Slawische Burganlagen in Mecklenburg-Vorpommern N-Z (126)


Neu Brenz, Neu Canow, Neu Dobbin, Neubukow, Neuburg, Neuburg bei Parchim, Neuhof bei Stralsund, Neuhof bei Neukloster, Neukalen, Neu-Kentzlin, Neu Nieköhr-Walkendorf, Nieden, Niederhof, Pantlitz, Parchim, Pasewalk, Penkun, Pensin, Penzlin, Penzlin-Grapenwerder, Plau am See, Pleetz, Plöwen, Pölchow, Prerow, Priemen, Pripsleben, Quadenschönfeld, Quetzin, Raden, Raguth, Reddershof, Reez, Remplin, Rensow, Reppin, Rerik, Retzin, Röbel, Rosenow-Sternberg, Rossow, Rothemühl, Rothenklempenow, Rothenmoor, Roxin, Rubenow, Rüterberg, Rützenfelde, Saal, Sandhof, Schlemmin, Schloen, Schönfeld, Schossow, Schulenberg, Schwaberow, Schwennenz, Schwerinsburg, Semlow, Siemersdorf, Spantekow, Stavenhagen, Sternberger Burg, Stolzenburg, Stuer, Sukow, Tangrim, Tessin, Teterow, Tribsees, Turow, Tutow, Tüzen, Ueckermünde, Upost, Utzedel, Vellahn, Verchen, Vietlübbe, Vipperow, Wangelin, Wardow, Waren, Warin, Waschow, Weberin, Wedendorf, Welzin, Wendelstorf, Wendhof, Wendorf, Werder-Penzlin, Werle, Wildberg, Willershusen, Wittenborn, Wittenburg, Wittenförden, Wolde, Woldegk, Woldzegarten, Wolgast, Wolkow, Wooster Teerofen, Wöpkendorf, Woserin, Wöten, Wrangelsburg, Wredenhagen, Wulfsahl, Wustrow-Darß, Zierstorf, Zimkendorf, Zirtow, Zislow


Neu Brenz (Vermutung)

Etwa 1,2 Kilometer nördlich von Neu Brenz (Gemeinde: Brenz, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) befindet sich in der Lewitzlandschaft eine mit Bäumen bestandene kreisrunde Wallanlage mit etwa 50 bis 60 m Durchmesser (Fundplatz: Brenz 1). Heute ist leider noch nicht sicher, wann diese Burg entstand. Der mecklenburgische Altertumsforscher Friedrich Lisch untersuchte die Burg oberirdisch im Jahre 1853 und ging eher von einer frühdeutschen Burganlage aus. Im Vorfeld der Anlage stiess er allerdings auf slawische Scherben, die von einer offenen Vorburgsiedlung stammen. Moderne archäologische Ausgrabungen haben vor Ort noch nicht stattgefunden (Stand: 2019). Meiner Meinung nach handelt es sich um einen typisch mittelslawischen Ringwall des späten 9./10. Jahrhunderts, der auf einer flachen Talsandinsel errichtet wurde. Der heute bewaldete kleine Ringwall ist noch gut erhalten geblieben und von einem Außengraben umgeben.

Erhaltungszustand: gut

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Neu Canow

Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

An der Mündung der Dollbek in den Gobenower See bestand eine flache Halbinsel, auf der sich eine kleine frühslawische Burganlage befand. Ein heute mit Bäumen bestandener Abschnittswall von etwa 60 bis 70 m Länge, der einst die Halbinsel abriegelte, ist heute noch vorhanden. Ganz in der Nähe ist das Vorhandensein von frühslawischen Dorfspuren bereits nachgewiesen worden. Auf der anderen Seite der Dollbek, nordwestlich des Burgwalls, befindet sich auf dem Kellerberg ein gut erhaltener frühdeutscher Turmhügel, genannt "Dollbekschanze". Die Gründe, warum erst die Slawen und anschließend die Deutschen gerade hier Burgen anlegten, sind nicht bekannt. Möglich wäre, dass die Dollbek damals eine Art Grenzgewässer darstellte.

Erhaltungszustand: gut

Lage 

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Neu Dobbin (Vermutung)

Burg "Oll Slott"

Westlich von Neu Dobbin (Gemeinde: Dobbin-Linstow, Landkreis Rostock) liegt der Standort einer ehemaligen slawischen Inselsiedlung, die heute auch als Burgwall angesprochen wird (Fundplatz: Neu Dobbin 1). Im modernen Laserscanbild sind allerdings keinerlei Wallreste eines Burgwalls zu erkennen. In der TK-10 Landkarte wird hier allerdings eine dreieckige Wallbefestigung dargestellt, die sich aber so nicht nachvollziehen lässt! Im späteren 13./14. Jahrhundert befand sich hier eine frühdeutsche Burganlage, von der noch eine kleine kreisrunde Hügelburg vom Typ "Motte" erhalten ist. Die bewaldete Burgstelle trägt den alten Flurnamen "Oll Slott" (Altes Schloß).

Erhaltungszustand: nicht erhalten (Slawenburg), gut (frühdeutscher Turmhügel/Motte)

Lage    

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Neubukow

 

Die ehemalige, wahrscheinlich slawische Wallanlage befindet sich heute inmitten der Stadt hinter alten Industriegebäuden aus DDR-Zeiten. Sie ähnelt mit ihren kleinen Wegen und dem verwuchertem Wall einer kleinen Parkanlage, die sich auf einer Halbinsel zwischen einem See und einem Fluss befindet. Vorhanden von der einstigen Wallanlage sind heute noch 75 % des Walls und der Graben in Form eines Sees und eines kleinen Flusses, der den See speist und in einer geschmeidigen Kurve die Wallanlage umrundet. Sehr interessant ist die Wanderung auf dem Wall. Noch deutlich hebt sich die enorme Höhe von über 10 m vom Niveau des Flusses ab und stellt eine gigantische Hürde dar. Durch den guten Erhalt der äußeren Wehranlage lassen sich noch die Dimensionen erkennen, die die Burg einst aufwies. Neubukow war von den Innenmaßen relativ groß und bot Gebäuden und Menschen reichlich Platz. Man kann noch deutlich die Reste der alten Anlage erkennen. Schnell hat man sie durchwandert und sie sich zu Gemüte gezogen. Wann genau sie allerdings entstand können nur archäologische Untersuchungen ergeben.

Erhaltungszustand: gut

Lage                 

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Neuburg

Der slawische Burgwall von Neuburg besteht aus drei vorgelagerten Wällen und einem etwa 30 m höher gelegenden Plateau, auf dem die einstige Hauptburg lag. Nach alten Überlieferungen soll hier der letzte freie Obodritenfürst Pribislaw im Jahre 1169 eine "Neue Burg" errichtet haben, in der er residierte. Die Burg verlor aber in den folgenden Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung, da die mecklenburgischen Herrscher ihren Hauptsitz 1256 nach Wismar verlegten. Die Burg verfiel dann im Verlauf des 13. Jahrhunderts.

Erhaltungszustand: gut

Lage                

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Neuburg bei Parchim (Löddigsee)

Lage nach Begradigung der Elde im 19. Jahrhundert (links); und Detailansicht der befestigten Inselsiedlung (rechts), nach Ronny Krüger 2017

Etwa einen Kilometer nördlich von Neuburg bei Parchim (Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die nicht mehr erhaltenen Überreste einer spätslawischen Burgsiedlung mit überregionalem Marktortcharakter. Erst im Jahr 1975 wurde das Bodendenkmal (Fundplatz: Parchim 66) beim Anlegen von Meliorationsgräben (Entwässerungskanälen) entdeckt. Von 1981-1991 und 1996-1999 wurde das gesamte Gelände archäologisch untersucht. Es handelte sich um ein inselartiges, natürliches Plateau an der alten Elde, welches von den Slawen mit einem zweiphasigen Kastenwall in Blockbautechnik befestigt wurde. Direkt im Norden lag ein damaliger flacher See, der heute als "Löddigsee" oder "Pilcher See" bezeichnet wird. Durch die Begradigung des Flusses vor dem Jahr 1778 ist der alte Eldearm samt dem Löddigsee/Pilcher See heute verlandet. Der im Endstadium mindestens 5 m hohe und mehrere Meter breite Holzkastenwall umgab eine Fläche von etwa 1,8 ha. Die hölzerne Befestigung wurde nicht wie sonst üblich mit Erde verfüllt. Vermutlich war der Baugrund der inselartigen Erhöhung sehr instabil, weshalb man auf eine tonnenschwere Erdverfüllung verzichtete. Von Nordwesten führte eine 142 m lange und 4 bis 5 m breite Holzbrücke zur Befestigung heran und mündete in ein ehemaliges Zugangstor. Von diesem Westtor aus führte ein befestigter Bohlenweg in das Burginnere, an dem nördlich eine kleine Kulthalle nachgewiesen werden konnte. Der Weg gabelte sich und verlief nach Südosten, wo sich ein zweites Burgtor befand. Vor diesem Südosttor wird in Weg vermutet, der von der Burg aus zu einem kleinem Hafen an der Elde führte. Bei den Ausgrabungen wurden spätslawische Keramikscherben des "Teterower", "Vipperower" und "Bobziner" Typs gefunden. Zu den weiteren Funden zählten u.a.: Sporen, Hufeisen, Trensen, Pfeilspitzen, Lanzen, Klappmesser, Angelhaken, Äxte, Hämmer, Scheren, Messer, Wetzsteine, Nägel, Nieten, Eimerbeschläge, Schlösser, Schlüssel, Griffel, Kämme, Schnallen, Münzen, Spielsteine, Lederschuhe, Tierknochen usw.. Nach Dendrodaten wurde die erste Befestigung um/nach 1035 errichtet und brannte um 1060 ab. Die zweite Befestigung wurde zwischen 1062-1064 errichtet und dürfte einige Jahrzehnte bestanden haben. In der Burgsiedlung wurden auch Kupfermünzen geprägt, die heute als slawische Fälschungen gedeutet werden. Wann die zweite Burgsiedlung unterging, ist leider unbekannt. Im Verlauf des 13. Jahrhunderts wurde der alte verlassene Siedlungsplatz von deutschen Einwanderern als einfache Siedlung reaktiviert. Im Jahre 1369 wird dieser Ort als "Scarzin" urkundlich erwähnt.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

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Neuhof bei Stralsund (Vermutung)

Etwa 1,5 Kilometer nordwestlich von Neuhof (Gemeinde: Sundhagen, Landkreis: Vorpommern-Rügen) befindet sich eine erhöht liegende Halbinsel, die schon auf dem alten Messtischblatt von 1880 als "Burgwall" bezeichnet wurde. Leider sind weder vor Ort noch im modernen Laserscanbild Überreste einer alten Wallbefestigung auszumachen. Dennoch wird diese Stelle als Bodendenkmal geführt (Fundplatz: Neuhof 1). Zur Slawenzeit war die heutige Halbinsel noch mit einem breiten Niederungsgürtel vom Festland abgetrennt, der in der TK-10 Karte als "Melow" bezeichnet wird. Ob hier wirklich eine slawische Burg oder eher offene Siedlung lag, muss die moderne Archäologie klären!

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage   

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Neuhof bei Neukloster

Etwa 500 m nordöstlich vom Dorf Neuhof (Gemeinde: Neukloster, Landkreis: Nordwestmecklenburg) liegt in den Wiesen der im Volksmund genannte "Schlossberg" (Fundplatz: Neuhof 5). Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, handelte es sich um eine leicht hufeisenförmig- bis ovale Wallbefestigung von etwa 140 bis 150 m Durchmesser, in dessen zentraler Mitte ein kreisrundes, gut 5 m hohes, Plateau von 60 bis 70 m Durchmesser lag. Ob es sich bei diesem erhöhten Plateau um eine integrierte Hauptburg oder spätere mittelslawische Burganlage handelte, muss die moderne Archäologie klären. Die in einer Niederung errichtete Burg stammt sicher aus der frühslawischen Epoche des 9. Jahrhunderts und war im Endstadium (spätes 9./10. Jahrhundert) zweigliedrig.

Erhaltungszustand: mittel

Lage 

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Neukalen

Der slawische Ort "Kalen" wird erstmals in einer Urkunde von 1174 erwähnt. Die Bezeichnung "Kalen" ist slawischen Ursprungs und bedeutet "Sumpf", "Morast". Mit "Kalen" ist allerdings der slawische Burgort im heutigen Altkalen gemeint. Im Jahre 1281 wurde der alte Burgort in Altkalen durch die verkehrsgeographisch ungüstige Lage aufgegeben und anstelle der heutigen Kleinstadt Neukalen neu errichtet. Etwa einen Kilometer nordöstlich der Stadt liegen am Rand eines Waldstückes die Überreste einer kleinen und kaum noch erkennbaren Slawenburg. Sie lag damals in sumpfigen Gebieten nahe des Kummerower Sees. Heute ist die nähere Umgebung trockengelegt worden, sodass sich die ehemalige Schutzlage nur noch erahnen lässt. Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, lag die gut 50 m große Ringwallburg am Ende eines natürlichen Geländespornes, der in eine heute trockengelegte Niederungsrinne ragte. Es handelte sich vermutlich um eine mittelslawische Niederungsburg des späten 9. bis 10. Jahrhunderts. Deutliche Wallanlagen sind vor Ort leider nicht mehr zu erkennen. 

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

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Neu-Kentzlin

  

Etwa 250 m westlich von Neu-Kentzlin liegen die sehr gut erhaltenen Überreste eines slawischen Burgwalls. Es handelt sich um einen etwa 100 x 90 m großen Ringwall, der heute mit Bäumen bestanden ist. Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, errichteten die Erbauer die Burg auf einer großen natürlichen Sandscholle, die am Nordende des „Kentzliner Sees“ lag. Die Sandscholle war auf allen Seiten zusätzlich mit moorigen Ausläufern des Sees umgeben und hatte damit zumindest in den wärmeren Jahreszeiten eine sehr gute natürliche Schutzlage. Im Süden der Burg lag das ehemalige Zugangstor, das noch heute durch eine Wallsenke zu erkennen ist. Nach Funden zu urteilen, handelte es sich um eine stark befestigte Gauburg eines Tollenserfürsten aus dem 10. bis 11. Jahrhundert. Da der Burgwall nicht die gesamte Sandscholle in Anspruch nahm, war hier auch genug Platz für eine offene Vorburgsiedlung. Hier lebten vor allem Handwerker, die die Burgleute mit Alltagsgegenständen versorgten. Der „Kentzliner See“ ist heute stark verlandet und mit Vegetation bestanden. Durch diese Verlandung sind auch die ehemals moorigen Ausläufer im Bereich der Sandscholle als solche nicht mehr vorhanden. Der bis zu 6 m hohe Burgwall wird auch heute noch von den Dorfbewohnern genutzt. Hier finden jedes Jahr Volksfeste statt, für die mehrere Holzbuden im Burgareal errichtet wurden. Einen Besuch empfehle ich wie immer in den kälteren Jahreszeiten.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

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Neu Nieköhr-Walkendorf

Etwa einen Kilometer südwestlich von Neu-Nieköhr (Landkreis Rostock) liegen die teilweise abgetragenen Wallreste von zwei nacheinander bestehenden slawischen Burganlagen. Es handelt sich um einen 120 bis 130 m großen ovalen Ringwall der frühslawischen Epoche und um einen unmittelbar östlich angrenzenden mittel- bis spätslawischen Ringwall von bis zu 100 m Durchmesser. Da die ältere Anlage auf der Gemarkung von Walkendorf und die jüngere auf der Gemarkung von Neu-Nieköhr liegt, spricht die Wissenschaft heute auch von den Burgen von Neu-Nieköhr/Walkendorf. Um/nach 800 wurde eine zuvor offene Siedlung mit einem ovalen Ringwall befestigt, der eine Fläche von gut 1 ha schützte. Er wurde von seinen Erbauern am Rande einer feuchten Niederung angelegt, die je nach Jahreszeit auch einen flachen See dargestellt haben könnte. Keramikscherben der frühslawischen Zeit datieren diese Burg in das frühe bis mittlere 9. Jahrhundert. Da der Wall dieser ersten Burg nur noch etwa einen Meter hoch erhalten geblieben ist, kam es vermutlich zu keiner grundlegenden Erneuerung der Befestigungsanlage. Die 120 bis 130 m große Burg hatte eine Wallbreite von 8,5 m und dürfte einige Jahrzehnte in Nutzung gewesen sein. Nachdem der „feldbergzeitliche“ Niederungsburgwall aufgegeben wurde, errichteten die Slawen gleich östlich eine vollkommen neue Burg, die heute auch den Flurnamen „Moltkeburg“ trägt. Dieser, wohl noch im 9. Jahrhundert errichtete Burgwall, ist heute etwa 6 m hoch erhalten geblieben. Leider wurde der Burgwall im Norden etwa zur Hälfte abgetragen. Archäologische Untersuchungen in den Jahren 1963/64 kamen zu dem Ergebnis, dass der Burgwall „Molkteburg“ bis zu seinem Ende sieben (!) Ausbauphasen hatte. Am Ende muss der Burgwall mindestens 8 m hoch gewesen sein und erreichte eine maximale Ausdehnung von ca. 90 m. Der Burgwall muss eine gewisse strategische Bedeutung innegehabt haben. Der nach mehreren Brandzerstörungen immer wieder Instand gesetzte Burgwall war sicher der Sitz einer starken lokalen Herrschaft. Der Ausgräber Ewald Schuldt vermutete, dass die gewaltige Burg noch bis in das 11. bis 12. Jahrhundert intensiv besiedelt blieb, obwohl er für jene Zeit keine neuen Ausbauphasen mehr nachweisen konnte. Ob seine Deutung der Realität entspricht, muss die moderne Archäologie klären. Wer die beiden Bodendenkmäler heute besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen, da dass Areal mit Bäumen bestanden ist. 

Erhaltungszustand: gut

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Nieden

Ein frühslawischer Burgwall des 8. bis 10. Jahrhunderts befindet sich nordöstlich von Nieden.  Er wurde verschiedentlich mit der für 1121/22 urkundlich erwähnten Burg und Kastelanei Nadam in Zusammenhang gebracht, doch dürfte diese anderenorts zu suchen sein. Der Wall ist heute größtenteils abgetragen durch die Landwirtschaft. Wenige Reste sind vor Ort aber zu erkennen.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Niederhof

Bei Brandshagen liegt der kleine Ort Niederhof. Hier lag in der Slawenzeit ein kleiner runder Burgwall. Heute ist er gut erhalten und liegt im Parkgebiet dicht am Strelasund.

Erhaltungszustand: gut

Lage 

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Pantlitz

Etwa 500 m westlich vom Ort Pantlitz liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer slawischen Burg. Sie wurde von ihren Erbauern auf einem natürlichen Sporn am erhöhten Ostrand des Recknitztales angelegt. Vor Ort erkennt man einen bis zu 90 m großen und 6 m hohen rundovalen Burgwall, der von einem tiefen Graben umgeben ist. Dieser Burggraben war an der Außenseite ebenfalls von einem Wall umgeben, der allerdings viel flacher war. Diese Bauweise ist bei slawischen Kleinburgen in Mecklenburg-Vorpommern eher selten und hatte vermutlich mit der Lagesituation zu tun. Die wahrscheinlich mittelslawische Burg lag nicht wie sonst üblich in einer Niederung, sondern in Höhenlage. Daher war der Burggraben trocken und konnte von Feinden leichter überwunden werden. Aus diesem Grund befestigte man diesen Graben ebenfalls mit einem flachen Wall, der auf seiner Krone sicherlich hölzerne Palisaden trug. Der Gesamtdurchmesser der Burganlage mit dem wallbefestigten Außengraben beträgt heute bis zu 120 m. Wo das einstige Zugangstor des kleinen Burgwalls lag, kann man auch heute noch sehr gut erkennen. Eine sehr breite Wallsenke befindet sich im Südostteil der Anlage, über die man noch heute in das Burginnere gelangt. Nord- nordwestlich der Burg gab es vermutlich einen leicht bogenförmigen Vorburgwall, der eine Länge von etwa 90 m hatte. Er lag in der Niederung unterhalb der Höhenburg. Welche Aufgabe dieser Vorburgwall einst hatte muss Spekulation bleiben. Sollte er feindliche Angriffe von der Recknitz aus abhalten? Lag hier ein Bootshafen oder ein Übergang über das breite Recknitztal, den die Burgsiedlung überwachte? Am 16. Oktober 955 kam es zur überlieferten „Schlacht an der Raxa“ (Recknitz). Der deutsche König Otto I. hatte 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die Magyaren einen bedeutenden Sieg errungen. Gleichzeitig wurde seine Herrschaft durch einen Aufstand der slawischen Obodriten und Wilzen akut bedroht. Otto I. begann mit Unterstützung der slawischen Ranen (Rügenslawen), des Herzogs Boleslav von Böhmen sowie seines Sohnes Liudolf einen Feldzug zur Lösung dieses Problems. Ein Friedensangebot der aufständischen Slawen lehnte der deutsche König ab. Schließlich kam es an der Recknitz zur Entscheidungsschlacht. Diese Schlacht ist vom Geschichtsschreiber „Widukind von Corvey“ ausführlich beschrieben worden. Sie endete mit dem Sieg Ottos I.. Widukind schreibt: "Das Morden währte bis tief in die Nacht. Am nächsten Morgen wurde das Haupt des Stoignew (Obodritenfürst und Anführer des Aufstandes) auf freiem Feld aufgestellt; ringsum wurden 700 Gefangene enthauptet. Dem Ratgeber Stoignews wurden die Augen ausgestochen, die Zunge ausgerissen und dann ließ man ihn hilflos zwischen den Leichen liegen.“ Aufgrund den örtlichen Gegebenheiten in der Widukindschen Schilderung könnte diese Schlacht beim heutigen Burgwall Pantlitz stattgefunden haben. Der endgültige Beweis fehlt jedoch bis heute. Ein Besuch des bewaldeten Bodendenkmals ist besonders in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen. Der Burgwall gehört zu den besterhaltendsten seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern!

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage                   

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Parchim

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2016

Der Burgwallrest befindet sich am Rande des Stadtkerns von Parchim. Die Anfahrt erfolgt von Schwerin über die B 321 über den Ort Crivitz zur Stadt Parchim und dem dortigen Denkmal gegenüber vom großen Parkplatz in der Straße "Burgdamm".
Am Rande einer ehemals sumpfigen Niederung wurde in slawischer Zeit ein Burgwall errichtet, der bis zum Ende des Mittelalters ausgebaut und genutzt wurde. Vom runden Burgwall ist nur noch etwa ein Drittel erhalten. Die ehemalige Ausdehnung der Slawenburg läßt sich heute aus dem Straßenverlauf erschließen.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                 

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Pasewalk

Bereits im 7. Jahrhundert besiedelten slawische Einwanderer das heutige Gebiet der Stadt Pasewalk. Sie gehörten den Ukranen an, die wiederum dem Großstamm der Wilzen angehörten. Spätestens im 11. Jahrhundert bestand hier eine Burganlage. In den Urkunden des Mittelalters lautet die Schreibweise des Burgortes: "Pozdewolk" (1177, 1178, 1216), "Posduwolc" (1195), "Pozwolc (1241), "Poswalc" (1260, 1322) und "Poswalk" (1260, 1276, 1355). Der Name der Stadt setzt sich zusammen aus den Silben "Poz" (slaw. für Ringwall im Sinne einer Landschaftsbezeichnung) und "wolc" (Wolf) und steht demnach für "Stadt des Wolfes". Von der Burganlage ist heute nichts mehr erhalten, da sie im Laufe der Zeit überbaut wurde.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage             

2. (Vermutung)

Ein weiterer von mir vermuteter slawischer Burgwall befindet sich heute in den Ueckerwiesen, etwa 3,5 Kilometer nordöstlich vom Pasewalker Stadtkern. Wie man auf Luftbildern noch erkennen kann, lag diese Burg damals direkt am Fluss. Heute ist die Uecker begradigt worden und verläuft 800 m weiter westlich. Vor Ort erkennt man nur mit Mühe eine ovale Erhebung.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Penkun (Vermutung)

Luftbild von 1953

Eine mögliche kleine Burg samt Vorburgsiedlung liegt heute auf zwei Inseln im Schlosssee, ca. 500 m südwestlich von Penkun im Landkreis Vorpommern-Greifswald. In der schwedischen Matrikelkarte von 1692 ist die westliche Insel als "Bork Wall" eingetragen, demnach müssen zu dieser Zeit noch Burgreste vorhanden gewesen sein. Wallreste gibt es heute aber keine mehr auf dem Eiland. Der "Bork Wall" ist nur im Winter bei Eis oder im Sommer mit einem Ruderboot direkt erreichbar. Auf der vorgelagerten Insel zum Land hin befand sich eine zeitgleiche Siedlung. Beide Inseln erbrachten slawische Keramikreste der Feldberger, Menkendorfer und Vipperower Art. Die Inseln wurden vermutlich in der mittel- bis spätslawischen Zeit besiedelt, also etwa vom späten 9. bis Mitte des 12. Jahrhunderts. Es fanden sich aber auch frühdeutsche Scherben vor Ort, die auf eine zweite Besiedlungsphase im 13./14. Jahrhundert hindeuten. Ob hölzerne Brücken zu den beiden Inseln führten ist bisher unbekannt. Wie man auf dem Luftbild von 1953 sehen kann, wurden beide Inseln früher landwirtschaftlich genutzt.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                   

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Pensin

 

„Räuberberg“

Etwa 1,3 Kilometer westlich von Pensin (bei Demmin) befinden sich die stark abgetragenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das auch unter dem Flurnamen „Räuberberg“ bekannte Bodendenkmal ist heute mit Bäumen bestanden. Im modernen Laserscanbild ist das einstige Aussehen der Burganlage nicht mehr nachvollziehbar. Echte Wallreste sind dort nicht mehr vorhanden. Man erkennt nur noch ein unter 100 m langes Erdrelikt, das stark abgetragen wurde. Vermutlich wurden hier Erdmassen des alten Burgwalls in der Neuzeit abgefahren. Wie man noch gut erkennen kann, legten die slawischen Erbauer den Burgwall in einer alten Flussschleife der Peene an. Vermutlich kontrollierten die damaligen Burgherren den Schiffsverkehr auf dem Gewässer. Aus welcher Zeit diese Burg stammt ist unbekannt. Es wird aber eine mittelslawische Burgsiedlung vermutet, die im Stammesgebiet der Zirzipanen lag. 

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

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Penzlin

  

Auf einem natürlichen Burgplateau in Penzlin kann man heute noch die wenigen Reste eines sehr alten Wallsystems erkennen. Allerdings ist nicht bekannt, aus welcher Zeit dieser stammt. Heute befindet sich auf dem Plateau eine Schule samt Sporthalle, die 2007/2008 vollständig saniert wurden. Bei diesen Arbeiten waren auch umfangreiche Erdarbeiten notwendig, die von Archäologen begleitet wurden. Man erhoffte sich daraus die Entstehungszeit einer möglichen mittelalterlichen Besiedlung herauszufinden. Man vermutete hier eine slawische Ringwallanlage. Allerdings blieb diese Suche erfolglos. Dennoch gibt es Wallreste, die auf eine Holz-Erde-Kastenkonstruktion hindeuten. Und so eine Bauweise bevorzugten unter anderem die Slawen. Bei meinen ersten Besuchen vor Ort entdeckte ich an den steilen Hängen des Berges einige slawische Keramikscherben. Sie lagen einfach so herum. Daher kann man mit Sicherheit sagen, dass Slawen auf diesem Gelände anwesend waren. So ein Ort war hervorragend für eine Burg geeignet. Der Berg hat an einigen Stellen eine Höhe von mehr als 12 m gegenüber dem Umland. Die Wallreste befinden sich auch nur an der niedrigsten Stelle des Berges. Hier war auch der Zugang zur Anlage. An den übrigen Seiten reichten Palisaden zum Schutz aus. Zur Zeit der späteren mittelalterlichen Burg Penzlin, die nur wenige Meter von dem ca. 90 m großen Burgplateau entfernt liegt, standen wohl auch noch Häuser auf der einstigen slawischen Burg. Die Slawenburg dürfte der älteren Slawenzeit zuzuordnen sein, da nur in jener Epoche Höhenburgen errichtet wurden. Unweit der Wehranlage gibt es drei weitere Burgwälle (Grapenwerder, Fischerwall bei Lapitz, Werder Englischer Garten). Dies ist ein Hinweis, dass diese Umgebung ein wichtiges Gebiet in der Slawenzeit war. Ich vermute die Gründe mit der Nähe zur Rethra, der Hauptburg der Lutizen, die ganz in der Nähe gelegen hat.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

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Penzlin "Grapenwerder"

    

Der vermutlich zweigliedrige Burgwall "Grapenwerder" (Fundplatz: Penzlin 1) liegt auf einem markanten Werder umgeben von Niederungsgebieten. Man kann ihn also fast als Höhenburg bezeichnen. Die etwa 160 m große kreisrunde Hauptburg ist bis zu 3 m hoch erhalten geblieben. Der Wallkessel ist leider im Laufe der Zeit vollständig verfüllt worden. Daher stellt die erhaltene Hauptburg nur noch eine Art planiertes Burgplateau dar. Im Nordosten befindet sich ein moderner Zugang zur Burgfläche. Da das Burgareal bis heute jedes Jahr landwirtschaftlich genutzt wird, entstand dieser Zugang wohl in diesem Zusammenhang. Der slawenzeitliche Zugang zur Hauptburg lag nach meiner Meinung im Südosten. Das Laserscanbild lässt auch erkennen, dass der Burgwall einst einen bogenförmigen Vorburgwall besaß, der aber stark verschliffen ist. Er sollte vermutlich das Tor der Hauptburg schützen. Das sind aber nur meine persönlichen Vermutungen! Ob es hier wirklich einen Vorburgwall gab, muss letztendlich die Archäologie klären. Auf der Burgoberfläche fanden sich Keramikscherben des Feldberger-, Menkendorfer- und Fresendorfer Typs. Auch frühdeutsche Scherben wurden beobachtet. Es ist daher anzunehmen, dass die "Höhenburg" in der frühslawischen Zeit errichtet wurde und bis in das 10. Jahrhundert bestand. Eine spätere frühdeutsche Nutzung des alten Burgareals ist zu vermuten. Funde von frühdeutschen Keramikscherben verliehen der Burg übrigens den heutigen Namen "Grapenwerder". "Grapen" waren typische Töpfe aus der Zeit des frühdeutschen Mittelalters. Auch Münzen sollen hier schon gefunden worden sein. Nur 600 bis 700 m weiter nordöstlich vom Burgwall "Grapenwerder" befindet sich eine weitere slawische Burgstelle; der sogenannte "Fischerwall" auf der Gemarkung von Lapitz (Fundplatz: Lapitz 1). Er war ovalförmig und bis zu 150 m groß. Er erbrachte Keramikscherben des Feldberger-, Menkendorfer-, Fresendorfer- und Woldegker Typs. Vermutlich war diese Niederungsburg die Nachfolgeburg des "Grapenwerders".

Sage vom Burgwall "Grapenwerder":

Bei Penzlin, auf dem so genannten »Grapenwerder«, soll einmal eine alte Wendenburg gestanden haben, deren Herren den Königen von Rethra dienstpflichtig waren. Der letzte Ritter, welcher auf dieser Burg hauste, hieß Wernicke. Die "Rethrarier " waren von den Sachsen mit gewaffneter Hand zum Christentum bekehrt worden. Aber sobald diese den Rücken wendeten, waren sie immer wieder zur Verehrung ihres alten Gottes Radegast zurückgekehrt, dessen Bildsäule von gediegenem Golde sich in Rethra befand. Einmal wurde diesem Gotte zu Ehren ein großes Fest gefeiert, zu welchem sich auch der Ritter Wernicke mit seinen Vasallen eingefunden hatte, als plötzlich Nachricht kam, dass die Sachsen heranrückten. Es verbreitete sich große Bestürzung. Ritter Wernicke eilte nach seiner Burg, wohin auch das Radegast-Bild geflüchtet werden sollte, um es vor den Christen zu retten. Doch waren die Sachsen zu schnell. Ritter Wernicke fiel im Kampfe, zündete aber vorher noch seine Burg an. Die Radegast-Bildsäule soll von den Priestern in eine sumpfige Wiese bei Penzlin, die »Trennelkoppel«, versenkt worden sein und sich noch darin befinden. Es wird von Schatzgräbern erzählt, die danach suchten, aber noch ist es keinem gelungen, diesen Schatz zu heben. Münzen, Streitäxte und Totenurnen sind auf dem Grapenwerder ausgegraben worden, und der Platz ist noch frei und von einer Hecke umgeben, wo die alte Burg gestanden hat, während das Land umher urbar gemacht ist.

Erhaltungszustand: gut

Lage                   

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Plau am See

1. Burgwall Plau

  

Der Burgwall befindet sich am östlichen Ortsrand von Plau am See im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Von Goldberg über die B192 bis zum Abzweig Plau am See kommend, biegt man rechts über die B 103 ab bis zum Ort und dem im östlichen Stadtbereich liegenden Bodendenkmal.
Der Burgwall wurde bereits 1836 durch G. C. F. Lisch entdeckt. Die imposante Anlage ist von einem mächtigen Graben umgeben, der Wall ist dicht mit Bäumen bestanden. Funde slawischer Keramik bezeugen das hohe Alter des bis heute genutzten Burgwalls. Im Inneren der Anlage befindet sich ein mittelalterlicher Burgturm sowie ein Backsteinhaus, in dem sich heute die Stadtbibliothek befindet.

Erhaltungszustand: gut

Lage                   

2. "Burgwall Gaarz am Burgsee"

Ein mittelslawischer Burgwall befindet sich auf einer schmalen bewaldeten Landzunge zwischen kleinen Seen und Mooren. Der ovale bis kreisrunde Burgwall von 60 m Durchmesser ist gut erhalten und stammt aus dem 9./10. Jahrhundert. Die Burg wird heute auch als "Schwartepapeburg" bezeichnet. Auf der Landzunge zwischen  dem "Gaarzer See" und "Burgsee" lag nahe der Burg die wohl unbefestigte Vorburgsiedlung, die auch als "Holzhofstelle" oder "Kornhofstelle" bekannt ist. Das Dorf bestand auch nach dem Untergang der Burg weiter und wurde erst im 15. Jahrhundert verlassen. Nachdem der Burgwall aufgegeben wurde entstand weiter nördlich am Westufer des Plauer Sees die Inselburg bei Quetzin. Diese war vom Ende des 10. Jahrhunderts bis etwa um das Jahr 1200 die Gauburg des gleichnamigen Landstrichs und stellte eine wichtige Burg der Obodriten im 12. Jahrhundert dar.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

3. "Appelburg" im Stadtwald (Vermutung, wohl eher eine mittelalterliche Landwehr)

Die so genannte Appelburg wurde ehemals als eine slawische Burganlage bezeichnet. Es handelte sich aber um eine mittelalterliche Landwehr. Diese ist heute noch gut erhalten. Wie sie zu ihrem Namen kam, ist heute nicht mehr zu erklären.

Lage

4. "Wendenburg" (Vermutung)

Im Ortsteil Appelburg befindet sich eine Wallanlage mit dem Flurnamen "Wendenburg". Auch sie ist gut erhalten und stammt aus der Slawenzeit. Es handelte sich um eine Niederungsburg.

Lage

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Pleetz

   

Im ehemaligen Gutspark von Pleetz bei Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) befinden sich die verschliffenen Überreste einer mittelslawischen Ringwallburg. Zu DDR-Zeiten wurde das Bodendenkmal in einem kleineren Umfang archäologisch untersucht. Die damaligen Ausgräber kamen zu dem Ergebnis, dass die etwa 60 m große Burg aus der frühslawischen Zeit stammt. Die vorgefundene Keramik konnte überwiegend dem „Feldberger Typ“ zugeordnet werden. Bei meinen mehrmaligen Besuchen konnte ich allerdings auch "Menkendorfer Ware“ beobachten. Die Burg ist also ein typischer Vertreter der mittelslawischen Zeit. Derartige Burgen entstanden seit dem letzten Drittel des 9. Jahrhunderts und wurden nach mehrmaligen Erneuerungen noch bis in die Mitte des 10. Jahrhunderts genutzt. Die Burg war in ihrer Laufzeit sicher der stark befestigte Sitz eines Lokalherren vom Stamm der Redarier. Dieser Stamm wurde am Ende der 920 er Jahre durch den Ostfrankenkönig Heinrich I. unterworfen und tributpflichtig gemacht. Im Jahre 936 verstarb der König und es kam vermutlich zu einer Aufruhr der Redarier. Noch im gleichen Jahr unternahm der neue König Otto I. einen Feldzug gegen diesen Stamm. Ob bei diesem Unternehmen auch der Burgwall von Pleetz zerstört wurde, muss vorerst Spekulation bleiben. Der Burgwall von Pleetz wurde auf einer Talsandinsel im Datzetal angelegt und verfügte auch über eine offene oder nur leicht befestigte Vorburgsiedlung. Weitere mittelslawische Burgen befanden sich in Friedland (ca. 4 Kilometer nordwestlich) und bei Glienke (ca. 9,5 Kilometer südsüdwestlich). Ob diese Burgen zur gleichen Zeit bestanden ist zu vermuten, muss letztendlich aber die Archäologie klären.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                

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Plöwen

  

„Hühnerwinkel“

Etwa einen Kilometer nordwestlich von Plöwen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) liegen die gut erhaltenen Überreste von gleich drei slawischen Burgwällen, die allerdings nacheinander bestanden. Das über einen Kilometer lang verlaufende Areal mit den drei Bodendenkmälern trägt heute den Flurnamen „Hühnerwinkel“. Es handelt sich um eine ehemalige Halbinsel in einem heute verlandeten See (Plöwenscher Seebruch), die im Vorfeld mit zwei etwa 380 m langen, fast parallel verlaufenden, Querwällen abgeriegelt wurde. Diese beiden Querwälle liegen heute etwa 30 bis 50 m voneinander entfernt und schützten ein Areal von ca. 8 ha. Diese um/nach 800 errichtete Befestigung dürfte aus der frühslawischen Zeit stammen und war einige Jahrzehnte in Nutzung. Die mittelslawische Nachfolgeburg war ein kleiner Ringwall von 50 bis 60 m Durchmesser, der etwa 500 m nördlich der Halbinsel mitten im damaligen See angelegt wurde. Vermutlich kam es schon im Verlauf des 9. Jahrhunderts zu natürlichen Verlandungsprozessen, die eine Errichtung einer derartigen Kleinburg ermöglichten. Der Zugang zu diesem abgelegenen Burgwall erfolgte über einen künstlich angelegten Erddamm. Im Verlauf des langen Dammes lagen zwei befestigte Areale. Welche Funktion diese Kleinareale einst hatten, muss Spekulation bleiben. Vermutlich lag auf dem größeren eine Art Vorburgsiedlung mit Handwerkerunterkünften. Direkt vor dem Burgwall lag das kleinere kreisförmige Areal von nur 15 m Durchmesser. Hier wird wohl nur ein Wärterhaus in Blockbautechnik gestanden haben, das den direkten Zugang zum kleinen Ringwall kontrollierte. Das heute bis zu 3500 m² große Areal des erhaltenen Ringwalles war sicher der ehemalige Sitz eines lokalen ukranischen Häuptlings, der nur über wenig Macht verfügte. Die Laufzeit der mehrmals erneuerten Burg kann grob vom letzten Drittel des 9. bis in die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts gesetzt werden. Die heidnischen Ukranen kamen in den 930 er Jahren unter ostfränkische Hoheit, die erst im Zuge des großen Slawenaufstandes von 983 (Lutizenaufstand) abgeschüttelt werden konnte. Nach dem erfolgreichen Aufstand entstanden wieder neue und größere Burganlagen im Ukranenland (z.B. Burgwallinsel Fergitz im Oberuckersee). Auch die alte früh- bis mittelslawische Burgstätte von Plöwen erlebte nun eine spätslawische Neubesiedlung. Um 1000 legten die Slawen einen bis zu 150 m großen Burgwall (SW-NO) an, der etwa in der Mitte zwischen der frühslawisch befestigten Halbinsel und dem mittelslawischen Ringwall lag. Die neu entstandene Burg hat eine heutige Ausdehnung von ca. 12.000 m² und dürfte nach mehreren Ausbauphasen bis in das 12. Jahrhundert bestanden haben. Um 1150 kam das Ukranenland unter pommersche Hoheit und verlor nun endgültig seine Eigenständigkeit. Bis heute sind die Erdwälle der kleinen mittelslawischen Burg und des größeren spätslawischen Nachfolgers noch gut erhalten geblieben und bis zu 2 m hoch. Die alten frühslawischen Befestigungswälle auf der heute bewaldeten Halbinsel sind allerdings verschliffen und nur noch schwach zu erkennen. Die drei nacheinander angelegten Burgwälle von Plöwen zeigen an, dass dieser Landstrich ein wichtiger Gauort im Lande der Ukranen vom um 800 bis 1150 gewesen sein muss. Ein Besuch der Bodendenkmäler ist nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Erhaltungszustand: gut

Lage        

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Pölchow

Ungefähr zwei Kilometer nordöstlich von Pölchow bei Rostock lag einst eine slawische Wehranlage. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man die Reste des stark geschliffenen Burgwalls. Die Slawen legten ihre Wallanlage nur 600 m westlich der Warnow an. Sie dürfte damit zum Stamm der Warnower oder Kessiner gehört haben. Heute wird die Oberfläche der Burg landwirtschaftlich genutzt, was leider eine endgültige Zerstörung zur Folge haben wird.

Lage  

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Prerow "Hertesburg" (Vermutung)

Nach der Christianisierung Rügens muß es den Rügenfürsten gelungen sein, diese Festung einzunehmen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Hertesburg 1295 in einem Bericht aus Newcastle, als Schiffe, die aus Stralsund stammten, registriert wurden. Entstanden ist die "Hertesburg" aber sicher schon viel früher. Der Rügenfürst Witzlaw III. hielt sich oft im Schloß Barth auf und fuhr sehr häufig mit dem Schiff zur Hertesburg, um dort zu jagen und Gäste zu empfangen. Der Rügenfürst ist im Jahr 1325 ohne Nachkommen gestorben.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                 

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Priemen

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

"Schlossberg"

Etwa 850 m nordnordwestlich von Priemen (Gemeinde: Neetzow-Liepen, Landkreis: Vorpommern-Greifswald) liegen die Überreste einer slawischen Burganlage. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Priemen 1) wird auch als "Schlossberg" bezeichnet. Es handelt sich um eine u-förmige Burganlage am südlichen Peenehochufer, die einen Durchmesser von etwa 65 x 60 m erreicht. Der Burgwall ist heute zu großen Teilen abgetragen worden, im Westen aber noch flach erhalten geblieben. Zur nördlichen Peeneniederung besaß die Burg keinen Wall, da diese Seite auf natürliche Weise geschützt war. Hier reichten wohl einfachere Holzkonstruktionen in Form von unverfüllten Holzkästen oder Holzpalisaden zum Schutz aus. Das moderne Laserscanbild lässt vermuten, dass gleich südöstlich der Burg eine Vorburgsiedlung in erhöhter Lage bestanden haben könnte. Bisher fanden noch keine modernen Ausgrabungen am Bodendenkmal statt. Keramikscherben von der Burgoberfläche scheinen aus der spätslawischen Zeit des 11./12. Jahrhundert zu stammen. Priemen wurde bereits im Jahre 1172 als "Primziz" urkundlich erwähnt und gehörte zu einem slawischen Burgbezirk namens "Meseritz". Ob die für spätslawische Verhältnisse relativ kleine Burg von Priemen die Gauburg des Ländchens "Meseritz" war, lässt sich heute nicht mehr bestimmen. Ebenfalls unklar ist, ob die "Kleinburg" schon auf die mittelslawische Zeit des 10. Jahrhunderts zurückgeht. Da die Burg unmittelbar am Fluss Peene errichtet wurde, dürften die jeweiligen Burgherren das Gewässer überwacht haben. Auch an einen alten Peeneübergang ist zu denken, der von der Burg aus überwacht wurde. In welcher Beziehung der Burgwall von Priemen mit dem etwa 4,2 Kilometer weiter nordwestlich liegenden großen Burgwall von Gützkow steht, muss Spekulation bleiben. Der Priemer "Schlossberg" ist heute im Westareal mit Eschen und Eichen bestanden und von Priemen aus über einen künstlichen Dammweg gut zu erreichen.

Erhaltungszustand: mittel

Lage

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Pripsleben (Vermutung)

Zwischen Buchar und Pripsleben bei Altentreptow lag einst eine slawische Burganlage. Sie wurde durch die heutige Landwirtschaft leider komplett eingeebnet und ist daher nicht mehr erkennbar. Ich war im Juli 2012 vor Ort und habe vergeblich von einem nahen Hochsitz nach Abmähen des Feldes nach Wallresten gesucht, jedoch ohne Erfolg! Man fand hier vorwiegend Keramik des Feldberger- und Menkendorfer Types. Es handelte sich also um eine Burg der früh- und mittelslawischen Zeitepoche (8. bis 10. Jhd.). Die Burg wurde in der Nähe eines kleinen Baches angelegt, der in Altentreptow in die Tollense mündet. Von der Lage her muss es sich um eine Niederungsburg gehandelt haben. Ich muss aber sagen, dass mir die strategische Lage der Burg aus heutiger Sicht äußerst unvorteilhaft vorkommt. Die südlich gelegene Niederung mit dem Bach bot der Burg wenig Schutz und auch sonst gab es keine Feuchtgebiete in direkter Nähe der Anlage. Aber in slawischen Zeiten kann die Umgebung natürlich ganz anders ausgesehen haben! Punkte, die zusätzlich für eine Burg sprechen sind eine Wassermühle, die bis ins 19. Jahrhundert an dem kleinen Bach lag, sowie ein Landweg, der vom heutigen Buchar nach Pripsleben direkt an der Burg vorbeiführte. Ob die Mühle und der Landweg schon zur Slawenzeit bestanden, ist natürlich reine Spekulation! Auf dem Bild ist die ungefähre Lage des Burgwalles markiert.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                 

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Quadenschönfeld

    

Etwa 2,4 Kilometer leicht südöstlich der Quadenschönfelder Kirche (Gemeinde: Möllenbeck, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die Überreste einer slawischen Höhenburg. Das bewaldete Bodendenkmal (Fundplatz: Quadenschönfeld 1) liegt ganz am Ostende eines natürlichen Geländespornes, der sich noch etwa 15 bis 20 m über das "Schlavenkental" erhebt. Das gleich südlich der Höhenburg liegende "Schlavenkental" war zur Slawenzeit noch ein wasserführender See, der bis heute aber weitgehend verlandet ist. Der ehemalige See wird heute als "Seebruch" bezeichnet. Die slawische Höhenburg ist zweigliedrig und besteht aus zwei bogenförmigen Abschnittswällen. Der westliche Vorburgwall ist heute etwa 4 bis 5 m hoch und hat eine Länge von 135 m. Der vorgelagerte Außengraben ist bis zu 10 m breit und je nach Jahreszeit trocken oder noch vollständig mit Wasser gefüllt. Ein weiterer, bogenförmiger Abschnittswall liegt östlich der Vorburgbefestigung. Er grenzte wohl das eigentliche Hauptburgareal ab. Dieser bogenförmige "Hauptburgwall" erreicht eine Länge von etwa 110 m und ist noch bis zu 3 m hoch. Auch er besaß einen vorgelagerten Außengraben, der aber nicht ganz so breit und vermutlich immer wasserlos war. Der wallgeschützte Innenraum der Vorburg war etwa 0,6 ha groß. Das innere Hauptburgareal war mit einer Fläche von 0,67 ha etwas größer. Die zweigliedrige Höhenburg erreicht mit dem breiten Außengraben der Vorburg eine Gesamtausdehnung von etwa 1,65 ha! Mit einer maximalen Ausdehnung von bis zu 200 x 110 m gehört die Fortifikation eher zu den mittelgroßen Höhenburgen der "Feldbergzeit". Bisher fanden noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort statt. Keramische Oberflächenfunde konnten dem "Sukower", "Feldberger" und "Menkendorfer" Typ zugeordnet werden. Demnach stammt die "Höhenburg" von Quadenschönfeld aus der frühslawischen Zeit des späten 8. bis frühen 10. Jahrhunderts. Die erste Befestigung wurde um das Jahr 800 errichtet und bestand nur aus dem heutigen Vorburgwall. Ein breiter und wasserführender Außengraben schützte den Burgwall vor feindlichen Angriffen von Westen her. Vermutlich war die Außenseite des Burgwalls mit Feldsteinen verblendet, was sehr typisch für frühslawische Höhenburgen war. Im Laufe der Zeit wurde die etwa 1,65 ha große Burg mit einem bogenförmigen Hauptburgwall erweitert, der eine Länge von 110 m hatte. Vermutlich entwickelte sich im Verlauf des 9. Jahrhunderts eine slawische Elite vor Ort, die ein eigenes Hauptburgareal für sich beanspruchte. Da der Hauptburgwall heute "nur" etwa 3 m hoch erhalten geblieben ist, war er eindeutig ein späterer Einbau. Der Vorburgwall war deutlich stärker ausgebaut und hatte mehrere Wallphasen. Auf dem Areal der Hauptburg konnte ich in illegalen Grabungslöchern einige Randscherben des "Menkendorfer Typs" beobachten. Sie waren mit kleinen Kreisen stempeldruckartig verziert. Dieser Verzierungstyp ist auch von mittelslawischen Gefäßen aus der Burgsiedlung Groß Raden bei Sternberg (Mecklenburg-Vorpommern) bekannt geworden. Demnach wurde das Hauptburgareal der Quadenschönfelder Höhenburg auch noch bis in das 10. Jahrhundert besiedelt. Ob diese mittelslawischen Keramikscherben aber eine durchgängige Besiedlung bis in das 10. Jahrhunderts bezeugen, ist mit Vorsicht zu genießen. Vielleicht wurde das verlassene frühslawische Burgareal von späteren Generationen nur als Siedlung reaktiviert? Wer den noch sehenswerten Burgwall von Quadenschönfeld heute besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Vom alten Quadenschönfelder Bahnhof verläuft ein schienenloser Bahndamm in Richtung Osten in das bewaldete Naturschutzgebiet "Schlavenkensee". Nach einem Fußweg von etwa zwei Kilometern erreicht man das Burgareal, das etwa 5 bis 10 m über dem Bahndamm liegt. Das höher liegende Burgareal ist von dem Bahndamm aus aber nicht gleich zu erkennen.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage                 

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Quetzin

 

Etwa 120 m vor dem Westufer des Plauer Sees liegt gegenüber der Ortschaft Quetzin, vier Kilometer nördlich der Stadt Plau, die 100 m lange, 50 m breite und maximal 1 m über dem Wasserstand erhobene Kohlinsel. Die Einwirkung des Sees ist für den voranschreitenden Abtrag der Insel im Norden und Osten verantwortlich, wodurch zahlreiche Buchten im Ufer entstanden sind und weite Teile der slawenzeitlichen Insel heute unter dem Wasserspiegel liegen. Aufgrund eines gegenüber heute mehr als 1 m höheren Wasserstandes im 18. Jahrhundert, der durch den Wassermühlenstau verursacht wurde, war die Kohlinsel zwischenzeitig vollständig von Wasser bedeckt, bevor Absenkungen im 19. Jahrhundert den Seespiegel auf das heutige Niveau senkten. Dadurch wurden die Burgüberreste weitestgehend abgetragen. Allerdings fanden vor diesem Anstau bereits Untersuchungen auf der Insel statt. Demnach war der Wall von viereckiger Gestalt. Man vermutet, dass diese Burg mit der überlieferten obodritischen Burg "Cuscin" identisch ist. Von 2000 bis 2003 fanden archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen auf der Kohlinsel und in ihrem Umfeld statt, um Besiedlungszeitraum, Befestigungsanlagen und Zugänge dieser spätslawenzeitlichen Inselburg zu klären. Ausgrabungsleiter war Dr. Ralf Bleile. Durch die Zusammenführung verschiedener Prospektionstechniken und Analyseverfahren (Geophysik, Geologie, Sedimentologie, Palynologie, Makrorestanalyse, Tierknochenanalyse) ist es gelungen, aus den Ergebnissen gezielt angelegter kleiner Sondagen den Besiedlungsablauf von der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts bis kurz vor 1200 zu erschließen und Anhaltspunkte für die Identifizierung dieser Inselburg mit der schriftlich belegten obodritischen Fürstenburg "Cuscin" zu gewinnen. Den heutigen Namen verdankt die Insel dem früheren Anbau von Kohl im 19. Jahrhundert innerhalb des Burgwalls. Es fällt auch hier wieder die nordöstliche Ausrichtung der Insel auf. Das deutet auf einen möglichen Kultort hin! Vielleicht war das der Grund, warum diese relativ kleine Insel so eine Bedeutung inne hatte. Bestand hier möglicherweise ein slawischer Kultort, den man 1160 endgültig beseitigen wollte? Aber das sind nur meine Spekulationen. Eine ausführlichere Beschreibung der Inselburg Quetzin findet ihr unter meinen eigenen Publikationen!

Untersuchungen von Dr. Ralf Bleile erbrachten folgendes Besiedlungsmodell der Insel:

Die Insel war wahrscheinlich im 9. Jahrhundert noch vollständig überflutet und verlandete erst vollständig in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Im letzten Drittel des 10. Jahrhunderts errichteten die Slawen eine erste Siedlung auf dem Eiland. Diese Siedlung wurde auf einem Rost aus Eichenholz und Weichhölzern errichtet. Schon diese Siedlung verband eine Holzbrücke mit dem Festland und bestand bis in das 11. Jahrhundert hinein. Wahrscheinlich war diese Siedlung bereits mit einer einfachen Plankenwand befestigt. In den Jahren 1073 bis 1095 wurde diese Siedlung zerstört. Im späten 11. Jahrhundert (1095 bis 1098) wurde eine ovale Burg errichtet, die aus einer für die Slawen typischen Holzkastenkonstruktion bestand. Vor dem Nordufer der Burg befand sich eine seeseitige bermenartige Vorbefestigung, die möglicherweise vor Wellenschlag schützen sollte. Um 1106 wurde der Burgwall an einer Stelle baufällig, sodass man hier eine neue Kastenkonstruktion errichten musste. Ursache war der weiche Untergrund der Insel, welcher durch die große Last der Burg an dieser Stelle abrutschte. Um 1132 brannte die ganze Burg vollständig ab. Kurz darauf wurde die Burg wieder mit einer neuen Kastenkonstruktion aufgebaut. Reparaturarbeiten an der Brücke belegen, dass die Inselburg bis um 1200 noch in Nutzung war. Der Ort Plau am See (slawisch Plawe) hatte sich zu einer größeren Siedlung nach 1200 entwickelt, sodass man die Inselburg Quetzin aufgab.

Literatur: Ralf Bleile: "Quetzin - Eine spätslawische Burg auf der Kohlinsel im Plauer See", Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns, Band 48, von 2008, 216 Seiten

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                   

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Raden (Vermutung)

Nördlich von Raden befindet sich eine unnatürliche kleine Erhebung im Gelände, die heute als Standort einer slawischen Burganlage angesprochen wird. Vor Ort fanden sich slawische, aber auch frühdeutsche Keramikscherben. Eigentliche Wallreste sind aber nicht zu erkennen.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Raguth (Vermutung)

Kurz vor dem Ortseingang von Raguth befindet sich links vom Weg am Ufer eines kleinen Baches ein nahezu kreisrunder flacher Hügel von ca. 60 m Durchmesser, der in dieser Landschaft künstlich angelegt wirkt. Am anderen Ufer des Baches gibt es einen Landstreifen zwischen dem bogenförmig verlaufenden Bach und einem Teich.
Vor Ort gibt es leider keinerlei Hinweistafeln auf dieses Bodendenkmal. Es könnte sich auch um einen frühdeutschen Turmhügel handeln.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

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Reddershof

Etwa 600 m westlich von Reddershof (Gemeinde Selpin, Landkreis Rostock) liegen die stark verschliffenen Überreste einer ehemaligen Slawenburg (Fundplatz: Reddershof 1). Das abgetragene Bodendenkmal wird auch als „Burggarten“ bezeichnet. Es handelt sich um einen halbinselartigen Geländesporn, der nach Norden hin in eine heute weitgehend verlandete Niederung ragt. Diese Niederung wird auf älteren Landkarten noch als Gewässer dargestellt, das den Flurnamen „Burgsee“ trug. Das moderne Laserscanbild lässt noch schwach erkennen, dass diese Halbinsel mit einem leicht bogenförmigen Abschnittswall befestigt wurde. Vor dem gut 75 m langen Wall lag ein breiter Außengraben, dessen Erde in die hölzerne Kastenkonstruktion verfüllt wurde. Das einzige Zugangstor vermute ich im Westen des Querwalles. Da bisher noch keine modernen archäologischen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben, ist die zeitliche Einordnung des Burgwalls noch nicht abschließend geklärt. Es dürfte sich um eine früh- bis mittelslawische Burg gehandelt haben, die dem späten 8. bis 9./10. Jahrhundert angehörte. Der Flurname „Burggarten“ deutet an, dass das Areal lange Zeit landwirtschaftlich beackert wurde. Dabei wurde der Erdwall fast vollständig eingeebnet. Direkt südlich der Burgsiedlung lag ein natürlicher Bergsporn (Flurname: "Buchenberg"), auf dem vielleicht eine offene Vorburgsiedlung bestanden haben könnte.  

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                 

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Reez

In der Nähe des Dorfes Reez liegen die Überreste einer alten slawischen Wallanlage aus dem 10. bis 12. Jahrhundert. Soweit man erkennen kann, ist die Anlage annähernd oval und eingliedrig. Sie wurde an einem alten Flusslauf angelegt, der heute allerdings fast ausgetrocknet ist. Die einst slawische Burg liegt genau 700 m östlich von der Dorfkirche auf einer natürlichen Kuppe frei im Gelände. Ausgrabungen haben hier noch keine stattgefunden. Die Größe der Wehranlage schätze ich auf 175 m x 125 m.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                  

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Remplin (Vermutung)

„Bornberg“

Etwa 1,5 Kilometer nordöstlich von Remplin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) liegt eine natürliche Erhebung, die auf der TK-10 Landkarte als „Burgwall“ markiert ist. Es handelt sich um einen, zu allen Seiten steil geböschten Berg, der heute den Flurnamen „Bornberg“ trägt. Die Erhebung gehört zum „Naturschutzgebiet Stauchmoräne nördlich Remplin“ und könnte der Standort einer frühslawischen Höhenburg des 9. Jahrhunderts gewesen sein. Im März 2015 habe ich das etwa 250 x 150 m große Bodendenkmal besucht und konnte auf der Oberfläche eine leicht kesselartige Vertiefung beobachten. Das Areal ist insgesamt sehr uneben und man hat an einigen Stellen den Eindruck, dass der Randbereich mit einem Wall umgeben gewesen sein könnte. Ob hier wirklich eine wallbefestigte Höhenburg lag, muss letztendlich die moderne Archäologie klären. Vom „Bornberg“ aus hat man noch heute einen weiten Blick in eine südliche Niederung, die den Malchiner- und Kummerower See verbindet. Diese große Niederung war in der Slawenzeit sicher selbst noch ein seeartiges Gewässer. Ein Besuch des Bodendenkmals ist zu jeder Jahreszeit möglich, da dass Areal unbewaldet ist. In der Nähe befinden sich noch eindrucksvolle Hügelgräber der Bronzezeit.

Erhaltungszustand: mittel

Lage 

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Rensow

Im Dorf Rensow im Landkreis Rostock gab es höchstwahrscheinlich eine slawische Befestigungsanlage. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, höchstens zu erahnen. In der Burgmitte steht heute das Gutshaus aus dem Jahre 1690. Rensow lag im unmittelbaren Einzugsbereich der Handelsstraße  "Via Regia“, die von Oldenburg/Hamburg nach Stettin/Wollin führte. In diesem Zusammenhang ist Rensow urkundlich bereits 1216 erwähnt. Im Verlauf der "Via Regia“ sind die Burgen Werle, Laage, Wardow, Altkalen, Dargun belegt. Rensow würde sich dort sehr gut einfügen. Ein wichtiger Hinweis auf eine alte Slawenburg im Dorf ist der Hinweis aus dem Jahre 1979. Darin heisst es, dass der Ort im Süden und Westen von alten Wallanlagen umgeben war. Aus unverständlichen Gründen hat man diese Anlagen wenig später einfach beseitigt und die Gräben verfüllt. Die ältere Schreibweise von Rensow lautete "Rinsow" und kann "Ort des Resa" oder "Kätzchenort" bedeuten. Eine erste Nennung stammt von 1216.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Reppin

Auf einer Landspitze, wenige Meter vom Südufer des Schweriner Sees entfernt, erhebt sich der "Reppiner Burgwall", ein Hügel von vielleicht acht Metern Höhe über dem Wasserspiegel. Nur noch die Bezeichnung dieser Burgstelle erinnert daran, dass es hier einmal eine slawische Burganlage gegeben hat. Der Hügel wurde im Jahre 1907 mit einem Aussichtsturm in Form eines Bergfrieds einer mittelalterlichen Burg bebaut. Ein Gedenkstein erinnert an den bei einem Torpedoboot-Unglück um’s Leben gekommenen Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg, weswegen dieser Ort bei den älteren Schwerinern auch noch als Friedrich-Wilhelm-Platz bekannt ist.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage               

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Rerik

 

Neben Arkona ist der Reriker Burgwall der einzige bekannte unmittelbar an der Küste gelegene Burgwall dieser Zeit. Er wurde durch die See weitestgehend abgetragen. Nur Reste von Wall und Graben sind erhalten. Der Burgwall ist als Zentrum einer slawischen Siedlungskammer zu sehen.
Die Vorburg ist heute stark überbaut. Untersuchungen erfolgten 1935 durch R. Beltz und 1995-1997 durch die untere Denkmalschutzbehörde. Die Ergebnisse der Untersuchungen von 1935 führten zu dem irrigen Schluß, den historisch überlieferten Seehandelsplatz "Reric" gefunden zu haben, der im Jahre 808 durch den Wikingerkönig Göttrik (auch Gudfred genannt) zerstört wurde. Deshalb benannte man den ehemaligen Ort Alt Gaarz am 01.04.1938 mit der Verleihung des Stadtrechtes in Rerik um. Nach heutigem Kenntnisstand liegt das urkundlich überlieferte "Reric" südlicher, an der Wismarbucht. Nach dem Sieg Heinrichs des Löwen 1164 über die slawischen Stämme erfolgten besonders nach 1200 deutsche Dorfgründungen, in Rerik im Bereich der slawischen Vorburgsiedlung.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                

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Retzin

„Retziner Burgwall“

Etwa 3,7 Kilometer nordwestlich von Retzin (Vorpommern-Greifswald) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer zweigliedrigen slawischen Burganlage. Das Bodendenkmal wird heute auch als „Retziner Burgwall“ bezeichnet. Es handelt sich um einen bis zu 200 m großen Burgwall, der am Westende eines langen Geländespornes am „Randowtal“ errichtet wurde. Zur tief abfallenden Nordseite war die Burgfläche ohne Wall befestigt, da der sogenannte „Leichensee“ einen natürlichen Schutz zu dieser Seite bot. Innerhalb des noch 2 bis 3 m hohen Burgwalls liegt eine weitere zentrale Befestigung mit einem kreisovalen Durchmesser von etwa 75 m. Dieser kleine Ringwall erreicht eine Höhe von bis zu 8 m und überragt deutlich den umgebenen Burgwall. Da bisher noch keine professionellen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben, ist die genaue zeitliche Einordnung dieser Burganlage noch schwierig. Es könnte sich um einen frühslawischen Burgwall von 200 m Durchmesser gehandelt haben, in dessen Areal ein späterer mittelslawischer Ringwall von 75 m Durchmesser integriert wurde. Es könnte sich allerdings auch um einen kleinen mittelslawischen Ringwall gehandelt haben, der von einer 200 m großen wallbefestigten Vorburg umgeben war. Etwa 5 Kilometer weiter südlich liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer kleinen mittelslawischen Burg bei Wollschow (Burgwall Wollschow in Brandenburg). Auch 5 Kilometer nördlich vom Retziner Burgwall lag eine mittelslawische Kleinburg (Burgwall Plöwen „Hühnerwinkel“). Eine derart hohe Konzentration von gleich drei mittelslawischen Burgen innerhalb von nur 10 Kilometern ist schon sehr auffällig. Ob die drei Burgen allerdings zeitgleich bestanden, muss an anderer Stelle geklärt werden. Sicher ist jedoch, dass es sich jeweils um die stark befestigten Plätze von kleinen Herrschaften im Lande der „Ukranen“ handelte, die vom Ende des 9. bis um die Mitte des 10. Jahrhunderts bestanden. Im Jahr 934 wurde der slawische Stamm der „Ukranen“ erstmals urkundlich erwähnt, als sie im Zuge der ostfränkisch-deutschen Ostexpansion unterworfen wurden. Die „Ukranen“ scheinen diese Herrschaft nicht lange akzeptiert zu haben, denn für das Jahr 954 ist ein rebellischer Aufstand der „Uchri“ (Uckerslawen) überliefert, der vom sächsischen Markgrafen Gero niedergeschlagen wurde. Erst nach dem erfolgreichen „Lutizenaufstand“ von 983 konnten sie ihre Unabhängigkeit für längere Zeit zurückgewinnen. Um 1150 kam das Ukranenland unter die Herrschaft der christlichen Pommernherzöge aus Stettin. Erst in jener Zeit verloren die heidnischen „Ukranen“ endgültig ihre Eigenständigkeit. Es gibt eine alte Sage vom Retziner Burgwall, die wie folgt lautet:

„Am rechten Ufer der Randow, zwischen Löcknitz und Retzin, liegt auf einer Erdkuppe eines schmalen Landrückens der Retziner Burgwall. Dieses aus vorgeschichtlicher Zeit stammende Befestigungswerk ist von Süden und Westen her durch das Randowtal gedeckt, und an der Nordseite stößt ein kleiner Landsee, der sogenannte Leichensee, unmittelbar an den Fuß des Burgwalles. Auf dem Burgwall soll einst ein Raubschloß gestanden haben, dessen Bewohner die Körper der Beraubten und Erschlagenen in den See geworfen hätten, wovon der See den Namen Leichensee erhalten habe. Der Abfluss des Leichensees zur Randow heißt im Volksmunde auch “Totengraben”. Die Insassen der Raubritterburg pflegten durch Ketten, die sie quer über die Randow gelegt hatten, die vorbeifahrenden Schiffe aufzuhalten, auszuplündern und die Bemannung im Leichensee zu ertränken. Der Raubritter, der auf dem Retziner Burgwall und auf einer Nachbarburg gehaust hat, soll Hans von Ramin geheißen haben. Er soll zwei Ketten über die Randow gezogen haben, die 50 Schritte voneinander getrennt lagen und zwei Zoll über dem Wasser ganz stramm angezogen waren. Wenn er nun ein Schiff von weitem ankommen sah, versteckte er sich mit seinen Leuten im Rohr und Schilf am Ufer des Wassers und ließ die vordere Kette schlaff, so dass sie unter Wasser hing. Sowie das Schiff darüber fort war, zog er sie wieder straff an, und wenn nun das Schiff zwischen den beiden Ketten festsaß, fiel er mit seinem Raubgesindel darüber her, erschlug die Mannschaft und nahm alles Gut für sich. Die Leichen wurden in den See geworfen, nach der langen Seite des Berges hin. Oft traf es sich, dass die Räuber eine stärkere Mannschaft in den Booten vorfanden, als sie erwartet hatten; dann läuteten sie eilig eine große Glocke, die sie für diese Zwecke am Ufer aufgehängt hatten, worauf ihnen von beiden Burgen Hilfe kam. Nach dem Tode des Raubritters versenkte man die Glocke im Leichensee, wo sie heute noch zum Johannistage erklingen soll. Die Ermordeten und die Mörder sollen jetzt noch in mancher Nacht um den Leichensee herumgehen, so dass es gefährlich wäre, sich bei Dunkelheit in diese Gegend zu begeben“.
 
Erhaltungszustand: sehr gut
 
Lage                   

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Röbel

Die heutige Stadt Röbel hat ihre Ursprünge in einer slawischen Burganlage aus dem 10. Jahrhundert. Sie soll sich auf dem sogenannten "Tempelberg" befunden haben. Hier soll auch eine Kultstätte der Müritzer gestanden haben. Heute ist von der einstigen Burg nichts mehr zu sehen, da sie überbaut wurde. Heute befindet sich die Marienkirche an dem Ort. Aus der Luft kann man erkennen, dass die Slawen diese Burganlage auf einer Art Halbinsel errichteten, die östlich in einen Ausläufer der Müritz hineinragte. Von den anderen Seiten war sie von feuchten Wiesen und einem kleineren See umgeben. Diese Wehranlage war sicher eine der Hauptburgen der Müritzer.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

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Rosenow-Sternberg

Ungefähr 1,2 Kilometer nordöstlich vom Ort Rosenow bei Sternberg befinden sich die noch erkennbaren Reste einer mittelgroßen Burgwallanlage. Sie hat eine ovale Gestalt von 70 bis 80 m Durchmesser. Da sie einst von allen Seiten von Wasser umgeben war ist davon auszugehen, dass es sich um eine Inselburg handelte. Heute ist sie bewaldet.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                 

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Rossow

1,7 Kilometer westlich von Rossow liegen zwischen Rossow und Wetzenow die Reste einer wahrscheinlich slawischen Burganlage. Näheres müssten erst Untersuchungen vor Ort zeigen, da dieser Burgplatz noch nicht lange bekannt ist. Aus der Luft kann man allerdings deutlich einen mit Bäumen bestandenen Wall von annähernd viereckiger Form erkennen. Der Durchmesser beträgt gute 100 m und würde damit sehr gut zu einer slawischen Niederungsburg passen.

Lage                  

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Rothemühl

Der dreigliedrige Burgwall von Rothemühl ist der wohl größte erhaltene slawische Burgwall in Deutschland. Er besteht heute aus einem geschlossenen Burgwall von gut 500 m West-Ost-Ausdehnung und 380 m Nord-Süd-Ausdehnung mit etwa 14 ha Fläche. Im Ostareal der wallgeschützten Burgfläche verläuft ein weiterer leicht bogenförmiger Wall, der eine Fläche von 210 x 160 m (2,5 ha) abtrennt. Im Südteil dieser Fläche liegt ein weiterer, etwa 60 bis 70 m großer, Ringwall (0,5 ha). Die slawischen Erbauer errichteten diese Burganlage im 8./9. Jahrhundert auf einem natürlichen Geländesporn am Südrand der „Brohmer Berge“. Ob er gleich zu Beginn dreigliedrig ausgebaut wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Vermutlich bestand die erste Burgphase nur aus einem bis zu 500 m großen Burgwall, dessen Ostteil mit einem bogenförmigen Innenwall abgetrennt wurde und ein Areal von 210 x 160 m Durchmesser schützte. Der erste Burgwall war also zweigliedrig, unterteilt in Haupt- und großer Vorburg. Da der große Außenwall über einen inneren und äußeren Graben verfügt, dürfte dieser Burgwall mindestens zweiphasig gewesen sein. Das durch einen langen bogenförmigen Innenwall begrenzte Ostareal hatte nur einen äußeren Graben und war daher vermutlich nur einphasig. Der kleine innere Rundwall war mehrphasig und ist nach meiner Meinung ein späterer Einbau. Alle Burgwälle sind gut erhalten geblieben und noch bis zu 3 m hoch. Das gesamte Burgareal hat bis heute enorme Höhenunterschiede. Nach Nordwesten steigt das Burgareal stark an und hat dort einen Höhenunterschied von etwa 30 bis 40 m zum südlichem Außenwall. Im Nordwestareal liegen noch heute drei kleinere Hügel, die vermutlich bronzezeitliche Hügelgräber darstellen und in den Burgwall integriert wurden. Der höchste Hügel hatte den Flurnamen „Schanzberg“. Im Laufe der Zeit übertrug sich dieser Flurname auf den ganzen Burgwall. Die slawische „Höhenburg“ von Rothemühl liegt heute westlich der Landstraße 32 zwischen Strasburg und Rothemühl. Unterhalb der Burg liegt das Restaurant „Am Burgwall“, an dem man sein Auto parken kann. Vor hier aus führt ein befestigter Weg zum etwa 20 m höher liegenden südlichen Burgareal. Die Burg entstand vermutlich um 800 und dürfte bis in das letzte Drittel des 9. Jahrhunderts besiedelt gewesen sein. Eine spätere Nachnutzung des alten Burgareals ist bisher nicht zu erkennen. Ein Besuch ist nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen, da das gesamte Burgareal im Sommer stark verwuchert ist. Bei meinen mehrmaligen Besuchen musste ich leider feststellen, dass Wildschweine das Bodendenkmal stark bedrohen. Im Nordteil des großen Außenwalles befinden sich etliche tiefe Wildschweinlöcher. Auch in der inneren Burgfläche sind viele dieser Löcher zu beobachten. Da das gesamte Burgareal mit vielen Eichen bestanden ist, wird diese Zerstörung in den nächsten Jahren noch zunehmen.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage          

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Rothenklempenow

Am westlichen Ortsrand von Rothenklempenow (Vorpommern-Greifswald) lag vermutlich eine spätslawische Burganlage. Zumindest deuten Funde darauf hin, die bei Sanierungsarbeiten entdeckt wurden. Später stand hier eine deutsche Burg, von der noch der Burgturm erhalten ist. Vor Ort erkennt man, dass der Burgturm und die heutigen Gebäude auf einem flachen Hügel liegen. Vermutlich sind das die Reste der alten Slawenburg.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Rothenmoor

„Burgwall Sagel“

Etwa einen Kilometer südsüdöstlich von Rothenmoor (Gemeinde Dahmen, Landkreis Rostock) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer kleinen slawischen Burganlage (Fundplatz: Rothenmoor 1). Das bewaldete Bodendenkmal trägt heute den Flurnamen „Burgwall Sagel“ oder einfach nur „Burgwall“. Die slawischen Erbauer legten den gut 50 m großen, leicht ovalförmigen Ringwall auf einem natürlichen Geländevorsprung an, der nach Nordwesten hin in das „Burgtal“ ragt. Durch dieses tiefer liegende Tal verläuft noch heute ein kleiner Bach. An der ehemaligen Zugangsseite im Südosten ist der Burgwall noch etwa 5 m hoch erhalten geblieben. Das wallgeschützte Burgareal hat einen geschätzten Durchmesser von nur 30 bis 35 m. Vor Ort hat man den Eindruck, dass die Westseite zur stark abfallenden Niederung ohne Wall befestigt war. Das moderne Laserscanbild zeigt aber noch deutlich einen ehemals geschlossenen Ringwall. Nachdem die Burg aufgegeben wurde, ist die erdgefüllte Wallkonstruktion vermutlich nach Westen hin zur Niederung abgestürzt. Zu dieser Seite läuft das erhöhte Burgareal sanft zum Tal hin aus, was diese Vermutung bestätigen könnte. Die Kleinburg von Rothenmoor war sicher der stark befestigte Sitz eines lokalen Häuptlings, der nur über wenig Macht verfügte. Die Burganlage kann meiner Meinung nach den kleinen mittelslawischen Anlagen zugeordnet werden, die vom letzten Drittel des 9. bis zur Mitte des 10. Jahrhunderts in der Region bestanden. Etwa vier Kilometer weiter nördlich lag eine zeitgleiche Kleinburg am Hochufer des „Malchiner Sees“ (Burgwall Bülow, Landkreis Rostock). Interessant ist, dass viele mittelslawische Kleinburgen in Mecklenburg-Vorpommern auch in Höhenlage errichtet wurden. Die vermutlich mittelslawischen Ringwälle von Dargun „Tiergarten“, Ganschendorf „Wendenwall“, Bülow „Weißer Berg“, Rothenmoor „Burgwall Sagel“, Hohenbüssow, Pantlitz, Rothemühl, Beestland, Camitz „Schwedenschanze“, Marnitz, Goldenbow „Blocksberg“, Zierstorf „Schlossberg“ usw., wurden allesamt in Höhenlage zu einer Niederung angelegt. Vermutlich gehören diese Burgen zu den frühesten Vertretern der mittelslawischen Epoche. Wer den noch sehr sehenswerten Burgwall von Rothenmoor besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Das Burgareal ist im Sommer mit starker Vegetation bestanden, zudem wird der östlich liegende Acker landwirtschaftlich genutzt.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage           

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Roxin

800 m südöstlich von Roxin haben sich die Reste einer altslawischen Burganlage erhalten. Es handelt sich um eine dreieckige, eingliedige Anlage auf einem natürlichen Bergsporn gelegen. In Richtung Südost befindet sich ein kaum erkennbarer Graben. Die ehemalige Fluchtburg liegt heute in einem Wald, der "Burgholz" genannt wird. Erwähnenswert ist noch, dass die Burg in der Nähe eines  Flusses angelegt wurde, der die kleine Burg zusätzlich schützte.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                 

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Rubenow

„Burgwall“

Etwa einen Kilometer südöstlich des Ortes Rubenow (Landkreis: Vorpommern-Greifswald) liegen die stark verschliffenen Überreste eines slawischen Burgwalls. Bereits auf der schwedischen Matrikelkarte und dem preußischen Messtischblatt ist die Stelle als „Burgwall“ eingetragen. Vor Ort und im modernen Laserscanbild sind keinerlei Überreste der Befestigung zu erkennen. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Rubenow 1) wurde vermutlich durch die landwirtschaftliche Nutzung in der Neuzeit vollständig abgetragen. In den 1990 er Jahren konnten anhand von Luftbildprospektionen Verfärbungen dokumentiert werden, die den alten Wall- bzw. Grabenverlauf des Burgwalls anzeigten. Demnach handelte es sich um eine etwa 110 m große ring- bis ovalförmige Befestigung, die auf einer natürlichen Talsandinsel in der „Zieseniederung“ errichtet wurde. Im Jahr 2008 wurde das alte Burgareal oberirdisch untersucht. Dabei wurde das Areal vermessen und mit dem Georadar untersucht. Auch der Metalldetektor kam hier zum Einsatz. Die Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Burg vermutlich am Ende des 9. Jahrhunderts errichtet wurde und bis in das 11. Jahrhundert bestand. Zu den keramischen Funden zählten die Typen: Feldberg, Fresendorf, Teterow, Vipperow, Bobzin und Weisdin. Nach Deutung der Archäologen soll es sich um eine mittelslawische Niederungsburg gehandelt haben, die mit einem Durchmesser von 110 m ungewöhnlich groß erscheint. In der Regel waren zeitgleiche Slawenburgen eher klein und hatten kreisrunde oder viereckige Durchmesser von 50 bis 90 m. Es gab aber auch größere Anlagen in dieser Zeit, so z.B. der Burgwall von Malchin (Mecklenburg-Vorpommern), der interessanterweise ebenfalls einen kreisrunden Durchmesser von 110 m hatte. Die Burg von Rubenow soll der Herrschaftsmittelpunkt des mittelslawischen Landes Wusterhusen gewesen sein. Im Jahre 1150 wurde dieser Landstrich erstmals als „terra Wozstrose“ urkundlich erwähnt. Der Name soll sich vom slawischen Wort „ostrog“ ableiten, was etwa „mit Palisaden befestigter Ort“ bedeuten soll.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Rüterberg

Ein kleiner frühmittelalterlicher Burgwall befindet sich südöstlich von Rüterberg an der Elbe. Die Burg wurde wohl schon vor der Slawenzeit angelegt und bestand bis ins Mittelalter (um 1300). Früher hiess der kleine Ort am Wall "Broda", was übersetzt "Fähre" bedeutet. Erst in der nationalsozialistischen Zeit wurde der Ort in Rüterberg umbenannt. Man wollte so die slawische Herkunft des Ortes verschleiern. Der Burgwall dürfte diese Fährstelle über die Elbe überwacht haben. Heute ist dieser Wall stark zerstört und nur noch max. 0,6 m hoch.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Rützenfelde (Vermutung)

Nordöstlich von Rützenfelde bei Zettemin befindet sich ein nach Norden hin verlaufender natürlicher Geländesporn am Ostrand des „Rützenfelder Sees“. Nach dem Burgwallregister von Kunkel (1932) soll es sich hier um einen slawischen Burgwall handeln. Nach einem Besuch des Areals im Frühjahr 2012 konnte ich mit Unterstützung des jungen Hobbyforschers Sven Krüger aus Waren/Müritz keinerlei Überreste einer slawischen Burg vorfinden. Die heute etwa 250 m lange, von Süden nach Norden verlaufende, Erhöhung könnte früher eine Art erhöhte Halbinsel dargestellt haben, die von Feuchtarealen natürlich geschützt war. Ob hier wirklich ein slawenzeitlicher Burgwall lag, kann erst die moderne Archäologie klären. Etwa 1,6 Kilometer weiter nordnordöstlich liegen die bewaldeten Wallreste einer vermutlich bronzezeitlichen Höhenburg.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage   

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Saal (Vermutung, Lage unbekannt)

Saal ist ein kleines Dorf, das zum Amtsbereich von Barth gehört und in direkter Nähe zum Saaler Bodden liegt. Schon zur Slawenzeit war der Ort besiedelt und wurde mit einer Burgwallanlage befestigt. Diese befand sich an der Mündung des Saaler Baches in den Saaler Bodden. Heute bezeichnet man diese Burg im Volksmund auch als "Stekenborg". Um die Burg rankt sich eine alte Sage um den Seepiraten Störtebeker. Seine Leute sollen diese alte Slawenburg um 1391 als eine Art Versteck benutzt haben, um ihren Verfolgern zu entkommen. Auch einen Schatz sollen sie hier hinterlassen haben, der noch heute dort liegen soll.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage ?

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Sandhof

Am Westufer des Damerower Sees bei Sandhof gab es ebenfalls eine Burg in der Slawenzeit. Die genaue Stelle ist mir nicht bekannt, ich kenne allerdings eine Abbildung in einem Buch, wo die Burg grob eingetragen ist. Im Luftbild erkennt man in dem Bereich eine auffällige Verfärbung der Oberfläche mit einem Durchmesser von guten 100 m. Nach meiner Meinung kann das nur die Burgstelle sein. Am Südufer des Sees befand sich eine weitere Burganlage der Slawen, deren genaue Lage ich aber noch nicht kenne.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Schlemmin (Landkreis Rostock)

 

Blick auf den Nordostwall mit Torsenke

Etwa 1,8 Kilometer südwestlich von Schlemmin (Landkreis Rostock) befinden sich die noch gut erkennbaren Überreste einer größeren zweigliedrigen Höhenburg. Das auch unter dem Flurnamen „Hohe Burg“ bekannte Bodendenkmal wurde auf einem hohen Endmoränenrücken errichtet und erreicht eine Ausdehnung von etwa 225 x 80 m. Der längsovale Wall der Höhenburg ist an den ehemaligen Zugangsseiten im Nordosten und Südwesten am besten erhalten geblieben und zeigt dort auch Wallsenken, die auf die ehemaligen Zugangstore hindeuten. Die Seitenbereiche des Burgareals waren durch natürliche Steilhänge gesichert und daher vermutlich nur mit einfacheren Konstruktionen oder Palisaden befestigt. Nach Südwesten hin besaß die Wehranlage vermutlich einen kurzen Vorburgwall, der nur eine sehr kleine Fläche schützte. Erste archäologische Untersuchungen nahm der Förster Krüger im Jahre 1841/42 vor. Er legte mehrere Wallschnitte im gesamten Burgareal an, konnte dabei aber keinerlei Funde machen. Eine genaue Datierung der Burgsiedlung ist bis heute nicht möglich, da professionelle Grabungen noch ausstehen. Es wurde zwar eine einzelne Scherbe vom Areal bekannt die als slawisch angesprochen wurde, mittlerweile allerdings als „vorgeschichtlich“ interpretiert wird. Es könnte sich also bereits um eine Höhenburg aus der Bronzezeit handeln, die von den späteren Slawen im 9. Jahrhundert reaktiviert wurde. Ein Besuch des etwa 2,3 ha großen bewaldeten Burgwalls ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Erhaltungszustand: gut

Lage                

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Schlemmin 

Zwei Kilometer westlich von Schlemmin (Landkreis Vorpommern-Rügen) liegen die schwachen Wallreste einer bisher nicht eindeutig datierbaren Burganlage. Das im „Schlemminer Holz“ liegende Bodendenkmal (Fundplatz: Schlemmin 1) wurde erst am Ende der 1990 er Jahre als solches erkannt. Es handelt sich um eine plateauartige Anhöhe von 80 x 90 m Durchmesser, die mit einem heute noch 1 bis 1,5 m hohen Wall umgeben war. Nach Nordosten hin ist die Burgfläche ohne Wall befestigt, da eine noch heute feuchte Niederung eine natürliche Schutzlage zu dieser Seite bot. 1998 wurde das Areal von G. P. Kinkeldey und R. Matthey archäologisch untersucht. Eine kleine Sondage am nördlichen Innenfuß des Walles erbrachte allerdings keine Befunde. Nur eine vorgeschichtliche Scherbe konnte damals dokumentiert werden. Im Jahr 2001 wurden vom Areal auch wenige slawische Scherben der Typen: „Feldberg“ und „Fresendorf“ bekannt. Anhand der wenigen Funde ist bisher nicht geklärt, ob es sich um eine kleine bronzezeitliche oder eher früh- bis mittelslawische „Höhenburg“ handelte. Da die erhaltenen Wallanlagen nicht sehr hoch sind, hat die Burg vermutlich nur wenige Jahrzehnte bestanden.

Lage

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Schloen

1. Frühslawischer Burgwall (Vermutung)

Schloen, urkundliche Ersterwähnung 1218, war in früherer Zeit ein bedeutender Ort. Ein ganzer Landstrich wurde nach ihm benannt. Damals nannte man es "terra slone". "Slone" heißt ins deutsche übertragen "Ort des Zusammenflusses". Gemeint sind die Zuflüsse der Ostpeene. Die Gauburg "slone" war zur Zeit der Slawen, vom Stamm der "Müritzer", Sitz des Stammesältesten, der das bewaffnete Aufgebot anführte und Recht zu sprechen hatte. Hier befindet sich heute eine Kirche, die Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut wurde. Der Kirchturm, der 1765 dazu kam, ist schon aus weiter Entfernung sichtbar.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage               

2. Mittelslawischer Ringwall

Lage der Burg zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Es gibt in der Nähe des vermuteten frühslawischen Burghügels mit der heutigen Dorfkirche noch eine weitere slawische Wallanlage, die aber aus einer späteren Zeit stammt. Sie ist wohl die letzte Burg "Slone" gewesen, die den Gaumittelpunkt darstellte. Sie ist leider nur noch ein Erdrelikt (Wallrest) und nicht mehr zu erkennen. Es war eine mittelslawische Niederungsburg in Halbinsellage, die auch frühdeutsche Keramik enthielt. Die Burg (etwa 60 m Durchmesser) hat also bis in die Zeit der frühdeutschen Ostkolonisation bestanden.

Erhaltungszustand: mittel

Lage

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Schönfeld

Eine slawische Burganlage befindet sich in der Nähe des Hofes Schönfeld bei Kobrow. Sie wurde am Südende des Schönfelder Sees errichtet. Sie soll heute noch teilweise erhalten sein. Aus welcher Zeit sie stammt ist noch nicht bekannt, da hier bisher keine Untersuchungen stattgefunden haben.

Lage  

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Schossow (Vermutung)

  

Etwa 200 m westlich vom Ort Schossow (Mecklenburgische Seenplatte) liegt ein heute bewaldetes Areal, das auf der „TK 10 Landkarte“ mit dem Hinweis „Burgwall“ versehen ist. Trotz meinen mehrmaligen Besuchen seit dem Jahr 2010 konnte ich am besagten Ort nur eine etwa 2 m tiefe, leicht ovalförmige Grube von weniger als 30 m Länge und unter 15 m Breite feststellen. Innerhalb der grubenartigen Vertiefung fand ich trotz intensiver Suche nicht eine oberirdische slawische Scherbe, Tierknochen usw., wie sie von einem slawischen Burgwall zu erwarten gewesen wären. Auch das moderne Laserscanbild ergibt hier und in der näheren Umgebung keinerlei Hinweise auf eine alte verschliffene Befestigung. Einen richtigen Burgwall hat es meiner Meinung nach hier nie gegeben. Warum dennoch der Hinweis auf einen Burgwall für diese Stelle angegeben wurde, muss die moderne Archäologie klären.

Erhaltungszustand: mittel (vermutlich nur moderne Grube)

Lage    

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Schulenberg

 

Etwa 1,5 Kilometer nordöstlich von Schulenberg bei Marlow liegen die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Es handelt sich um einen kreisovalen Burgwall von etwa 80 bis 90 m Durchmesser. Im Nordwesten der Burg ist noch eine Wallsenke mit davor liegendem Außengraben zu erkennen. Ob hier das ehemalige Zugangstor lag, oder ob es sich um einen neuzeitlichen Zugang handelt, entzieht sich meiner Kenntnis. An der Nordostseite des Ringwalles gab es vermutlich einen kurzen Querwall, der mit dem Burgwall verbunden war. Im modernen Laserscanbild ist dieser noch schwach auszumachen. Die slawischen Erbauer suchten sich für die Errichtung der Burg einen halbinselartigen Vorsprung am Recknitztal aus und umwallten hier eine natürliche Geländekuppe. Aus welcher Zeit der heute bewaldete Burgwall stammt, kann ohne Ausgrabungen nur vermutet werden. Da die Burgfläche doch recht klein war, vermute ich eine Entstehung in der mittelslawischen Zeit (um 900 bis 950). Nur etwa fünf Kilometer nordnordwestlich lag bei Camitz eine wohl zeitgleiche Burganlage am erhöhten Recknitztal. Auch diese Burg verfügte über einen Querwall, der mit der Hauptburg verbunden war. Der Burgwall bei Schulenberg ist noch gut erhalten geblieben und einen Besuch wert. Die Straße von Schulenberg nach Marlow führt direkt am Bodendenkmal vorbei.

Erhaltungszustand: gut

Lage

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Schwaberow

Am mittelslawischen Burgwall von Schwaberow (Gemeinde: Setzin, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) wurden bereits in den 1970 er Jahren begrenzte archäologische Untersuchungen durchgeführt. Das Bodendenkmal liegt am Südosthang einer Anhöhe, die sich an der Bachniederung "De Beck" befindet. Es handelt sich um einen Ringwall von 60 bis 70 m Außendurchmesser, der von zwei unbefestigten Siedlungen umgeben war. Der angelegte Wallschnitt ließ nur eine Bauphase erkennen. Nach seiner Errichtung wurde der Ringwall also nicht mehr erneuert. Im Innenraum der Holz-Erde-Konstruktion konnte man einen Lehmkern nachweisen. Außerdem wurden Reste von Bauhölzern entdeckt, die zu rost- oder kastenartigen Einbauten gehörten. Die beiden Vorburgsiedlungen lagen südöstlich und nordwestlich der Burg. Keramikfunde des "Feldberger" und "Menkendorfer" Typs deuten auf eine Besiedlung in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts hin. Von der Burgsiedlung aus führte eine Holzbrücke durch die nahe Bachniederung. Auf der gegenüberliegenden Niederungsseite lag offenbar eine weitere Siedlung, die ebenfalls früh- bis mittelslawische Keramikscherben erbrachte. Diese Siedlung lag etwa 700 m südwestlich des Burgwalls und trägt den Flurnamen "Dorfstelle". Der Ausgräber A. Hollnagel datierte den Ringwall und die nahen Vorburgsiedlungen in die Mitte des 8. bis in die Mitte des 9. Jahrhunderts. Da die Befestigung aber nur eine Bauphase hatte, war sie wohl nur 20 bis 30 Jahre lang in Nutzung. Nach einer gewaltsamen Brandzerstörung gab man den Burgwall um/nach 900 auf. In der Burg saß sicher ein slawischer Lokalhäuptling, der die nähere Umgebung militärisch und politisch überwachte. Infolge seiner geringen Macht besaß er auch nur eine kleine Burganlage. Moderne archäologische Grabungen stehen hier noch aus, die eine genaue Laufzeit der Burg offenlegen könnten.


Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

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Schwennenz (Vermutung)

Slawenzeitliche Lage mit Darstellung des heutigen Zugangsdammes und vermuteten Hügelgrab, nach R. Krüger 2018

Etwa zwei Kilometer südlich von Schwennenz im Landkreis Vorpommen-Greifswald liegt eine heute angelandete Insel am Nordostrand des „Schwennenzer Sees“. Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, handelte es sich in der Slawenzeit um eine längsovale Insel von etwa 90 m Länge und 40 m Breite. Dieses Eiland mit Flurnamen „Brink“ war nach Süden hin sumpfartig mit einer Halbinsel verbunden. Lange Zeit wurde dieser Siedlungsplatz als befestigte Inselburg angesprochen. Auf diversen Landkarten ist die Stelle bis heute als Burgwall (Fundplatz: Schwennenz 16) eingetragen. Die heutige Archäologie geht aber nur noch von einer Inselsiedlung aus. Zu den bisherigen Oberflächenfunden gehören Keramikscherben der Arten „Sukow“, „Feldberg“, „Fresendorf“, „Woldegk“, „Menkendorf“, „Weisdin“, „Teterow“, „Vipperow“, „Bobzin“ und „Garz“. Diese Keramiken decken die gesamte Slawenzeit ab und bezeugen eine ständige Besiedlung vom 8. bis 12. Jahrhundert. Zu den weiteren Funden gehörten die Reste eines bronzenen Hohlschläfenringes, Messerfragmente, eine eiserne Gürtelschließe, Pfrieme, Wetzsteine, eine Sandsteinscheibe, Spinnwirtel, Hüttenlehm, Gürtelschnallen, sowie Tier- und Fischknochen. Bei Sondagen konnte man auch einen hölzernen Ösenbalken von 2,7 m Länge und 15 bis 18 cm Breite dokumentieren. Dieser Balken gehörte sicherlich zu einem etwa 3 m breiten Bohlenweg oder war Teil einer Brückenkonstruktion. Heute führt ein schmaler, etwa 50 m langer, Erddamm vom Ostufer zur ehemaligen Insel heran. Aus welcher Zeit dieser Zugang stammt, ist nicht bekannt. Nach meiner Meinung kann dieser Damm kein von den Slawen angelegter Zugang gewesen sein. Die natürliche Schutzlage der Insel wäre damit umgangen worden und hätte einem Feind einen leichten Zutritt zur Insel verschafft. Vermutlich wurde dieser Damm von neuzeitlichen Bauern angelegt, die das alte Inselareal landwirtschaftlich nutzten. Sie kamen so schneller auf das bewirtschaftete Eiland. Im Laufe der letzten Jahrhunderte trat ein natürlicher Verlandungsprozess des Gewässers ein. Südlich des „Schwennenzer Sees“ liegt der sogenannte „Lebehnsche See“. In der Neuzeit wurden beide Seen mit einem Graben verbunden, was eine weitere Verlandung des „Schwennenzer Sees“ zur Folge hatte. Dadurch ist die alte slawische Inselsiedlung angelandet worden. Nach diesem Verlandungsprozess dürfte der neuzeitliche Damm angelegt worden sein. Nach den Funden zu urteilen, lebten auf der Insel höhergestellte Slawen von Stamm der „Ukranen“. Ob sich in der Inselsiedlung vielleicht nicht doch eine Inselburg verbirgt, müssen weitere Grabungen klären!

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

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Schwerinsburg

Ungefähr 1,3 Kilometer nördlich des Ortes Schwerinsburg bei Anklam befinden sich auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld die kaum noch erkennbaren Überreste einer großen Slawenburg. Auf einigen Luftbildern kann man sie aber noch schwach ausmachen. Sie bestand im Endstadium aus einer kleinen Haupt- sowie einer größeren Vorburg. Durch jahrelange Ackerbewirtschaftung sind die Wälle so gut wie abgetragen worden. Ein sehr kleiner Wallrest der Hauptburg ist aber noch vor Ort erkennbar. Die kreisovale Anlage hatte einen Durchmesser von ca. 180 m. Sie wurde wahrscheinlich um das Jahr 800 angelegt und bestand bis zum Ende der Slawenzeit. Im Volksmund wird das Areal auch als "Bollwerder" bezeichnet. Die Burg lag einst auf einer großen Grundmoränenscholle, umgeben von unzugänglichen Mooren und Sümpfen. Das Gelände der Burg wurde bereits mehrfach oberirdisch untersucht. Dabei wurden zahlreiche eiserne Gegenstände, wie Schnallen, Messer und Nieten gefunden. Sogar Gegenstände aus Bronze und Silber, wie das Fragment einer gravierten Bronzeschnalle aus der Zeit um 1100, oder das Fragment einer arabischen Münze des 9. Jahrhunderts, waren dabei. Im April 2015 habe ich die ehemalige Burgstelle besucht. Der kleine Wallrest, der wohl von der ehemaligen Hauptburg stammt, ist nur noch sehr gering erhalten und scheint von Jahr zu Jahr zu schrumpfen. Es scheint also nur noch eine Frage der Zeit, bis vor Ort von der ehemals gewaltigen Wallburg nichts mehr erkennbar ist. Im Ursprung dürfte es sich um eine feldbergzeitliche Niederungsburg gehandelt haben, die im Laufe des 9. Jahrhunderts mit einer Hauptburg erweitert wurde. Da der Burgwall den Flurnamen „Bollwerder“ führt, muss er meiner Meinung nach noch sehr deutlich erkennbar gewesen sein, bevor er vollständig abgetragen wurde.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                  

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Semlow

Der Ort Semlow liegt an der Recknitz, ca. 20 Kilometer südöstlich von Ribnitz-Damgarten. Semlow wurde im Jahr 1320 erstmals urkundlich erwähnt, allerdings war der Ort schon viel früher besiedelt, wie Megalithgräber und Trogmühlensteinfunde belegen. Auch die Slawen fanden diesen Ort interessant und liessen sich hier nieder. Sie errichteten sogar einen Burgwall an einem See an der Recknitz. Allerdings ist von der Burg heute nichts mehr zu sehen, da sie vor 1825 mit dem heutigen Schloss überbaut wurde. Auf einer alten schwedischen Karte aus dem Jahre 1796 sind die Wälle und Gräben der Burg aber noch eingetragen. Der Name Semlow ist slawischen  Ursprungs und soll "Neue Erde" oder "Neue Heimat" bedeuten.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

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Siemersdorf

Ein teilweise erhaltener Burgwall befindet sich nördlich von Siemersdorf bei Tribsees an der Straße nach Rekentin. Wie man noch auf dem Luftbild erkennen kann, hatte er eine ovale Gestalt von ca. 100 m Durchmesser. Es handelte sich um eine Niederungsburg in der Nähe des Flusses Trebel. Vielleicht kontrollierte diese Burg eine Furt über den Fluss.

Erhaltungszustand: mittel

Lage              

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Spantekow

   

In Spantekow bei Anklam befindet sich eine impulsante Festung aus dem Mittelalter. Sie existierte im 16. und 17. Jahrhundert. Noch heute kann man Mauerreste erkennen. Allerdings wurde hier schon zur Slawenzeit eine Ringwallanlage errichtet. Wann genau dies geschah, ist nicht einwandfrei festzustellen. Dennoch kann man sie im 8. bis 12. Jahrhundert vermuten. Sie wurde auf einer inselartigen Sanderhöhung inmitten von sumpfigen Wiesen angelegt. Durch das Ausheben eines Grabens um die Burg herum enstand eine gut geschütze Inselburg. Der Name Spantekow kommt aus dem slawischen und bedeutet soviel wie "Ort des Swantek". Wer dieser Swantek war, ist nicht überliefert. Er war sicher einer der Besitzer der Wehranlage und regelte die politischen Angelegenheiten im Umkreis. Wann diese Anlage zerstört oder aufgegeben wurde ist genau so wenig überliefert, wie ihre Nutzung nach der Slawenzeit bis zur Errichtung der heutigen Festung.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage           

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Stavenhagen (Vermutung)

Die Niederungsburg in Stavenhagen befindet sich am südlichen Stadtrand. Da hier auch slawische Scherben gefunden wurden muss man davon ausgehen, dass den Ursprung wohl eine slawische Burg darstellte. Der annähernd kreisrunde, etwa 6 m hohe Burghügel ist eine künstliche Aufschüttung von ca. 55 m Durchmesser. Der ehemalige Graben ist bei der Gestaltung der Schlossanlage im 18./19. Jahrhundert verfüllt worden. Die Anlage wird von einem mehrteiligen, unterschiedlich hohen (bis 5 m) Wall umgeben. Die einstige Vorburg an der Nordostseite ist der von einer Mauer umgebene Schlosspark. Bis auf Teile der Futtermauern sind außen keine mittelalterlichen Bauspuren sichtbar. Das Vorhandensein mehrerer Türme oder turmartiger Gebäude, wie auch eines Kammertores am jetzigen Zugang, sind wahrscheinlich, gehören aber zu einer späteren, deutschen Burganlage. Im Jahre 1300 wird das "castrum Stouenhaghen" erstmals erwähnt, war zu dieser Zeit aber schon lange in deutschem Besitz.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

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Sternberger Burg

Am Zusammenfluss von Warnow und Mildenitz befinden sich die Wallreste einer frühslawischen Burganlage, die heute als "Burgwall Sternberger Burg" bezeichnet werden. Das Bodendenkmal wurde erst im Jahr 1980 als slawischer Burgwall erkannt. Man datiert sie aufgrund von keramischen Hinterlassenschaften in das 8. Jahrhundert. Heute ist vor Ort noch ein bis zu 2 m hoher und ca. 75 m langer Wallrest auf einer bewaldeten Anhöhe zu erkennen. Hinter dem Wall fällt die ehemalige, fast viereckige Burgfläche in die Niederung zur Warnow hin steil ab. Man kann daher also fast von einer Höhenburg sprechen. Im 19. Jahrhundert wurde etwa die Hälfte des Walles zum Fluss Mildenitz abgetragen. Ursprünglich war der leicht bogenförmige Wall über 150 m lang und riegelte eine Burgfläche von 1,5 ha ab. Ein weiterer Querwall wurde von den Erbauern im Norden in der Niederung zwischen beiden Flüssen angelegt. Dieser Wall ist im Laufe der letzten Jahrhunderte in die ehemaligen Gräben vor und hinter dem Wall planiert worden und heute nicht mehr vorhanden. Die Seitenbereiche der Burg waren zu den jeweiligen Flussseiten nur mit Holzpalisaden befestigt. Direkt hinter diesen Palisaden lagen reihenartig angeordnete Wohnbauten. Der Ausgräber vermutete, dass auf den Dächern dieser Wohnbauten ein Wehrgang an der Palisade verlief. In dem heute noch teilweise erhaltenen Südwall ist noch deutlich eine breite Wallsenke zu erkennen, die das ehemalige Zugangstor zur Burgsiedlung anzeigt. Vor dem Wall lag ein breiter Sohlgraben, der sich im Laufe der Zeit mit Sand verfüllte. Der Ausgräber konnte weiter feststellen, dass die Burg doch einige Zeit in Nutzung war und um 800 aufgegeben wurde. In der ca. 1,5 km entfernt liegenden Höhenburg von Groß Görnow sah er die Nachfolgeburg. Ein Modell der Sternberger Burg kann man heute im Museumshaus des nahen Freilichtmuseums von Groß Raden besichtigen. (Stand 2015)

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

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Stolzenburg

"Schlossberg"

Etwa einen Kilometer nordnordwestlich von Stolzenburg liegen die noch gut erhaltenen Überreste eines kleinen slawischen Burgwalls. Die ehemaligen Erbauer legten den fast viereckigen Burgwall auf einer langgestreckten schmalen Halbinsel im sogenannten „Darschkower See“ an. Der See ist im Laufe der Jahrhunderte stellenweise stark verlandet. Der bis zu 80 m große Burgwall ist an der Ostseite noch 6 bis 7 m hoch erhalten geblieben. Zur heute offenen Westseite fällt das höher liegende Burgareal stark ab. Bis heute wird das unebene Burgareal landwirtschaftlich genutzt. Keramikfunde vom „Typ Feldberg“ deuten auf eine früh- bis mittelslawische Burg hin, die etwa vom späten 9. bis 10. Jahrhundert bestanden haben könnte. Auf der mit einem Graben abgetrennten Halbinsel lagen offene Vorburgareale, in der vor allem Handwerker, Händler und Bedienstete ihre Wohn- und Arbeitsstätten hatten. Die Burg war sicher der Sitz eines lokalen Häuptlings, die im Laufe der Zeit mehrmals erneuert wurde. Wie lange die Burg in Nutzung blieb, muss die moderne Archäologie klären. Der Name des nahen Ortes „Stolzenburg“ dürfte auf den Burgwall zurückzuführen sein („Stolze Burg“). Das Bodendenkmal trägt heute den Flurnamen "Schlossberg".

Erhaltungszustand: gut

Lage                   

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Stuer (Vermutung)

Die bekannte mittelalterliche Burgruine Stuer wurde vielleicht auf einer alten slawischen Wallanlage erbaut. Das war damals eine gängige Praxis bei den deutschen Einwanderern. So zumindest interpretierten es die Gelehrten im 19. Jahrhundert. Da die Burg Stuer heute zweigliedrig ist, kann man dies wohl auch für die ältere Wallburg annehmen, sollte es sie denn gegeben haben. Angelegt wurde die deutsche Burg inmitten von feuchten Wiesen und Wasser und stand somit wie auf einer Insel. Dadurch war die Burg ideal gegen schnelle Angriffe gesichert. Zur damaligen Zeit war eine Burg im Wasser schwer einnehmbar. Im Winter, wenn das Eis gefroren war, dürfte dieser Vorteil allerdings verloren gegangen sein. Wie und wann die slawische Burg existierte, ist heute noch nicht eindeutig nachgewiesen worden. Heute allerdings geht man davon aus, dass hier keine Slawenburg lag, da keinerlei Hinterlassenschaften aus jener Zeit gefunden wurden. 

Lage                  

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Sukow

"Alte Burg"

Etwa zwei Kilometer südöstlich des Sukower Dorfteiches (Gemeinde: Sukow-Levitzow, Landkreis: Rostock) liegen die Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Sukow 1) trägt heute den Flurnamen "Alte Burg". Die älteren einheimischen Dorfbewohner bezeichneten den Ort früher auch als "Burgkoppel". Bis heute dient das alte Burgareal im Sommer als Weidefläche für Kühe. Vor Ort ist nur noch ein bis zu 170 m großer, ovalförmiger Burghügel zu erkennen, der die umgebene Niederung um bis zu 5 m überragt. Vermutlich wurde das Burgareal in früheren Zeiten landwirtschaftlich beackert, wodurch die Wallkrone eingeebnet und abgetragen wurde. Das moderne Laserscanbild zeigt noch sehr deutlich die Überreste der Befestigung, sowie auch den ehemaligen langen Zugangsdamm. Leider wurde der Burgwall an der Südseite teilweise abgetragen, sodass die Gesamtgröße der Niederungsburg nicht mehr nachvollziehbar ist. Der Burgwall hatte im Endstadium sicher einen maximalen Außendurchmesser von 200 bis 220 m. Im Jahre 1962 wurde das Bodendenkmal unter der Leitung vom Prähistoriker Ewald Schuldt (1914-1987) archäologisch untersucht. Die Ausgrabungen kamen zu folgenden Erkenntnissen (Stand: 2019):

Am Ende des späten 7. bis frühen 8. Jahrhunderts besiedelten erste Slawenströme das heutige Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Anstelle der späteren Sukower Burg lag zuerst eine offene und wohl nur leicht befestigte slawische Siedlung. Die eingewanderten Slawen errichteten diese Siedlung auf einer großen horstartigen Talsandinsel, die inmitten einer großen Niederung lag. Diese Niederung war je nach Jahreszeit stark versumpft oder stellenweise auch mit flachen Wasserflächen bestanden. In harten Wintern konnte die Niederung auch völlig zugefroren sein. Um zur Siedlung zu gelangen, errichteten die Slawen einen knapp 1200 m langen Bohlenweg in Richtung der Uferhöhen südlich von Klein Markow. Dort konnte eine zeitgleiche Dorfsiedlung nachgewiesen werden. In der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts wurde die Siedlung auf der Talsandinsel zu einer Burg ausgebaut. Ein 7,5 m breiter Streifen wurde dabei am Rand der Talsandinsel abgesteckt und mit einem Holz-Erde-Wall befestigt. Die Erde entnahm man vor und hinter der Wallkonstruktion. Im Zuge dieses Ausbaus wurde auch der lange Zugangsweg zur Burg erneuert. Der in die Jahre gekommene Bohlenweg wurde nun mit einem flachen Erddamm aufgeschüttet. Auf diesem Damm wurde ein neuer Weg aus breiten Eichenbohlen angelegt, der nun eine Breite von etwa 3 m besaß. Nach Dendrodaten zu urteilen stammt der zweite Bohlenweg aus der Zeit von um 747 und dürfte damit auch die Burg datieren. Der erste Bohlenweg dürfte um 693 errichtet worden sein und gehört damit zur ersten, noch unbefestigten Siedlung. Der Burgwall von Sukow ist demnach wohl erst kurz vor der Mitte des 8. Jahrhunderts entstanden. Die hier erstmals angetroffene Keramik war völlig unverziert und wurde anscheinend noch nicht auf einer drehbaren Töpferscheibe produziert. Diese eher einfachen Keramiken werden nach ihrem ersten Entdeckungsort bis heute als "Sukower Typ" bezeichnet. Da vom Burgareal bisher keine Keramikscherben vom "Feldberger Typ" vorliegen, dürfte die große Niederungsburg das Jahr 800 nicht mehr erlebt haben. Die Sukower Niederungsburg gehört damit zu den frühen Befestigungen aus der slawischen Einwanderungszeit. 

Erhaltungszustand: gut

Lage              

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Tangrim

Die "Alte Burg" genannte markante Anhöhe in geschützter Lage am Rande des Trebeltals bezeichnet eine ehemalige slawische Burganlage. Es handelte sich um eine größere Niederungsburg. Solche Burgen waren eher in der altslawischen Zeit typisch.

Lage                 

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Tessin

1. "Burg Tessin"

Ein Burgwall befindet sich am südlichen Rand des Stadtkerns von Tessin im Landkreis Rostock, in unmittelbarer Nähe der Recknitz. Die im Bereich des Burgwalls geborgenen Funde zeigen, dass die Anlage bereits während des frühen Mittelalters von Slawen errichtet wurde. Seine Nutzung endete jedoch nicht mit dem Untergang der slawischen Kultur im 12. Jahrhundert. Vielmehr wurde der Burgwall in der Zeit des 13. bis 15. Jahrhunderts mehrfach umgebaut. In dieser Zeit – häufig als deutsches Mittelalter bezeichnet – erfolgte der Umbau zu einer Fürstenburg. In der Neuzeit erfolgte schließlich der Einbau eines Eiskellers auf dem Wallberg. Insgesamt kann man an diesem Monument somit eine mehrere hundert Jahre umfassende kontinuierliche Nutzung feststellen. Die Reste dieser imposanten Anlage prägen auch heute noch das südliche Stadtgebiet von Tessin.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                 

2. "Alte Burg"

Eine weitere spätslawische Burg befand sich ebenfalls im südlichen Stadtgebiet von Tessin. Man fand hier eindeutig spätslawische Keramik. Der Flurname der Burg heisst "Oll Borg" bzw. "Alte Burg". Erhalten ist von ihr allerdings nicht viel, da sie schon lange Zeit beackert wird. Interessant ist die Frage, ob es in der spätslawischen Zeit gleich zwei Wallburgen hier gab, oder ob sie nacheinander bestanden. Die beiden Burgen von Tessin liegen heute nur 300 m auseinander.

Erhaltungszustand: mittel

Lage     

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Teterow

   

Auf der sogenannten Burgwallinsel im Teterower See befinden sich die gewaltigen Reste einer zweigliedrigen Inselburg des 10. bis 12. Jahrhunderts. Die Hauptburg besteht aus einem ca. 110 m großen ovalen Ringwall von 0,6 ha Innenfläche, der stark ausgebaut war. Die Höhe der Wallkrone gegenüber des Seespiegels beträgt noch heute bis zu 10 m. Sie wurde auf einer natürlichen Erhebung errichtet, wie Ausgrabungen zeigten. Die davor gelegene quadratische Vorburg von 1,2 ha Fläche war ebenfalls durch hohe Wälle gesichert und besaß zwei Zugangstore. Eines lag im südlichen Querwall und ist noch heute durch eine Wallsenke erkennbar. Das zweite Vorburgtor war ein Seetor und lag im Nordbereich, nahe der Hauptburg. Es wurde leider zugeschüttet. Im Vorgelände gab es auf der Insel weitere offene Siedlungsareale, von denen aus ein ansteigender natürlicher Damm zur Burganlage führte. Der Ausgräber vermutete, dass die beiden offenen Siedlungsareale im Süden der Insel Dienstsiedlungen darstellten, die der Burg unterstanden. Die Hauptaufgabe dieser Siedlungen war sicher die Kontrolle der Brückenanlagen bzw. deren Instandhaltung. Nach archäologischen Untersuchungen in den 1960 er Jahren konnte man eindeutig einen Stammesmittelpunkt der Zirzipanen erkennen. Die gesamte Inselfläche wird von der Slawenburg aber nur sehr gering in Anspruch genommen. Am südlichen Ende des Eilands befand sich eine der Verbindungsbrücken zum Festland. Noch heute nennt man eine Stelle am Festland "Brügghopp". Hier lag der Brückenbeginn zur Insel. Nach archäologischen Untersuchungen muss sie ungefähr 750 Meter lang und 3,5 m breit gewesen sein. Damit gehört sie zu den längsten aus der Slawenzeit. Sie zu bauen muss eine gewisse Zeit in Anspruch genommen haben und stellt eine Meisterleistung im Brückenbau dar. Neuere Untersuchungen zeigten, dass im Bereich der heutigen Fährstelle ebenfalls eine kürzere hölzerne Brücke bestand. In welche Zeit sie gehört, ist noch unbekannt, da die Reste bisher nicht untersucht wurden. Bevor die Burg errichtet wurde, bestand bereits eine unbefestigte Siedlung auf der Insel, die man ins 9. Jahrhundert datiert. Noch im 9. Jahrhundert errichtete man wahrscheinlich die erste Burg, die nachweislich abbrannte. Sie wurde wieder aufgebaut, verstärkt, und bestand so bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts. Nach 1056/57 kam das Land der Zirzipanen durch innere Kriege in den Besitz der slawischen Obodriten. Möglich wäre, dass die Inselburg seit dieser Zeit von einem obodritischen Adel genutzt wurde. Warum sie im 12. Jahrhundert endgültig aufgegeben wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Möglicherweise verlor die Inselsiedlung infolge der deutschen Wendenkreuzzüge von 1147 und 1164 gegen die Obodriten an Bedeutung und wurde sich selbst überlassen. Eine frühdeutsche Nachnutzung gab es nicht. Heute befindet sich im Bereich der Vorburg eine Gaststätte namens "Wendenkrug", die seit vielen Jahren Besucher auf die Insel lockt. Auch eine nachgebildete, etwa 2 m große vierköpfige "Swantevit-Statue", ist dort vorhanden. Weiter kann man auf der Insel im Sommer Tretboote ausleihen und die Umgebung der Insel erkunden. Im Bereich der inselseitigen Fährstelle wurde ein kleines Teilstück der ehemaligen Zugangsbrücke in Originalgröße rekonstruiert (Stand: 2010).

Erhaltungszustand: gut

Lage           

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Tribsees

1. "Gerberhof"

   

In einer alten Karte von 1696 ist der sogenannte "Gerberhof" im Nordwesten der Stadt als markante Insel eingezeichnet, die von der "Trebel" umflossen wurde. Hierbei hat es sich um eine befestigte Inselburg der Slawen gehandelt, die bis zu 80 m im Durchmesser gehabt haben könnte. Interessant ist , dass noch heute eine Straße an dem Hof vorbeiführt, die über die "Trebel" in Richtung Stralsund geht. Die Burg könnte bereits  zu Zeiten  des 11./12. Jahrhunderts eine Furt über den Fluss bewacht und kontrolliert haben. Im Jahr 2010 wurden bei Bauarbeiten zur Errichtung einer neuen Trebelbrücke Reste dieser Burg gefunden. Die Wallkonstruktion war demnach ca. 2 bis 3 m breit. Heute ist die "Trebel" begradigt worden, daher ist die einstige Schutzlage der Burg kaum noch zu erkennen vor Ort.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

2. Burgwall Castellanei

  

Geringer Wallrest der Vorburg (links) und vermutete Lage zur Slawenzeit nach R. Krüger 2018 (rechts)

2,5 Kilometer nordöstlich vom Stadtkern Tribsees befand sich einst eine große zweigliedrige slawische Burganlage. Auf den Luftbildern kann man eindeutig noch einen rundovalen Ringwall von ca.180 m Durchmesser erkennen, der nach Süden hin von einer sehr großflächigen Vorburg gesichert wurde. Diese Vorburg war ebenfalls mit einem Burgwall geschützt. Nach Norden hin zur Trebel war die Vorburg offen. Der Durchmesser der gesamten Burgsiedlung ist mit über 400 m auffallend groß! Solch große Anlagen bestanden überwiegend in der frühslawischen Zeit des 8./9. bis frühen 10. Jahrhunderts. Vor Ort ist noch ein kleiner Wallrest des Vorburgwalls zu erkennen. Die restliche Burgfläche wurde durch die Landwirtschaft eingeebnet. Zur Slawenzeit muss diese Burgsiedlung einen enormen Stellenwert innegehabt haben, denn sie gehört mit ihren Ausmaßen zu den größten Anlagen ihrer Zeit. Zu vermuten ist hier auch ein Handelsplatz jener Zeit, den man von der Ostsee (über die Recknitz und die Trebel) her erreichen konnte. 

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage          

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Turow (Vermutung)

In dem kleinen Ort Turow bei Grimmen befindet sich heute die sogenannte Wasserburg Turow. 1378 ist der Ort schon als Großgrundbesitz erwähnt worden. Heute geht man davon aus, dass der Ursprung der Wasserburg einst eine slawische Wallburg war. In der frühdeutschen Zeit wurde sie im Zuge der deutschen Ostexpansion übernommen und diente als befestigter Adelssitz. Heute gehört die Burg dem Landeskirchlichen Gemeinschaftsverband Vorpommern e.V. und bietet ein christliches Erholungsheim für "Jung und Alt" an.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Tutow

1. "Alte Stadt"

   

Ein sehr gut erhaltener Burgwall der „Feldbergzeit“ befindet sich am östlichen Ortsrand von Tutow (Vorpommern-Greifswald). Das bis zu 200 m große Bodendenkmal wird auch als „Alte Stadt“ oder „Hexenberg“ bezeichnet. Es handelt sich um die bewaldeten Überreste einer frühslawischen Burg aus der Zeit von um 800 bis 900, die meiner Meinung nach mehrgliedrig war. Die ehemalige Zugangsseite wurde mit einem „Doppelwall“ und Außengraben gesichert. Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, besaß die Burg auch einen weiteren, bogenförmigen inneren Riegelwall. Dieser heute stark verschliffene Wall trennte vermutlich ein Hauptburgareal ab. Warum die ehemalige Zugangsseite im Endstadium mit einem „Doppelwall“ gesichert wurde, kann man nur vermuten. Die zusätzliche Befestigung entstand wahrscheinlich erst in einer späteren Ausbauphase. Die Zugangsseite der ersten Burgphase war bedingt durch die Lage nur mit einem trockenen Außengraben befestigt. Bei einem feindlichen Angriff konnte dieser wohl sehr leicht überwunden werden. Als Reaktion darauf, errichtete man dann diesen vorgelagerten Abschnittswall. Ob bei diesen Ausbauarbeiten dann auch der innere Hauptburgwall angelegt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Der heute noch bis zu 3 m hohe Burgwall dürfte einige Jahrzehnte in Nutzung gewesen sein. Ein Besuch ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen. 

Erhaltungszustand: gut

Lage      

2. "Alte Schanze"


Etwa 400 m südwestlich des frühslawischen Burgwalls Tutow "Alte Stadt" befinden sich die Überreste einer weiteren slawischen Niederungsburg. Es handelt sich um eine eingliedrige ovale, bis leicht viereckige, Burg mit einem Außendurchmesser von bis zu 110 m. Die von einem hohen Wall geschützte Innenfläche ist bis zu 60 m lang und 40 m breit. Das noch beeindruckende Bodendenkmal wird auch als „Wallberg“ oder „Alte Schanze“ bezeichnet. Die slawischen Erbauer legten diese Burg auf einem natürlich geschützten halbinselartigen Vorsprung an. Diese Halbinsel lag in einem Moor oder einem ehemaligen flachen See. Diese heute fast verlandete und bewaldete Niederung wird auch als „Quebbe“ bezeichnet. Das einzige Zugangstor lag strategisch gut geschützt im Norden der Befestigung. Moderne archäologische Ausgrabungen haben hier noch nicht stattgefunden. Oberflächenfunde deuten aber auf eine Existenz der Burg vom 11. bis 12. Jahrhundert hin. Die beiden Burgwälle von Tutow haben also nicht zur selben Zeit bestanden. Ein Besuch des noch sehr sehenswerten Bodendenkmals ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen! 

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

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Tüzen

    

Der sogenannte "Schlossberg" in Tüzen (Gemeinde: Kriesow, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) existierte nachweislich in der Zeit der deutschen Ostsiedlung (12./13. Jahrhundert) und trug zu dieser Zeit eine kleine frühdeutsche Turmanlage. Slawische Keramikscherben zeigen aber auch eine weitaus frühere Besiedlung des Berges an, wahrscheinlich schon als Burgwallanlage. In spätslawischer Zeit gab es sogar einen Landstrich namens "Tucen". Es muss hier also irgendwo eine slawische Burganlage auf dem Gebiet des heutigen Tüzen gelegen haben. Und das kann nur der bis zu 80 m große "Schlossberg" unmittelbar am östlichen Seeufer gewesen sein. An manchen Stellen erreicht der Schlossberg gewaltige Höhen. Vom erhöhten Plateau aus hat man den ganzen See im Überblick. Bei meinen Besuchen auf dem kleinen planierten Burgareal fand ich im Sommer 2015 eine schöne Scherbe des "Feldberger Typs". Es ist daher möglich, dass der "Schlossberg" bereits im späten 9./10. Jahrhundert ein mittelslawischer Burgwall war. Am westlichen Fuß des Bodendenkmals befindet sich ein schöner Badestrand, an dem ich schon einige Sommertage in meiner frühen Jugend in den 1980 er Jahren verbrachte.

Erhaltungszustand: gut

Lage

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Ueckermünde

Bei dem Schloss in Ueckermünde befand sich im 12. Jahrhundert eine slawische Burganlage. Wann sie gegründet wurde ist nicht bekannt. Überliefert ist nur, dass diese Burg "Rochow" hiess und am Unterlauf der Uecker lag. Im Jahr 1178 hielten die pommerschen Herzöge Bogislaw I. und Kasimir I. hier einen Landtag ab. Später wurde die Anlage durch eine frühdeutsche Burg ersetzt. Als diese baufällig wurde, riss man sie ab und errichtete das heutige Schloss darauf.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Upost (Vermutung)

  

Heutige Lage an der Peene, nach Ronny Krüger 2016 und Luftbild von 2013

Etwa 700 m südlich von Upost (Gemeinde: Warrenzin, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die völlig abgetragenen Überreste einer bisher undatierten befestigten Siedlung oder Niederungsburg. Das Bodendenkmal (Fundplatz: Upost 24) trägt seit langer Zeit den Flurnamen "Borgwall". Im modernen Laserscanbild sind leider nur noch sehr schwache Überreste der ehemaligen Wall-Graben-Befestigung auszumachen. Auf einigen Luftbildern ist die ovalförmige Ausdehnung aber noch sehr deutlich zu erkennen. Demnach handelte es sich um eine Fläche von ca. 165 x 130 m Durchmesser, die mit einem wasserführenden Außengraben befestigt wurde. Die hier ausgehobene Erde wurde meiner Meinung nach in eine hölzerne Wallkonstruktion verfüllt. Die befestigte Siedlung oder Burg hat eine Fläche von etwa 1,7 ha und lag damals wie heute unmittelbar an der Peene. Der heutige Wasserkanal gleich östlich der vermuteten Burg stellt einen neuzeitlichen "Meliorationsgraben" dar, der zur Entwässerung der Umgebung angelegt wurde. Auf der alten Schmettauschen- und Wiebekingschen Flurkarte des späten 18. Jahrhunderts ist dieser Kanal noch nicht vorhanden. Bisher liegen vom Fundplatz überwiegend spätslawische Keramikscherben vor, die eine Besiedlung des befestigten Platzes im 11./12. Jahrhundert anzeigen. Ob es sich hier um einen großen Burgwall oder um eine befestigte Marksiedlung der "Zirzipanen" an der Peene handelte, muss die moderne Archäologie klären!

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Utzedel

Bei Utzedel befindet sich eine slawische Höhenburg des 8./9. Jahrhunderts. Sie liegt auf dem sogenannten "Carolinenberg" am Augraben. Diese Burg gehörte zum Gebiet der Tollenser, an der Grenze zu den Zirzipanen. Der Augraben muss so etwas wie ein Grenzfluss zur Slawenzeit gewesen sein, denn hier finden sich mehrere Wallburgen. Vor Ort sind noch gewaltige Wälle erhalten, allerdings scheinen diese massiv gestört zu sein. Auch viele kleine Rollsteine liegen auf den Wällen und in der Burg herum, sodass man früher sogar davon ausging, hier eine frühdeutsche Anlage vor sich zu haben. Die Steine stammen aber nachweislich aus dem 19. Jahrhundert, als man den Burgplatz wirtschaftlich als Vorwerk nutzte und neu bebaute. Diese neuzeitlichen Gebäude wurden zwar entfernt, man liess aber hunderte von Feldsteinen vor Ort liegen. Die Wallburg besaß wohl auch nur ein Zugangstor. Zwei  weitere heute sichtbare Walleinschnitte im Norden und Süden des U-förmigen Walles, dürften aus der Zeit des Vorwerkes stammen. Gute 50 m vor dem Eingangstor der Höhenburg fiel mir ein Graben auf, der eine befestigte Vorburg anzeigen könnte. Wer die sehenswerte Wallburg besuchen möchte, muss sich auf einen gut zwei Kilometer langen Fußmarsch vom Ort Utzedel aus einstellen. Leider ist der Weg zur Burg nicht ausgeschildert.

Erhaltungszustand: mittel

Lage          

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Vellahn (Vermutung)

Möglicherweise steht die Dorfkirche von Vellahn auf den Resten einer einstigen Wendenburg. Die Kirche wurde um 1170 erbaut, zu einer Zeit also, in der es üblich war, heidnische Kultplätze mit Kirchen zu überbauen.

Erhaltungzustand: nicht erhalten

Lage 

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Verchen

Eine slawische Burg existierte wohl auch im heutigen Dorf Verchen am Kummerower See. Der alte Flurname "Borgwall" verweist auf eine Stelle zwischen zwei Seen im Ort, dem Vorder- und Hintersee. An dieser Stelle fand man Keramik der frühslawischen Zeit (Suckower und Feldberger Keramik), sowie der mittelslawischen Zeit (Menkendorfer und Fresendorfer Keramik). Von Spuren eines Burgwalls ist vor Ort aber nichts mehr zu erkennen. In älteren Burgwallregistern wird dieser Stelle bereits als Burgwall geführt.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Vietlübbe (Vermutung)

Gut einen Kilometer südwestlich von Vietlübbe (Gemeinde Karbow-Vietlübbe) im Landkreis Ludwigslust-Parchim befindet sich eine ausgedehnte Burganlage mitten in den Wiesen. Hier stand einst die deutsche Burg Stüvendorf, die bereits im 13. Jahrhundert unterging. Da der Burgplatz ziemlich groß ist (Nord-Süd-Ausdehnung: ca. 160 m), geht man davon aus, dass hier einst ein slawischer Burgwall bestand. Auch die Mehrgliedrigkeit und Lage in einem damaligen See spricht für diese Annahme. Der Name Vietlübbe soll "Ort des Vitolub" bedeuten. Leider wurde im 19. Jahrhundert ein Teil des Burgwalls für die Wiesenverbesserung abgetragen.

Erhaltungszustand: mittel

Lage

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Vipperow

Die Burgwallinsel Vipperow befindet sich leicht nordöstlich vom gleichnamigen Dorf inmitten der kleinen Müritz. Höchstwahrscheinlich befand sich hier ein Stammesmittelpunkt der Müritzer. Im frühen Mittelalter scheint der Ort "terra Vepperowe" mehr Bedeutung als Waren oder Röbel gehabt zu haben. Die erste Besiedlung der Gegend dürfte sicherlich schon um das 8. Jahrhundert stattgefunden haben und endete im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert. 1178 taucht Vipperow erstmals in einer Urkunde auf anlässlich der Bestätigung des Bistumes Schwerin durch Papst Alexander III.. Die Inselburg dürfte aufgrund der Größe aber nicht größer als 90 mal 70 m gewesen sein.  Der Wasserstand der kleinen Müritz war zur Slawenzeit allerdings auch ca. 1 bis 1,5 m niedriger. Somit war die Inselfläche etwas größer als heute. Da diese Insel aber relativ weit vom Ufer lag, errichteten die Slawen hier trotzdem wegen der guten Schutzlage eine Burganlage. Schwierig ist auch die Frage des Zugangs zur Burg zu beantworten. Es könnte sein, dass die Slawen nur mit Booten oder Flößen zu ihrer Anlage kamen. Die umliegenden Ufer befanden sich um die 200 bis 300 m entfernt. Auch konnte man hier erstmals einen eigenständigen Keramiktyp erkennen, der fortan als "Vipperower Typ" bezeichnet wurde. Ausgrabungen fanden 1924 und 1954 auf der Insel statt. Dabei wurden wertvolle Funde geborgen, wie ein Schatzfund aus acht niederelbischen Agrippinern, eine Waagschale mit Zirkelschlagmuster, ein bronzener Schläfenring, eine Lanzenspitze, ein silbertauschierter Pyramidenstachelsporn, eine tordierte Trense, ein Steigbügel, eine tauschierte Schnalle, verschiedene Eisen und Knochengeräte, darunter ein verzierter Geweihbehälter und Dreilagenkämme, Geräte aus Holz (Paddel, Nagel, Eimerdauben, Kellen), eine aus Ton gefertigte Pferdefigur, mehrere Spinnwirtel, Netzsenker und Webgewichte sowie Lederreste und der Oberstein einer Drehmühle. Die mittel- bis spätslawische Keramik zählte zu den Menkendorfer- ,Teterower- ,Bobziner- ,Weisdiner- ,Vipperower - und Garzer Typen. Bei Unterwasseruntersuchungen im Jahr 1999 fand man vor dem Südufer der Insel einen 4,4 m langen Einbaum in ca. 3 m Tiefe. 2002 und 2003 wurden weitere Untersuchungen im Umfeld der Insel vorgenommen. Dabei wurde auch Sonar eingesetzt, um die Wassertiefen in der nahen Umgebung zu bestimmen. Dabei stieß man auch auf einen wohl künstlich errichteten 100 m langen Damm, der von der Südostspitze der Insel zum südlich gelegenen Ufer der kleinen Müritz verläuft. Ob hier einst eine Brücke bestand, konnte man nicht feststellen. Es fanden sich am Grund des Sees keinerlei Brückenüberreste. Solche Dammschüttungen sind aber von anderen Burgen bekannt, beispielsweise von der Möllner Burg bei Neubrandenburg in Mecklenburg. Dort ist der See fast verlandet und deutlich kann man eine Dammschüttung zur ehemaligen Burgwallinsel erkennen. Auf ihr war eine Brückenverbindung errichtet worden. Solche Dammschüttungen dienten sicherlich zur Stabilisierung der Bauhölzer im weichen Seegrund. Die Vipperower Burgwallinsel war an ihrem damaligen Uferbereich umgehend durch hölzerne Palisaden geschützt, wie man weiter bei den Untersuchungen herausfand. Nach heutigem Wissensstand gab es auf der Insel keine Wallbefestigung. Durch die gute natürliche Schutzlage im See reichte eine einfachere hölzerne Burgmauer wohl aus.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Wangelin

Vermutete Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2019

Etwa einen Kilometer westlich von Wangelin (Gemeinde: Ganzlin, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) befinden sich die bewaldeten Überreste einer ehemaligen slawischen Burganlage. Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, ist das Bodendenkmal (Fundplatz: Wangelin 16) stark verformt und abgetragen worden. Ein richtiger Burgwall ist hier leider nicht mehr zu erkennen! Es handelte sich vermutlich um einen mittelslawischen Ringwall (spätes 9./10. Jahrhundert) von 50 bis 70 m Außendurchmesser, der am Südostende einer länglichen Talsandinsel errichtet wurde. Nach Süden bis Südosten hin befindet sich ein heute trockengelegtes Niederungsareal, welches auf alten Landkarten als "Wangeliner See" bezeichnet wird. Die natürliche Talsandinsel mit der Burganlage lag also ursprünglich am Nordwestufer eines Sees. In der alten Wiebekingschen Flurkarte des Jahres 1786 ist der Ringwall mit einem wasserführenden Außengraben dargestellt und lag am Südostende einer natürlichen Insel oder Halbinsel, die auch im Norden von sumpfartigen Ausläufern des slawenzeitlichen Sees umgeben war. Damit hatte der kleine Ringwall eine sehr gute strategische Schutzlage. Auf der vom Seewasser umspülten Talsandinsel war auch ausreichend Platz für eine größere Vorburgsiedlung, die sich vermutlich gleich nordwestlich anschloss. Der Ringwall war sicher der stark befestigte Sitz eines Lokalhäuptlings, der aber nur über wenig Macht verfügte. Der Ortsname Wangelin stammt aus dem slawischen und soll übersetzt "Kohlenort" bedeuten. 

Erhaltungszustand: mittel

Lage    

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Wardow

 

Blick zum etwa 6 bis 7 m hohen Burgwall von Wardow

Etwa 550 m nordöstlich vom ehemaligen Gutshaus von Wardow (Gemeinde: Wardow, Landkreis: Rostock) liegen die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Burganlage (Fundplatz: Wardow 1). Es handelt sich um einen länglich ovalen Burgwall von etwa 75 x 50 m Außendurchmesser, der in Spornlage innerhalb einer schmalen Geländerinne errichtet wurde. Diese niederungsartige Geländerinne wird heute vom kleinen "Pludderbach" durchflossen, der weiter westlich in die Recknitz mündet. Der noch 6 bis 7 m hohe Burgwall von Wardow ist auf seiner Oberfläche schon fast planiert worden, was auf eine frühere landwirtschaftliche Nutzung des kleinen Burgareals hindeutet. Im Volksmund nennt man den Burgwall auch "De rug Barg", was etwa soviel wie "Der rohe, grobe Berg" bedeutet. Der Burgwall soll aus der mittelslawischen Zeit (spätes 9./10. Jahrhundert) stammen und war vermutlich einige Jahrzehnte in Nutzung. Einige Wissenschaftler vermuten, dass der Burgwall von Wardow an der mittelalterlichen Handelsstrasse "Via Regia" lag, die von Hamburg aus bis nach Stettin führte.

Erhaltungszustand: gut

Lage

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Waren an der Müritz

Südlich von Waren an der Müritz im Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte liegt die sogenannte „Burgwallinsel“ im „Feisneck-See“. Ganz im Süden des bewaldeten Eilandes liegen die schwachen Überreste einer kleinen slawischen Burganlage (Fundplatz: Waren 1). Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen hatte sie einen Durchmesser von nur 50 bis 60 m. Nach Norden hin lag ein leicht erhöhtes Vorburgareal, in dem vor allem Handwerker ihre Wohnunterkünfte hatten. In den Jahren 1926, 1953 und 1956 fanden kleine Ausgrabungen auf der Insel statt. Dabei konnte man nachweisen, dass die Insel bereits seit der frühslawischen Zeit des 9. Jahrhunderts als Inselsiedlung genutzt wurde. Im Verlauf des 10. Jahrhunderts wurde diese Siedlung mit einem kleinen Burgwall erweitert. Dieser entspricht den typischen mittelslawischen Kleinburgen und war vermutlich der Sitz eines lokalen Herren, der die nähere Umgebung verwaltete. Von der Insel liegen bisher Keramikfunde der Arten „Feldberg“, „Fresendorf“, „Menkendorf“, „Teterow“, „Weisdin“, „Bobzin“ und „Vipperow“ vor. Im Burgwallareal fand man überwiegend spätslawische Keramiken. Die Archäologen kamen daher zu dem Erkenntnis, dass der Burgwall erst in der Zeit um 1000 erbaut wurde. Vielleicht wurde die Burg erst nach dem erfolgreichen Slawenaufstand von 983 angelegt? Im Vorburgareal barg man eine Silbermünze aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts (Niederelbischer Agrippiner). Weitere Funde aus der Vorburgsiedlung waren ein Hakensporn, ein Löffelbohrer, eine Schere, Schlittknochen, Schleifsteine, Messer, Hüttenlehm und Spinnwirtel. Diese Funde deuten auf einen gehobenen Lebensstandard der Inselbewohner hin. Zu der Insel muss eine hölzerne Brückenkonstruktion geführt haben. Diese ist bis heute nicht nachgewiesen worden. Ich vermute, dass sie vom Nordostzipfel der Insel in Richtung Ostufer des „Feisneck-Sees“ verlief.

Erhaltungszustand: mittel

Lage

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Warin

In Warin im Landeskreis Nordwestmecklenburg, gab es in der slawischen Zeit eine mittelgroße Burganlage. Sie stammte aus dem 9. bis 12. Jahrhundert und lag am Südrand der Stadt am Glammsee. In der deutschen Zeit wurde sie zu einer Bischofsburg ausgebaut, wie eine Urkunde aus dem Jahre 1229 verrät. Im Jahre 1839 wurden die letzten Gebäude dieser ehemaligen Bischofsburg abgerissen. Daher ist heute nichts mehr von den einstigen Burgen zu sehen. Nur noch die "Burgstrasse" erinnert an den vorgeschichtlichen Ort.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage?

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Waschow (Vermutung)

Etwa zwei Kilometer südwestlich von Waschow (Gemeinde: Wittendörp, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die gut erhaltenen Überreste einer bisher undatierten Höhenburg. Das heute bewaldete Bodendenkmal (Fundplatz: Waschow 124) liegt auf einem natürlichen, bergartigen Geländesporn, der in der TK-10 Karte als "Fuchsberge" bezeichnet wird. Im modernen Laserscanbild ist die Befestigung noch sehr deutlich zu erkennen, was auf einen guten Erhaltungszustand hindeutet. Die ehemaligen Erbauer befestigten das hoch liegende Bergplateau mit einem längsovalen Burgwall, der noch einen Außendurchmesser von etwa 85 x 45 m besitzt. Da bisher noch keine modernen Ausgrabungen stattgefunden haben, ist die zeitliche Einordnung der Höhenburg noch schwierig. Es wird eine früh- bis mittelslawische Befestigung vermutet.

Lage 

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Weberin

Vermutete Lage der Höhenburg zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018 (grau: besiedelte Areale)

Etwa einen Kilometer nordwestlich von Weberin (Gemeinde: Kuhlen-Wendorf, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer slawischen Höhenburg. Das heute stark bewaldete Bodendenkmal (Fundplatz: Weberin 1) wird auch unter dem Namen „Burgwall Basthorst“ geführt. Es handelt sich um einen u- förmigen Burgwall in Spornlage, der einen maximalen Außendurchmesser von etwa 125 x 125 m besitzt. Nach Nordwesten hin besaß die Burg keinen Wall, da dass steil abfallende Areal zum sogenannten „Frauensee“ einen natürlichen Schutz zu dieser Seite bot. Ein Zugangstor wird im Südostwall vermutet und führte zu einem spornartig gelegenen Vorburgareal. Das moderne Laserscanbild zeigt etwa 150 m südöstlich der Höhenburg noch deutlich eine flache Wallbefestigung, die ein Areal von etwa 100 x 70 m umschloss. Daraus kann man schließen, dass das vorgelagerte Vorburgareal ebenfalls mit einem Wallsystem befestigt wurde. Der Burgwall von Weberin wurde erstmals im Jahr 1855 vom Pastor Willebrand zu Cladow untersucht. Er hat die Höhenburg vermessen und konnte auch keramische Oberflächenfunde bergen. Es handelt sich um frühslawische Keramikscherben der Typen „Sukow“ und „Feldberg“. Demnach ist der Burgwall von Weberin eine typische Höhenburg der „Feldbergzeit“ des späten 8. bis 9. Jahrhunderts, die im südöstlichen Vorfeld auch eine wallbefestigte Vorburgsiedlung in Höhenlage besaß. Interessant ist, dass sich in nur 1,6 Kilometer Entfernung eine weitere slawische Burganlage befindet (Burgwall Wendorf „Hexenberg“). Diese, bis zu 120 m große Niederungsburg, wird anhand von Oberflächenfunden in das späte 8. bis 10. Jahrhundert datiert und war vermutlich eine spätere Nachfolgeburg.

Erhaltungszustand: gut

Lage 

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Wedendorf (Vermutung)

Eine oberirdisch nicht mehr wahrnehmbare Slawenburg befand sich mit einiger Wahrscheinlichkeit unter dem heutigen Schloss in Wedendorf im Landkreis Nordwestmecklenburg. Da sie von Norden und Süden von Gewässern umgeben war, dürfte es sich in der Slawenzeit um eine Art Inselburg gehandelt haben. Nach der slawischen Zeit errichtete man an gleicher Stelle eine deutsche Burganlage, die 1697 zum barocken Schloss umgebaut wurde.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Welzin

Vermutete Lage in einem flachen See oder Moor, nach R. Krüger 2019

Etwa 1,3 Kilometer südlich von Welzin (Gemeinde: Passow, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Niederungsburg (Fundplatz: Welzin 15). Es handelt sich um einen kreisrunden Ringwall, der noch einen Durchmesser von etwa 70 m besitzt. Die slawischen Erbauer legten den Burgwall am Ende einer flachen Halbinsel an, die in eine sumpf- oder seeartige Niederung ragte. Der Ringwall war von einem heute noch erkennbaren Außengraben umgeben, der im Norden allerdings aussetzt. Die Nordseite musste man nicht mit einem Graben befestigen, da die feuchte Niederung/See hier einen natürlichen Schutz bot. Der Burggraben führte sicher Wasser, der von der Niederung gespeist wurde. Auf den alten Meßtischblättern des späten 18. Jahrhunderts wird der noch unbewaldete Ringwall in einer sumpfartigen Niederung dargestellt. Das s/w Luftbild von 1953 zeigt den Ringwall schon schwach bewaldet. Vermutlich wurde die ehemalige Halbinsel mit dem Ringwall seit dem frühen bis mittleren 20. Jahrhundert aufgeforstet. Die kleine Burg war sicher eine Befestigung des späten 9. bis 10. Jahrhunderts und stellte den Herrschaftssitz eines slawischen Lokalhäuptlings dar. Im unmittelbarem Vorfeld wird es eine offene Vorburgsiedlung gegeben haben, in der vor allem Händler, Handwerker und Bedienstete ihre Wohnplätze hatten. Moderne archäologische Ausgrabungen stehen hier noch aus (Stand 2019).

Erhaltungszustand: gut

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Wendelstorf

Am Südrand des Dorfes Wendelstorf im Landkreis Nordwestmecklenburg befinden sich die kaum erkennbaren Reste einer kleineren slawischen Burganlage. Sie wurde von ihren Erbauern direkt am östlichen Hochufer des Wendelstorfer Sees errichtet. Die Burgfläche ist annähernd rechteckig gewesen und ca. 60 m x 40 m groß. Im Süden ist noch ein Graben erkennbar. Mit Sicherheit lebte in dieser Anlage ein Vertreter der obodritischen Gesellschaft.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage    

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Wendhof

Etwa einen Kilometer nordwestlich von Wendhof (Gemeinde Göhren-Lebbin) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegen die gut erhaltenen Überreste eines slawischen Ringwalles. Das auch unter dem Flurnamen „Kleiner Eschhorst“ bekannte Bodendenkmal ist heute noch 60 m groß und bis zu 2 m hoch erhalten geblieben. Es handelt sich um einen typischen Niederungsringwall vom „Typ Tornow“, der auf einer natürlichen Talsandinsel errichtet wurde. Auf einigen Luftbildern und im modernen Laserscanbild ist zu erkennen, dass sich gleich nördlich des Burgwalles eine befestigte Vorburgsiedlung anschloss. Die knapp 9000 m² große Vorburgfläche war vermutlich nur mit hölzernen Palisaden und einem Außengraben befestigt. Eine echte Wallbefestigung der Vorburg lässt sich im Laserscanbild leider nicht mehr erkennen. Falls es sie gab, wurde sie restlos abgetragen. Der Burgwall von Wendhof existierte in der mittelslawischen Epoche und stellte den stark befestigten Sitz eines Lokalherren dar. In der Vorburg saßen sicher spezialisierte Handwerker und Bedienstete, die dem Burgherren unterstanden. In welche Zeit die Burgsiedlung von Wendhof gehört, muss vorerst Spekulation bleiben. Ausgrabungen an Burgwällen des „Tornower Typs“ in Brandenburg ergaben eine Laufzeit dieses Burgentyps von um 870 bis um 975. Etwa einen Kilometer nördlich der „Kleinen Eschhorst“ liegen die Überreste einer weiteren, etwa 100 m großen, Niederungsburg in ehemaliger Halbinsellage (Flur: Göhren-Lebbin). Ob diese bisher undatierte Ringwallburg eine frühslawische Vorgängerburg des 9. Jahrhunderts oder eine spätslawische Nachfolgeburg des 11./12. Jahrhunderts gewesen ist, muss letztendlich die Archäologie klären.

Erhaltungszustand: gut

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Wendorf

Vermutete Lagesituation zu Slawenzeit, nach R. Krüger 2019

Etwa 1,1 Kilometer südsüdwestlich von Wendorf (Gemeinde: Kuhlen-Wendorf, Landkreis: Ludwigslust Parchim) liegen die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das Bodendenkmal wird auch als '"Hexenberg" bezeichnet (Fundplatz: Wendorf 1). Es handelt sich um einen ovalen Burgwall von 120 x 100 m Durchmesser, der am Ostende einer natürlichen Landzunge angelegt wurde. Die Burg lag in einer Niederung, die ein damaliges Moor oder seeartiges Gewässer darstellte. Gleich nördlich des Ringwalles liegt ein Areal, dass bereits auf der Schmettauschen Karte von 1788 als "beim alten Hofe" bezeichnet wird. Ob damit der Burgwall gemeint ist, ist zu vermuten. Da bisher noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben, ist die zeitliche Einordnung der Niederungsburg noch schwierig. Im Jahre 1855 wurde das Bodendenkmal vom Pastor Willebrand zu Cladow entdeckt. Er konnte zuvor auch die nur 1,6 Kilometer entfernt liegende Höhenburg von Weberin dokumentieren, die vermutlich eine frühslawische Höhenburg darstellte. Für den Wendhofer "Hexenberg" nahmen die damaligen Gelehrten des 19. Jahrhunderts ebenfalls eine frühslawische Befestigung (8./9. Jahrhundert) an, die noch vor der Weberiner Höhenburg bestanden haben soll. Der Burgwall von Wendorf ist insgesamt gut erhalten geblieben, wurde an der West- und Nordseite aber angegraben. Der Gelehrte Heinrich Wilhelm Hermann Willebrand beschrieb den Burgwall um 1855 als noch 6 bis 12 Fuß hoch, was etwa 4 bis 8 m entspricht.

Erhaltungszustand: gut

Lage 

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Werder (Penzlin)

1. "Englischer Garten"

Nicht ganz einen Kilometer nordwestlich von Werder bei Penzlin (Mecklenburgische Seeplatte) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste eines Burgwalles in ehemaliger Halbinsellage am „Großen Penzliner Stadtsee“. Das auch unter dem Flurnamen „Englischer Garten“ bekannte Bodendenkmal stellt einen bis zu 95 m großen, länglich ovalen Ringwall dar, der noch 6 bis 7 m hoch erhalten geblieben ist. Die höher liegende geschützte Burgfläche ist noch bis zu 60 m lang und 30 m breit. Zwei Wallsenken sind noch heute im Burgwall zu erkennen, wobei der nordöstliche Einschnitt aus der Neuzeit stammen dürfte. Das ursprüngliche Burgtor lag im Westen zur Seeseite hin. Da bisher noch keine professionellen Ausgrabungen stattgefunden haben, bleibt vorerst offen, aus welcher Zeit diese Befestigung stammt. Vieles spricht meiner Meinung nach aber für einen slawenzeitlichen Ursprung. Die natürliche Halbinsel mit dem Burgwall wurde mit einem breiten Graben vom Festland abgetrennt und stellte so eine künstliche Inselburg dar. Die frühdeutschen/mittelalterlichen Burgen der näheren Umgebung lagen auf natürlichen Geländekuppen (z.b. Prillwitz, Weisdin, Penzlin „Alte Burg mit Hexenkeller“ usw.). Keine der mittelalterlichen/deutschen Burgen hatten also eine Niederungslage. Dennoch muss erwähnt werden, dass im Areal des Burgwalls von Werder „Englischer Garten“ ein mittelalterliches Hausfundament beobachtet werden konnte. Noch heute ist  etwa in der Mitte der Burgfläche eine flache Grube mit Resten von Backsteinen zu finden. Bei meinen unzähligen Besuchen seit dem Jahr 2002 konnte ich allerdings auch wenige slawische Scherben beobachten, die den slawenzeitlichen Ursprung der Burg erhärten. Durch die geringen Ausmaßen der Burg könnte es sich um eine slawische Burg des 10. und vielleicht noch 11. Jahrhunderts gehandelt haben. Erst moderne Ausgrabungen können hier eindeutige Beweise liefern. Erwähnenswert ist noch, dass der Burgwall im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel der damaligen Bevölkerung war. Das Areal war parkartig gestaltet und sogar ein großes metallisches Götzenbild war vorhanden. Das dem Slawengott „Radegast“ nachempfundene Götterbild konnte auch als Ofen genutzt werden. Als man den Ofen zu bestimmten Anlässen entzündete, entwich der Qualm aus dem Gesicht der Bildstele. Aus dieser Zeit erhielt der Burgwall vermutlich den heutigen Flurnamen „Englischer Garten“. Bei meinen ersten Besuchen im Jahre 2002 befanden sich nördlich des Burgwalls noch die Ruinen von Holzbaracken aus DDR-Zeiten. Welchen Zweck sie einst hatten, ist mir unbekannt. Glücklicherweise sind sie kurz darauf restlos abgetragen worden. Ein Besuch des noch sehenswerten Burgwalls ist wie immer  nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen! 

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

2. Halbinsel Werder/Penzliner Stadtsee (Vermutung)

Im Ort Werder bei Penzlin befindet sich eine weitere Halbinsel, die möglicherweise Standort einer Slawenburg war. Vor Ort erkennt man noch einen nicht sehr hohen Wall, durch den heute ein kleiner befahrbarer Weg zu den Häusern führt, die auf der Halbinsel liegen. Ob dieser Wall allerdings moderner Art ist oder aus der Slawenzeit stammt, entzieht sich meiner Kenntnis. Offiziell wird dieser Platz nicht als Burg geführt, aber er ist auf diversen Landkarten an Radwegen als Burgwall verzeichnet. Auf weiteren Landkarten fehlt der Hinweis aber (siehe Bild). Vielleicht liegt hier eine Verwechselung mit dem Burgwall "Englischer Garten" vor? Eine endgültige Klärung, ob hier eine Burg stand oder nicht, kann erst durch Ausgrabungen beantwortet werden.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

3. Werder Halbinsel "Kleiner Stadtsee" (Vermutung)

Südlich von Werder bei Penzlin befindet sich der "Kleine Stadtsee", der durch einen schmalen Graben mit dem größeren "Penzliner Stadtsee" verbunden ist. In dem kleinen Stadtsee gibt es eine schmale lange Halbinsel, auf der sich in der mittelslawischen Zeit eine kleinere Wallanlage befunden haben könnte. Bei meinem Besuch im Sommer 2013 konnte ich ganz am nördlichen Ende der Halbinsel eine horstartige Erhöhung von ca. 50 m Durchmesser erkennen. Ob diese natürlichen oder menschlichen Ursprungs ist, kann ich nicht sagen. Es befanden sich viele "Wildschweinlöcher" auf dieser Horst, die einige Meter über dem Seespiegel liegt. Trotz intensiver Suche in diesen Löchern und am Randbereich der Horst fand ich keinerlei Hinterlassenschaften aus der Slawenzeit. Der Platz muss sich den Slawen aber förmlich angeboten haben, ob als Siedlung oder Burg.  Will man die Halbinsel erkunden, muss man sich in den kälteren Jahreszeiten von Süden her durch den Wald auf der Halbinsel annähern. Einen Weg gibt es auf der Halbinsel nicht. Im Sommer wimmelt es hier nur so vor Vegetation und Mücken, sodass ein Besuch fast unerträglich wird! Interessant ist weiterhin, dass sich südöstlich der Halbinsel ein mittelalterliches Wallsystem befindet, das die "Eiserne Pforte" genannt wird. Dabei handelt es sich um eine mittelalterliche Landwehr, die teilweise aus drei nebeneinanderliegenden Wällen besteht. Da man auch Keramik des Feldberger Types in den Wällen dieser Landwehr antraf ist bewiesen, dass die Gegend schon sehr früh von den Slawen besiedelt wurde oder hier ein früherer Weg verlief. Die slawischen Scherben gelangten sicherlich als älterer Siedlungsabfall in das Wallsystem der Landwehr, die aus dem 13./14. Jahrhundert stammen dürfte. Vom Dorf Werder führt ein schmaler langer Landweg zum "Kleinen Stadtsee" und man kann direkt an der "Eisernen Pforte" parken. Allerdings ist dieser Landweg von so schlechter Qualität (Unebenheiten, Löcher usw.), dass er mit einem normalen PKW kaum befahrbar ist. Man sollte sich von Werder aus zu Fuß oder mit dem Rad auf den Weg dorthin machen! Hinweisschilder führen vom Dorf aus zu den beschriebenen Orten.

Erhaltungszustand: gut

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Werle

  

Infoschild am nicht mehr erkennbaren Burgwall und Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2019

Etwa 800 m westlich von Werle (Gemeinde: Kassow, Landkreis Rostock) liegen unmittelbar am Fluss Warnow die stark verschliffenen Überrese einer großen slawischen Niederungsburg. Schon in alten Flurkarten wird die Stelle als „Burg Werle“ bezeichnet (Fundplatz: Werle 1). Das moderne Laserscanbild lässt erkennen, dass es sich um eine ovale Befestigung in Holz-Erde-Konstruktion handelte, die einen Durchmesser von etwa 240 x 175 m besaß. Innerhalb der Burg lag ein kleiner Ringwall von 50 bis 60 m Durchmesser, der wohl die eigentliche Hauptburg darstellte. Die slawische Burg Werle war also zweigliedrig und erstreckte sich über eine Fläche von gut 3 ha. Die Burganlage wird von Helmold von Bosau in seiner „Slawenchronik“ erstmals im Jahre 1160 erwähnt und war in dieser Zeit eine der Hauptburgen des Obodritenherrschers Niklot. Wie die Überlieferung nahelegt, scheint die Burg Werle der bevorzugte Hauptmachtort des Slawenfürsten gewesen zu sein. Als der Sachsenherzog Heinrich der Löwe im Herbst des Jahres 1160 einen Rachefeldzug gegen den aufständischen Obodritenherrscher durchführte, ließ Niklot all seine Burgen (Burgwall Ilow, Burgwall Dorf Mecklenburg, Burgwall Schwerin und Burgwall Flessenow) absichtlich anzünden, um so einer Belagerung zu entgehen. Nur die Burg Werle an der Warnow ließ er für sich übrig und verschanzte sich hier mit seinen beiden Söhnen „Pribislaw“ und „Wertislaw“. Als das Sachsenheer an der zerstörten Burg Mecklenburg (Burgwall Dorf Mecklenburg) lagerte, zogen die Söhne des Obodritenherrschers mit auserlesenen Kämpfern zur etwa 40 Kilometer entfernt liegenden Mecklenburg aus, um Schaden im Sachsenheer anzurichten. Das Brüderpaar wurde dabei aufgerieben und kehrte mit hohen Verlusten zur Burg Werle zurück. Der Obodritenfürst Niklot war erbost über die schwere Niederlage seiner Söhne und wollte nun selbst einen Hinterhalt durchführen. Niklot wurde bei diesem Unternehmen von als Knechten getarnten sächsischen Kriegern gestellt und kam zu Tode. Als die Söhne vom Tod des Vaters hörten, zündeten sie auch die Burg Werle an und flüchteten in die nahen Wälder. Der Sachsenherzog Heinrich der Löwe unterwarf nun das ganze Obodritenland mit „Feuer und Schwert“ und setzte auf den ehemals obodritischen Hauptburgen von Malchow, Quetzin, Schwerin, Dorf Mecklenburg und Ilow sächsische Ritter mit Besatzungstruppen ein. Das unterlegene slawische Brüderpaar konnte nun nur noch die übrig gebliebenen Gebiete der Kessiner und Zirzipanen beherrschen. „Wertislaw“ und „Pribislaw“ gaben sich damit aber nicht zufrieden und wollten das alte Obodritenland ihres Vaters zurückgewinnen. Sie sammelten ein großes Heer und befestigten den zerstörten Burgwall von Werle im Jahre 1162. Als der Statthalter des Obodritenlandes „Gunzelin von Schwerin“ davon erfuhr, unterrichtete er „Heinrich dem Löwen“ von dieser erneuten Aufruhr. Der Herzog sammelte daraufhin ein großes Sachsenheer und zog erneut gegen die aufständischen Slawen. Heinrich der Löwe suchte sich für diesen Feldzug bewusst die Wintermonate (Januar/Februar) des Jahres 1163 aus, denn er wusste, dass die Burg Werle im Sommer nur schwer zu belagern war. Die Burg lag direkt am Fluss Warnow und war in den wärmeren Jahreszeiten von überfluteten Wiesen- und Moorflächen umgeben. Im Winter aber, war die schützende Niederung zugefroren. Helmold von Bosau berichtet, dass „Gunzelin von Schwerin“ zur Burg Werle vorgeschickt wurde, um mit der Belagerung zu beginnen. Heinrich der Löwe eilte mit dem übrigen Sachsenheer zur Burg Werle und soll „hocherfreut“ gewesen sein, dass in der bereits umstellten Burg viele edle Slawen nebst dem „Wertislaw“ eingeschlossen waren. „Pribislaw“ konnte sich der Belagerung entziehen und lagerte mit einer Reiterschaar in den nahen Wäldern. Das Sachsenheer errichtete nun eilig hölzerne Belagerungsmaschinen. Das Material dafür gewann man aus einem nahen, dichten Wald, so die Überlieferung. Die Sachsen errichteten eine Art hölzernen „Rammbock“, der eine Bresche in die Wallmauer schlagen sollte. Eine zweite Belagerungsmaschine war ein hoher Holzturm, von dem aus man die Slawen mit „Pfeil und Bogen“ vom Wall vertreiben konnte. Der Herzog „Heinrich der Löwe“ wies seine Truppen vehement an, nicht unnötig und ungeschützt gegen die Burgtore vorzugehen. Sie sollten die Fertigstellung der Belagerungsmaschinen abwarten und eher darauf achten, dass kein Slawe aus dem umstellten Burgwall fliehen könne. Während der langen Belagerung wurde der eingeschlossene „Wertislaw“ durch einen Pfeil schwer verwundet. „Pribislaw“, der mit einer Reiterscharr in den nahen Wäldern lagerte, griff nun unvorsichtige „Futtersucher“ des Sachsenheeres an und konnte etwa 100 von ihnen töten. Als Heinrich der Löwe davon erfuhr, trieb er die Belagerung der Burg Werle vorran, worauf die Mauern einzustürzen drohten. „Wertislaw“ erkannte seine drohende Niederlage. Er verließ die Burg freien Geleites und ging zum Grafen Adolf, einem Gefolgsmann des Sachsenherzogs. Der Graf versprach den eingeschlossenen Slawen Leib und Leben, wenn auch „Pribislaw“ seine Kämpfe außerhalb der Burg einstellen würde. Nach einer Absprache mit dem Sachsenherzog wurde die Übergabe der Burg Werle ohne weitere Kampfhandlungen beendet. „Wertislaw“ wurde in Haft genommen und in Handschellen nach Braunschweig in Geiselhaft geführt. Die anderen slawischen Edlen aus der Burg wurden auf verschiedene Gefängnisse in Sachsen verteilt, bis ihre ausgemachte Lösesumme vollständig bezahlt wurde. „Pribislaw“ aber kam ungeschoren davon und versuchte fortan, seinen in Haft geführten Bruder „Wertislaw“ durch Friedensversprechungen von den Sachsen auszulösen. Als die Sachsen dafür weitere „Geiseln“ verlangten, erwiderte „Pribislaw“, dass sie doch den hohen Slawenfürsten „Wertislaw“ bereits als Geisel in Haft hätten. Die Sachsen begnügten sich damit und es war bis zum 1. Februar 1164 Frieden zwischen Slawen und Sachsen. Im Februar des Jahres 1164 brach der Slawenfürst „Pribislaw“ das Friedensversprechen mit den Sachsen und wollte die ehemaligen Burgwälle seines Vaters „Niklot“ zurückerobern. Er belagerte zuerst den Burgwall Dorf Mecklenburg und versuchte mit Verhandlungen die friedliche Übergabe. Als dies nicht gelang, eroberte er gewaltsam die Befestigung und ließ alle Männer in der Burg töten. Frauen und Kinder wurden in Gefangenschaft geführt. Anschließend legten die Eroberer ein Feuer und ließen die Mecklenburg abbrennen. „Pribislaw“ zog nun mit seinem Slawenheer zum Burgwall Ilow, den er am Abend erreichte. Auch dort begann er mit Verhandlungen der eingeschlossenen Burginsassen. Als die Nacht anbrach und die Verhandlungen zu keinem Ergebnis kamen, errichtete „Pribislaw“ ein Zeltlager. Am nächsten Morgen erkannte „Pribislaw“, dass die Eroberung des Burgwalls von Ilow nicht ohne große Verluste gewonnen werden könnte. Er zog daraufhin ab und belagerte in den folgenden Tagen/Wochen die Inselburgen von Malchow und Quetzin, die er nach Verhandlungen wohl für sich gewinnen konnte. Als Heinrich der Löwe von der Aufruhr des „Pribislaw“ erfuhr, zog er mit einem starken Heer ins Slawenland. Der Herzog führte bei diesem Unternehmen auch den gefangengehaltenen „Wertislaw“ mit und ließ ihn nahe der Burg Malchow als Rache aufhängen. „Pribislaw“ suchte nun Unterstützung bei den pommerschen Herzögen „Kasimir“ und „Bogislaw I.“, die im Burgwall Demmin (Burgwall Demmin „Haus Demmin“) saßen. Pribislaw und die Pommernherzöge schickten von Demmin aus Unterhändler zum Sachsenheer, welches bei Verchen am Kummerower See lagerte. Sie boten zuerst 3000, einen Tag später nur noch 2000 Mark als Geschenk an, um einem Kampf zu entgehen. Die Sachsen lehnten dies ab und es kam zur „Schlacht am Kummerower See“. Die Slawen konnten zwar das Sachsenlager kurzzeitig einnehmen, verloren aber anschließend die Schlacht unter sehr hohen Verlusten. Die fliehenden Slawen zündeten bei ihrem Rückzug den Burgwall Demmin „Haus Demmin“ an. „Pribislaw“, der Urheber des Aufstandes, hielt sich fortan bei den Pommernherzögen „Kasimir“ und „Bogislaw I.“ auf. Sie alle begannen bald darauf, den Burgwall von Demmin „Haus Demmin“ neu zu errichten. Von hier aus fiel „Pribislaw“ noch mehrere Male in das Gebiet von Schwerin und Ratzeburg ein und machte dort reiche Beute. Er verlor bei diesen Kämpfen aber auch immer mehr Rosse und Reiter. Die Pommernherzöge „Kasimir“ und „Bogislaw I.“ zügelten „Pribislaw“, da sie erneute Rachefeldzüge der Sachsen befürchteten. Nach einem Friedensschluss kam die Burg Werle 1167 endgültig an "Pribislaw". Um 1200 wurde die Anlage ein letztes Mal ausgebaut, konnte aber die einstige Bedeutung nicht wiedererlangen und wurde später aufgegeben.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

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Wildberg (Kastorfer See)

Etwa zwei Kilometer westlich von Wildberg (Mecklenburgische Seenplatte) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer großen dreigliedrigen Burganlage. Die slawischen Erbauer errichteten die 6 ha große Anlage am erhöhten Ostufer des „Kastorfer Sees“ und umwallten ein Areal, dass einen maximalen Durchmesser von ca. 420 m besaß (N-S). Zur Seeseite war die Burgfläche ohne Wall befestigt, da dass Gewässer und die leicht erhöhte Lage einen natürlichen Schutz zu dieser Seite boten. Hier reichten wohl einfachere Holzkonstruktionen in Form von Palisadenwänden aus, um einen Angriff vom See her abzuhalten. Der Burgwall dürfte vor/nach 800 angelegt worden sein und wurde im Laufe der Zeit mit einem bogenförmigen Hauptburgwall und einem Riegelwall erweitert. Die Burg war im Endstadium dreigliedrig und hat bis in die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts bestanden. Die „feldbergzeitliche“ Burganlage war sicher einer der Hauptorte im damaligen Wilzenland. Zeitgleiche dreigliedrige Burganlagen lagen bei Neubrandenburg (Burgwall Neubrandenburg „Ravensburg“, etwa 17 Kilometer südöstlich), Dargun (Burgwall Dargun „Tiergarten“, etwa 33 Kilometer nordwestlich) und Rothemühl (Burgwall Rothemühl „Schanzberg“, etwa 48 Kilometer östlich). Nachdem der große Wildberger Burgwall aufgegeben wurde, entstand am gegenüberliegenden nahen Westufer ein kleiner u-förmiger Burgwall von nur 65 m Durchmesser (Burgwall Kastorf „Alte Schanze“). Er war die Nachfolgeburg des späten 9. bis mittleren 10. Jahrhunderts und stellte den befestigten Sitz eines lokalen Häuptlings dar, der die nähere Umgebung verwaltete. Interessant ist, dass auch die Insel im „Kastorfer See“ früh- bis mittelslawische Keramikfunde erbrachte. Zum heute bewaldeten Eiland führte eine Holzbrücke, die vom alten Wildberger Burgwall zum Nordrand der Insel verlief. Brückenpfähle erbachten Fälldaten von 876, 895 und 936. Die Brücke existierte also erst nach dem Untergang des Wildberger Burgwalls. Warum sie zum Areal der verlassenen Burg führte, muss Spekulation bleiben. Möglich ist, dass spätere Generationen das alte Areal der dreigliedrigen Burg als Wohnplätze besiedelten. Vielleicht verlief durch das große Areal der Wildberger Burg auch ein Zugangsweg zur Inselsiedlung? Ausgrabungen von Dr. Volker Schmidt (1942-2002) zeigten, dass das Hauptburgareal im Wildberger Burgwall im frühen 13. Jahrhundert von deutschen Einwanderern kurzzeitig reaktiviert wurde. Der „Kastorfer See“ muss vom 9. bis frühen 13. Jahrhundert eine gewisse Bedeutung gehabt haben. Archäologen vermuten heute, dass die Region ein wichtiger Machtort der slawischen „Tollenser“ war. Wer den alten Wildberger Burgwall heute besuchen will, sollte sich die kälteren Jahreszeiten aussuchen. Die Wallanlagen sind sehr gut erhalten geblieben und erreichen noch eine Höhe von bis zu 3 m. Über die „Seestraße“ gelangt man heute von Wildberg aus zum Bodendenkmal. Die Teerstraße mündet in einen einspurigen Plattenweg, den man nach etwa 600 m links verlassen muss. Ein Sandweg führt nun durch einen Wald zur Badestelle. Dort kann man sein Auto parken und gelangt in Richtung Norden gehend zum Burgwall. 

Erhaltungszustand: sehr gut

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Willershusen (Vermutung)

Etwa 800 m nordöstlich von Willershusen im Landkreis Vorpommern-Greifswald befinden sich die gut erhaltenen Überreste einer großen eingliedrigen Burganlage am sogenannten „Rycktal“. Es handelt sich um eine natürliche plateauartige Anhöhe, die mit einem umlaufenden Burgwall befestigt wurde. Die Holz-Erde-Mauer folgte in etwa dem Verlauf der natürlichen Erhebung und erreicht eine heutige Ausdehnung von etwa 370 x 325 m! Das etwa 6,5 ha große bewaldete Bodendenkmal wird auch als „Burg Guttin“ bezeichnet. Der umlaufende Burgwall erreicht nach außen noch Höhen von 3 bis 8 m. Zur inneren, teils sehr unebenen, Burgfläche ist der Wall noch 0,6 bis 2,5 m hoch. Anhand von überwiegend vorgeschichtlichen Keramikscherben wird die Burganlage der jüngeren Bronzezeit zugeordnet. Es fanden sich aber auch spätslawische und frühdeutsche Keramikscherben, die auf eine spätere begrenzte Nutzung des alten Areals schließen lassen. Mit einer späteren slawischen Burg haben wir es hier also nicht zu tun. Die Slawen nutzten das große Areal vermutlich nur teilweise als befestigte Siedlung. Vielleicht verlief über die nahe Niederung der „Ryck“ eine alte Handelsstrasse zur nahen Ostsee, die schon in der Bronzezeit von Bedeutung war? Ein Besuch des Bodendenkmals ist nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen! 

Erhaltungszustand: gut

Lage         

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Wittenborn

Etwa 1,2 Kilometer südöstlich von Wittenborn (Mecklenburgische Seenplatte) liegen am Rand der „Brohmer Berge“ die gut erhaltenen Überreste einer zweigliedrigen Höhenburg (Fundplatz: Wittenborn 1). Über einen kleinen Feldweg gelangt man heute vom Ort aus nach einem längeren Fußmarsch zum bewaldeten Bodendenkmal. Es handelt sich um eine etwa 120 x 100 m große plateauartige Hauptburg auf einem natürlichen Geländesporn und einem nach Norden hin vorgelagerten, etwa 300 m langen Riegelwall. Bis heute ist sich die Wissenschaft nicht einig, ob es sich im Ursprung um eine bronzezeitliche oder frühslawische Höhenburg handelt. Die etwa 5,5 ha große zweigliedrige Burganlage wurde erst in den 1920 er Jahren als solche erkannt. Der Forscher Walter Karbe aus Neustrelitz untersuchte das Areal im Jahre 1929 und kam zu dem Ergebnis, dass es sich vermutlich um eine germanische Fluchtburg handelte. Er erkannte erstmals auch die Zweigliedrigkeit der Höhenburg, konnte bei seinen oberirdischen „Schürfungen“ aber keinerlei Hinterlassenschaften vorfinden. Im Jahre 1937 untersuchte W. Bastian das Burgareal der Hauptburg und legte dort mehrere Sondagen an. Er barg dabei einige Keramikscherben, die er zeitlich aber nicht einordnen konnte. Zudem vermutete er, dass die Hauptburg einst mit Palisaden gesichert wurde. Er bezeichnete die Burg abschließend als eine der Höhenburgen Mecklenburg-Vorpommerns, die zeitlich nicht datiert werden können. Im Jahre 1973 kam es zu einer erneuten und vorerst letzten Untersuchung des Bodendenkmals unter der Leitung von Volker Schmidt. Er legte zwei Wallschnitte im Bereich der plateauartigen „Oberburg“ (Hauptburg) an und einen weiteren im Bereich des langen Vorburgwalles. Er kam zu dem Ergebnis, dass der lange Querwall der Vorburg nur einphasig war und über einen vorgelagerten trockenen Außengraben verfügte. Die Befestigung der plateauartigen Hauptburg bestand im Norden aus einem nur noch 1 m hohen Wall, der ehemals etwa 7,5 m breit und nach außen ebenfalls von einem tiefen Graben umgeben war. Während dieser Ausgrabungen konnte man nur zwei frühslawische Scherben vom „Typ Feldberg“ und zwei vorgeschichtliche Scherben beobachten. Auch ich habe die unwegsame Höhenburg seit dem Jahr 2010 mehrere Male besucht und konnte am äußeren Wallfuß des etwa 300 m langen Vorburgwalles etliche Rollsteine beobachten. Diese Rollsteine deuten auf eine ehemals steinverblendete Außenfront des Vorburgwalles hin, wie es typisch für frühslawische Höhenburgen war. Der Vorburgwall verläuft etwa von Nordosten nach Südwesten und überwindet enorme Höhenunterschiede von bis zu 20 m! Am tiefsten Punkt des Vorburgwalles lag auch der ehemalige Zugangsbereich zur Burgsiedlung. Einige Wissenschaftler vermuten heute, dass die plateauartige „Oberburg“ bereits eine bronzezeitliche Befestigung darstellte, die um das Jahr 800 von den Slawen erneut als Höhenburg befestigt wurde. Der etwa 300 m lange Vorburgwall wurde erst jetzt von den Slawen als zusätzliches Annäherungshindernis angelegt. Da der Vorburgwall nur eine Bauphase hatte, wurde die gesamte Höhenburg von den Slawen vermutlich nur wenige Jahrzehnte lang genutzt. Einen Besuch des Bodendenkmals empfehle ich in den kälteren Jahreszeiten.

Erhaltungszustand: gut

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Wittenburg

Mit der einsetzenden Völkerwanderung rückten aus den östlichen Gebieten slawische Siedler vor. In der Gegend um das heutige Wittenburg ließ sich ein Stamm der "Polaben", der zu den "Obodriten" gehörte, nieder. Zu dieser Zeit wird die Entstehung der Burganlage mit dem späteren Namen "Amtsberg" im sumpfigen Gebiet der Motelniederung vermutet. Dies geschah im 7. - 9. Jahrhundert. Um 1150 begann die Wiedereroberung des Wendenlandes durch die überlegene Kriegsmacht des Sachsenherzogs "Heinrichs des Löwen". Wahrscheinlich wurde zu dieser Zeit auch die Burg von Wittenburg in Mitleidenschaft gezogen. Deutsche Siedler nutzten den vorhandenen Standort und errichteten darauf eine neue Burg zum Schutz des eroberten Landes. Am Fuß dieser Burg entwickelte sich Handwerk und Handel. So wurde die neue Burg Ausgangspunkt für die Stadtgründung Wittenburgs.

Lage               

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Wittenförden

 

Etwa 600 m südsüdwestlich von Wittenförden (Gemeinde: Wittenförden, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die Überreste einer slawischen Niederungsburg. Durch die neuzeitliche landwirtschaftliche Nutzung des Burgareals ist vor Ort nur noch ein flacher Hügel erhalten geblieben. Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, handelt es sich heute um einen natürlichen Geländesporn, der nach Süden hin in eine kleinere Niederung ragte. Ob es sich im Ursprung um einen Ringwall oder um eine Halbinselbefestigung handelte, muss ohne moderne Ausgrabungen Spekulation bleiben. Da das Areal aber noch deutlich als Hügel erkennbar ist, handelt es sich meiner Meinung nach um einen niedergeackerten Ringwall. Heute erstreckt sich das Bodendenkmal mit Flurnamen "Borgwardt" über eine Fläche von gut 100 x 100 m. Im Ursprung war die Burg sicher unter 100 m groß. 
 
Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

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Wolde (Vermutung)

Im südlichen Bereich des Ortes Wolde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte befinden sich die Wallreste einer frühdeutschen- bis mittelalterlichen Burganlage. Am 29. August 1491 wurde die Burg von Truppen des Pommernherzoges Bogislaw X. belagert. Der damalige Burgbesitzer Bernd II. von Maltzahn hielt sich nicht an gerichtliche Auflagen, was zur Belagerung führte. Ausserdem war er ein gefürchteter Raubritter. Die Belagerung verlief zunächst erfolglos, aber durch Unachtsamkeit der Burginsassen explodierten die Pulvervorräte in der Burg. Dadurch wurden Teile der Burg so stark zerstört, dass sie eingenommen werden konnte. Bernd II. von Maltzahn konnte aber entkommen. Bei neuzeitlichen Untersuchungen stellte man allerdings auch jungslawische Keramik fest. Daher muss man davon ausgehen, dass vor der deutschen Burg eine slawische Wallburg existierte. Selbst der mecklenburgische Altertumsforscher Friedrich Lisch war schon um 1860 der Meinung, dass hier eine slawische Burganlage bestanden haben muss. Das Burgareal umfasst 180 mal 85 m, was für eine deutsche Burg ungewöhnlich groß ist. Es ist daher anzunehmen, dass die deutschen Ritter eine alte slawische Burg für ihre Zwecke umfunktionierten. Die Burg ist heute noch von Wassergrabenanlagen umgeben, die noch aus der Slawenzeit stammen könnten. Eindeutig bewiesen ist hier noch keine Slawenburg, aber dennoch sehr wahrscheinlich. Um 1860 wurde auf dem Gelände der Burg eine neugotische Kirche errichtet, die heute noch als Ruine zu erkennen ist. Ganz in der Nähe befinden sich die slawischen Burganlagen am Kastorfer See.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

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Woldegk

In Woldegk gab es ebenfalls einmal eine slawische Burganlage. Sie ist heute aber stark verschliffen und teilweise überbaut. Aus welcher Zeit sie stammt, ist noch nicht bekannt. Es ist aber aus meiner Sicht sicher, dass es sich um eine kleinere ovale Niederungsburg gehandelt hat, die etwa 50 bis 80 m groß war. Die etwa 1,5 m hohen Überreste liegen heute im Bereich zwischen der Woldegker Stadtmauer und dem Ziegeleiweg. Im Sommer 2015 habe ich das ehemalige Areal untersucht und konnte auf der Oberfläche wenige slawische Scherben vorfinden. Das Bild oben zeigt die etwa 1,5 m hohen plateauartigen Überreste des von mir vermuteten Burgwalls mit Blick von der Stadtmauer in Richtung Norden. 

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Woldzegarten (Vermutung)

Der Name Woldzegarten kommt aus dem Slawischen und bedeutet soviel wie "die Burg die am Waldsee liegt". Woldzegarten liegt heute zwischen zwei Seen und war damit immer schwer zugänglich und gut zu verteidigen. Reste eines alten slawischen Burgwalls sollen vorhanden sein. Wo diese allerdings genau liegen, konnte ich nicht herausfinden.

Erhaltungszustand: nicht erhalten (Lage unbekannt)                                                    

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Wolgast

Vermutete Lage von Burgwall und Tempel, nach R. Krüger 2019

 „Schlossinsel“

Auf der heutigen „Schlossinsel“ von Wolgast lag im 11./12. Jahrhundert eine bedeutende spätslawische Burgstadt. Es handelte sich um einen mindestens 75 m großen ring- oder ovalförmigen Burgwall, der von einem breiten Außengraben umgeben war. Die slawischen Erbauer errichteten diese Burg auf einer natürlichen Insel oder einer noch mit dem Festland verbundenen Halbinsel, die weit in den breiten Peenestrom ragte. Am stark ansteigenden Westufer (heutige Altstadt) lag eine ausgedehnte Vorburgsiedlung mit einem heidnischen Holztempel, in dem der Gott „Gerowit“ verehrt wurde. Im Zuge seiner zweiten Missionsreise im Jahre 1128 besuchte der Bischof Otto vom Bamberg den spätslawischen Burgort von Wolgast. Er wollte die noch letzten heidnisch verbliebenen Burgorte im Lutizenland christianisieren. Die Überlieferung berichtet, dass „Dietrich“, ein Gefolgsmann Ottos, sich nur mit Mühe und Not vor wütenden Slawen retten konnte. Als „Dietrich“ sich im heidnischen Tempel des Gottes „Gerowit“ aufhielt, umstellten einige Slawen das Heiligtum, um die Schändung ihres Gottes zu rächen. „Dietrich“ entnahm dem im Tempel aufgestellten Götzenbild das goldbelegte, große Schild und verließ damit bewaffnet den Tempel. Er gab sich selbst als ihr Gott „Gerowit“ aus und konnte durch diese List den so eingeschüchterten Slawen entkommen. Otto von Bamberg ließ den Tempel abreißen und errichtete hier eine  Missionskirche, von der aus die heidnischen Slawen christianiert wurden. Anstelle der Missionskirche Ottos befindet sich heute die St. Petrikirche von Wolgast. 1993 kam es zu archäologischen Ausgrabungen an der Südkapelle. Dabei konnten Relikte von spätslawischen Gräbern des 12. Jahrhunderts dokumentiert werden die beweisen, dass die heutige Kirche tatsächlich auf den Ruinen des heidnischen Tempels und anschließenden Kirchenbaus Ottos errichtet wurde. Interessant ist, dass sich im östlichen Innenbereich der heutigen Kirche ein eingemauerter Stein befindet, auf dem eine menschliche Figur mit einer Lanze eingeritzt ist. Dieser Bildstein wird auch als „Jarovitstein“ bezeichnet und dürfte zu einem Grabmal aus einem Vorgängerbau oder älteren Friedhof stammen. Ein weiterer, ganz ähnlicher Bildstein befindet sich am Außenbereich der St. Petrikirche. Heute ist vom Wolgaster Burgwall nichts mehr zu erkennen, da das Areal mehrmals überbaut wurde. Das Bodendenkmal lag am Nordostende der heutigen Schlossstrasse Nr. 6.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

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Wolkow

"Hoher Wall"

Etwa 1,7 Kilometer südsüdwestlich der Dorfkirche von Wolkow (Gemeinde: Warrenzin, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das bewaldete Bodendenkmal (Fundplatz: Wolkow 2) wird heute als "Hoher Wall" bezeichnet. Es handelt sich um einen etwa 130 m langen, bogenförmigen Abschnittswall, der ein leicht erhöhtes Plateau am Nordrand der Peeneniederung abriegelte. Vor dem noch bis zu 3 m hohen Abschnittswall liegt ein breiter Außengraben, der durch die erhöhte Lagesituation wohl immer trocken war. Die gesamte Burg nimmt eine Fläche von etwa 10.500 m² ein. Zur Peeneniederung hin ist die Burgfläche heute walllos. Die Burg war zu dieser Seite vermutlich mit hölzernen Palisaden oder mit nur schwach verfüllten Holzkästen befestigt. Vom Burgareal liegen überwiegend Keramikscherben des "Feldberger Typs" vor. Demnach muss es sich um eine frühslawische Befestigung des späten 8. bis 9. Jahrhunderts gehandelt haben. Die slawischen Erbauer errichteten die Burg unmittelbar am natürlichen Peeneverlauf. Die jeweiligen Burgherren haben vermutlich den damaligen Verkehr auf dem Gewässer kontrolliert. Es ist auch möglich, dass die Peene eine natürliche Grenzregion zwischen den slawischen Stämmen der "Tollenser" und "Zirzipanen" darstellte, den die Burginsassen militärisch überwachten. Da moderne archäologische Ausgrabungen noch ausstehen, kann eine genaue Laufzeit der Burg noch nicht eindeutig bestimmt werden (Stand: 2019). Etwa 2,6 Kilometer weiter nordöstlich liegt der gut erhaltene Burgwall Wolkow "Weißer Wall" (Fundplatz: Wolkow 1). Er hat einen kreisrunden Außendurchmesser von bis zu 125 m und besaß ebenfalls einen trockenen Außengraben. Die beiden Burganlagen von Wolkow haben sicher nicht zeitgleich bestanden, sondern wurden nacheinander errichtet. Da der "Weiße Wall" eine Wallhöhe von bis zu 10 m erreicht, war er sicher eine spätere und länger genutzte Befestigung. Der Burgwall "Hoher Wall" ist bis heute sehr gut erhalten geblieben und besitzt in der Mitte des Walles eine breite Wallsenke. Ob dieser Walleinschnitt das slawenzeitliche Zugangstor darstellt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aus strategischer Sicht hätte sich ein Feind leicht an dieses Tor vorkämpfen können. Meiner Meinung nach ist dieser Walleinschnitt ein moderner Zugang. Das eigentliche Zugangstor ist eher ganz am Ostende des Abschnittswalles zu vermuten.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage            

"Weisser Wall"

Etwa 1,7 Kilometer südöstlich der Dorfkirche von Wolkow (Gemeinde: Warrenzin, Landkreis: Mecklenburgische-Seenplatte) liegen die gut erhaltenen Überreste einer bewaldeten Niederungsburg. Das unter dem Flurnamen "Weißer Wall" bekannte Bodendenkmal (Fundplatz: Wolkow 1) besitzt einen kreisrunden Außendurchmesser von etwa 125 bis 130 m. Der Ringwall ist von einem gut 15 m breiten Außengraben umgeben, der bedingt durch die Lagesituation wohl immer trocken war. Die slawischen Erbauer errichteten die Befestigung ganz am Ostende eines großen, leicht hügeligen Werders. Südlich bis östlich des Werders verläuft noch heute der begradigte Hauptarm der Peene. Im Norden des Werders ist ein Nebenarm der Peene zu vermuten, der heute nur noch als verlandete Niederung zu erkennen ist. Damit war die Burg auf natürliche Weise geschützt. Das einzige Zugangstor lag im Westen der Befestigung, denn dort ist der umlaufende Außengraben unterbrochen. Leider wurde der Burgwall in der Neuzeit an der Nordseite zu etwa einem Viertel abgetragen. Eine genaue Datierung des Burgwalles steht bis heute leider aus, da noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben (Stand: 2019). Es wird vermutet, dass es sich um eine mittel- bis spätslawische Anlage handeln müsste, da Keramikscherben der Typen "Menkendorf" und "Weisdin" vom Burgareal vorliegen. 1957 wurden bei Baggerarbeiten im Flussbett der östlich verlaufenden Peene hunderte hölzerne Brückenpfähle beobachtet. Die Burg könnte also eine damalige Holzbrücke über den Hauptarm der Peene überwacht haben. Der Burgwall ist heute insgesamt gut erhalten geblieben. Der Wall überragt die innere Burgfläche noch um 2 bis 3 m. Nach außen ist der Wall stellenweise bis zu 10 m hoch. Ein Besuch der beiden Burgwälle von Wolkow ist nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Erhaltungszustand: gut

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Wooster Teerofen/Sandhof

Eine slawische Niederungsburg befindet sich etwa 900 m nordwestlich von Wooster Teerofen auf der Gemarkung von Sandhof (Gemeinde: Neu Poserin, Landkreis: Ludwigslust-Parchim). Es handelt sich um eine heute bewaldete Halbinsel, die nach Westen hin in den "Langhagensee" ragt. Auf der TK-10 Landkarte wird am Westende dieser Halbinsel eine ovalförmige Befestigung dargestellt, die einen Durchmesser von etwa 120 m besitzt (Fundplatz: Sandhof 3). Leider sind im modernen Laserscanbild nur noch sehr schwache Überreste dieser Niederungsburg zu erkennen. Deutliche Wallanlagen scheint es vor Ort nicht mehr zu geben. Vom Fundplatz sind bisher vor allem slawische Keramikscherben vom "Typ Menkendorf" bekannt geworden. Diese Keramiken bestanden überwiegend im Verlauf des späten 9. bis 10. Jahrhunderts. Ob es sich hier um eine früh- bis mittelslawische Niederungsburg in Halbinsellage handelte, muss die moderne Archäologie klären.
 
Erhaltungzustand: nicht erhalten 

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Wöpkendorf

In Wöpkendorf im Landkreis Vorpommern-Rügen liegen die Reste eines alten slawischen Burgwalles. Er befindet sich heute genau am westlichen Dorfrand. Angelegt wurde er wohl im 9. Jahrhundert auf einer natürlichen Erhebung. Zu dieser Zeit stellte die Burg einen Rückzugspunkt in Notzeiten dar. Da die Anlage bis zum Ende der Slawenzeit existierte muss man annehmen, dass sie etliche Male erneuert werden musste. Sie hatte einen runden Durchmesser von ca. 100 m und war am Ende zweigliedrig. In der frühdeutschen Zeit wurde die Anlage weiter genutzt und nach den Bedürfnissen der neuen Besitzer umgebaut. Durch den heutigen starken Bewuchs im Sommer ist die Anlage fast nicht mehr erkennbar. In den kälteren Jahreszeiten aber sieht man ein unregelmäßiges Burgplateau.

Erhaltungszustand: mittel

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Woserin

Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2019

1,4 Kilometer südöstlich von Woserin (Gemeinde Borkow) im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegen die gut erhaltenen Reste einer Slawenburg (Fundplatz: Woserin 1). Sie befindet sich auf einer heute bewaldeten Halbinsel im sogenannten Holzsee. Zur Slawenzeit lag die zweigliedrige Befestigung in Insellage. Der Gesamtdurchmesser beträgt etwa 120 m (O-W). Aus welcher Zeit die Niederungburg stammt, muss die moderne Archäologie klären. Grabungen in den 1920 er Jahren erbrachten spätslawische und frühdeutsche Scherbenfunde. Es könnte sich also um eine Inselburg des 11./12. Jahrhundert handeln, die im 13. Jahrhundert als Siedlung reaktiviert wurde. Ein schmaler Damm führt heute zum Bodendenkmal. Ob dieser Zugang bereits aus der Slawenzeit stammt, ist bisher nicht zu beantworten.

Lage    

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Woeten

 

Der Burgwall ist noch deutlich im Gelände erkennbar, Fotos: Reinhard Dudlitz
 
Etwa 600 m nordöstlich von Woeten (Gemeinde: Obere Warnow, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die noch gut erkennbaren Überreste einer slawischen Niederungsburg (Fundplatz: Woeten 1). Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, handelt es sich um einen breitgepflügten Burgwall, der eine heutige Gesamtausdehnung von etwa 120 x 110 m erreicht. Im Ursprung wird es sich um eine Burg von gut 100 m Durchmesser gehandelt haben. Die Burgform war nicht kreisrund, sondern eher oval bis hufeisenförmig. Zur Slawenzeit lag die Burganlage inmitten einer sumpfartigen Niederung, die je nach Jahreszeit und Grundwasserspiegel auch einen flachen See dargestellt haben könnte. Im nahen Ort Grebbin befindet sich die Quelle des Flusses "Warnow". Das noch sehr kleine Rinnsal führt heute direkt am Burgwall Woeten entlang. Ob der Burgwall daher zu den slawischen "Warnowern" gehörte, entzieht sich meiner Kenntnis. Auch die zeitliche Einordnung der Niederungsburg ist ohne die moderne Archäologie noch schwierig. Leider wird das Burgareal bis heute landwirtschaftlich genutzt. Dennoch ist die alte Befestigung noch deutlich im Gelände erkennbar geblieben.
 
Erhaltungszustand: gut

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Wrangelsburg

Etwa 2,2 Kilometer nordöstlich von Wrangelsburg (Vorpommern-Greifswald) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer dreigliedrigen Niederungsburg an einem heute verlandeten See. Das bewaldete Bodendenkmal wird auch als Burgwall Katzow oder Burgwall Forst Jägerhof bezeichnet (Fundplatz 1). Das umwallte Burgareal ist bis zu 270 x 190 m groß und erreicht eine Ausdehnung von ca. 5 ha. Ganz am Nordende des Areals liegt ein etwa 70 m großer Ringwall, der mit einem nahen bogenförmigen Vorburgwall gesichert war. Bis heute ist sich die Wissenschaft nicht einig, ob es sich im Ursprung um eine bronzezeitliche Burg handelte, die von den Slawen später mit einem Ringwall und vorgelagerten Abschnittswall erweitert wurde. Es könnte sich auch um eine rein frühslawische Gründung gehandelt haben, die im Laufe des 9. bis 10. Jahrhunderts mit dem mittelslawischen Ringwall und dem nahen Vorburgwall erweitert wurde. Die ehemaligen Erbauer suchten sich für die Errichtung der ersten Burg einen leicht erhöhten, halbinselartigen, Vorsprung in einem damaligen See aus und umwallten dieses Areal. Ganz im Süden der Befestigung wurde mittig ein Tor angelegt, das noch heute deutlich als tiefe Wallsenke zu erkennen ist. Vor dem Zugangstor lag ein breiter Außengraben, der an der Torstelle unterbrochen scheint. Ob diese erste große Burg bronzezeitlichen oder frühslawischen Ursprungs war ist, wie gesagt, unbekannt. Vom gesamten Areal liegen Keramikscherben der Bronzezeit, der gesamten Slawenzeit und des frühdeutschen Mittelalters vor. Im Laufe der Zeit kam es zu einer Erweiterung der ersten Burg. Dieser Umbau ist nun sicher den Slawen zuzuordnen! Ganz am Nordende des Areals wurde ein etwa 70 m großer Ringwall angelegt, der zusätzlich mit einem bogenförmigen Abschnittswall gesichert war. Der Abschnittswall lag so nah am Ringwall, sodass hier kein Platz für eine Vorburgsiedlung war. Vermutlich sollte dieser Vorburgwall nur das ehemalige Tor des integrierten Ringwalles schützen, welches durch eine Wallsenke im Nordosten vermutet werden kann. Die Vorburgsiedlung des Ringwalles lag im umwallten Areal der älteren Burgphase. Da bisher noch keine professionellen Ausgabungen vor Ort stattgefunden haben, kann die zeitliche Abfolge der Burgsiedlung noch nicht erschlossen werden. In den frühen 1960 er Jahren errichtete die NVA (Nationale Volksarmee der DDR) mehrere Bunkeranlagen im gesamten Burgareal. Diese sind heute restlos entfernt worden. Im Laufe der Jahrhunderte ist auch der ehemalige See mit Flurnamen „Kleiner Schwarze See“ so gut wie trockengelegt worden. Ein Besuch des sehenswerten Bodendenkmals ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Erhaltungszustand: sehr gut

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Wredenhagen

In Wredenhagen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, befindet sich ein eindrucksvoller Burgberg. Er wurde im Jahr 1280 das erste Mal schriftlich als "neue wendische Burg" erwähnt. Man kann allerdings annehmen, dass diese Burg schon in älterer Zeit von den Slawen angelegt worden ist. Funde vom Gebiet kann man bis in die Eiszeit zurückverfolgen. Der Burgberg wurde künstlich aufgeschüttet und hat heute einen kreisrunden Durchmesser von ca. 100 m. Nach der Christianisierung gehörte die Burg den Herren von Werle. Sie wurde dann mit einer steinernden Mauer und einem Bergfried ausgebaut. Immer wieder wechselten dann die Besitzer der Burg zwischen Brandenburg und Mecklenburg. Von der alten Burg sind heute noch Teile des Torhauses, das Amtshaus, Reste des Kellerhauses, ein später angelegtes Guthaus und einige Wohngebäude erhalten geblieben. Regelmäßig finden auf dem Burgplateau kulturelle Feste des Ortes statt.

Erhaltungszustand: mittel

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Wulfsahl

Etwa einen Kilometer nördlich von Wulfsahl (Gemeinde: Karrenzin, Landkreis: Ludwigslust-Parchim) liegen die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Das bewaldete Bodendenkmal (Fundplatz: Wulfsahl 1) liegt heute unmittelbar westlich der Landstrasse 83. Es handelt sich um einen rundovalen Ringwall von bis zu 95 x 80 m Außendurchmesser, der von seinen Erbauern auf einer flachen Talsandinsel in einer sumpfartigen Niederung errichtet wurde. Das moderne Laserscanbild zeigt noch deutlich einen Einschnitt im Norden des Burgwalles, der auf das ehemalige Zugangstor hindeutet. Im Nordosten des Bodendenkmals scheint ein Teil des Wallsystems zu fehlen. Vermutlich wurde hier Erde für den Bau der neuzeitlichen Landstrasse entnommen. Da dass Burgareal früher auch landwirtschaftlich beackert wurde, könnte dieser Bereich auch dadurch abgetragen worden sein. Da bisher noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben, ist die zeitliche Einordnung des Burgwalls noch schwierig. Es könnte sich um eine Burg des 10./11. Jahrhunderts gehandelt haben, die den stark befestigten Sitz eines Lokalhäuptlings darstellte. Direkt westlich lag eine offene Vorburgsiedlung, in der vor allem Handwerker, Bedienstete und Händler ihre Wohn- und Arbeitsstätten hatten. Der Burgwall von Wulfsahl ist bis heute etwa 2 bis 3 m hoch erhalten geblieben und einen Besuch wert.

Erhaltungszustand: gut

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Wustrow/Darß

Zur Zeit der Slawen stand an der selben Stelle der heutigen Dorfkirche ein Tempel für den Wendengott Swantewit. Die Sage berichtet, sein Schimmel habe den Hügel in einer Nacht aufgeworfen. Grabungen haben ergeben, dass der Hügel auf dem ansonsten eher flachen Inselland künstlich aufgeschüttet wurde. Bis 1830 diente der Hügel als Friedhof. Danach wurde ein neuer Friedhof am Nordrand des Dorfes angelegt. Zu vermuten ist aus heutiger Sicht, dass der heutige Hügel unter der Kirche die planierten Reste eines einstigen Burgwalls sind, in dem das Heiligtum stand. Die Burg dürfte oval und eingliedrig gewesen sein. In der Nähe befand sich mit großer Wahrscheinlichkeit eine Siedlung.

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Zierstorf

Slawenzeitliche Lage, nach R. Krüger 2018

Südöstlich von Zierstorf liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer kleinen slawischen Höhenburg. Das bewaldete Bodendenkmal ist auch unter dem Flurnamen „Schlossberg“ bekannt. Es handelt sich um einen u-förmigen Burgwall mit einer Ausdehnung von etwa 80 x 60 m. Zur Nordseite war die Burgfläche ohne Wall geschützt, da dass steil abfallende Gelände einen natürlichen Schutz zu dieser Seite bot. Durch die geringe Größe muss es sich um eine mittelslawische Burganlage gehandelt haben, die etwa vom letzten Drittel des 9. Jahrhunderts bis in das frühe 10. Jahrhundert bestand. Die Burg muss im Laufe der Zeit mehrmals ausgebaut worden sein, denn der Wall ist noch bis zu 3 m hoch erhalten geblieben. Interessant ist, dass sich ein weiterer mittelslawischer Ringwall etwa 800 m weiter südwestlich vom Burgwall Zierstorf befand (Burgwall Groß Roge). Diese kreisrunde Burg war bis zu 70 m groß und lag auf einer natürlichen kleinen Talsandinsel am Ostufer des „Wotrumer Sees“. Durch die geringe Entfernung beider Burgen können diese nicht zeitgleich bestanden haben. Welche Burg zuerst bestand, muss letztendlich die moderne Archäologie klären. Befestigte Burgen auf Höhenlagen scheinen aber zu einem älteren slawenzeitlichen Horizont zu gehören. Daher vermute ich, dass der nahe Niederungsburgwall von Groß Roge die Nachfolgeburg war. Die Slawen errichteten die kleinen Ringwälle in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts überwiegend in feuchten Niederungen, da in jener Zeit fränkische Angriffe mit modernen Belagerungsmaschinen zu befürchten waren. Um diesen aus dem Weg zu gehen, suchte man den Schutz in feuchten, schwer zugänglichen Niederungen.

Erhaltungszustand: sehr gut

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Zimkendorf

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeit, nach Ronny Krüger 2016

„Borgwall“

Etwa 1,8 Kilometer südöstlich von Zimkendorf (Gemeinde: Pantelitz, Landkreis: Vorpommern-Rügen) liegen die verschliffenen Überreste einer großen slawischen Burganlage. Das Bodendenkmal mit Flurnamen „Borgwall“ (Fundplatz: Zimkendorf 1) wurde bereits im Burgwallregister von Kunkel (1932) als slawischer Burgwall erwähnt. Das moderne Laserscanbild lässt erkennen, dass es sich um eine ehemalige Halbinsel- oder Inselburg handelte, die eine Ausdehnung von bis zu 340 (NW-SO) x 125 m (SW-NO) besaß. Diese Burg war vermutlich von einem umlaufenden Wall umgeben, der nur noch im Süden schwach erhalten geblieben ist. Der östliche See führt bis heute den Flurnamen „Borgwallsee“. Auf dem knapp 4 ha großen Burgareal wurden bisher slawische und auch eisenzeitliche Keramikscherben gefunden. Da bisher noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben, ist die zeitliche Einordnung der Burgsiedlung noch schwierig. Es könnte sich um eine frühslawische Burg des 9. Jahrhunderts gehandelt haben, die eine längere Laufzeit hatte.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

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Zirtow

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeit, nach Ronny Krüger 2016

Etwa 1,1 Kilometer nordwestlich der Dorfkirche von Zirtow (Gemeinde: Wesenberg, Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegt der vermutete Standort einer slawischen Niederungsburg. Es handelt sich um eine natürliche Talsandinsel, die nach Südwesten in eine ehemals sumpf- oder seeartige Niederung ragte (Glaukenbruch). Die ovalförmige Talsandinsel ist bis zu 1,5 m hoch und hat eine Ausdehnung von etwa 135 x 75 m. Im modernen Laserscanbild sind nur noch sehr schwache Wallreste der Niederungsburg erkennbar. Der Burgwall wurde vermutlich in der Neuzeit weitestgehend abgetragen. Der südliche Teil der Talsandinsel ist heute mit Kiefern, Eichen und Birken bestanden. Bis in die 1950 er Jahre war das Areal noch völlig unbewaldet. Moderne archäologische Grabungen stehen hier noch aus, die eine genaue Laufzeit der inselartigen Niederungssiedlung oder Niederungsburg offenlegen könnten.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

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Zislow

Etwa 1,4 Kilometer nordnordöstlich der Dorfkirche von Zislow (Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte) liegen die bewaldeten Überreste einer zweigliedrigen Höhenburg. Das slawische Bodendenkmal (Fundplatz: Zislow 1) liegt am Nordende eines bis zu 20 m hohen Geländespornes, der im Osten vom "Großen Pätschsee" und im Südwesten vom "Kleinen Pätschsee" umgeben ist. Die bis zu 2 ha große Burgfläche wird von zwei Abschnittswällen in Vor- und Hauptburg unterteilt. Der südliche Vorburgwall ist etwa 150 m lang und besaß einen bis zu 10 m breiten Außengraben. Der nördlich vorgelagerte Hauptburgwall war mit bis zu 100 m Länge etwas kürzer. Die Vorburgfläche hatte eine Ausdehnung von etwa 8.400 m². Das Hauptburgareal war mit bis zu 8.100 m² Ausdehnung etwas kleiner. Anhand von Oberflächenfunden wurde die Höhenburg bis in die 1950 er Jahre als bronzezeitliche Befestigung interpretiert. Im Jahr 1959 kam es zu einer archäologischen Ausgrabung, bei der die Höhenburg eindeutig als frühslawische Befestigung identifiziert werden konnte. Der Burgwall von Zislow ist also eindeutig eine "feldbergzeitliche" Höhenburg des späten 8. bis 9. Jahrhunderts gewesen, der auf den Überresten einer unbefestigten Vorgängersiedlung der Bronzezeit errichtet wurde. Das gesamte Burgareal ist bis heute stark uneben und fällt nach Osten hin bis zu 10 m ab! Das Vor- und Hauptburgareal hatte jeweils einen höher liegenden Westteil und einen tiefer liegenden Ostteil. Die abschüssigen Burgflächen waren vermutlich mit terrassenartigen Häuserreihen bebaut. Die ehemaligen Zugangstore zur Höhenburg können ganz am Westende der Abschnittswälle vermutet werden. Die Höhenburg von Zislow ging am Ende in einer großen Feuerkatastrophe unter und wurde von nachfolgenden slawischen Generationen nicht wieder reaktiviert. Der Vorburgwall ist heute stark verflacht, aber noch erkennbar. Besser erhalten geblieben ist der Hauptburgwall, der noch eine Höhe von gut 3 m erreicht. Bis in die 1950 er Jahre war das Bodendenkmal noch schwach bewaldet.

Erhaltungszustand: gut

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