krieg gegeneinander führten. Die ersten kleinen Ringwälle entstanden im letzten Drittel des 9. Jahrhunderts und wurden vermutlich durch die immer größer werdende Bedrohung durch das ostfränkische Reich errichtet. Im Winter 928/929 belagerte der Ostfrankenherrscher Heinrich I. die Hauptburg der slawischen Heveller (Burgwall Brandenburg an der Havel, Brandenburg) und konnte sie nach einer längeren Belagerung einnehmen. Anschließend unterwarf er weitere Slawenstämme im heutigen Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg und konnte sie tributpflichtig machen. Ob die kleine Befestigung von Kirchdorf von dieser Unterwerfung direkt betroffen war, kann man nur vermuten. Da die Burg doch sehr weit im Osten lag, könnte sie diesen Eroberungszügen noch entgangen sein. Im Jahre 934 wurden aber auch die Ukranen unterworfen, deren Stammesgebiet weit im Osten lag. In jener Zeit verlor vermutlich auch der Burgwall von Kirchdorf seine Unabhängigkeit. Ob es dabei zu einer gewaltsamen Zerstörung kam, ist bis heute unklar. Da der kleine Ringwall nur den Ostbereich der natürlichen Talsandinsel einnahm, kann eine vorgelagerte Vorburgsiedlung gleich westlich der Fortifikation vermutet werden. Hier lagen sicher Unterkünfte für Händler, Handwerker und sonstige Bedienstete, die dem Burgherren unterstanden. Wie die Slawen zu ihrer abgelegenen Niederungsburg gelangten, lässt sich nicht abschließend klären. Noch heute verläuft ein Feldweg von Kirchdorf in Richtung Süden an der Talsandinsel vorbei.

Erhaltungszustand: gut

Lage                 

zurück


Klein Luckow

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

"Schlossberg"

Etwa einen Kilometer nordwestlich von Klein Luckow liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer bisher nicht sicher datierten Höhenburg. Das auch unter dem Flurnamen „Schlossberg“ bekannte Bodendenkmal liegt auf einer bewaldeten Anhöhe an der Westseite des „Ohgangsees“. Die ehemaligen Erbauer umwallten hier ein natürliches Plateau, das eine Ausdehnung von etwa 110 (N-S) x 45 m (W-O) besaß. Zur östlichen Seeseite hatte die Burg keinen Wall, da das steil abfallende Gelände einen natürlichen Schutz zu dieser Seite bot. An der Nord- und Südseite des bis zu 6 m hohen und etwa 7 m breiten ovalen Burgwalls verliefen angesetzte Wallverlängerungen zur abfallenden Seeseite. Der nördliche „Abschnittswall“ war leicht bogenförmig und etwa 40 m lang. Der südliche „Abschnittswall“ war kürzer und etwa 25 m lang. Diese beiden Wallverlängerungen sind heute noch 1,5 bis 2 m hoch erhalten geblieben und sollten vermutlich den Zutritt zur höher liegenden und ohne Wall befestigten Burgfläche erschweren. Die beiden Wallverlängerungen zur abfallenden Seeseite können also als kurze Riegelwälle interpretiert werden. Die Höhenburg wurde erstmals im Jahre 1839 vom Baron von Maltzahn als “Hügel mit einem Erdwall, der Burgwall genannt wird“ in den Mecklenburgischen Jahrbüchern erwähnt. Im Juli 1924 kam es zu einer kleineren Grabung unter der Leitung von R. Beltz. Er untersuchte die innere Burgfläche und legte auch Wallschnitte im Süden und Westen der Höhenburg an. Er kam zu dem Ergebnis, dass der Wall aus Lehm und Kies bestand und die Burg am Ende durch ein Feuer unterging. Bei seinen Grabungen konnte man nur drei Keramikscherben vorfinden, von denen eine sicher slawisch war. Die äußere Wallfront war mit einer Lehmschicht geschützt und mit aufgestapelten Rollsteinen verblendet. Eine nahe Vorburgsiedlung lag vermutlich gleich westlich der Burg. 1958 wurden die Überreste eines slawischen Gefäßes vom Typ „Woldegk“ vom Burgareal gemeldet. Im Jahre 1961 wurde westlich der Burg ein bronzezeitliches Tüllenbeil von 7 cm Länge mit einer Schneidbreite von 4,7 cm gefunden. Von 1979 bis 1982 wurde das Burgareal mehrmals begangen, wobei slawische und bronzezeitliche Keramikscherben, sowie Flintabschläge, beobachtet wurden. 2008 wurde eine bronzene Doppelschnalle mit breitem Rahmen von 4 x 4,3 cm Länge vom Burgareal bekannt. Die Höhenburg von Klein Luckow war im Endstadium sicher eine frühslawische Burg des 9. Jahrhunderts. Ob die Slawen hier eine alte verlassene bronzezeitliche Burg reaktivierten, muss vorerst Spekulation bleiben. Der „Schlossberg“ wurde nach den Funden zu urteilen bereits in der Bronzezeit besiedelt.

Lage                   

zurück


Klempenow

1. Burgruine Klempenow (Vermutung)

An der Stelle, wo sich heute die Burgruine Klempenow befindet, stand vermutlich auch eine slawische Wallanlage. Sie wurde direkt am Zusammenfluss vom großen Landgraben und der Tollense errichtet. Laut dem Buch: "Vineta" von Klaus Goldmann soll der Landgraben einst ein alter Oderarm gewesen sein. Die Burg lag damit an einer strategisch wichtigen Stelle und dürfte eine Grenzburg der Redarier oder Tollenser gewesen sein. Heute erkennt man, dass die deutsche Burg auf einem flachen Erdplateau errichtet wurde. Dies dürften die planierten Reste des slawischen Burgwalls sein. Wenn es sich hier tatsächlich um die Reste einer slawischen Burg gehandelt haben sollte, kann sie nicht sehr groß gewesen sein.

Lage

2. Burgwall an der Tollense

Nicht ganz einen Kilometer nordwestlich von Klempenow (Gemeinde: Breest, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die völlig verschliffenen Überreste einer slawischen Burganlage. Erst im Sommer des Jahres 1994 konnte das Bodendenkmal (Fundplatz: Klempenow 1) von Otto Braasch mittels der Luftbildarchäologie wiederentdeckt werden. Es handelte sich um einen etwa 250 m langen, stark bogenförmigen Abschnittswall, der ein leicht erhöhtes Areal am Ostrand des "Tollensetales" umschloss. In früheren Publikationen wurde die Burgfläche als nur 100 x 90 m groß (0,5 ha) beschrieben, was ich als viel zu klein betrachte. Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, erreicht die abgetragene Burg einen maximalen Durchmesser von bis zu 170 (N-S) x 140 m (W-O). Die verschliffene Burgfläche erstreckt sich heute über eine Gesamtausdehnung von rund 1,4 ha. Durch die bis heute andauernde landwirtschaftliche Beackerung sind die noch 0,5 bis 1,0 m hohen Überreste der Burganlage sehr stark bedroht. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis von der einst gewaltigen Burg rein gar nichts mehr zu erkennen ist. Auf dem Burgareal kam es bisher zu keinen archäologischen Grabungen (Stand 2019). Systematische Begehungen und Untersuchungen mit dem Metalldetektor haben aber stattgefunden. Bereits im Jahre 1965 wurden erstmals slawische Scherben (Typ: Feldberg, Menkendorf) vom Fundplatz bekannt. In den Jahren 1977, 1987, 1992 und 1996 wurden wiederholt slawische Keramikscherben der früh- bis mittelslawischen Zeit gefunden. Zu weiteren Oberflächenfunden kam es in den Jahren 2003, 2004, 2006 und 2008. Dabei wurden wiederholt früh- mittel, aber auch wenige spätslawische Keramikscherben (Typ: Vipperow, Bobzin) gefunden. Der Burgwall von Klempenow scheint ein frühslawischer Burgwall zu sein, der um das Jahr 800 am erhöhten Tollensetal errichtet wurde. Nach mehrmaligen Ausbauphasen dürfte die Burgsiedlung noch das 10. Jahrhundert erlebt haben. In der Regel gingen fast alle feldbergzeitlichen Burgwälle bis zum Jahre 900 unter und es gab von nun an nur noch viel kleinere mittelslawische Ringwälle von 50 bis 80 m Durchmesser. Ob der Burgwall von Klempenow eine durchgehende und ständige Besiedlung bis in die spätslawische Zeit des 11./12. Jahrhunderts hatte, wird von einigen Forschern zwar vermutet, ist ohne die moderne Archäologie aber nur schwer nachvollziehbar. Bewiesen ist aber, dass der Burgplatz von Klempenow bereits in der Bronzezeit als offene Siedlung genutzt wurde. 

Lage                  

zurück


Krakow am See

1. „Insel Borgwall“

Östlich vom Ort Krakow am See im Landkreis Rostock liegt eine kleine bewaldete Insel mit dem Flurnamen „Borgwall“ im großen „Krakower See“. Auf dieser etwa 150 m vom nordwestlichen Festland entfernt liegenden Insel befinden sich die sehr gut erhaltenen Überreste einer kleinen slawischen Inselburg. Das Bodendenkmal stellt einen bis zu 5 m hohen ovalförmigen Ringwall dar, der einen Außendurchmesser von etwa 80 x 65 m besitzt. Der Burgwall liegt heute ganz am Nordende des kleinen Eilands. Um 1830 wurde der Wasserstand des „Krakower Sees“ um etwa einen Meter abgesenkt. Bisher liegen nur Oberflächenfunde vom Burgareal vor. Keramikscherben der Typen „Feldberg“, „Menkendorf“, „Bobzin“, „Vipperow“, „Teterow“, „Weisdin“ und „Garz“ deuten auf eine mittel- bis spätslawische Inselburg hin (10./11 Jhd.). Zu den weiteren Hinterlassenschaften zählen Hüttenlehm, ein eiserner Angelhaken und ein Messergriff aus Geweih. Tauchuntersuchungen von 1959 und 1997 konnten keine Überreste einer vermuteten Brückenverbindung mit dem westlichen Festland nachweisen. Die Inselburg war sicher der stark befestigte Sitz einer lokalen Herrschaft. Wie die einstigen Burgbewohner zu ihrer Inselburg gelangten, muss bis heute Spekulation bleiben. 

Lage                  

2. Burgwall "Schwedenschanze"

Im Nordosten von Krakow am See befindet sich auf einer langgestreckten Halbinsel eine weitere slawische Wallburg. Sie wird auch als "Schwedenschanze" bezeichnet. Die slawische Burg ist teilweise erhalten und mit einem Informationsschild vor Ort beschildert. Es handelte sich vermutlich um eine mittelslawische Kleinburg des Tornower Typ. Diese Burgen bestanden vom letzten Drittel des 9. bis Mitte des 10. Jahrhunderts.

Lage

3. Insel "Eichenwerder" (Vermutung)

Auf der Insel "Eichenwerder" im Krakower See befinden sich die Reste eines Erdwalles. 1968 wurde ein Wallschnitt vorgenommen, der mittelslawische Keramiken des Woldegker Typs erbrachte. Auch frühdeutsche Scherben wurden auf der Insel gefunden. Allem Anschein nach bestand hier eine slawische Inselburg im 10. Jahrhundert und eine Fortsetzung der Besiedlung in der frühdeutschen Zeit. Die Burg hatte eine Ausmaße von etwa 50 m und entspricht damit den typischen kleinen Fürstenburgen der mittelslawischen Epoche.

Lage

4. Mittelslawischer Ringwall auf dem "Schwerin"

 

Luftaufnahme von 1953 und slawenzeitliche Lage des kleinen Ringwalles, nach R. Krüger 2018

Nordöstlich von Krakow am See liegt die große „Insel Schwerin“ (auch „Werder Schwerin“ genannt), die heute fast halbinselartig mit dem westlichen Festland verbunden ist. Da der große “Krakower See“ im Jahre 1830 um etwa einen Meter abgesenkt wurde, dürfte es sich in der Slawenzeit noch um eine große, vom Festland abgetrennte Insel gehandelt haben. Vor Ort ist von einer slawischen Burg leider nichts mehr zu erkennen. Auch alte Landkarten ergeben keinen Hinweis mehr auf einen frühmittelalterlichen Burgwall. Das moderne Laserscanbild aber zeigt noch deutlich die verschliffenen Überreste eines kleinen Ringwalls. Er wurde von seinen Erbauern ganz am südlichen Westende der Insel angelegt und hatte einen ovalen Durchmesser von bis zu 60 m. Vermutlich handelte es sich um eine typische Kleinburg der mittelslawischen Zeit. Der grob in das späte 9. bis mittlere 10. Jahrhundert zu datierende Burgwall war der befestigte Sitz einer lokalen Herrschaft. Auf der bis zu 350 m langen Insel war ausreichend Platz für eine offene Vorburgsiedlung vorhanden. Etwa einen Kilometer weiter südlich liegt die heute bewaldete Insel „Borgwall“. Auch hier lag ein kleiner mittel- bis spätslawischer Ringwall von 80 x 60 m Durchmesser. Er ist noch sehr gut erhalten und war vermutlich eine spätere Nachfolgeburg, die man aus Schutzgründen auf eine sehr kleine Insel verlegte.

Lage

zurück


Kratzeburg (Vermutung)

Gut 1,5 Kilometer nördlich von Kratzeburg befindet sich eine slawische Höhenburg, von der oberirdisch allerdings nichts mehr erkennbar ist. Sie liegt auf einem natürlichen Bergsporn an der Straße nach Pieverstorf. Aus welcher Zeit sie stammen könnte, ist mir nicht bekannt. Vielleicht ist sie mit dem überlieferten "castrum Zcarnitz" also der Burg Zarnitz identisch. Weiterhin ist erwähnenswert, dass sich in geringer Entfernung ein großer bronzezeitlicher Burgwall befindet, der ebenfalls auf einer Anhöhe liegt, die heute bewaldet ist. Warum nutzten ihn die Slawen nicht weiter, sondern bauten eine komplett neue Burganlage? Vielleicht stammt die Slawenburg aus der mittleren bis jungslawischen Zeit, in der man keine so großen Anlagen mehr baute. Zu dieser Zeit waren die slawischen Anlagen in unserem Gebiet eher in Niederungsgebieten oder auf Inseln gelegen, seltener auf Höhenlagen.

Lage 

zurück


Kreien

Circa 2,5 Kilometer südwestlich von Kreien im Landkreis Ludwigslust-Parchim befinden sich die Überreste einer alten Slawenburg. Sie befindet sich heute am Ostufer der Müritz-Elde-Wasserstrasse gegenüber von Burow. Für den Laien ist sie aber kaum noch als solche zu erkennen. Heute ist die Stelle mit Bäumen bestanden.

Lage  


zurück


Krembz

Die Relikte einer zweigliedrigen slawischen Burganlage befinden sich in den sogenannten "Hauskoppeln". Die ehemalige Hauptburg ist noch durch den erhaltenen umlaufenden Grabenrest erkennbar. Von der Vorburg ist ebenfalls der nördlich vorgelagerte Wehrgrabenrest erhalten. Sonst ist die ehemalige Wehrburg aber abgetragen worden.

Lage        

zurück


Krien

Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Etwa 1,5 Kilometer nordöstlich von Krien (Vorpommern-Greifswald) liegen die stark verschliffenen Überreste eines großen slawischen Ringwalles (Fundplatz: Krien 6). Auf der Schwedischen Matrikelkarte des Jahres 1692 ist das Bodendenkmal bereits als Burgwall verzeichnet worden. Auch im Preußischen Urmesstischblatt von 1835 ist die Burgstelle noch als Halbkreiswall dargestellt. Heute sind vor Ort nur noch schwache Wallreste vorhanden. Die neuzeitliche Landwirtschaft hat den Ringwall seit dem 19. Jahrhundert fast völlig eingeebnet. Die niedergeackerte Burgstelle erhebt sich allerdings noch 1 bis 1,5 m gegenüber den umliegenden Flächen. Im modernen Laserscanbild ist der alte Burgwall aber noch deutlich auszumachen. Es handelte sich um einen bis zu 200 m großen Ringwall, der am Nordrand einer feuchten Niederungsrinne angelegt wurde. 1966 kam es zu ersten archäologischen Untersuchungen des Areals. Es wurden zwei kleine Suchschnitte im Wallbereich angelegt die zeigten, dass der Wallfuß eine Steinpackung besaß. Zu den Funden zählten überwiegend Keramiken der früh- bis mittelslawischen Zeit (Typen: Feldberg, Fresendorf, Menkendorf). Gelegentlich traten auch spätslawische Scherben auf (Typen: Vipperow, Teterow, Bobzin). Auch Messer, Spinnwirtel, Wetzsteine, Schleifplatten und Eisenschlacke sind vom Fundplatz bekannt geworden. Seit dem Jahr 2000 wurde das bis zu 3,5 ha große Burgareal mit Metalldetektoren abgesucht. Es kamen über 320 Metallobjekte zutage, die aber wegen der Beschaffenheit des Bodens meist schlecht erhalten waren. Zu den interessanteren Funden zählten eine kleine Pferdefigur aus Bronze und eine silberne Fibel im skandinavischen Ringerike-Stil. Weiter wurden auch 13 arabische Münzen und 24 Gewichte gefunden. Die Burg hat nach Deutung der Archäologen etwa 250 Jahre lang bestanden und dürfte dem 9. bis 11. Jahrhundert angehören.

Lage

zurück


Krienke

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2017

Bei dem Burgwall von Krienke handelt es sich vermutlich um eine große frühslawische Anlage aus dem 8. bis 9. Jahrhundert. Sie wurde auf einer weiträumigen Anhöhe auf einer Halbinsel im Pagelsee angelegt. Richtige Erdwälle und Gräben sind hier aber kaum oder nur sehr schwer zu erkennen. Auch typische Walleinschnitte, also alte Tore, fehlen hier. Das Gelände wurde nach meiner Meinung irgendwann einmal landwirtschaftlich genutzt und dann mit einem Wald bepflanzt. Heute führt eine Hochspannungstrasse quer über das Burggelände. Aus diesem Grund fehlen wohl auch die typischen Anzeichen einer Slawenburg. Auf umliegenden Touristeninformationsschildern ist diese Halbinsel aber als Slawenburg gekennzeichnet.

Lage                   


zurück


Kritzow

Luftbild von 1953 mit von mir vermuteter Lage der Burg

Südwestlich von Kritzow befand sich einst eine slawische Niederungsburg. Heute ist sie nicht mehr zu erkennen, da sie wohl im Mittelalter überpflügt oder abgetragen wurde. Angelegt haben die Slawen sie an dem Fluss Warnow. Die Burg war also auf dem Wasserweg gut zu erreichen und schützte die Anlage zusätzlich auf natürliche Weise. Weiteren Schutz boten umliegende feuchte Moore und Wiesen. Es könnte sich um eine zweigliedrige Niederungsburg gehandelt haben, deren Hauptburg etwa 70 bis 80 m groß war. Die von mir vermutete Gesamtausdehnung betrug etwa 160 m. Moderne Ausgrabungen gab es hier noch keine.

Lage


zurück


Kröslin

„Borkwall“

Ein vermuteter slawischer Burgwall befand sich östlich von Kröslin im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Vor Ort und im modernen Laserscanbild sind allerdings keinerlei Überreste einer Befestigung zu erkennen. Dennoch ist der Bereich in alten Flurkarten als „Borkwall“ verzeichnet. Vor Ort fanden sich bisher Keramikscherben der früh- bis spätslawischen Zeit (8. bis 12. Jahrhundert). Der Charakter dieses Fundplatzes muss ohne moderne Ausgrabungen unbestimmt bleiben.


Lage  

zurück


Kucksdorf

"Kucksdorfer Burg"

Vermutete Lage zur Slawenzeit mit geschlossenem Wallsystem, nach R. Krüger 2018

Etwa 1,7 Kilometer östlich von Kucksdorf im Landkreis Rostock befinden sich die sehr gut erhaltenen Überreste einer frühslawischen Höhenburg. Der heute mit Bäumen bestandene Wall stellt ein langgestrecktes U dar und umschloss eine Innenfläche von etwa 170 x 100 m. Zur südöstlichen Niederungsseite der Recknitz besitzt die Burg heute keine eindeutige Wallbefestigung. Ob sie abgetragen wurde oder verschliffen ist, muss die Archäologie klären. Eine offene Burgfläche zu einer Niederung ist typisch für slawische Höhenburgen. Eine aus erdgefüllten Kastensystemen errichtete Wallmauer wurde nur an den ehemaligen Zugangsseiten errichtet. Die auf natürliche Weise gesicherten Bereiche wurden nur mit einfacheren Holzkonstruktionen in Form von hölzernen Palisadenwänden usw. befestigt. Die Burg stellt meiner Meinung nach eine sogenannte „Feldberger Höhenburg“ dar, die überwiegend im 9. Jahrhundert bestanden haben dürfte. Der namensgebende Burgwall Feldberg „Schlossberg“ im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurde erstmals 1922 und 1967 archäologisch untersucht. Die dabei angetroffene frühslawische Keramik wurde fortan als „Feldberger Typ“ bezeichnet. Auch alle Höhenburgen jener Zeitepoche werden heute von der modernen Archäologie als „Feldberger Höhenburgen“ bezeichnet. Die Höhenburg von Kucksdorf wurde also um/nach 800 errichtet und dürfte nach einigen Ausbauphasen wenige Jahrzehnte in Nutzung gewesen sein. Eine Wallsenke ist im Westwall noch heute zu erkennen. Ob es das slawenzeitliche Burgtor oder einen modernen Zugang anzeigt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Lage                        

2. "Niederungsburg"

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeit, nach Ronny Krüger 2018

Etwa 1,5 Kilometer südwestlich der u-förmigen frühslawischen „Höhenburg“ von Kucksdorf liegen die bewaldeten Wallreste einer weiteren slawischen Burganlage. Diese Burg war allerdings viel kleiner und stellt vermutlich eine mittelslawische Niederungsburg dar. Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, legten die slawischen Erbauer den fast viereckigen Burgwall am Ostende einer natürlichen flachen Erhebung in der Recknitzniederung an. Der Burgwall hatte eine Ausdehnung von unter 100 m und lag damals unmittelbar am Verlauf der alten Recknitz. Der Burgwall war vermutlich der stark befestigte Sitz eines lokalen Häuptlings, der aber nur über wenig Macht verfügte. Vielleicht kontrollierte der Burgherr den damaligen Verkehr auf der Wasserstrasse. Möglich ist auch, dass der Fluss Recknitz eine Art Grenzregion zwischen zwei slawischen Siedlungskammern abgrenzte, den diese Burg überwachte? Die im 10. Jahrhundert bestehende Burgsiedlung dürfte zum Stammesverband der slawischen „Kessiner“ gehört haben. 


Lage         

zurück


Küsserow

Etwa einen Kilometer westlich von Küsserow (Gemeinde Lelkendorf im Landkreis Rostock) liegen die stark verschliffenen Wallreste einer slawischen Burgsiedlung. Das Bodendenkmal (Fundplatz Küsserow 30) ist im modernen Laserscanbild noch deutlich als ovalförmiger Ringwall zu erkennen. Demnach handelte es sich um eine kleinere Burg mit einem Durchmesser von etwa 50 bis 60 m. Die ehemaligen Erbauer errichteten den Burgwall am erhöhten Rand zu einer sumpfartigen Niederung, durch die der noch bachartige Fluss Peene verlief. Da der Fluss unmittelbar westlich am Burgwall lag, dürfte der Burggraben von dem Gewässer gespeist worden sein. Nach der geringen Größe der Burg zu urteilen, dürfte es sich um einen mittelslawischen Burgwall gehandelt haben. In der Burg saß sicher ein Lokalhäuptling vom Stamm der Zirzipanen, der nur über wenig Macht verfügte. Im unmittelbaren Vorfeld der Befestigung ist eine offene Vorburgsiedlung zu vermuten. Hier lebten vor allem Handwerker, Kaufleute und Bedienstete, die dem Burgherren unterstanden. Meiner Meinung nach überwachte die Burg einen nahen Übergang durch die Niederung. Interessant ist, dass nur vier Kilometer weiter südsüdwestlich der große frühslawische Niederungsburgwall von Sukow lag. Die Sukower Burg wurde bereits archäologisch untersucht und bestand demnach schon im frühen 8. Jahrhundert. Die Küsserower Burg wurde bisher noch nicht untersucht, dürfte aber dem späten 9. bis mittleren 10. Jahrhundert angehören. Durch die neuzeitliche Ackerbewirtschaftung wurde der kleine Burgwall fast völlig abgetragen.


Lage

zurück


Kummerow (Vermutung)



Die ehemalige Burganlage "Kiekindepeen" liegt nordöstlich des kleinen Ortes Kummerow, direkt am Kummerower See. Um zur Burg zu gelangen, sollte man von der B 104 bei Malchin nach Kummerow abbiegen. Südlich von Kummerow folgt man nun der Straße nach Axelshof, biegt aber vor Ortseingang nach links ab. Die Straße macht eine lang gezogene Rechtskurve und endet auf der Kreuzung an der Hauptstraße des Ortes. Hier biegt man rechts ab und folgt dem Feldweg zwischen den Häusern entlang zum kleinen Hafen. Am Hafen parkt man und folgt dem Weg, der in der Fortsetzung zur Straße in den Wald führt. Rechter Hand befindet sich ein hoher Wall, dieser trug einst die Slawenburg. Von dieser ist allerdings nicht mehr viel erhalten. Noch deutlich in Wanderkarten und vor allem vor Ort zu erkennen, ist die gute strategische Lage, die die Burg einst besaß. Im frühen Mittelalter gab es diesen versandeten Landstrich jedoch noch nicht, so dass die Burganlage wie eine Insel im Wasser des Sees lag. Der ehemalige Zugang zur Burg befand sich auf der Ostseite.
Bei der Burg handelt es sich um eine frühmittelalterliche, slawische Burganlage, die im Spätmittelalter schon als verfallen genannt wird. Wahrscheinlich wurde die Burg auch noch von den deutschen Einwanderern vom 13. bis 16. Jahrhundert weitergenutzt. Heute liegt sie in Privatbesitz, ist also nicht direkt begehbar. Dennoch kann man sie deutlich aus der Distanz erkennen.

Lage                   


zurück


Laage

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach Ronny Krüger 2017

Am Südwestrand von Laage (Landkreis Rostock) liegen die stark verschliffenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das gut 150 m westlich vom heutigen Bahndamm liegende Bodendenkmal (Fundplatz Laage 1) stellt ein niedergeackertes, kreisrundes Areal von gut 110 m Durchmesser dar. Nach Nordnordosten hin besaß der Ringwall eine vorgelagerte Vorburgsiedlung. Ob diese auch mit einem Wall befestigt war, entzieht sich meiner Kenntnis. Die zweiteilige Burgsiedlung wurde am Ostrand der damals sumpfartigen Recknitzniederung angelegt und hatte somit zumindest in den wärmeren Jahreszeiten eine gute strategische Lage. Vom Bodendenkmal stammen Keramikscherben der Typen: „Feldberg“, „Fresendorf“, „Menkendorf“ und „Vipperow“. Anhand dieser Oberflächenfunde kann man von einer mittel- bis spätslawischen Burgsiedlung ausgehen. Wie groß der heute breitgepflügte Ringwall einst war, lässt sich nur vermuten. Vielleicht handelte es sich im Ursprung um einen 60 bis 80 m großen Burgwall, der im späten 9. bis frühen 10. Jahrhundert angelegt wurde. Nach mehrmaligen Ausbauphasen im Verlauf des 10. bis frühen 11. Jahrhunderts vergrößerte sich der Burgdurchmesser dementsprechend. Ob die Burg einen nahen Übergang über das Recknitztal überwachte ist zu vermuten. Der slawische Name „Laage“ soll übersetzt soviel wie „Brückenkopf“ bedeuten! Der Fluss Recknitz war in slawischer Zeit eine Art natürliche Grenzregion, an der gleich mehrere Befestigungen lagen (z.B. Burgwälle von Tessin, Kucksdorf, Schulenberg, Marlow, Camitz, Pantlitz). 

Lage                   

zurück


Langensee

 

Hatte die Burg einen befestigten Vorburgwall? Abgedunkeltes Luftbild von 2008 (Quelle: Google Maps) links und von mir vermutete Lage zur Slawenzeit (rechts)

Etwa 1,3 Kilometer südlich von Langensee (Landkreis Rostock) liegen die stark verschliffenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz Langensee 1) trägt heute auch die Flurbezeichnungen „Am Burgwall“ oder „Borgwall“. Im modernen Laserscanbild ist noch deutlich ein ovalförmiger Burgwall erkennbar, der eine heutige Gesamtausdehnung von bis zu 180 (N-S) x 150 m (W-O) erreicht. Durch die Anlage eines neuzeitlichen Entwässerungskanals ist die Nord- und Westseite des Bodendenkmals angeschnitten worden. Da das Areal seit sehr langer Zeit landwirtschaftlich beackert wird, ist vor Ort nur noch ein bis zu 1,5 m hoher Wallrest erhalten geblieben. Der ehemalige Außengraben der Burg wurde durch die neuzeitliche Nutzung vollständig verfüllt. Das Laserscanbild lässt meiner Meinung nach zudem erkennen, dass diese große Burg von einem heute vollkommen verschliffenen Halbkeiswall umgeben war. Haben wir es hier mit einer großen zweigliedrigen Niederungsburg zu tun? Der von mir vermutete vorburgartige Halbkreiswall hatte eine Ausdehnung von geschätzten 280 (N-S) x 240 m (W-O). Ob es sich hier wirklich um eine große zweigliedrige Niederungsburg handelte, kann nur die moderne Archäologie klären! Die Burgsiedlung von Langensee ist eindeutig eine frühslawische Befestigung des späten 8. bis 9. Jahrhunderts.


Lage                  

zurück


Lapitz 

„Fischerwall“

Etwa 2,5 Kilometer südsüdöstlich von Lapitz bei Penzlin (Gemeinde: Kuckssee, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die stark verformten Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Lapitz 1) trägt die Flurnamen „Fischerwall“ oder einfach nur „Burgwall“. Das moderne Laserscanbild lässt erkennen, dass es sich ursprünglich um einen längsovalen Ringwall von etwa 150 m Durchmesser (N-S) handelte. Die slawischen Erbauer legten diese Burg auf einer schmalen Geländezunge an, die im Osten vom „Malliner See“ und im Westen vom „Lapitzer See“ umgeben war. Der „Lapitzer See“ ist heute stark verlandet und auch der „Malliner See“ scheint von Jahr zu Jahr zu schrumpfen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der bis dahin noch gut erhaltene Burgwall stark abgetragen und verformt. In den Mecklenburgischen Jahrbüchern wird erwähnt, dass ein damaliger Pächter die Erde des Bodendenkmals zur Wiesenverbesserung abtrug. Er gestaltete einen Teil des alten Burgareals zu zwei quadratischen Feldern um, die er landwirtschaftlich nutzte. Durch diese neuzeitliche Verformung ist von der einst großen slawischen Burg kaum noch etwas vorhanden. Vor Ort erkennt man nur noch die zwei 1,5 bis 2 m hohen quadratischen Hügel, die noch heute zeitweise als Kuhkoppel dienen. Bei meinen mehrmaligen Besuchen konnte ich auf dem ganzen Areal Unmengen an slawischer Keramik beobachten, die besonders in Maulwurfshügeln zum Vorschein kamen. Diese meist rotgebrannten Keramiken scheinen der spätslawischen Zeit des 11./12. Jahrhunderts anzugehören. Moderne archäologische Ausgrabungen stehen hier allerdings noch aus. Etwa 700 m weiter südwestlich liegt der bis zu 160 m große Höhenburgwall „Grapenwerder“ (Fundplatz: Penzlin 1). Er war vermutlich eine frühslawische Vorgängerburg der „Feldbergzeit“ aus dem 9. Jahrhundert.

Lage                   

zurück


Lärz

1.

Lage des Burgwalls im Google Luftbild

Ein annähernd rechteckiger Burgwall mit drei Seiten zum Land und zwei ca. 1,5 Meter hohen Abschnittswällen befindet sich etwa drei Kilometer südwestlich von Lärz (Fundplatz: Lärz 2). Keramikfunde des Feldberger- und Menkendorfer Types belegen die Existenz der Burg in der früh- bis mittelslawischen Zeit (8. bis 10. Jahrhundert).

Lage          

2.

Lage des Burgwalls im Google Luftbild

Ein vermuteter zweiter slawischer Burgwall befindet sich ebenfalls südwestlich von Lärz (Fundplatz: Lärz 7). Der Erhalt der Burg ist mir nicht bekannt. Auf der Schmettauschen- und der Wiebekingsche Karte aus dem späten 18. Jahrhundert ist dieser Standort als "bei der Borg" belegt. Es kann sich demnach um eine slawische Anlage gehandelt haben.

Lage     

zurück


Laschendorf



"Weiberberg, Witwerberg"

Etwa 1,2 Kilometer leicht nordwestlich des Laschendorfer Gutshauses (Gemeinde: Malchow, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste eines kleinen slawischen Ringwalles. Das bewaldete Bodendenkmal (Fundplatz: Malchow 1) trägt heute die Flurbezeichnungen "Weiberberg", "Witwerberg", "Werleburg", "Wiwerburg" oder "Wiwerbarg". Die erhaltene Größe des Burgwalls wird auf der Informationstafel mit nur 50 m Durchmesser angegeben. Im modernen Laserscanbild kann man aber erkennen, dass die Burganlage einen maximalen Außendurchmesser von 75 bis 80 m erreicht. Die slawischen Erbauer legten diese Burg auf einer natürlichen, talsandartigen Erhebung direkt am Ostufer des Malchower Sees an. Ob der Burgwall durch die leicht erhöhte Lage einen trockenen oder mit Wasser gefüllten Außengraben besaß, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Wasserstand des bis zu 9 m tiefen Malchower Sees muss zur Slawenzeit etwas höher gewesen sein, denn noch auf alten Flurkarten des 19. Jahrhunderts wird das Areal nördlich und südöstlich der Burg als Moor dargestellt. Diese Bereiche sind in der Neuzeit trockengelegt worden und daher verlandet. Die geringe Größe des Burgwalls (Gesamtausdehnung etwa 3.900 m²) lässt vermuten, dass wir es hier mit einer mittelslawischen Kleinburg vom "Typ Tornow" zu tun haben. Ausgrabungen an ähnlichen Anlagen in Brandenburg ergaben eine Laufzeit dieses Burgentyps von um 870 bis um/nach 975. Die Burg von Laschendorf hat also sicher im 10. Jahrhundert bestanden. Da der Wall noch eine Höhe von gut 5 m erreicht, muss er mehrere Male ausgebaut worden sein und war vermutlich einige Jahrzehnte in Nutzung. Im Endstadium war die Befestigung sicher 6 bis 7 m hoch und stellte den stark befestigen Herrschaftssitz eines slawischen Lokalhäuptlings dar. Zur Seeseite hin war der Burgwall nicht ganz so stark ausgebaut, denn dort ist der Wall eher flach. Die Überreste einer weiteren mittelslawischen Kleinburg liegen etwa 5,7 Kilometer östlich vom Burgwall Laschendorf auf der Gemarkung von Wendhof ("Kleiner Eschhorst", Gemeinde: Göhren-Lebbin). Der dortige Ringwall ist etwa 60 m groß und nur noch 2 m hoch erhalten geblieben. Ob die mittelslawischen Burgen von Laschendorf und Wendhof zeitgleich oder nacheinander bestanden, muss letztendlich die moderne Archäologie klären. Der mecklenburgische Altertumsforscher Friedrich Lisch vermutete im 19. Jahrhundert, dass der Laschendorfer Burgwall identisch mit der im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnten slawischen Burg Malchow sein muss. Mit der bei Helmold von Bosau erwähnten Burg aus dem Jahre 1164 kann der kleine Burgwall von Laschendorf aber nicht identisch sein. Die spätslawische Burg Malchow mit Namen "Malacowe" lag auf der heutigen Altstadtinsel von Malchow. Der Laschendorfer Burgwall ist eindeutig eine mittelslawische Befestigung, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts bereits 200 Jahre lang verlassen war.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage                   

zurück


Lassan

Lage des Burgwalls im Google Luftbild

Die Landschaft bei Lassan wurde bereits 1136 als "Lesane" urkundlich erwähnt. Die slawische Gauburg des Landes trug ebenfalls diesen Namen. Die Burg bestand im 11./12. Jahrhundert und lag auf dem sogenannten "Burgberg" im Norden der heutigen Stadt. Nach alten Messtischblättern zu urteilen, lag die etwa 80 m große Ringwallanlage auf einer Insel, die künstlich vom Festland abgetrennt wurde. Der Burgort besaß einen kleinen Hafen und eine Vorburgsiedlung, in der regelmäßige Märkte stattfanden. Nachdem die Gegend in der Mitte des 12. Jahrhunderts unterworfen wurde, wurde die Slawenburg zu einer deutschen Burg umfunktioniert. Im 13. Jahrhundert entwickelte sich die ehemalige slawische Fischersiedlung zu einer kleinen Stadt. Auf dem heutigen "Burgberg" ist von der einstigen Burganlage leider nichts mehr zu erkennen.

Lage                   

zurück


Lebehn (Vermutung)

Slawenzeitliche Lage, nach R. Krüger 2018

Lebehn ist ein kleines Dorf im Landkreis Vorpommern-Greifswald und liegt am Westufer des sogenannten „Lebehnschen Sees“. In dem bis zu 5 m tiefen Gewässer liegen heute zwei bewaldete Inseln. Auf der kleineren östlichen Insel (Fundplatz: Lebehn 4) stand nach meiner Meinung eine mittel- bis spätslawische Inselburg. Das moderne Laserscanbild zeigt hier eindeutig einen gut erhaltenen ovalen Ringwall von gut 80 x 60 m Durchmesser. Bisher wird diese Insel lediglich als Inselsiedlung der mittel- bis spätslawischen Zeit gedeutet. Von der Oberfläche liegen slawische Keramikfunde der Typen „Feldberg“, „Menkendorf“, „Fresendorf“, „Woldegk“, „Teterow“ und „Vipperow“ vor. Diese Keramikfunde belegen, dass die kleine Insel über die gesamte Slawenzeit in Nutzung war. Weiter konnte man auch spätmittelalterliche Scherben beobachten, die eine weitere Besiedlung in der frühdeutschen Zeit bezeugen. Zu den weiteren Funden gehörten Tierknochen, Hüttenlehm, ein Eisenfragment und Reste eines Spinnwirtels. Die von mir vermutete Inselburg im „Lebehnschen See“ hat eine auffallende Ähnlichkeit mit der zeitgleichen Inselburg „Borgwall“ bei Krakow am See (Mecklenburg-Vorpommern). Ob zu der vermuteten Inselburg auch eine Holzbrücke führte, muss letztendlich die Archäologie klären!

Lage

zurück


Letzin-Siedlung (Vermutung)



Ein slawischer Burgwall könnte sich nördlich von Letzin-Siedlung befunden haben. Vor Ort ist nur eine leichte Anhöhe am Waldrand erkennbar. Heute dient die leicht erhöhte Fläche als Wiese. Ob es sich hier wirklich um eine Burg handelte ist zur Zeit noch ungewiss (Stand 2015).

Lage    


zurück


Liepen



"Lieper Burg"

Etwa zwei Kilometer westlich von Liepen (Gemeinde: Thelkow, Landkreis: Rostock) liegen die bewaldeten Überreste einer slawischen Höhenburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Liepen 1) wird heute auch als "Lieper Burg" bezeichnet. Es handelt sich um einen eingliedrigen Burgwall, der auf einem natürlichen Geländesporn am Südrand des "Recknitztales" errichtet wurde. Der etwa 1 ha große Innenraum ist unregelmäßig oval bis birnenförmig und ist von einem  geschlossenen Wall umgeben. Die innere Burgfläche ist uneben und erreicht Höhenunterschiede von bis zu 10 m. Der von einem trockenen Außen- und Innengraben umgebene Burgwall erreicht eine maximale Gesamtausdehnung von bis zu 160 x 135 m und nimmt ein Areal von 1,4 ha ein. Die Befestigung liegt etwa 20 bis 25 m hoch über dem Recknitztal und kann daher als klassische Höhenburg bezeichnet werden. Im Südosten und Nordwesten des Wallsystems sind noch breite Wallsenken zu erkennen, die auf ehemalige Zugangstore hindeuten. Das Südosttor wurde in der Neuzeit allerdings künstlich verbreitert, als man das Burgareal forstwirtschaftlich nutzte. Im Jahre 1959 kam es zu einer kleineren archäologischen Untersuchung. Dabei wurde festgestellt, dass der heute an den Zugangsseiten bis zu 5 m hohe Burgwall am Ende seiner Nutzungszeit nicht in einer Feuerkatastrophe unterging. Vom Burgareal wurden bisher nur Keramikscherben vom "Feldberger Typ" gefunden, die in das späte 8. bis frühe 10. Jahrhundert gehören. Demnach ist die "Lieper Burg" eindeutig eine frühslawische Höhenburg der "Feldbergzeit" gewesen. Sie wurde in den Jahrzehnten um 800 errichtet und war danach einige Jahre in Nutzung. Die Höhenburg wurde im Laufe der Zeit mindestens ein Mal grundlegend erneuert. Vermutlich wurde der Burgwall dabei von innen her Instand gesetzt, da die Befestigung bereits den gesamten Geländesporn einnahm. Der heute noch vorhandene Innengraben entstand also erst bei einer finalen Ausbauphase. Die slawischen Erbauer gehörten sicher zu den "Zirzipanen", deren Stammesgebiet von den Flüssen Peene, Trebel und Recknitz eingegrenzt wurde. Erwähnenswert ist, dass sich im Burgareal ein bronzezeitliches Hügelgrab befinden könnte. Im modernen Laserscanbild ist noch deutlich ein kleiner Erdkegel in der Burgfläche zu erkennen, der diese Vermutung zulässt. Ob es sich dabei um einen bronzezeitlichen Grabhügel oder eher um einen neuzeitlichen Erdhügel unbestimmter Funktion handelt, muss die moderne Archäologie klären. Bronzezeitliche Hügelgräber innerhalb von frühslawischen Befestigungen sind bisher auch von den Höhenburgwällen von Dargun, Klempenow und Rothemühl (alle in Mecklenburg-Vorpommern) bekannt geworden. Diese Tatsache verleitete frühere Archäologen zu der Auffassung, dass die meist leer stehenden "Feldberger Höhenburgen" nur in Not- oder Kriegszeiten von der slawischen Bauernbevölkerung als Rückzugsorte aufgesucht wurden. Mittlerweile geht man eher davon aus, dass derartige Befestigungen ständig besiedelte Herrschaftssitze von Lokalhäuptlingen waren. Warum man die älteren Hügelgräber mit in die Befestigungen einschloss, wird wohl für immer unbeantwortet bleiben müssen. Etwa 500 m nordöstlich des Burgwalls liegt ein bis zu 7 m tiefer und gut 2,6 ha großer See, der den Flurnamen "Borgsee" bzw. "Burgsee" trägt. Der Wald im Umfeld der Burg wird heute als "Burgbruch" bezeichnet. Wer den sehr gut erhaltenen Höhenburgwall von Liepen heute besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Von Liepen aus führt der etwa 2,1 Kilometer lange Wanderweg "Zum Burgsee" zum Bodendenkmal. 

Erhaltungszustand: sehr gut


Lage                  

zurück


Lindenberg

"Schwedenschanze"

Etwa einen Kilometer nordnordöstlich der Lindenberger Dorfkirche (Gemeinde: Lindenberg, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die bewaldeten Überreste einer früh- bis mittelslawischen Höhenburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Lindenberg 4) wird heute als "Schwedenschanze" bezeichnet. Die slawischen Erbauer errichteten die mehrgliedrige Burg auf einem natürlich ansteigenden Geländesporn, der gleich östlich des "Augrabens" lag. Vor Ort hat man den Eindruck, dass die Wallanlagen der beiden Vorburgen an der Ostseite zum heutigen "Müllerweg“ hin abgetragen wurden. Das moderne Laserscanbild lässt zudem erkennen, dass am höchsten Punkt des ansteigenden Spornes ein kleiner Ringwall von nur 40 bis 45 m Durchmesser lag (0,17 ha). Handelte es sich hier um eine kleine mittelslawische Höhenburg, die nach Südwesten hin mit zwei befestigten Vorburgen geschützt war? Der ganz am Spornende errichtete kleine Ringwall liegt etwa 15 m über dem westlich verlaufenden "Augraben". Die Höhenburg war meiner Meinung nach im Endstadium dreigliedrig und erstreckte sich über eine Fläche von etwa 230 x 80 m (1,5 ha). Vermutlich handelte es sich im Ursprung um eine zweigliedrige frühslawische Höhenburg aus dem frühen 9. Jahrhundert, die um das Jahr 900 mit einem kleinen mittelslawischen Ringwall erweitert wurde. Der Ökonomierat Daniel Friedrich Maaß aus dem nahen Ort Alt Kentzlin beschäftigte sich von 1829 bis 1864 mit vorgeschichtlichen und mittelalterlichen Bodendenkmälern in der Region. Er untersuchte in jener Zeit auch die "Schwedenschanze" von Lindenberg und konnte im trockenen Außengraben der Burganlage mehrere slawenzeitliche Funde bergen. Dazu sollen elf erhaltene Gefäße (!), eiserne Waffen, Kriegsmesser, Beile, Schwerter und Speerspitzen gehört haben. Moderne Ausgrabungen stehen hier noch aus, die eine genaue zeitliche Abfolge der mehrgliedrigen Höhenburg offenlegen könnten. Durch die Höhenlage dürften sich keine Bauhölzer der Befestigung mehr erhalten haben, die dendrochronologisch bestimmt werden könnten. Das gesamte Burgareal ist in den Sommermonaten stark mit Vegetation bestanden und so nur schwer zu erkunden. Ein Besuch ist daher nur in der kälteren Jahreszeiten zu empfehlen. Besonders gut erhalten geblieben sind die Wallanlagen an der Westseite zum heutigen Augraben hin. Auch der kleine Ringwall am Spornende ist gut erhalten geblieben und bis zu 3 m hoch. Erwähnenswert ist noch, dass der Ort Lindenberg früher Rellin hieß. Vielleicht war dies der alte slawische Name der Burgsiedlung?

Erhaltungszustand: gut

Lage                  

zurück


Löbnitz

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

„Alte Burg“

Etwa einen Kilometer nordnordöstlich von Löbnitz (bei Barth) im Landkreis Vorpommern-Rügen liegen die noch erkennbaren Überreste einer slawischen Burganlage. Das heute bewaldete Bodendenkmal wird auch als „Alte Burg“ bezeichnet. Es handelt sich um einen kleineren Ringwall von gut 80 x 60 m Durchmesser, dessen Nordostseite ohne Wall befestigt war. Das moderne Laserscanbild lässt zudem schwach erkennen, dass der Burgwall eine befestigte Vorburgfläche besaß. Die slawischen Erbauer suchten sich für die Errichtung dieser Burgsiedlung einen natürlichen Geländevorsprung am Westrand der „Bartheniederung“ aus. Bisher liegen vor allem frühslawische Scherbenfunde vom Bodendenkmal vor. Meiner Meinung nach handelte es sich aber eher um eine früh- bis mittelslawische Burgsiedlung, die dem stäten 9. bis mittleren 10. Jahrhundert zugeordnet werden kann. Es handelte sich um den stark befestigten Sitz eines lokalen Häuptlings, der nur über wenig Macht verfügte. Im befestigten Vorburgareal saßen sicher Handwerker, Händler und Bedienstete, die dem Burgherren unterstanden. Erst seit dem Jahr 1989 steht das Bodendenkmal unter Denkmalschutz.


Lage

zurück


Löcknitz



Durch archäologische Funde konnte man nachweisen, dass bereits seit der Steinzeit das Gebiet des heutigen Löcknitz besiedelt war. Eine intensive Besiedlungsphase enstand allerdings zu Beginn der Slawenzeit. Die einwandernden Slawen des Stammes der Ukranen errichteten sich hier an der Randow schnell eine Burganlage. Wahrscheinlich kontrollierte sie einen Übergang über den Fluss. Die erste Urkunde stellte der Bischof von Kamin im Jahr 1267 in Stettin aus, darin wird der Ort "Lokenitz" (slawisch für Sumpfloch) genannt. Also kann man annehmen, dass die Burg "Lokenitz" hiess. Im 13. Jahrhundert dann wurde die alte Slawenburg von den Deutschen überbaut. Sie errichteten an gleicher Stelle eine Burg aus Mauerwerk. Der Burgturm ist heute noch erhalten und dient als Aussichtspunkt. Interessant ist weiterhin, dass keine 2,5 km weiter südlich ebenfalls eine Slawenburg an der Randow lag, nämlich die Burg Ramin. Auch sie wurde von den Deutschen später wiederbesiedelt.

Lage                   


zurück


Lockwisch

Slawenzeitliche Lagesituation, nach R. Krüger 2019

Westlich von Hof Lockwisch (Landkreis Nordwestmecklenburg) liegen die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Burganlage. Die Erbauer nutzten einen 13 m hohen Sandhorst in Halbinsellage und legten hier einen u- förmigen Burgwall mit einem Durchmesser von 160 x 110 m an. Die Halbinsel wurde durch einen künstlichen Graben vom Festland abgetrennt. Die heutige Niederung war in der Slawenzeit noch ein größeres Gewässer. Anhand von Funden wird die Burg in die früh- bis mittelslawische Zeit datiert (8. bis 10. Jahrhundert).

Lage                  

zurück


Loitz

In der Gegend der heutigen Kleinstadt Loitz bei Demmin vermutet man schon seit einiger Zeit eine Slawenburg, die aber bis heute nicht nachgewiesen werden konnte. Wahrscheinlich wurde sie komplett abgetragen und überbaut. Nachweisen konnte man aber im Bereich der Peene eine slawische Siedlung des 10. Jahrhunderts. Seit 1170 ist der Name der Landschaft als "Losice" benannt, was soviel wie "Ort der Elche" bedeutet. Aus meiner Sicht muss es hier eine Burg gegeben haben, denn wenn schon das Land um Loitz schriftlich erwähnt wurde, gab es hier auch eine Burg als Mittelpunkt des Gebietes.

Lage                 


zurück


Loiz (Vermutung)

Auf einer natürlichen Halbinsel im "Trenntsee" soll in der spätslawischen Zeit eine Burgwallsiedlung bestanden haben (Fundplatz: Loiz 2, Gemeinde: Sternberg, Landkreis: Ludwigslust-Parchim). Hüttenlehm, spätslawische Keramik und Flintabschläge sind hier bereits gefunden worden. Interessant ist sicher die Frage, ob die befestigte Siedlung eventuell die Nachfolgeburg des mittelslawischen Burgwalls von Groß Raden gewesen sein könnte. Die heute als Freilichtmuseum wiederbelebte Burg von Groß Raden liegt nur einen Kilometer weiter nördlich und wurde um 1000 aufgegeben. Auf den beiden südlich gelegenen kleinen Inseln im "Trenntsee" bestanden zudem spätslawische Inselsiedlungen. Wie die Halbinsel von den Slawen befestigt wurde, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Das Areal der Halbinsel wird bis heute landwirtschaftlich beackert, wodurch einstige Befestigungsanlagen abgetragen wurden. Im modernen Laserscanbild ist aber noch deutlich ein leicht erhöhtes Areal am Südwestende der Halbinsel erkennbar, welches eine ovalförmige Ausdehnung von bis zu 90 m Länge hat. Ob es sich hier um die Überreste einer Burganlage oder um eine natürliche Erhebung handelt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Lage                   

zurück


Ludorf

Ganz am nördlichen Ende der Halbinsel "Steinhorn" liegen die Wallreste einer alten Slawenburg. Deren Erbauer gehörten zum Stamm der Müritzer. Sicher war es eine der Gauburgen dieses Volksstammes, die rings um die Müritz siedelten. Die Anlage hat einen ovalen Grundriss von 90 m x 70 m. Sie gehört wohl in das 11. bis 12. Jahrhundert, wie Keramikscherben anzeigen. Schriftliche Überlieferungen zu dem Burgwall gibt es hier leider keine.

Lage                  

zurück


Lütgendorf

"Schlossberg" (Vermutung)

Etwa 1,3 Kilometer östlich von Lütgendorf (Gemeinde Klocksin, Mecklenburgische Seenplatte) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer frühdeutschen Burganlage. Das Bodendenkmal wird auch als „Burg Lütgendorf“ oder „Schlossberg“ bezeichnet (Fundplatz: Lütgendorf 1 und 7). Es handelt sich um einen fast quadratischen Burghügel mit einem Durchmesser von etwa 50 m. Wie man noch im Laserscanbild erkennen kann, verläuft um den Hügel ein Graben. Die kleine Burganlage dürfte aus dem 13. Jahrhundert stammen und lag am Nordende einer Insel am Westrand des „Flachen Sees“. Direkt westlich lag eine erhöhte Halbinsel, die den Flurnamen „Schlossberg“ trägt. Da der Wasserstand des Sees in den letzten Jahrhunderten abgesunken ist, wurde die Insel mit der Burganlage angelandet. Da neben frühdeutschen Scherben auch Keramiken der spätslawischen Zeit (Typen Vipperow, Teterow) gefunden wurden, ist mit einer Besiedlung der Insel und der vorgelagerten Halbinsel bereits im 11. bis 12. Jahrhundert zu rechnen. Ob die Slawen die Insel bereits als Burg ausgebaut hatten, muss die moderne Archäologie klären. Bis auf die frühdeutsche Burg scheint es keinerlei weitere Befestigungen auf der Insel zu geben. Heute ist die ehemalige Insel mit dem Bodendenkmal bewaldet.


Lage                   

„Der Burg Wall“

Lage der Burg auf der heutigen Insel, nach R. Krüger 2019

Etwa 1,5 Kilometer nordöstlich von Lütgendorf (Gemeinde Klocksin, Mecklenburgische Seenplatte) liegt eine bewaldete Insel im „Flachen See“, die schon in der Wiebekingschen Karte von 1786 als „Der Burg Wall“ bezeichnet wird. Das moderne Laserscanbild zeigt noch deutlich die Überreste eines verschliffenen Burgwalls, der einen ovalförmigen Grundriss von bis zu 50 m Durchmesser besaß. Das etwa in der Mitte der heutigen Insel liegende Bodendenkmal (Fundplatz: Lütgendorf 4) erbrachte bisher nur Oberflächenfunde. Dazu gehörten Keramiken der Typen: „Feldberg“, „Menkendorf“, „Woldegk“, „Vipperow“, „Teterow“, „Bobzin“ und „Garz“. Weiter wurden Schlacke, ein durchlochter Wetzstein und Spinnwirtel aus Ton und Stein gefunden. Die Insel wurde vermutlich schon im 9. Jahrhundert als Inselsiedlung genutzt und im späten 9. bis frühen 10. Jahrhundert mit einem kleinen Ringwall ausgebaut. In der kleinen Inselburg saß ein Lokalhäuptling, der nur über wenig Macht verfügte. Auf der Insel wird auch ein kleines Vorburgareal, gleich nördlich des Burgwalls, vermutet. Da auch spätslawische Scherben des 11. und 12. Jahrhunderts vorgefunden wurden, blieb die Insel vermutlich auch nach dem Untergang der Burg weiter in Nutzung. 


Lage

zurück


Madsow

„Höhenburg“

Etwa 800 m südsüdwestlich von Madsow (Gemeinde Neuburg, Nordwestmecklenburg) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer slawischen Höhenburg (Fundplatz: Madsow 1). Bereits im Jahre 1924 untersuchte der Altertumsforscher R. Beltz die Burganlage und bezeichnete sie als „Burg Ilow I“. Es handelt sich um einen eingliedrigen Burgwall von 100 bis maximal 150 m Außendurchmesser, der von seinen Erbauern am plateauartigen Nordrand einer tiefen Schlucht angelegt wurde. Die Süd- und Ostseite der Burgfläche war ohne Wall befestigt, da ein bis zu 30 m tief abfallendes Areal einen natürlichen Schutz zu diesen Seiten bot. Nur die ehemalige Zugangsseite wurde im Norden und Westen mit einem Burgwall befestigt. Das einzige Zugangstor lag leicht nordöstlich und ist noch durch eine Wallsenke deutlich erkennbar. Der Wall der Höhenburg von Madsow ist noch bis zu 3 m hoch erhalten geblieben und existierte nach Oberflächenfunden zu urteilen zwischen 800 und 900. Die Höhenburg dürfte damit der frühslawischen Zeit angehören. Etwa 1,2 Kilometer westlich des Bodendenkmals lag eine weitere slawische Burg in Niederungslage, die eine spätslawische Nachfolgeburg darstellt (siehe Burgwall Ilow).

Lage        

zurück


Malchin

Etwa 1,3 Kilometer südöstlich der historischen Stadtmitte von Malchin (Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die abgetragenen Überreste eines slawischen Burgwalls. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Malchin 3) wird auf alten Flurkarten als "Burgwall" bezeichnet. Leider ist heute nur noch ein fast kreisrundes Areal von bis zu 115 m Durchmesser erhalten geblieben, welches mit wenigen Bäumen umstanden ist. Das völlig niedergeackerte Burgareal wird bis heute landwirtschaftlich genutzt und ist nur noch einen Meter hoch erhalten geblieben. Erstmals archäologisch untersucht wurde der ehemalige Ringwall von Friedrich Lisch im Jahre 1873. 1912 sind Oberflächenfunde vom Burgareal bekannt geworden, die zeitlich aber nicht eingeordnet werden konnten. 1962 barg der Bodendenkmalpfleger Paul Kalbhen mehrere Keramikscherben, die dem "Menkendorfer Typ" angehörten. 1974 und 1978 kam es zu oberflächlichen Begehungen, bei denen weitere Funde und "Menkendorfer Scherben" gefunden wurden. 1998 fanden kleinere Untersuchungen statt, bei denen auch zwei nahe Vorburgsiedlungen bestätigt werden konnten. Direkt westlich des Burgwalls lag eine Vorburgsiedlung, die etwa 80 x 70 m groß war und eine Fläche von 0,5 ha einnahm (Fundplatz: Malchin 154). Südlich dieser burgnahen Siedlung lag eine weitere Vorburgfläche, die auf einem nach Süden hin ansteigenden Geländesporn errichtet wurde. Diese 260 x 150 m große Siedlung trägt bis heute den Flurnamen "Grimmort" und nahm eine Fläche von etwa 4 ha ein (Fundplatz: Malchin 9). Nach den keramischen Hinterlassenschaften zu urteilen, dürfte der Malchiner Burgwall überwiegend eine mittelslawische Niederungsburg des 10. Jahrhunderts gewesen sein. Der Burgwall wurde von seinen Erbauern auf einer natürlichen Talsandfläche errichtet, die in einer ehemals stark versumpften Niederung lag. Etwa 650 m westlich des Burgwalls verläuft die heute weitgehend begradigte Ostpeene. Meines Erachtens erreichte der mehrmals nach außen erneuerte Ringwall im Endstadium einen maximalen Außendurchmesser von etwa 90 bis 95 m! Das Google-Luftbild von 2016 zeigt noch deutlich eine helle und ovalförmige Verfärbung im Burgzentrum, die den einstigen Burghof darstellte. Demnach war der Burginnenraum etwa 60 x 50 m groß und wurde im Endstadium von einem gut 20 m breiten Wall umschlossen. Vermutlich gab es am Innenwall auch einen Graben, der zur Entwässerung des Burghofes diente. Der mittelslawische Ringwall von Malchin gehört zu den größten Vertretern des "Tornower Typs" in Mecklenburg-Vorpommern. Die jeweiligen Malchiner Burgherren gehörten sicher zum slawischen Stamm der "Zirzipanen", die nahe des Flusses Peene siedelten. Die am Ende gewaltige Burganlage erreichte sicher eine Wallhöhe von mindestens 6 bis 7 m und könnte in späteren Zeiten reaktiviert worden sein. Immerhin wurden im Umfeld der Burg auch wenige frühdeutsche Scherben des 13. Jahrhunderts angetroffen. Es ist möglich, dass die slawischen Vorburgsiedlungen auch nach dem Untergang des Burgwalls bis in die frühdeutsche Zeit in Nutzung blieben. Die Archäologen schließen auch neuzeitliche Dungstreuungen nicht aus, bei denen diese frühdeutschen Keramikscherben auf dem Burgareal abgelagert wurden. Heute ist das abseits liegende Bodendenkmal über die Strasse "Burgwallweg" aus zu erreichen. Ein moderner Zugangsdamm führt von Südosten auf das Burgareal. Die Lage des slawenzeitlichen Zugangstores ist durch die vollständige Schleifung der Befestigung leider nicht mehr nachvollziehbar. Es lag vermutlich an der Westseite zur kleineren Vorburgsiedlung. Der Ortsname Malchin soll sich vom slawischen Wort "Malochyni" ableiten.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

zurück


Malchow

"Altstadtinsel"

Auf der heutigen Altstadtinsel von Malchow lag in der spätslawischen Zeit die „Civitas Malacowe“. Es handelte sich um eine bedeutende Inselburg, in deren Nähe sich auch ein Kultort befand. Wo genau die Burg auf der heutigen Insel lag, ist durch die neuzeitliche Bebauung kaum mehr nachvollziehbar. Grabungen im Bereich des heutigen Marktplatzes konnten aber eine spätslawische Vorgängersiedlung bestätigen. Im Sommer des Jahres 1164 unterwarf der Sachsenherzog „Heinrich der Löwe“ die aufständischen Slawen unter ihrem Anführer „Pribislaw“ in der Schlacht bei Verchen am Kummerower See. Das große Sachsenheer hatte kurz vor der Schlacht vermutlich die Malchower Burg eingenommen und errichtete hier ein kurzzeitiges Lager. Der Sachsenherzog ließ bei diesem Unternehmen „Wertislaw“, den jüngeren Bruder des aufständischen „Pribislaw“, nahe der Malchower Burg aufhängen. Nachdem die Sachsen genug Lebensmittel für die Truppen und Futter für die Tiere eingesammelt hatten, zogen sie weiter zum Kummerower See, um die bereits begonnene „Schlacht bei Verchen“ zu unterstützen. Die Slawen verloren diese Schlacht unter hohen Verlusten und mussten sich anschließend endgültig unterwerfen.

Lage

zurück


Marlow

Der Ort Marlow hat seine Ursprünge in einer kleinen slawischen Burg. Der Name dieser Burg lautete wohl "Marlowe". Dieser Name stammt aus dem Altpolabischen und beschreibt wohl einen Personennamen. Vielleicht gehörte einmal diesem "Marlow" die Burg. Näheres dazu ist leider nicht bekannt. Im Jahr 1179 gab es die ersten urkundlichen Erwähnungen, wonach "Fürst Heinrich Borwin seinem Ritter Heinrich von Bützow die Hälfte des Schlosses Marlow neben neun dazu belegten Dörfern und anderen Zubehörungen eingethan und geschenket, dagegen derselbige sich verpflichtet, das Land wieder zu culivieren und in guten Stand zu bringen." Hier war die Rede von neun Dörfern, die zu Marlow gehörten. Vielleicht waren es slawische Dörfer, die schon vor 1179 zur Burganlage gehörten. Seit 1298 wurde Marlow dann als "Städtchen" überliefert, konnte diesen Status aber niemals weiter ausbauen. Die Slawen legten ihre Burg sehr geschickt inmitten von Hügeln am Recknitztal an. Von hier aus wurde sicherlich der damalige Schiffsverkehr geregelt.

Lage                   


zurück


Marnitz

1.

Der erste Burgwall befindet sich am Ostrand des Ortes Marnitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Die Anfahrt erfolgt über die A 24, am Abzweig Suckow auf die B 321 bis zum Ort Marnitz und dem im östlichen Ortsbereich liegenden Bodendenkmal.
Der Burgwall ist in einen Haupt- und einen Vorburgbereich unterteilt. Seine Errichtung als befestigte Schutzanlage geht auf die slawische Zeit zurück. Angelegt wurde sie im 10./11. Jahrhundert und bestand wohl bis ins 13. Jahrhundert hinein. Neuere Untersuchungen gehen allerdings auch davon aus, dass es sich hier nicht um eine Slawenburg gehandelt hat.

Lage                   

2. "Kleiner Ringwall in den Marnitzer Buchen"

Etwa 1,5 Kilometer südlich von Marnitz (Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die bewaldeten Überrese einer slawischen Burganlage. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Marnitz 9) ist ein noch sehr gut erhaltener kleiner Ringwall von 60 bis 70 m Außendurchmesser. Der Innenraum der Burganlage ist bis zu 45 m groß und wird von einem etwa 3 m hohen Wall umschlossen. Auch der äußere Burggraben ist noch erkennbar und war ehemals 1,7 m tief und bis zu 3,5 m breit.  Der einzige Zugang lag im Ostwall und war vermutlich ein schmales Tunneltor. Im April 1929 kam es zu einer archäologischen Ausgrabung am Ringwall. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Wohnbauten direkt am Innenwall angelegt wurden. Am Osttor wurden verkohlte Holzbalken beobachtet, die auf ein gewaltsames Ende des Burgwalls hindeuten. Die Kleinburg war sicher der Sitz eines Lokalhäuptlings und dürfte aus dem späten 9. bis mittleren 10. Jahrhundert stammen. Im direkten Umfeld der Burg ist eine offene Vorburgsiedlung zu vermuten, in der vor allem Handwerker und Händler ansässig waren. Interessant ist, dass die Burganlage nicht in einer Niederung errichtet wurde, wie es typisch für derartige Befestigungen war. Die slawischen Erbauer suchten sich für die Errichtung ihrer Burg ein erhöhtes Areal aus, das im Westen und Osten von kleineren Bachläufen umgeben war. Durch diese Höhenlage war der Außengraben des Ringwalls trocken und wurde vermutlich daher bis zu 1,7 m eingetieft. In der Regel hatten die mittelslawischen Niederungsburgen eher flache und wassergefüllte Sohlgräben als Annäherungshindernisse. Heute wird vermutet, dass die Burganlage im Stammesgebiet der slawischen "Linonen" lag. Die "Linonen" waren ein starker Kleinstamm in Elbnähe, die im Jahre 808 erstmals erwähnt wurden. Nach mehreren Auseinandersetzungen mit dem Frankenreich kamen sie zeitweise unter deren Abhängigkeit. Im Jahre 877 bereiteten die "Linonen" einen Abfall vom Frankenreich vor, der durch fränkische Verhandlungen aber abgewendet werden konnte. Um das Jahr 880 entstanden bei den "Linonen" die typischen kleinen Ringwälle, wie z.B. in Lenzen-Neuehaus (Brandenburg), Gartow "Elbholz" (Niedersachsen) und Meetschow (Niedersachsen). Auch der Ringwall von Marnitz dürfte in dieser Zeit errichtet worden sein. Im Jahre 929 unterwarf der Ostfrankenkönig Heinrich I. im Zuge der "Schlacht von Lunkini" die slawischen Stämme östlich der Elbe. Bei diesem großen Feldzug dürfte auch der Burgwall in den "Marnitzer Buchen" sein Ende gefunden haben.


Lage

zurück


Marsow

1.

An dieser Stelle befand sich in der Slawenzeit ein Burgwall, der heute oberirdisch nicht mehr erkennbar ist, da er geschliffen wurde. Das heisst, er wurde mit Absicht vollständig abgetragen. Die Gründe hierfür sind unbekannt.

Lage

2.

Möglicherweise befand sich an dieser Stelle ein weiterer Burgwall aus der Slawenzeit. Es handelt sich hier um Reste eines halbkreisförmigen Walles, die sehr künstlich errichtet aussehen. Zukünftige Untersuchungen werden hier mehr ans Tageslicht bringen. Es war in der Slawenzeit nicht unüblich, dass man verschiedene Burgen in unmittelbarer Nähe zueinander errichtete. Diese bestanden dann meist aber in verschiedenen Zeitepochen.

Lage


zurück


Medrow (Vermutung)

Etwa 400 m südlich der Kirche von Medrow (Gemeinde: Nossendorf, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die bewaldeten Überreste einer frühdeutschen Burganlage mit Flurnamen "Die Burg" (Fundplatz: Medrow 1). Diese Niederungsburg wird heute auch als "Wasserburg Medrow" bezeichnet. Frühe Urkunden nennen die frühdeutsche Turmhügelburg als "Villam Mederowa". Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, wurde die frühdeutsche Turmhügelburg innerhalb einer vermutlich älteren Befestigung errichtet, die bis zu 100 m groß war. Ob es sich hier um einen ursprünglich slawenzeitlichen Niederungsburgwall in der Nähe der "Trebel" handelte, kann erst die moderne Archäologie klären!

Lage                  


zurück


Menkendorf


 

Etwa einen Kilometer nördlich von Menkendorf (Gemeinde: Grebs-Niendorf, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Es handelt sich um einen fast kreisrunden Ringwall mit einem heutigen Außendurchmesser von etwa 85 m. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Grebs 1) ist heute bewaldet und lag in der Slawenzeit am Nordende einer natürlichen Talsandinsel in der "Rögnitzniederung". Die Niederungsburg besaß nur ein Zugangstor, welches durch eine breite Wallsenke im Nordwestwall noch heute zu erkennen ist. Der Ringwall ist einer der besterhaltendsten seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern und noch bis zu 4 m hoch. Die bei Untersuchungen hier erstmals dokumentierte Keramik wird bis heute als "Menkendorfer Typ" bezeichnet und existierte überwiegend im 10. Jahrhundert. Die Burg war sicher der Sitz eines lokalen Häuptlings, der die nähere Umgebung politisch und militärisch überwachte. Die Gelehrten des 19. Jahrhunderts vermuteten, dass der Burgwall von Menkendorf identisch mit der überlieferten Hauptburg der slawischen  "Smeldinger" sein könnte. Im Jahre 809 wurden die "Smeldinger" von Karl dem Großen unterworfen, der bei diesem Kriegszug auch deren Hauptburg "Connoburg" einnehmen konnte. Meiner Meinung nach ist der Menkendorfer Burgwall aber eher eine mittelslawische Befestigung aus der Zeit von um 900 bis 1000. Das  kleine Burgareal wurde früher auch landwirtschaftlich beackert. Nachdem man dabei auf einen slawenzeitlichen Dolch stieß, wurde das Bodendenkmal unter Schutz gestellt. Im Jahre 2009 hat die Gemeinde Grebs-Niendorf sich dazu entschlossen, ein Teilstück des Burgwalles in Originalgröße zu rekonstruieren. Das Projekt wurde 2010 fertiggestellt und befindet sich heute in der Nähe des Bodendenkmals.

Lage                   

zurück


Möllenhagen



Im Ort Möllenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) befinden sich die Überreste eines kleinen slawischen Ringwalles. Durch neuzeitliche Eingriffe ist das Bodendenkmal auf seiner Oberfläche stark planiert worden. Vor Ort ist daher nur noch ein etwa 3 bis 4 m hoher, kreisrunder Erdhügel zu erkennen. Das moderne Laserscanbild zeigt, dass der Ringwall einen heutigen Außendurchmesser von bis zu 75 m besitzt. Der ursprüngliche Burgwall dürfte einen Gesamtdurchmesser von gut 60 m gehabt haben. Der Burgwall von Möllenhagen gehört damit zu den mittelslawischen Anlagen des „Tornower Typs“. Es handelt sich dabei um die stark befestigten Sitze von lokalen Häuptlingen, die nur über wenig Macht verfügten. Im Burgwall saß vielleicht ein Lokalherr vom Stamm der Tollenser. Im Vorfeld muss es ein offenes Vorburgareal gegeben haben, in dem vor allem Handwerker und Bedienstete lebten. Der Burgwall wurde am Ostrand einer damals feuchten Geländerinne angelegt. Diese ist heute aber verlandet und als solche nicht mehr erkennbar. Der Burgwall von Möllenhagen wurde vermutlich um/nach 900 errichtet und dürfte im Laufe der Zeit ausgebaut worden sein. Wie lange er bestand, muss die modere Archäologie klären. Sein Untergang ist im Verlauf des 10. Jahrhunderts zu vermuten.

Lage                   

zurück


Mölln

Etwa 600 m nördlich der Dorfkirche von Mölln (Gemeinde: Mölln, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die insgesamt gut erhaltenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Mölln 1) trägt heute die Flurbezeichnungen "Seeberg", "Seewall" oder einfach nur "Burgwall". Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, handelte es sich um eine bis zu 200 m große Wallbefestigung (NW-SO) in ehemaliger Insel- oder Halbinsellage am heute stark verlandeten "Möllner See". Bereits im Jahre 1859 erkundete der mecklenburgische Altertumsforscher Friedrich Lisch den Burgwall und beschrieb seine Form damals als "längliches Viereck", was allerdings nicht der Realität entspricht. Die Burgform ist eher spitzoval bis birnenförmig und erreicht eine Ausdehnung von etwa 1,75 ha. Im Jahre 1988 kam es zu einer archäologischen Ausgrabung unter der Leitung von Dr. Volker Schmidt (1942-2002). Er legte einen kleinen Schnitt auf dem Burgareal an und konnte dort neben Keramikscherben und Tierknochen sogar einen Reitersporn sowie einen Schlüssel bergen. Interessanterweise bezeichnete Volker Schmidt den Burgwall abschließend als zweigliedrige Befestigung, bestehend aus Vor- und Hauptburg. Eine Zweigliedrigkeit ist heute aber weder vor Ort, noch im modernen Laserscanbild zu erkennen. Die slawischen Erbauer errichteten die große Burg auf einer natürlich geschützten Talsandinsel, die im Norden, Westen und Süden vom "Möllner See" umgeben war. Ob auch das heute östlich der Burg liegende Wiesengelände zur Slawenzeit zum "Möllner See" gehörte, entzieht sich meiner Kenntnis. Auf der alten Wiebekingschen Flurkarte des Jahres 1786 wird dieses Areal bereits als feuchte Wiese dargestellt. Bei meinen unzähligen Besuchen seit dem Jahre 2002 konnte ich dort viele kleine Muscheln beobachten, die auf ein zeitweise überflutetes oder stark versumpftes Areal hindeuten. Der "Möllner See" befindet sich seit dem 18. Jahrhundert in einem starken Verlandungsprozess. Im Sommer 2003 habe ich die Seeseiten des Burgwalls mit dem Schlauchboot erkundet, um eine ehemalige Zugangsbrücke zu finden. Diese konnte ich zwar nicht nachweisen, dennoch konnte ich feststellen, dass der "Möllner See" heute nur noch ein sehr flaches und stark verschlammtes Gewässer von 0,5 bis 1,0 m Tiefe darstellt. Leider wurde der Burgwall bereits im 19. Jahrhundert als Erdentnahmestelle genutzt. Schon Friedrich Lisch berichtete, dass ein damaliger Pächter Erde zur Wiesenverbesserung entnommen hatte. Dadurch ist besonders der südöstliche Bereich des Bodendenkmals abgetragen worden. Auch die erhöhte Burginnenfläche stellt sich heute als stark zerpflügt und uneben dar. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der Burgwall noch sehr gut erhalten, denn Lisch beschrieb die Wallanlage als noch so hoch, dass man in der Burg stehend nicht über die Wallanlage blicken konnte. Vermutlich wurde der erhaltene Burgwall in der Neuzeit landwirtschaftlich beackert, wodurch die Innenfläche aufgehöht und verfüllt wurde. Dennoch ist das Bodendenkmal nach außen noch bis zu 3 m hoch erhalten geblieben und schon aus der Ferne als Burgwall erkennbar. Vom Burgareal stammen etliche Oberflächenfunde, u.a. Keramikscherben der "Menkendorfer", "Fresendorfer", "Teterower" und "Vipperower" Art. Frühslawische und frühdeutsche Keramiküberreste sind nicht vorhanden. Die Befestigung dürfte demnach in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstanden sein und wurde mindestens bis in das 11., vielleicht sogar noch frühe 12. Jahrhundert mehrmals ausgebaut. Mit einem finalen Durchmesser von bis zu 200 m war die Inselburg von Mölln ein bedeutender Herrschaftssitz im Lande der "Tollenser". Der Archäologe Dr. Volker Schmidt vermutete, dass auf der Inselburg von Mölln ein hoher "Tollenserfürst" residierte, dem auch die etwa sechs Kilometer weiter nördlich liegende Insel im "Kastorfer See" gehörte. Auf der Insel im "Kastorfer See" lag vom 10. bis 11./12. Jahrhundert ein befestigter Marktort mit überregionalem Handel. Der "Möllner See" war in der Slawenzeit noch see- oder sumpfartig mit dem "Kastorfer See" verbunden. Interessant ist weiter auch die Frage, ob der Burgwall von Mölln einen hölzernen Brückenzugang zum südlichen Festland besaß. Noch heute ist ein schwach erhaltener Erddamm vor Ort erkennbar, der von der Inselburg in einem Bogen in Richtung Mölln verläuft. Ob es sich hier aber um einen neuzeitlichen oder slawischen Zugangsweg handelt, muss letztendlich die moderne Archäologie klären. Interessant ist jedoch, dass die Archäologen Felix Biermann und Rainer Szczesiak bei einer Erkundung des Burgwalls im Vorfeld hölzerne Brückenstümpfe beobachten konnten. Sie befanden sich im heute begradigten "Lühmbach", der vom Südende des "Möllner Sees" in Richtung des Ortes Gevezin verläuft. Zwei von ihnen geborgene Brückenpfähle ergaben die Dendrodaten von um/nach 916 und 924. Damit ist eine südliche Brückenverbindung (Fundplatz: Mölln 16, ca. 280 bis 300 m lang) zur Inselburg zumindest für die erste Burgphase belegt. Am ehemaligen Brückenbeginn der "Südbrücke" lag im 13./14. Jahrhundert ein kleiner frühdeutscher Turmhügel. Er ist gut erhalten und wird als "Hexenberg" bezeichnet. Interessanterweise gab es wohl noch zwei weitere Brücken- oder Bohlenwege zur slawischen Burganlage. Die sogenannte "Ostbrücke" (Fundplatz: Mölln 3) führte vom Burgwall in Richtung Osten zu den etwa 500 m entfernt liegenden Uferhöhen. Dieser Ostzugang konnte auf etwa 150 m Länge aufgedeckt werden. Ob es sich hier um eine Brücke oder eher um einen Bohlenweg handelte, kann bisher nicht abschließend geklärt werden. Da Dendrodaten aus dieser "Ostbrücke" bisher nicht vorliegen, ist ein Zusammenhang mit der slawischen Inselburg noch nicht bestätigt. Eine weitere, bisher nicht sichere Brückenanbindung lag im Westen des Burgwalls am heutigen Seerand. Das einzige Dendrodatum dieser "Westbrücke" ergab ein Fälldatum von um/nach 944. Ob diese "Westbrücke" nur einen Anlegesteg für Boote darstellte, oder doch über den ganzen See führte, muss die moderne Archäologie klären. War die Insel- oder Halbinselburg von Mölln im Ursprung eine kleine mittelslawische Burg aus der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts, die in der spätslawischen Zeit zu einer großen Fortifikation umgebaut wurde? Zum Abschluss möchte ich nun den ausführlichen Bericht von Friedrich Lisch aus dem Jahre 1859 vorstellen, als er das Bodendenkmal besuchte:

"Nördlich vom Hofe Mölln erstreckt sich eine weite und zum Teil sumpfige Wiesenfläche, in welcher feste Flächen und Wege liegen, gegen den See; diese Lage ist ganz den slawischen Vorburgen gleich, welche sich so häufig finden. Am Ende dieser Wiesenfläche erstreckt sich der Burgwall mit drei Seiten in den See. Diese Lage ist der Lage der großen slawischen Burgen von Bisdede im Gutower See, bei Güstrow und bei Schwerin ganz ähnlich. Der Burgwall von Mölln  bildet ein regelmäßiges längliches Viereck, welches ungefähr 1500 Ruthen Oberfläche hat. Auf dem äußeren Rande umher steht ein breiter Wall von ungefähr 5 Fuß Höhe, welcher an der Außenseite mit dem Burgwalle in ziemlich steiler Neigung in den See fällt. Im Innern ragt der Ringwall so hoch über die vertiefte innere Fläche empor, daß man von innen nicht über den Wall sehen kann, daß also die Menschen und die Wohnungen bis zum Dache durch diesen Ringwall vollkommen geschützt waren. Das ganze Ansehen gleicht vollkommen den größeren Burgwällen des Landes, z. B. den Burgwällen von Mecklenburg (Burgwall Dorf Mecklenburg bei Wismar), der freilich größer ist, von Bisdede, Ilow, Werle u.s.w.. Jedoch muß man den Burgwall von Mölln einen sehr großen Burgwall nennen. Der ganze Burgwall ist von zusammengetragener Erde aufgeschüttet. Da derselbe zur Wiesenverbesserung jetzt abgetragen werden soll, und damit am Eingange schon ein ansehnlicher Anfang, der jedoch noch nicht bis zu dem Raume innerhalb des Ringwalles reicht, gemacht ist, so lässt sich klar erkennen, wie die verschiedensten Erdschichten übereinander liegen. Es kam sogar eine ganze Schicht von kleinen Muscheln vom Seeufer zu Tage. Ungefähr 4 Fuß tief unter der Oberfläche kam eine ganze Schicht von großen Kohlen zum Vorschein, welche ohne Zweifel von abgebrannten Gebäuden am Eingange herrühren, welche beim Brande in die Kellerräume gestürzt sind. Was aber besonders den schlagendsten Beweis gibt, ist die große Menge von slawischen Gefäßscherben, Tierknochen und Altertümern, welche überall auf der Oberfläche zu finden sind. Bei jedem Schritt finden sich schon auf der Oberfläche unzählige Scherben von Gefäßen, welche alle ohne Ausnahme mit zerstampftem Granit durchknetet und am Rande mit den bekannten wellenförmigen Linien der letzten Slawenzeit verziert sind. Die Verzierungen auf allen diesen Scherben haben einen etwas feineren Charakter, als gewöhnlich. Scherben von Gefäßen des christlichen Mittelalters waren gar nicht zu finden, und da der Burgwall bei der Beackerung wegen der ungewöhnlich guten Erde gar nicht gedüngt wird, so waren auch keine Reste der neueren Zeit zu finden. Der Burgwall von Mölln ist daher einer der größten, am besten erhaltenen und an Altertümern am ergiebigsten im ganzen Lande. Bei der Untersuchung wurden in kurzer Zeit eine große Menge charakteristischer Scherben, ein abgesägtes Stück Hirschhorn, ein tönerner Spindelstein (Spinnwirtel) und viele Tierknochen aller Art gefunden. Vorher war beim Abgraben ein zerbrochenes Gefäß gefunden, in welchem viele kleine Stücke Bernstein gelegen hatten, von denen noch ungefähr 25 Stücke vorhanden sind. Am Aufgange fand sich an einer niedrigen Stelle nahe am See unter der Erdoberfläche der Ziegelfußboden einer neueren Wohnung, welche hier seit Menschengedenken Fischer aufgeführt hatten. Zwei menschliche Gerippe, welche am Aufgange eingegraben waren, gehörten offenbar ebenfalls den neueren Zeiten an. Wenn es nun nach dem Vorgetragenen auch keinen Zweifel leidet, daß die an dem See des Hofes Gädebehn bei Mölln liegende große slawische Burg die Hauptburg eines Landes oder Gaues "Gotebant" ist, so wird es doch willkommen sein, wenn diese Annahme urkundlich bewiesen wird. Es wird in einigen alten Urkunden ausdrücklich gesagt, daß mehrere östlich und nordöstlich an Gädebehn grenzende Güter im Lande "Gotebant" lagen. Nach einer Urkunde schenkte am 21. Dezember 1303 der Fürst Nicolaus von Werle dem Kloster Ivenack zehn Hufen im Dorfe Pinnow im Lande "Ghotebende". Das Dorf Pinnow grenzt östlich an Gädebehn. Im Jahre 1249 verlieh der Herzog Wartislav von Pommern dem Kloster Reinfelden den in Pommern an der Grenze liegenden Hof Mönchhusen im Lande "Gotebant" mit den dazu gehörenden Dörfern Wildberg, Wolkow und Reinberg, welche an das Dorf Gotebant grenzten und beschreibt genau die Grenzen derselben, welche östlich bis gegen die Stadt Altentreptow, nördlich bis an das Dorf Schorssow und westlich bis in den See von Kastorf gingen. Nach diesen genauen Bestimmungen wird sich die Lage des Landes Gotebant auch nach den Grenzen der umherliegenden Länder ziemlich genau bestimmen lassen. Im Süden grenzte das alte Land Wustrow, die spätere Vogtei Penzlin, der Klosterort Broda mit den nördlich davon liegenden Dörfern Wulkenzin, Weitin, Chemnitz u.s.w. gehörte schon zur Vogtei Stavenhagen. Es leidet also keinen Zweifel, daß das alte Land "Gotebant" seine Burg bei dem jetzigen Hofe Gädebehn zwischen Stavenhagen und Neubrandenburg hatte und sich um diese Burg erstreckte. Der Ort Gädebehn wird in alten Zeiten auch größer und bevölkerter gewesen sein, da in einer Urkunde von 1326 noch ein Pfarrer von Gotebant als Zeuge vorkommt."

Lage                   

zurück


Muchow



Südöstlich von Muchow (Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die stark abgetragenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Muchow 1) ist nur noch im Süden und Osten als flacher Halbkreiswall erhalten geblieben. Das moderne Laserscanbild lässt erkennen, dass es sich im Ursprung um einen kreisförmigen Ringwall von gut 70 bis 80 m Durchmesser handelte. Die verschliffenen Überreste erreichen einen heutigen Durchmesser von bis zu 90 m. Der Burgwall verfügte im Norden über einen Vorburgwall, der etwa 90 m lang und leicht bogenförmig war. Auf einigen Luftbildern ist dieser noch schwach zu erkennen. Die Burg war also zweigliedrig und lag zur Slawenzeit auf einer flachen Talsandinsel, umgeben von Sumpf und Moor. Im Jahre 1849 wurde das Bodendenkmal von Karl Kossel oberirdisch untersucht. Er erkannte schon damals die Zweigliedrigkeit der Burganlage und beschrieb auch zwei alte Zugangswege. Einer soll von Südosten zur Burgsiedlung geführt haben und ein weiterer Weg führte von der Talsandinsel in Richtung Nordwesten. Durch die geringe Größe des Ringwalls ist die Laufzeit der vermutlich mittelslawischen Burg zwischen 880 und 950 anzusetzen. Moderne Ausgrabungen stehen hier noch aus, die meine Vermutungen bestätigen könnten!


Lage                   

zurück


Mustin

Östlich von Mustin befindet sich eine breite Landverbindung zur gegenüberliegenden Uferseite. Hier befand sich einst eine frühdeutsche Burganlage. Man vermutet heute, dass diese auf den Resten einer slawischen Vorgängerburg errichtet wurde. Untersuchungen vor Ort werden sicher genauere Ergebnisse dazu liefern können.

Lage


zurück